Hinter diesem Artikel

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Annabell

Annabell studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Das neue Gartenjahr hat begonnen und der Tatendrang juckt uns Hobbygärtner:innen bereits in den Fingern. Doch wann ist die richtige Zeit für die ersten Vorbereitungen und was gibt es überhaupt zu tun? Dieser Artikel soll dir einen Überblick verschaffen, sodass du mit voller Kraft in die neue Saison starten kannst.

Januar/Februar: Beetplanung und Inspiration

Im Januar und Februar ruht der Garten in der Kälte. Wir Gärtner:innen können allerdings die Zeit nutzen, um uns ein paar wichtige Gedanken zu machen. Welche Gemüsepflanzen und Kräuter möchtest du dieses Jahr anbauen? Falls du dir den Winter über noch keine Gedanken gemacht hast, dann ist jetzt die Zeit dafür! Nehme dir einen Moment, um die Erfahrungen des letzten Jahres zu rekapitulieren. Welche Kulturen haben in deinem Garten gut funktioniert und welche nicht? Wieso hat etwas nicht funktioniert? Welche Pflanzen willst du auf jeden Fall wieder anbauen? Wenn du willst, kannst du dir kleine Notizen dazu machen oder sogar ein Gartentagebuch anlegen. Hole deine Saatgutvorräte aus dem Schrank und stöbere ein wenig, was gibt es noch bzw. was solltest du noch besorgen? Im Frühjahr gibt es meistens Tauschmärkte für Gartenbegeisterte, wo es auch alte, seltene Sorten zu finden gibt.

Wenn du dich entschieden hast, welches Gemüse du auf jeden Fall in deinen Beeten haben möchtest, musst du noch den richtigen Platz dafür auswählen. Bei einer gesunden Fruchtfolge sollten nämlich nie die gleichen Pflanzenfamilien über mehrere Jahre am selben Platz wachsen. Für ein harmonisches Gleichgewicht im Garten ist auch die Mischkultur, also die richtige Kombination der verschiedenen Gemüsepflanzen im Beet, entscheidend. So kannst du nicht nur den Platz im Beet optimal ausnutzen, die Pflanzen können sich sogar gegenseitig im Wachstum unterstützen und vor Schädlingen schützen!

Das Gartenjahr beginnt mit der Planung: Jetzt ist die Zeit, um neue Ideen zu sammeln!

Neu im Garten?

Du fängst dieses Jahr erst mit dem Gärtnern an und fühlst dich etwas verloren in der Masse an Informationen? Kein Problem! Hier findest du eine Anleitung, mit der du Schritt für Schritt dein eigenes Gemüsebeet anlegen kannst. Im nächsten Abschnitt gibt es weitere Inspiration für verschiedene Beetformen. Überlege dir nun, welches Gemüse du am liebsten selbst anbauen möchtest. Im Laufe des Artikels findest du Infos über verschiedene Gemüsearten und ab wann du sie pflanzen kannst, da ist mit Sicherheit etwas Interessantes dabei. Anschließend kann Fryd dir helfen, dein Beet so zu planen, dass sich die Pflanzen optimal ergänzen. So musst du dir selbst keine Gedanken um die richtige Planung machen, sondern kannst direkt loslegen!

Ein neues Gemüsebeet anlegen

  • Hochbeete sind zur Zeit sehr beliebt und das nicht ohne Grund. Die Erde erwärmt sich schneller, sie lassen sich bequem im Stehen pflegen und die Pflanzen sind durch die Höhe besser vor Schnecken & Co. geschützt. Vielleicht hast du Lust, dieses Jahr dein eigenes Hochbeet anzulegen?
  • In der Permakultur wird oft von Hügelbeeten gesprochen. Diese funktionieren wie eine Art Kompost, der direkt bepflanzt werden kann. So werden die Pflanzen stets mit neuen Nährstoffen versorgt und es entstehen Kleinklimazonen, die für die speziellen Ansprüche vieler Gemüsearten sehr förderlich sein können. Hier erfährst du, wie du dein eigenes Hügelbeet herstellen kannst und welche Pflanzen dafür geeignet sind.
  • Mithilfe von Sheet Mulching kannst du ganz einfach ungenutzte Flächen in ein Gemüsebeet umwandeln, ohne den Boden durch Umgraben unnötig zu stressen. Dabei deckst du die Flächen mit Karton, Erde und Mulch ab - die Mikroorganismen im Boden erledigen anschließend den Rest für dich. Weil man die Materialien beim Sheet Mulching übereinanderschichtet, bezeichnet man das fertige Beet auch als Lasagne-Beet.
Hügelbeete erwärmen sich schneller, so kannst du schon früher in die Saison starten!

Pflanzen vorziehen

Sobald du dich für dein diesjähriges Gemüse entschieden hast, stellt sich die Frage: Welche Gemüsepflanzen sollten überhaupt vorgezogen werden? Damit du besser einschätzen kannst, welche Pflanzen du generell vorziehen oder direkt säen solltest, gibt es hierfür eine seperate Übersicht zum Thema.

Die Eisheiligen gelten als Richtwert für uns Hobbygärtner:innen, sie bringen Mitte Mai die letzten Fröste des Frühjahrs. Danach können auch wärmebedürftige Pflanzen ausgepflanzt oder direkt ins Beet gesät werden. Damit alle Pflanzen zu dieser Zeit bereit sind unter freiem Himmel zu wachsen, solltest du sie zum richtigen Zeitpunkt vorziehen. Die Keimdauer und die Entwicklungsgeschwindigkeit der verschiedenen Gemüsepflanzen variieren sehr stark. Im Folgenden erhältst du einen Überblick, ab wann du welche Pflanzen im Haus vorziehen bzw. ins Freiland säen kannst.

Alternativ dazu kannst du jetzt schon mit der Winteraussaat beginnen. Das Besondere bei der Winteraussaat ist, dass die Samen quasi selbst entscheiden, wann sie keimen wollen. Dabei verwendest du kälteresistentes Saatgut wie beispielsweise von Salat oder Kohl und säst diese schon jetzt in Anzuchtschalen aus. Die Samen beginnen erst dann zu keimen, wenn es ihnen warm genug ist. Durch die Winteraussaat erhältst du robuste Jungpflanzen und kannst früher mit der Ernte beginnen.

Jungpflanzen von verschiedenem Gemüse
Den Samen von Kohl und Salat macht Kälte nichts aus. Foto von Kassiolino

Ende Februar: Anzucht

  • An warmen Plätzen, z.B. im frostfreien Gewächshaus oder auf der Fensterbank: Salat, Kohlrabi, Radieschen, Frühlingskräuter und Sellerie (keimt sehr langsam).
  • Auf der Fensterbank: Kräuter und Stauden-Kräuter wie z.B. Kresse, Kerbel, Basilikum, Rucola, Lavendel, Salbei und Rosmarin. Damit die Nachtschattengewächse genug Zeit haben zu kräftigen Jungpflanzen heranzuwachsen, kannst du nun beginnen Paprika, Auberginen und Tomaten vorzuziehen.
  • Ins Freiland säen (nur bei mildem Klima!): Dicke Bohnen und Spinat sind nicht sehr kälteempfindlich und können bereits bei kühleren Bedingungen wachsen.
Spinat ist relativ kälteresistent und kann schon früh im Jahr gesät werden.

März: Säen und Pflanzen

Im März wird fleißig gesät und gepflanzt. Frühbeet, Gewächshaus und Folientunnel können in dieser Jahreszeit sehr hilfreich sein, da sie schon frühe Aussaaten und Pflanzungen ermöglichen. Trotz des bereits vorhandenen Schutzes, sollten die frühen Quartiere jedoch in kalten Nächten zusätzlich mit Decken oder Ähnlichem zugedeckt werden. Bei Sonnenschein solltest du die geschlossenen Räume öffnen, um Hitzestau zu vermeiden. Wichtig ist nur, sie abends wieder zu schließen!

  • Pflanzung: Salat, Kohlrabi, Rhabarber-Wurzelstücke, Topinambur. Im März ist außerdem die perfekte Zeit, um Obstgehölz und Sträucher zu pflanzen!
  • Frühe Aussaat: Im März können weitere unempfindliche Gemüsesorten unter freiem Himmel gesät werden. Schwarzwurzeln, Pastinaken, Möhren, Zwiebeln, Schnitt- und Pflücksalat, Radieschen, Frühlingsrettich, Mairüben, dicke Bohnen und Spinat kommen mit mäßig-kaltem Frühjahrsklima zurecht. Lauch, Blumenkohl, Spitzkohl, Weißkohl und Wirsing können im Schutz ausgesät & später ins Freiland versetzt werden. Durch den Schutz entwickeln sie sich schneller. Ab Ende März sind auch die ersten Erbsen an der Reihe.
  • Vorbereitung im Haus: An einem hellen, mäßig warmen Platz können Saatkartoffeln zum Vorkeimen nebeneinander aufgestellt werden.
Kohlrabi kannst du bereits im März ins Beet pflanzen.

Bodenbearbeitung

Um Gemüsebeete für die Saison vorzubereiten, werden sie aufgelockert, "gesäubert" und anschließend fein krümelig geharkt. Doch wann ist die erste Bodenbearbeitung am sinnvollsten? Schwere Böden erwärmen sich langsamer als ihre leichten Verwandten, da sie mehr Wasser enthalten. Ist der Boden noch zu nass, kann die Bodenbearbeitung sehr mühsam sein. Erst wenn die Erde trocken und warm geworden ist, solltest du deshalb anfangen die Erde zu lockern und Beikräuter zu entfernen. Wenn du schon dabei bist, kannst du die Gelegenheit direkt nutzen, um deinen Gartenboden zu verbessern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten deinen Boden zu verbessern, abhängig vom jeweiligen Bodentyp. Bevor du also loslegst, mache diesen einfachen Bodentest, um herauszufinden, wie dein Boden grob zusammengesetzt ist. Falls du schon früh im Jahr direkt ins Beet säen willst, bereite nur diese Stellen vor und spare dir den Rest für wärmere Tage.

Mit einem einfachen Test findest du heraus, was für einen Boden du hast.

April: Letzte Vorbereitungen

Im April laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, denn schon bald kann nach Lust und Laune ausgesät werden!

  • Bereite die letzten Beete & Pflanzgefäße für ihre zukünftigen Bewohner vor.
  • Jungpflanzen von Kohl und Salat werden in den Garten gesetzt.
  • Staudenkräuter wie z.B. Melisse, Estragon, Schnittlauch, Liebstöckel, Pfefferminze, Salbei, Thymian und Lavendel können ausgepflanzt, sowie ins Freiland gesät werden.
  • Gegen Ende April kannst du die ersten Jungpflanzen von Tomaten, Zucchini und Gurken langsam an die Außenbedingungen gewöhnen. Stelle sie dafür tagsüber für ein paar Stunden nach draußen, nachts sollten sie allerdings weiterhin im Haus bleiben.
  • Im Kräutergarten werden die meisten Gewürzkräuter ins Freiland ausgesät. Wärmeliebende Kräuter wie Basilikum und Majoran sollten noch an geschützten Plätzen, z.B. auf der Fensterbank oder im Gewächshaus, verweilen.
Im April solltest du auch wärmebedürftige Pflanzen langsam an die Außenbedingungen gewöhnen.

Mai: Auch empfindliche Pflanzen dürfen ins Beet

Endlich, der Mai ist da! Er gibt den Startschuss in die Gartensaison, ab jetzt muss sich nicht mehr zurückgehalten werden. Die wärmebedürftigen und empfindlichen Pflanzen wie z.B. Gurken, Zucchini, Tomaten, Paprika, Zuckermais und Artischocken bleiben noch bis nach den Eisheiligen im Haus und wandern dann ebenfalls ins Gemüsebeet. Ansonsten kann ab Mai gesät und gepflanzt werden, was das Herz begehrt!

Kürbisgewächse bleiben sicherheitshalber bis nach den Eisheiligen im Haus.

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