Als Mischkultur bezeichnet man den Anbau verschiedener sich positiv beeinflussender Pflanzenarten. Damit stellt sie den Gegensatz zur Monokultur dar. Vor allem im Garten können durch gezielte Pflanzungen tolle Ernteerfolge erzielt werden. Wie das Ganze funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.
Beim Anbau in einer Mischkultur werden Pflanzen kombiniert, die sich positiv beeinflussen. Das hat viele Vorteile und löst viele Probleme, die ein Anbau in einer Monokultur mit sich bringt.
Pflanzen besitzen wie wir Menschen unterschiedliche Eigenschaften. So vertragen sich manche Arten besonders gut miteinander und können sich sogar positiv beeinflussen. Sie wachsen in Anwesenheit bestimmter Pflanzen besser oder schützen sich vor Krankheiten und Schädlingen. Andere Arten stellen jedoch ungünstige Partnerschaften dar und schwächen sich eher. Dadurch kommt es zu Wachstumshemmung oder Krankheitsbefall. Die Mischkultur achtet darauf, passende Pflanzen miteinander zu kombinieren, damit sich starke und resiliente Gemeinschaften bilden.
Neben möglichen positiven Auswirkungen auf die einzelnen Individuen im Beet, profitiert von einer Mischkultur das komplette Ökosystem im Garten. Durch eine diverse Auswahl an Pflanzen in deinem Beet wird die Vielfalt in deinem Garten gefördert. So finden viele nützliche Tiere und Insekten Nahrung und Lebensraum. In einer Monokultur dagegen ist das Angebot sehr einseitig und es profitieren nur einige wenige Lebewesen. Vielfalt im Garten ist nicht nur gut für die Umwelt und den Artenerhalt, sondern auch für Gärtner:innen. Denn so entsteht ein ökologisches Gleichgewicht in deinem Garten aus vielen Akteuren, die sich gegenseitig regulieren. So können sich Schädlinge und Krankheiten nicht so einfach ausbreiten und großen Schaden anrichten. Daher ist das Planen in Mischkulturen Teil des vorbeugenden Pflanzenschutzes und folgt damit den Prinzipien des ökologischen Gärtnerns. Mehr Tipps zum umweltbewussten und ökologischen Gärtnern gibt es im Artikel zum Thema.
Wir haben dir hier einige Kriterien zusammengestellt, die es dir erleichtern, einen Anbauplan für Mischkultur in deinem Garten zu erstellen. Beachtest du diese Punkte, kannst du deine Ressourcen im Garten optimal nutzen. Die Pflanzen stehlen sich weder Platz, Nährstoffe oder Licht und der zur Verfügung stehende Raum wird komplett ausgenutzt.
Ein wichtiges Kriterium bei der Planung einer Mischkultur, ist die Berücksichtigung der unterschiedlichen Wuchsformen. Wenn man diese beachtet, kann man den verfügbaren Platz im Gemüsebeet viel effizienter nutzen. Eine Maispflanze kann zum Beispiel einer Bohne als Kletterhilfe dienen. Durch bodenbedeckende Unterpflanzungen wie beispielsweise dem Kürbis ist der Boden stets durch eine Pflanzendecke geschützt. So werden unerwünschte Beikräuter unterdrückt und der Boden ist vor Erosion geschützt.
Auch der Wurzelraum wird berücksichtigt. Es gibt flachwurzelnde Pflanzen, welche ihre Wurzeln nur in den obersten Bodenschichten halten. Nur in diesem Bereich haben sie Zugriff auf die umliegenden Nährstoffe. Werden auf einer Fläche nur Flachwurzler angebaut, kommt es zu einer Auswaschung der Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten. Um diesen Verlust zu vermeiden, werden flachwurzelnde mit tiefwurzelnden Pflanzen kombiniert. Diese Wurzelgruppe gelangt in Bodentiefen von bis zu über 1 m. Da die Wurzeln der Pflanzen in unterschiedlichen Bereichen des Bodens wachsen, kommt es zu keiner Nährstoffkonkurrenz. Vergesse also nicht, die Wurzeln der Pflanzen in deinen Anbauplan miteinzubeziehen!
Pflanzen aus einer Familie benötigen oft die gleichen Nährstoffe und klauen sich diese im Laufe ihres Wachstums. Zudem locken sie die gleichen Schädlinge an. Deshalb gilt als Faustregel die Nachbarschaft von Pflanzen aus einer Gattung zu vermeiden. Wir haben hier einmal die bekanntesten Pflanzenfamilien aufgeführt:
Mit unserem Beetplaner kannst du kinderleicht eine bunte Mischkultur planen. Dir werden gute und schlechte Nachbarn direkt angezeigt und du bekommst Tipps zur Fruchtfolge und Fruchtwechsel!
Jetzt Beet planen
Einzelne Gemüsearten brauchen besonders viele Nährstoffe, andere geben sich mit wenig zufrieden. Durch das Kombinieren von Pflanzen mit ähnlichen Nährstoffansprüchen, werden viele der Nährstoffe dem Boden entzogen und es kann zu einem Mangel kommen. Damit das nicht passiert, achtet die Mischkultur darauf, Pflanzen mit unterschiedlichen Nährstoffansprüchen im Beet zu verteilen und abzuwechseln. Dabei werden die Gemüsearten in drei verschiedene Kategorien unterteilt: Stark-, Mittel-, und Schwachzehrer. Es sollten keine Starkzehrer nebeneinander stehen, sondern an schwachzehrende Pflanzen grenzen. Eine Übersicht über den Nährstoffbedarf der wichtigsten Gemüsekulturen findest du in unserem Artikel zu Stark- und Schwachzehrern.
Wie du wahrscheinlich bereits bemerkt hast, gibt es einiges zu beachten, wenn man ein Mischkultur-Gemüsebeet für seinen Garten planen möchte. Als Anfänger kann man da leicht den Überblick verlieren. Doch keine Sorge, wir haben eine Mischkulturtabelle erstellt, die dir einen guten Überblick über gute oder schlechte Nachbarpflanzen der wichtigsten Kulturpflanzen gibt.
Für eine Mischkultur eignen sich nicht nur Gemüsepflanzen. Auch Kräuter sind wertvolle Pflanznachbarn, die vielfältige Wirkungen haben können. Kombiniert mit Gemüse können sie durch ihren starken Duft sogenannte Schädlinge abwehren und gleichzeitig Nützlinge anziehen. Zudem wirken einige Kräuter positiv auf das Wachstum und den Geschmack von Gemüse. Mehr zu Kräuter-Gemüse-Mischkulturen findest du im Artikel zum Thema.
Aber auch beim Anlegen eines neuen Kräutergartens solltest du auf die Prinzipien der Mischkultur Acht geben. Wieso du eine Kräuter-Mischkultur anlegen solltest und welche Kräuter zusammen passen, findest du im Artikel dazu!
Als Inspiration haben wir dir 5 Beispiele für deine Mischkultur erstellt. In diesem Artikel findest du fünf digitale Beetpläne, die mit der Fryd-App erstellt wurden:
Die Möglichkeiten beim Anlegen von Mischkulturen sind enorm. Werde kreativ und plane deine eignen Beete! Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch einen Mehrwert für die Natur und dien Ökosystem im Garten.
Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an [email protected].
Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die Fryd-App für Android oder iOS herunter.
Fryd - Dein digitaler Beetplaner
Titelbild von silviarita auf pixabay.
Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
Mehr erfahren
Noch 2 Wochen schätze ich mal.🌷🌷 Der Boden braucht einfach noch ne Ladung erde und kompost🤣 Die Bäume sind hungrig.
Gefällt 1 mal
Weiß jemand was das für eine Biene ist? Die ließ sich heute sehr lange beobachten als sie die Krokusse besucht hat. 🥰 Als zweites Geschenk hat mir der Garten doch noch die Winterlinge geschenkt. Offenbar wärmt sich der Garten hier nur sehr langsam auf im Vergleich zu anderen und auch im Vergleich zu Parks in der Nähe. Dort sind die Winterlinge nähmlich schon durch. Hier gehen sie gerade erst auf. Anschließend hab ich etwas Erde von draußen gedämpft. Dabei hatte ich den Deckel aus Gewohnheit versehentlich fest drauf gemacht. Tja ... War nicht so die geile Variante. Offenbar sind manche der Dosen aus thermoplastischen Kunststoffen. Das Wasser verdampft, dehnt sich mit der Box zusammen aus, und wenn man's dann für 2 Minuten länger in der Mikrowelle stehen lässt schaut's erstmal so aus. Ein gutes zeigt sich dadurch: die Deckel schließen offenbar sehr dicht. 🥴 Naja... Das schlimmste könnte ich anschließend noch beheben, indem ich kochendes Wasser eingefüllt, kurz durchwarmen lassen und dann mit Löffel wieder in Form gedrückt und unter kaltem Wasser quasi abgeschreckt habe. Jetzt fällts erstmal kaum mehr auf. Beim Dämpfen sind mir u.a. diese Beiden Bewohner aufgefallen. Das erste müsste ein räuberisch lebender Springschwanz sein. In einer Doku wurde er als Skorpion unter den Springschwanzen vorgestellt, wenn ich mich Recht erinnere. Davon hab ich gleich vier Stück gefunden. War aber gar nicht so einfach die einzusammeln, weil die maximal 3mm groß sind. Am besten ging's mit dem Espresso-Löffel. Passt gut, denn etwas 50% der Erde bestehen aus Kompost, und dort dürften neben Milben und sonstigen winzigen Krabblern auch unmengen der friedlichen Springschwänze leben die die Biomasse zersetzten. Da wäre also jede Menge Nahrung. Was natürlich nicht zu sehen ist, wie er mit seinen Greifscheren in der Gegend rum gefuchtelt hat. Sah schon echt knuffig aus. 😁 Momentan wartet es zusammen mit einigen anderen Kollegen mit etwas unbehandelter Erde drauf, wieder auf den Kompost zu kommen. Außerdem hab ich mal wieder eine dieser Maden gefunden. Sie sind fest und bei Gefahr schnellen sie hoch und versuchen sich dadurch zu befreien. Sie ist ca. 2,5cm lang. Hat irgendwer ne Ahnung was das für welche sind?
1 Antwort anzeigen
Gefällt 3 mal
Hi Leute, Ich denke ich hab hier einen Frostschaden. Die 2 Wochen knapp -20 Grad waren wohl zuviel… Mein Rosmarin sieht gar nicht gut aus. Wird das wieder, oder brauch ich einen neuen?
1 Antwort anzeigen
Werde Teil einer Gemeinschaft von gleichgesinnten Hobbygärtner:innen und erhalte Zugang zu praktischen Tipps, App-Einblicken und interessanten Artikeln, um das Beste aus deinem Garten herauszuholen.
Gartenarbeit im März: Vorbereitung & Anzucht
Paprika & Chili vorziehen: Tipps für gesunde Jungpflanzen
Tomaten säen und vorziehen: Das musst du beachten
Hochbeet bepflanzen: Dein Jahresplan
Pflanzenlampe für die Anzucht und zum Pflanzen überwintern
Gurken vorziehen: So erhältst du gesunde Jungpflanzen
Pikieren von Gemüsepflanzen: Tipps und Anleitung
Rucola pflanzen, säen, ernten: Gute Nachbarn und Mischkultur
Anzucht oder Direktsaat: Wann und Welches Gemüse vorziehen?
Brokkoli pflanzen, anbauen & ernten: So einfach geht's
Mischkultur bezeichnet den Anbau verschiedener Pflanzenarten, die sich gegenseitig positiv beeinflussen, im selben Beet.
Welche Vorteile hat eine Mischkultur?
Sie bietet Schutz vor Krankheiten und Schädlingen, optimiert die Nährstoffausnutzung, verbessert das Pflanzenwachstum und fördert ein ökologisches Gleichgewicht.
Wie plane ich eine Mischkultur?
Berücksichtige Wuchsformen, Wurzelräume, Pflanzenfamilien und den Nährstoffbedarf der Pflanzen.
Welche Pflanzen passen gut zusammen?
Eine detaillierte Mischkulturtabelle zeigt kompatible Pflanzennachbarn (PDF im Artikel). Beispielsweise passen Tomaten gut zu Basilikum und Kohl zu Dill.
Warum sind Kräuter in der Mischkultur wichtig?
Kräuter können Schädlinge abwehren, Nützlinge anziehen und das Wachstum sowie den Geschmack von Gemüse positiv beeinflussen.