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Rosenkohl pflanzen: Anbau, Aussaat & Ernte

23.07.2020  /  Lesezeit: 11 Minuten

Rosenkohl sieht nicht nur in der Kultur eindrucksvoll aus, auch seine Inhaltsstoffe haben es in sich! Abgesehen von reichlich Vitamin C enthält er zahlreiche Minerale und Ballaststoffe. So bringt er als beliebtes Wintergemüse auch in der kalten Jahreszeit stets frische Nährstoffe auf den Teller. Was du beim Anbau von Rosenkohl alles beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

In diesem Artikel findest du:

  1. Rosenkohl anbauen: Das musst du wissen
  2. Frühe und späte Rosenkohlsorten
  3. Mischkultur mit Rosenkohl: Fruchtfolge & Nachbarn
  4. Mischkultur-Pflanzplan mit Rosenkohl
  5. Rosenkohl säen: Tipps für die Aussaat
  6. Rosenkohl pflanzen
  7. Rosenkohl richtig pflegen
  8. Rosenkohl düngen: So geht's
  9. Krankheiten bei Rosenkohl vorbeugen
  10. Erntezeit: Rosenkohl ernten, lagern & verarbeiten
  11. Häufig gestellte Fragen zum Rosenkohl-Anbau:

Auf einen Blick

Rosenkohl pflanzen: Ein Überblick

  • Licht: sonnig bis halbschattig
  • Wasser: Nach der Pflanzung erstmal wenig gießen, damit die Wurzelbildung angeregt wird. Später auf ausreichende und gleichmäßige Wasserversorgung achten.
  • Boden: Tiefgründig, nährstoff- und humusreich. Der Boden sollte stets locker gehalten werden, das erhöht die Standfestigkeit.
  • Pflanzabstand: Kohl braucht viel Platz, Pflanzabstand 50x50 cm
  • Saattiefe: 1 cm
  • Keimdauer: 7 bis 14 Tage
  • Keimtemperatur: 15 bis 25 Grad
  • Rosenkohl in der Mischkultur:
    • Fruchtfolge: Gute Nachkultur für Frühkartoffeln oder Erbsen
    • Fruchtwechsel beachten: 3 Jahre Pause zwischen Kohlgewächsen
    • Gute Nachbarn: Artischocke, Aubergine, Bohnen, Chili, Dill, Erbse, Gurke, Kamille, Möhren, Physalis, Radieschen, Rhabarber, Rote Bete, Salat,...

Rosenkohl anbauen: Das musst du wissen

Rosenkohl, manchmal Sprossenkohl genannt, ist eine Varietät des Gemüsekohls und gehört somit zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die vielseitigen Kohlgewächse stammen alle von weniger eindrucksvollen Wildformen (Brassica oleracea) ab, die heute noch im Mittelmeerraum und an den atlantischen Küsten zu finden sind. Bei Brüssel wurde Rosenkohl erstmals erfolgreich angebaut, daher stammt auch sein ursprünglicher Name "Choux de Bruxelles" (Brüsseler Kohl). Einen Übersichtsartikel zum Kohl-Anbau und verschiedenen Kohl-Arten, findest du hier.

Rosenkohl frisch geerntet
Mit der richtigen Pflege beschenkt dich der Rosenkohl mit einer reichen Ernte. Image by Ulrike Leone

Wie wächst Rosenkohl?

Die Knospen/Röschen des Rosenkohls sitzen in den Blattachseln und entwickeln sich aus vielen, dicht übereinander geschichteten Blättern - so bilden sich quasi kleine Kohlköpfe am Spross entlang. Rosenkohl ist sehr gesund und nahrhaft. Er ist das Wintergemüse mit dem höchsten Vitamin C-Gehalt. Außerdem enthält er wichtige Minerale wie Calcium, Magnesium und Eisen, sowie wertvolle Ballaststoffe.

Der passende Standort

Ideal für Rosenkohl sind sonnige bis halbschattige Plätze. Der Boden sollte tiefgründig sowie nährstoff- und humusreich sein. Als Starkzehrer braucht Rosenkohl nämlich eine ordentliche Portion an Nährstoffen. In extrem kalten Regionen kann der Anbau von Rosenkohl im Frühbeet oder geschützt an einer Wand erfolgen, wobei eine Abdeckung mit Fichtenreisig zusätzlichen Schutz bietet.


Frühe und späte Rosenkohlsorten

Der gewünschte Erntezeitpunkt beeinflusst die Sortenwahl maßgeblich. Grob unterscheidet man zwischen den frühen Sorten für die Herbsternte und den Wintersorten, die bis ins Frühjahr beerntet werden können.

Die früheren Sorten sind nicht (oder nur leicht) frostbeständig und deshalb nicht zur Überwinterung geeignet. Sorten für eine frühe Ernte sind beispielsweise ,Nelson' (Erntezeit von September bis Oktober) oder ,Early Half Tall' (Ernte von September bis November).

Besonders die späten Sorten sind für die meisten Regionen winterhart und profitieren sogar von Frost, der die Röschen zarter und geschmackvoller macht, indem die Zuckerproduktion durch Photosynthese gefördert und der Stärkeaufbau verlangsamt wird. Dieser natürliche Süßungsprozess setzt allerdings voraus, dass die Pflanzen leben und lässt sich nicht künstlich im Gefrierfach nachahmen. Sorten für eine Winterernte sind z.B. ,Hilds Ideal' (Ernte zwischen Oktober und Februar) und ,Groninger' (Erntezeit zwischen Oktober und März).


Mischkultur mit Rosenkohl: Fruchtfolge & Nachbarn

Rosenkohl in einer Mischkultur
Die Rosenkohlblätter werden sehr ausladend, deshalb sollten die Setzlinge immer mit genügend Abstand gepflanzt werden.

Rosenkohl ist ein Starkzehrer. Darauf solltest du bei der Planung der Mischkultur achten. Kombiniere Rosenkohl am besten mit mittel- bis schwachzehrenden Pflanzen anderer Pflanzenfamilien. In der Fruchtfolge ist Rosenkohl eine gute Nachkultur für Frühkartoffeln oder Erbsen. Falls du Probleme mit Bodenmüdigkeit oder kulturspezifischen Schädlingen wie dem Kohlweißling hattest, dann solltest du eine Pause von drei Jahren auf dieser Fläche einhalten und erstmal keine Kohlgewächse pflanzen. Mehr Tipps zur Mischkultur mit Kohl und Beispiele für eine Mischkultur mit guten und schlechten Nachbarn, findest du hier im Artikel.

Tabelle: Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Gute Nachbarn Schlechte Nachbarn
Artischocke Möhren Blatt- und Blumenkohl
Aubergine Oregano Chinakohl
Bohnen Paprika Erdbeeren
Borretsch Pastinake Fenchel
Chili Physalis Knoblauch
Dill Radieschen und Rettich Kohlrabi
Erbse Rhabarber Kopfkohl
Gurke Ringelblume Mairübe
Kamille Rote Bete Majoran
Kartoffel Salat Meerrettich
Kerbel Salbei Mizuna
Koriander Schwarzwurzel Okra
Mangold Sellerie Rucola
Minze Spinat Steckrübe

Mischkultur-Pflanzplan mit Rosenkohl

Hier findest du Inspiration für deinen Mischkultur-Pflanzplan mit Rosenkohl!


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Rosenkohl säen: Tipps für die Aussaat

Eine Freilandaussaat ist von Mitte Mai bis Anfang Juli möglich. Falls du noch keinen Platz im Beet hast, kannst du auch ab April eine Anzucht im Haus starten, bis die anderen Kulturen abgeerntet sind. Natürlich kann Rosenkohl direkt ins Beet gesät werden, es ist jedoch relativ unvorteilhaft, da auf genügend Abstand zwischen den Pflanzen geachtet werden muss. Es empfiehlt sich deshalb eine Anzucht auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Die Samen werden etwa 1 cm tief in die Erde gelegt. Nach 1 bis 2 Wochen bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad sollten sich die ersten Keimlinge zeigen. Später wählt man dann die besten Setzlinge aus und pflanzt sie mit einem Pflanzabstand von 40 x 60 cm ins Beet.

Rosenkohl pflanzen

Radieschen im Gemüsebeet
Die großen Lücken zwischen den Rosenkohlsetzlingen können vorübergehend mit Radieschen gefüllt werden.

In den ersten 1-3 Wochen werden die Setzlinge eher trocken gehalten, das regt das Wurzelwachstum an und sorgt für einen stabileren Stand. Später kann ein Stab helfen den ca. 60-90 cm hohen Spross zusätzlich zu stabilisieren. Bis Mitte Juli sollten die Setzlinge spätestens ausgepflanzt sein. Der Abstand von 50 x 60 cm sollte unbedingt eingehalten werden, auch wenn der Platz zu Beginn sehr weit erscheint. Eine zu enge Pflanzung schränkt das üppige Wachstum ein und fördert Krankheiten. Die Lücken können vorübergehend durch schnellwüchsige Zwischenkulturen wie z.B. Radieschen gefüllt werden. Die Setzlinge werden tief gepflanzt und später etwas angehäufelt. Bis zur ersten Röschenbildung vergehen etwa 3 Monate.

Rosenkohl richtig pflegen

Rosenkohl gehört im Garten zu den etwas anspruchsvolleren Kulturen, er will reichlich umsorgt werden. Gibt man dem Kohl jedoch was er braucht, wird er fleißig wachsen und sich mit seinen feinen Röschen für die Pflege revanchieren. Als Vertreter der Kohlgewächse ist Rosenkohl ein perfektes Beispiel für Starkzehrer. Er benötigt reichlich Wasser und Nährstoffe. Deshalb sollte stets für ausreichend Feuchtigkeit gesorgt werden, vor allem während der Röschenbildung.

Eine Mulchdecke mit Grasschnitt oder anderen organischen Materialien kann beim Anbau von Rosenkohl sehr hilfreich sein. Sie erhält die lockere Bodenstruktur, schützt den Boden vor Austrocknung und hilft gleichzeitig, Beikräuter in den Zwischenräumen im Zaum zu halten. Außerdem bietet sie den Bodenlebewesen Nahrung, was zur Humusbildung und Nährstoffanreicherung beiträgt.

Im September sollten die Sprossspitzen der frühreifen Sorten herausgebrochen werden, damit sich die letzten Kräfte auf die Rosen konzentrieren können - der Rosenkohl wird quasi enthauptet. Das Entspitzen sollte aber wirklich nur bei früh reifenden Sorten angewandt werden, da Wintersorten dadurch anfälliger für Frostschäden werden.

Kompost zur Düngung von Rosenkohl
Das Rosenkohlbeet kann schon im Herbst mit reichlich Kompost vorbereitet werden.

Rosenkohl düngen: So geht's

Das Kohlbeet wird möglichst im Herbst mit Kompost und organischem Dünger vorbereitet. Nach der No-Dig-Methode von Charles Dowding reicht eine jährliche Düngung mit Kompost aus, um deine Kulturen über die Saison optimal zu versorgen. Charles Dowding empfiehlt dabei eine etwa 2,5 cm hohe Kompostschicht und bei nährstoffarmen, sandigen Böden bis zu 15 cm Kompost.

Beobachtest du einen Nährstoffmangel während der Röschenbildung, kannst du optional zwei bis drei Mal mit Flüssigdünger (z.B. Brennesseljauche) zudüngen. Vergilben die blaugrünen Blätter schon vorher, kann der Stickstoffmangel mit Hornmehl behoben werden. Alternativ kann während der Wachstumsperiode mit gut verrottetem Mist oder getrocknetem Rinderdung nachgedüngt werden. Die Düngung mit Holzasche fördert eine feste Röschenbildung.

Vorsicht: Rosenkohl nicht Überdüngen!

Bei Überdüngung kommt es zu Qualitätseinbußen, Rosenkohl bildet dann nur lockere Röschen und die Winterhärte nimmt ab. Es sollte also nicht zu viel gedüngt werden! Kohl schmeckt wie er selbst ernährt wurde. Bei gutem, biologischem Anbau entwickelt sich kein störender Beigeschmack und auch der Duft beim Kochen wird nicht unangenehm. Eine unpassende Düngung (z.B. mineralisch oder mit rohem Mist) kann sich jedoch durch unangenehme Gerüche bemerkbar machen.


Krankheiten bei Rosenkohl vorbeugen

Um Krankheiten vorzubeugen sollte im Fruchtwechsel eine Pause von 3 Jahren zwischen dem Anbau von Kohlgewächsen auf der selben Fläche eingehalten werden.

Häufige Krankheiten und wie du sie vorbeugen kannst:

  • Kohlhernie: Vorbeugung durch Algenkalk, der ins Pflanzloch gestreut wird.
  • Läuse: Hilfe durch Stäuben mit Holzasche oder Urgesteinsmehl
  • Kohlweißling: Vorbeugung durch Mischkultur. Einzelne Tomaten oder Selleriepflanzen zwischen den Reihen verhindern den Anflug des Schmetterlings. Der intensive Duft überdeckt den verlockenden Kohlgeruch. Außerdem können Kulturschutznetze den Falter fernhalten.

Erntezeit: Rosenkohl ernten, lagern & verarbeiten

Ernte je nach Sorte im Herbst/Winter ab November, wenn die Röschen 2-4 cm dick sind. Es werden immer die dicksten Röschen ausgebrochen oder mit dem Messer abgeschnitten. Bis zum Frühjahr bleiben die Röschen im Knospenstadium und können laufend geerntet werden. Bei winterharten Sorten kann dies sogar bis zum Frühjahr portionsweise geschehen.

angebratener Rosenkohl
Gerösteter Rosenkohl kann mit einem Hauch Zitrone verfeinert werden. - Photo by Nathan Lemon

Zur Konservierung kann Rosenkohl eingefroren werden. Dazu werden die äußeren, dunkleren Blätter entfernt, am Strunk der Röschen ein Kreuz eingeritzt und anschließend 2-3 Minuten blanchiert. Danach kurz abgeschreckt und ausgekühlt, können die Röschen nun eingefroren werden. Sie sind zudem roh oder gekocht verzehrbar. Besonders lecker schmecken sie beispielsweise als Ofengemüse mit Parmesan überbacken.


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Quelle: Charles Dowding, #No Dig, 2023, München: Dorling Kindersley Verlag GmbH

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Autor:in

Annabell

Annabell studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

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Mareike66 vor 57 Minuten
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Hallo, Ihr Lieben, weiß jemand, weshalb die Blätter meiner schwarzen Johannisbeere so gedrängt wachsen und nicht luftig vom Stamm abstechen? Das hatte ich letztes Jahr auch schon ( nur an dieser Pflanze...damals waren darunter jede Menge Blattläuse. ) Aktuell aber keine zu sehen, bis auf ein paar Ameisen ( die ja Blattläuse lieben). Könnte das mit den Tierchen zu tun haben, die ich an der Blattunterseite fotografiert habe? Was sind das überhaupt für Larven? Danke schon mal für Euer Schwarmwissen. 🙂 Liebe Grüße, Mareike

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merfianferelli vor 1 Stunden
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Es ist noch nicht so weit, aber ich habe endlich dieses Los gepflanzt!

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Anoli vor 1 Stunden
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Wieder ein kleines Update meines an Ostern Gesetzes Gemüse, Gurken sind natürlich erfroren, aber habe Anfang Mai gekaufte gesetzt, abgeerntete Zwiebel Beete gestern noch aufgearbeitet und Brokkolie gesät und im letzen hinten am Rankgitter letzen Sonntag Trockenbohnen gesteckt 🌞🌱

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Häufige Fragen

Die Knospen/Röschen des Rosenkohls sitzen in den Blattachseln und entwickeln sich aus vielen, dicht übereinander geschichteten Blättern - so bilden sich quasi kleine Kohlköpfe am Spross entlang.

Je nach Sorte wird Rosenkohl zwischen Mitte Mai und Anfang Juli gesät. Alternativ kannst du ab April eine Anzucht im Haus starten. Lege die Samen 1 cm tief in die Erde. Keimdauer 1 - 2 Wochen. Keimtemperatur 15 bis 25 Grad.

Sobald Platz in deinem Beet ist, kannst du den Rosenkohl ins Freie pflanzen. Du solltest ihn bis Juli ins Beet gepflanzt haben, wobei es auch Sortenunterschiede gibt. Genaue Zeitangaben findest du auf dem Saatguttütchen.

Gute Nachbarn für Rosenkohl sind z.B. Artischocke, Aubergine, Bohnen, Chili, Dill, Erbse, Gurke, Kamille, Möhren, Physalis, Radieschen, Rhabarber, Rote Bete, Salat und noch einige weitere Pflanzen. Mehr dazu hier im Artikel.

Schlechte Nachbarn von Rosenkohl sind andere Kohle, Erdbeeren, Fenchel, Knoblauch, Majoran, Meerrettich, Mizuna, Okra, Rucola oder Steckrübe.

Ernte je nach Sorte im Herbst/Winter ab November, wenn die Röschen 2-4 cm dick sind. Bei winterharten Sorten kann dies sogar bis zum Frühjahr portionsweise geschehen.

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