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Emilie Emilie studiert Agrarwissenschaften an der Uni Hohenheim. Sie findet es faszinierend wie eng Ernährung und Gesundheit zusammenhängen und spannend welche Wildpflanzen man essen kann.
24.11.2022 . Lesezeit: 18 Minuten

Winter-Gemüse im Gewächshaus anbauen

In einem Gewächshaus verlängerst du die Vegetationsperiode, züchtest Jungpflanzen an und bietest Kübelpflanzen Winterschutz. Hier erfährst du, wie du beheizte und unbeheizte Gewächshäuser winterfest machst, welches Gemüse du im Winter im Gewächshaus anbauen kannst und was es bei der Anzucht im Gewächshaus zu beachten gibt.

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Auf einen Blick

Beheizte und unbeheizte Gewächshäuser winterfest machen:

  • Dach und Wände reinigen
  • spezielle Noppen- oder Luftpolsterfolie außen oder innen anbringen
  • Isolierung von Zuleitungen und Abdichtungen von Türen und Fenstern überprüfen
  • zu hohe Luftfeuchtigkeit und Kondenswasser durch Lüften verhindern

Wintergemüse anbauen im Gewächshaus

  • Vorteil besteht darin, dass Pflanzen vor Wind, Nässe und starken Temperaturschwankungen geschützt sind
  • jedes Gemüse, das man im Winter im Freiland anbauen kann, ist auch im Gewächshaus möglich
  • am wichtigsten ist nicht zu stark zu düngen und die Luftfeuchtigkeit niedrig zu halten
  • Beispiele für geeignetes Wintergemüse sind Brokkoli, Rucola, Pflücksalate, Kohlrabi, aber auch die typischen Vertreter der Kohle, Lauch, Möhren und Rote Beete

Anzucht im Gewächshaus:

  • der optimale Zeitpunkt für den Start der Anzucht hängt von der Gemüsesorte ab und ihrem Anspruch an Wasser, Luft, Licht und Wärme
  • verwende Anzuchterde und schaffe ein feinkrümeliges Saatbett
  • nach einiger Zeit folgen dann das Pikieren und schließlich das Auspflanzen deiner Jungpflanzen

Gewächshaus: Typen und Funktion

Hier geht es beim Stichwort Treibhauseffekt mal ausnahmsweise nicht um den menschengemachten Klimawandel, sondern um Gewächshäuser im eigentlichen Sinne. Dieses grundsätzliche Prinzip, dass uns das Leben auf der Erde ermöglicht, nutzen wir im Garten, um wärmeliebendes Gemüse anzubauen. Doch das Gewächshaus kannst du natürlich auch im Winter nutzen. Die höheren Temperaturen im Gewächshaus entstehen dadurch, dass kurzwellige Sonnenstrahlen eindringen und dann absorbiert oder reflektiert werden. Die kurzwelligen Strahlen wandeln sich so zu langwelligen und können das Gewächshaus nicht mehr verlassen, es bleibt drinnen (zeitweise) warm.

Gewächshäuser bestehen meist aus einem Aluminiumgerüst und entweder Folie, Glas oder Doppelstegplatten. Letztere haben die beste Isolierwirkung und sind außerdem stabil. Aber auch Foliengewächshäuser können im Winter genutzt werden. Foliengewächshäuser und kleinere Folientunnel baust du mit in die Erde gesteckten Edelstahlrohren und spezieller Gartenbaufolie (UV-stabil, hitze- und kälteresistent) auf. Natürlich sind bei allen Gewächshaus-Typen auch Eigenkonstruktionen möglich. 

Gewächshaus für Wintergemüse nutzen

Für die Nutzung im Winter sind Anlehngewächshäuser nicht geeignet. Sie verursachen zwar geringere Energiekosten, weil sie sich direkt am Wohnhaus, Mauer oder Garage befinden. Allerdings bekommt das Wintergemüse dort nicht genug Sonnenlicht. Der Standort ist für die Nutzung des Gewächshauses im Winter also enorm wichtig.

Gewächshaus richtig platzieren

Da du deinen Garten sicherlich gut kennst, entscheide danach, welcher Platz am längsten von der Wintersonne beschienen wird. Dabei solltest du auch den Schatten beachten, welchen Häuser, Bäume, Hecken und Zäune werfen. Steht das Gewächshaus zu frei, bläst ständig der Wind herum und auch ein feuchter Standort sorgt durch die Verdunstung für Kälte. Wenn du den passenden Standort für dein Gewächshaus gefunden hast, kannst du es in Ost-West-Ausrichtung aufstellen.

Blick durch Glaswand in ein Gewächshaus
Um beheizte und unbeheizte Gewächshäuser winterfest zu machen, müssen Dach und Wände gereinigt werden. Photo by Johannes Hofmann on Unsplash

Gewächshaus winterfest machen

Nun kennst du schon einige Grundlagen, um dein Gewächshaus das ganze Jahr über (auch im Winter) effektiv zu nutzen. Sobald die letzten Tomaten im Gewächshaus abgeerntet sind, kannst du mit den Vorbereitungen für den Winter beginnen. Dach und Wände des Gewächshauses zu reinigen sorgt in den eher dunklen Monaten für mehr Sonnenlicht im Innern. Der Nährstoffgehalt des Bodens sollte eher niedrig sein. Da die Pflanzen im Winter weniger oder gar nicht mehr wachsen, kann es sonst zu Nitrateinlagerungen kommen. Auch durch die Ernte am Mittag bei Sonne statt am frühen Morgen kann den Gehalt reduzieren. Außerdem sollten Türen und Rinnen gut abgedichtet sein. Bei beheizten Gewächshäusern ist eine gute Isolierung der Zuleitungen wichtig.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Es gibt mehrere Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass die Temperaturen im Winter im Gewächshaus nicht so stark abfallen. Gewebebahnen aus lichtdurchlässigem Material kannst du ausfahren, wenn es zu kalt ist. Sie verringern das Volumen des Gewächshauses und damit auch die Heizkosten. Spezielle, für den Gebrauch am Gewächshaus gedachte, Noppen- und Luftpolsterfolie kannst du an Folienhäusern, Glas- oder Kunststoffhäusern innen oder außen zur Isolierung anbringen. Sie werden nur im Winter eingesetzt und halten eine höhere Temperatur aufrecht, auch ohne Beheizung des Gewächshauses.

Wenn du dich für die Beheizung des Gewächshauses entscheidest, sollten die Wände entweder aus Isolierglas oder mindestens 16 mm dicken Doppelstegplatten bestehen. Es gibt verschiedene Heizsysteme. Warmwasserrohrheizungen werden von der Hausheizung aus oder durch Elektro- oder Gasthermen betrieben. Sie haben eine niedrige Temperaturabgabe und sorgen für eine langsame Wärmeverteilung, was die Pflanzen mögen. Theoretisch kannst du bei der Anzucht auch auf spezielle Pflanzen- und Wachstumslampen zurückgreifen, die die für Pflanzen nutzbaren Wellenlängen abgeben. Sie steigern das Wachstum von Jungpflanzen und Samen keimen schneller.

Gewächshäuser kann man im Sommer und Winter für den Gemüseanbau nutzen. Photo by Thomas Verbruggen on Unsplash

Gewächshaus bepflanzen - Im Winter Gemüse ernten

Grundsätzlich kann man auch im Winter die Fläche im Gewächshaus wunderbar nutzen und dort alle Gemüsesorten anbauen, die im Winter auch im Freiland wachsen. Dabei ist die Vielfalt oft breiter, als das Wintergemüse, dass dir vielleicht zuerst in den Sinn kommt: Endivien und Zichorien, Gartensalate, Salatkräuter und Spezialsalate (wie z.B. Winterpostelein), Gewürzkräuter, viele Vertreter der Kohlgewächse, Spinate, Wurzel- und Knollengemüse und Zwiebel- und Lauchgemüse.

Der Vorteil besteht darin, dass das Gewächshaus die Pflanzen vor Wind und Nässe schützt. Manche Pflanzen überwintern im Gewächshaus als Jungpflanzen und werden dafür im Frühjahr schneller reif. Auch für die Anzucht und das Überwintern von Kübelpflanzen eignen sich Gewächshäuser. Sobald die Tomaten aus dem Gewächshaus verschwunden sind, kann das Wintergemüse ausgesät werden. Durch die Wärme hast du etwa zwei Wochen mehr Zeit als im Freiland, musst aber auch die immer kürzer werdenden Tage beachten. Im Folgenden bekommst du einen Überblick ein paar über Kulturen, die du im Winter im Gewächshaus anpflanzen kannst.

Rucola anbauen unter Glas

Rucolablätter
Rucola anzubauen gelingt gut über den ganzen Winter, besonders im Gewächshaus. Bild von Filmbetrachter auf Pixabay

Sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus ist im Winter der entscheidende Faktor oft nicht die Temperatur, sondern Feuchtigkeit. Gewächshäuser haben den Vorteil, dass (auch in unbeheizten) die Temperatur höher liegt und Feuchtigkeit schneller verdunstet. Dafür ist neben dem Standort vor allem die Belüftung entscheidend. Hohe Luftfeuchtigkeit oder sogar Kondenswasser sind besonders schlecht für Salate und Rucola und müssen beim geschützten Anbau in den Blick genommen werden. Im Winter entwickelt sich der Geschmack von Rucola meist milder als in den Sommermonaten. Man unterscheidet zwischen der Echten Salatrauke (Eruca sativa) und dem wilden Rucola (Diplotaxis tenuifolia). Letztere kann auch gut im Freiland wachsen und ist recht anspruchslos. Die Echte Salatrauke hingegen fühlt sich in deinem Gewächshaus wohler. Der erste Satz Rucola für den Winter wird als Direktsaat gegen Ende September ausgesät. Da die Pflanzen im Winter immer mit Lichtmangel zu kämpfen haben, ist es wichtig, dass du die empfohlene Aussaatstärke beachtest. Die Ernte für den Winter beginnt im Dezember und du kannst einfach immer einzelne Blätter abschneiden. Ab Februar wachen die Pflanzen dann wieder deutlich schneller.

Möhren ernten - bis in den Winter hinein

Bunte Karotten
Die bunten Sorten kann man gut lagern, Karotten ernten kann man aber auch einfahc bis in den Winter hinein. Bild von Couleur auf Pixabay

Möhren sind in Mitteleuropa heimisch und kommen deshalb auch super mit kalten Temperaturen zurecht. Während im Freiland das Anhäufeln und Abdecken mit Stroh empfohlen wird, kannst du darauf im Gewächshaus in der Regel verzichten. Du findest mittlerweile eine breite Vielfalt an verschiedenen Farben bei der Auswahl einer Möhrensorte für deinen Garten. Für die Ernte über den Winter wählst du am besten Sorten, die sich auch den späten Herbst oder das Frühjahr eignen. Im Gewächshaus musst du gar nicht erst im Herbst alle Möhren asu dem Beet holen und in Erdmieten oder -kellern einlagern. Hier ist es nochmal besonders wichtig auf starke Düngung zu verzichten, weil das Gemüse sich sonst verformt und eher von Möhrenfliegen befallen wird. Die Aussaat erfolgt Anfang bis Mitte August. So haben die Pflanzen noch ausreichend Zeit bei mehr Sonnenlicht etwa 15 bis 20 cm groß zu werden. Durch das verbleiben im Beet kann sich auch der Geschmack verändern zu süßerem Wurzelgemüse. EIne andere Option ist die Karotten son anzubauen, dass sie im April als Frühlingsgemüse reif werden. Dafür werden sie im September ausgesät und die junge Kultur dann mit Stoh oder Laub abgedeckt.

Pflücksalat anpflanzen im Gewächshaus

Salat im Beet
Besonders im Gewächshaus solltest du auf ausreichenden Abstand achten, wenn du Salat erfolgreich anbauen mächtest. Photo by Mathias Katz on Unsplash

Pflücksalate umfassen eine ganze Reihe von Sorten, die sich sowohl in Farbe als auch Blattform unterscheiden. Dabei wachsen die Sorten mit grünen Blättern am schnellsten. Wenn du Pflücksalate in deinem Gemüsebeet anbaust, kannst du im Gegensatz zu den gekauften Exemplaren auch bedarfsweise einzelne Blätter ernten. Sie bilden keinen Kopf, sondern Rosetten und sind im Jugendstadium sehr frosthart. Voraussetzung ist aber mechanische Belastung, z.B. durch Wind zu vermeiden, weshalb sich Gewächshäuser anbieten. Bei Sortenwahl greifst du am besten einfach zu jenen, die für den Anbau im Herbst und Frühling empfohlen werden. Beim Überwinterungsanbau im Gewächshaus solltest du die Aussaat Ende September/ Anfang Oktober machen und dann Mitte Oktober bis Anfang November auspflanzen. Dieser Zeitpunkt ist optimal, damit der Pflücksalat noch ein ausreichend tiefes Wurzelsystem bildet. Achte auf einen ausreichenden Pflanzabstand (20cm x 20cm bis 25cm x 25cm), um Salatfäule zu vermeiden. Die Luftfeuchtigkeit darf auf keinen Fall zu hoch sein, denk also daran zu lüften und gieße nur alle vier bis sechs Wochen.  

Brokkoli anbauen im Winter- Gewächshaus nutzen

Brokkolipflanze
Für die grüne Farbe des Brokkoli ist ausreichend Licht notwendig. Photo by Hans Ripa on Unsplash

Brokkoli ist nur bis etwa minus sechs Grad Celsius frosthart und sollte im Freiland bei Frost mit Gartenvlies abgedeckt werden. Bei späten Brokkolisätzen ist eine Ernte bis November oder sogar Dezember möglich. Dafür säst du die Samen schon Mitte Juli aus und lässt sie nach dem Pikieren vier Wochen lang zu Jungpflanzen heranwachsen. Brokkoli ist Starkzehrer und du solltest eine Anbaupause von drei bis vier Jahren einhalten. Zu beachten gilt, dass die Brokkoliköpfe genug Licht bekommen, weil es sonst zu einer Gelbfärbung kommt. Brokkoli ist gesundheitsförderlich und deswegen super auch in der Winterküche, du kannst die Ernte allerdings nicht lagern, sondern solltest ihn direkt zubereiten.

Kohlrabi anbauen in der kalten Jahreszeit

Kohlrabipflanze im Beet
Kohlrabi kann man nicht nur wunderbar bis in den Winter anbauen, sondern ohne die Blätter auch lagern. Photo by Jonathan Kemper on Unsplash

Kohlrabi hat nur eine kurze Entwicklungszeit und keineswegs nur ein Frühlingsgemüse, sondern auch für den Anbau im Winter geeignet. Im Gewächshaus verträgt die Pflanze aus der Familie der Kohlgewächse bis zu minus zehn Grad Celsius. Natürlich freut sich auch dieses Gemüse über den Schutz vor Wind und Niederschlag. Für die Winterernte solltest du schon Mitte Juli mit dem Aussäen beginnen. Die Pflanzen brauchen bei der Knollenbildung eine regelmäßige Wasserzufuhr. Ab Ende Oktober solltest du allerdings sparsam gießen, damit die Knollen nicht platzen. Auch Pilzkrankheiten kannst du so vorbeugen. Kohlrabi wird dann zwischen November und Ende Dezember geerntet und ist (nachdem du die Blätter entfernt hast) gut lagerfähig. Danach verholzt die Knolle zu stark und der Geschmack verschlechtert sich.

Pak Choi - Kohlgewächs mal anders als Wintergemüse

Pak Choi Pflanze
Pak Choi gehört zu den Kohlgewächsen, ist aber als Gemüse im Garten nicht so bekannt wie andere Vertreter seiner Familie als Wintergemüse. Bild von hartono subagio auf Pixabay

Pak Choi ist ein Blattstielgemüse und gehöhrt zur Familie der Kohlgewächse, hat aber nur einen milden Kohlgeschmack. Auch wenn die Pflanze frostfest ist, beeinflusst der Anbau im Gewächshaus die Pflanzengesundheit positiv. Du kannst dich bei der Sortenwahl entscheiden zwischen weiß- und grünstielingen Sorten. Schon sieben bis acht Wochen nach der Aussaat steht die Ernte an. Das Blattstielgemüse wird Ende August bis Anfang September (am besten durch Direktsaat) angebaut und ab November geerntet. Die Erntephase solltest du im Februar beendet, weil es danch zu warm wird und die Gefahr des Schossens besteht.

Anzucht im Gewächshaus im Winter

Anzucht im Gewächshaus
Bei der Anzucht im Gewächshaus solltest du alle Pflanzen beschriften, um den Überblick zu behalten. Photo by Markus Spiske on Unsplash

Wie auch beim Anbau von (Winter-)Gemüse im Gewächshaus ist es auch bei Jungpflanzen wichtig, dass du lüftest und Kondenswasserbildung verhinderst. Gemüse wird in der Regel generativ vermehrt. Das bedeutet, dass du durch Samen neue Pflanzen bekommst. Bei samenfesten Sorten kannst du auch versuchen, eigenes Saatgut zu gewinnen. Die Keimung wird beeinflusst durch die Faktoren Wasser, Luft, Licht und Wärme. Verschiedenen Gemüsesorten und -arten haben unterschiedliche Ansprüche. Diese kannst du durch Bodenbearbeitung, Saattiefe, Saatzeit und Saatgutqualität optimieren. Im Gewächshaus kannst du die Vegetationsperiode verlängern und durch höhere Temperaturen schon früher die Anzucht beginnen. Man unterscheidet zwischen Lichtkeimern, Dunkelkeimern und Lichtneutralen. Je nachdem, wie tief du den Samen bei der Anzucht in der Erde ablegst, gelangt auch unterschiedlich viel Licht an ihn. Die Anzucht im Gewächshaus bietet mehr Platz und besonders mehr Licht als die Anzucht auf der Fensterbank im Haus oder der Wohnung. Alle Informationen darüber, welche Ansprüche deine Pflanze hat, findest du entweder in unserem Lexikon oder auf der Saatgutverpackung. Hab vor der Aussaat auch die Keimfähigkeit im Blick, die je nach Sorte unterschiedlich schnell mit jedem Jahr abnimmt.

Anzucht - das musst du beachten

Wichtig für die Anzucht im Gewächshaus ist, eine feine Aussaaterde zu verwenden. Alternativ kannst du auch Qualitätserde zu gleichen Teilen mit feinem Sand mischen. Es ist wichtig, dass diese nicht zu nährstoffreich ist und du mit dem gießen maßvoll bleibst. Aud diese Weise werden deine Pflanzen ein besseres Wurzelwerk ausbilden. Bei langer Anzuchtdauer wird später zumindest etwas gedüngt. Gartenerde kann Krankheiten und Schädlinge enthalten und ist dehalb nicht zu empfehlen. Das gewählte Substrat wird dann befeuchtet. Achte darauf, dass die Erde auch nicht zu nass ist. In den Aussaatgefäßen sollte die Erde gleichmäßig verteilt sein, um ein feinkrümeliges Saatbett zu schaffen. Die Samen werden leicht in die Erde gedrückt und dann je nach Art und Sorte mit verschieden viel Erde bedeckt und nochmal angefeuchtet. Der nächste Schritt ist das Pikieren, bei dem die jungen Pflänzchen vereinzelt werden. Diese pflanzt du dann in Einzeltöpfe um, indem du sie an den Blättern (nicht am Stängel!) vorsichtig aus der Erde befreist. Wenn du auf der Suche nach Erdpresstöpfen bist, schau doch mal in unserem Shop vorbei. Damit du weißt, wann du deine Aussaat auspflanzen kannst, ist es wichtig alle Töpfe zu beschriften.

Gewächshaus-Pflanzplan: Was pflanzt man im Winter ins Gewächshaus?

In einem gut isolierten oder beheizten Gewächshaus kann man im Winter noch einiges an Gemüse anbauen. Als Inspiration haben wir dir einen Pflanzplan vorbereitet. So könnte dein Gewächshaus im Winter aussehen:

Gewächshaus mit den Maßen 520 x 600 cm - die seitlichen Beete haben eine Breite von jeweils 1,2 m, während das Beet in der Mitte 2 m breit ist. Die Wege sind 40 cm breit.

Mit diesem Pflanzplan hast du selbst im Winter eine große Auswahl an verschiedenem Gemüse und Salaten. Robuste Salate wie Rucola, Winterpostelein, Feldsalat, Endivie, Asiasalate, Chicorée, Raddichio und einige Gartensalate kannst du säen und so bis ins nächste Jahr hinein frisch ernten. Wenn du schneller ernten möchtest, kannst du stattdessen auch Jungpflanzen pflanzen. Zudem kannst du Kohlrabi, Brokkoli und Tat Soi (Baby Pak Choi) pflanzen. Am besten beginnst du schon im Juli/ August damit, Jungpflanzen hierfür vorzuziehen. Möhren, Rettich, Knollensellerie, Knollenfenchel, Mairüben (lass dich nicht von dem Namen irritieren, du kannst sie in einem Gewächshaus auch schon wesentlicher früher säen) und Rote Beten kannst du direkt ins Gewächshaus säen. Diese Pflanzen mögen es lieber direkt gesät zu werden und vertragen das Auspflanzen nicht so gut. Zudem kannst du noch Spinat, Erbsen, Mangold und diverse Kräuter wie Koriander, Petersilie, Dill und Schnittlauch säen.


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Titelbild: Photo by Åsmund Arup Seip on Unsplash

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Emilie Emilie studiert Agrarwissenschaften an der Uni Hohenheim. Sie findet es faszinierend wie eng Ernährung und Gesundheit zusammenhängen und spannend welche Wildpflanzen man essen kann.
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