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17.03.2022 . Lesezeit: 11 Minuten

Salat anbauen: Tipps für eine erfolgreiche Ernte

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Isabell
Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
Alle Artikel von Isabell

Salat ist ein wunderbares Gemüse für alle Garten-Einsteiger:innen. Es ist vielfältig, denn als 'Salat' werden mehrere Pflanzenarten bezeichnet. Arbeitest du mit etwas Planung, kannst du das ganze Jahr über frischen Salat ernten. Wir zeigen dir wie das geht und liefern dir alle wichtigen Infos zum Thema Salat anbauen.

In diesem Artikel findest du:

  1. Verschiedene Salat-Arten: eine Übersicht
  2. Salat säen und pikieren
  3. Salat pflanzen - Standort und Boden
  4. Salat düngen und pflegen - das gibt's zu wissen
  5. Salat: Krankheiten und Schädlinge
  6. Salat richtig ernten
  7. Salat vermehren
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Auf einen Blick

Verschiedene Salatarten

  • Gartensalat (Kopfsalat, Pflücksalat)
  • Cichorien (Endivien, Chicorée, Radicchio)
  • Feldsalat
  • Postelein
  • Rucola

Salat pflanzen und pflegen

  • Standort: halbschattig mit lockerem, tiefgründigen und humusreichen Boden
  • Salat leicht erhöht pflanzen (so ist das Salatherz vor Fäulnis geschützt)
  • Salat im Hochbeet zu pflanzen ist ab dem zweiten Jahr kein Problem
  • Schwachzehrer, daher keine Düngung notwendig
  • ausreichend gießen und mulchen

Verschiedene Salat-Arten: eine Übersicht

Salat gibt es in unglaublich vielen Formen und Variationen. Das liegt zum Einen daran, dass Vertreter unterschiedlicher Gattungen und Pflanzenfamilien bei uns als "Salat" bezeichnet werden. Hier einmal die bedeutendsten Salat-Arten.


Gartensalat

Der wohl bekannteste unter den Salaten ist der Gartensalat (Lactuca sativa) der zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und der Gattung der Lattiche (Lactuca) zählt. Dazu gehören Kopfsalate wie Eisbergsalat oder Bataviasalat, aber auch Schnitt- und Pflücksalate wie Lollo Rosso oder Eichblatt. Zu den Gartensalaten zählen außerdem noch die Cichorien, wie Endivie, Radicchio, Chicorée und Zuckerhut.

Endivien und Chicorée

Weiterhin gibt es den Endiviensalat (Cichorium endivia). Dieser gehört zwar auch in die Familie der Korbblütler, entstammt jedoch aus der Gattung der Wegwarten (Cichorium). In diese Gattung gehört auch der Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum), zu dem die Wintersalate Zuckerhut und Radicchio zählen.

Feldsalat

Feldsalat (Valerianella), auch Ackersalat oder Rapunzel genannt, zählt zur Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae). Er bildet eine eigene Gattung, welche rund 80 Arten umfasst. Die wohl bekannteste und meist verwendete Art ist der Gewöhnliche Feldsalat (Valerianella locusta).

Postelein

Das gewöhnliche Tellerkraut (Claytonia perfoliata), auch als Postelein, Winterportulak oder Kubaspinat bezeichnet, wird im Spät- und Frühjahr gerne als Salat verwendet. In Europa ist Postelein ein Neophyt, da es ursprünglich aus Nordamerika stammt. Es gehört zur Familie der Quellkrautgewächse (Montiaceae).

Rucola

Rucola (Eruca sativa), auch Salatrauke genannt, gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und wird aufgrund ihres würzigen Geschmacks gerne als Salat zubereitet.


Rucola als Schnittsalat
Rucola kann wie Schnittsalat mehrmals geerntet werden.

Salat säen und pikieren

Da es so viele verschiedene Salatsorten und Salatarten gibt, besitzen diese auch unterschiedliche Aussaatzeiträume. Erfahre hier im Artikel mehr übers Salat säen, über Aussaat(-zeitpunkte) und das Pikieren von Salat.

Salat pflanzen - Standort und Boden

Salate sind meist schwachzehrende Pflanzen, die gerne auf lockerem, tiefgründigem und humusreichem Boden wachsen. Der Standort sollte am besten halbschattig sein. Am besten pflanzt zu Salat in einer Mischkultur. Zum Einen sind die anspruchslosen Pflanzen eine super Ergänzung für starkzehrende Pflanzen. Zum Anderen sind Salatpflanzen super Lückenfüller.

Falls du deine Salatpflänzchen vorgezogen hast, kannst du die meisten Sorten nach den Eisheiligen auspflanzen. Beim Auspflanzen solltest du Salat-Setzlinge leicht erhöht pflanzen. So sitzt das Herz über dem Boden und ist vor Fäulnis geschützt.

Salat im Hochbeet pflanzen

Salat kann auch im Hochbeet angebaut werden. Willst du besonders früh in die Gartensaison starten, kannst du mit einem Frühbeet-Aufsatz bereits ab Mitte Februar vorgezogene Salatsetzlinge in dein Hochbeet pflanzen. Ohne Aufsatz kannst du Mitte März mit dem Salat Pflanzen beginnen.

Im ersten Jahr wird im Hochbeet viel Nitrat freigesetzt, hier solltest du daher auf Salat verzichten, da dieser Nitrat speichert und in den Blättern sammelt. Zu hohe Nitratmengen können für uns Menschen schädlich sein. Daher musst du Salat, den du ab dem zweiten Jahr ins Hochbeet pflanzen kannst, normalerweise nicht düngen. Da Hochbeete meist schneller als gewöhnliche Beete austrocknen, solltest du darauf achten, den Salat regelmäßig zu gießen.

Hochbeete mit Mischkulturen
Auch in Hochbeeten lässt sich Salat ganz einfach anbauen.

Salat düngen und pflegen - das gibt's zu wissen

Fast alle Blattgemüse-Salate gehören zu den Schwachzehrern. Lediglich Endiviensalat besitzt als Mittelzehrer einen etwas höheren Nährstoffbedarf. Daher reicht es vollkommen aus, beim Pflanzen von Salat etwas Kompost ins Pflanzloch zu geben. Säst du direkt, kannst du in den Boden etwas Kompost einarbeiten. Salat speichert, wie die meisten Blattgemüse, Nitrat in seinen Blättern ein. Bei zu starker Düngung kann es zur Überschreitung des Nitrat-Grenzwertes in deinem Gemüse kommen. Daher solltest du darauf achten, deinen Salat nicht zu überdüngen. Für die Endivie kannst du etwas mehr Kompost verwenden und bei Bedarf zusätzlich mit etwas Pflanzenjauche gießen. Auch eine Mulch-Schicht kann Nährstoffe nachliefern und gleichzeitig vor Wasserverlusten durch Verdunstung schützen.

Vor allem Kopfsalate musst du regelmäßig gießen. Andernfalls werden die Blätter zäh und die Pflanze beginnt zu schießen, also Samenstände auszubilden. Dadurch wachsen die Köpfe nicht mehr sondern stecken ihre letzte Energie in die Samen. Achte darauf, um die Köpfe herum zu gießen. Steht das Wasser zwischen den Blättern, können sich Pilzkrankheiten leichter entwickeln. An heißen Tagen können die Wassertropfen zudem das Licht der Sonne bündeln und die Blätter verbrennen.

Salat: Krankheiten und Schädlinge

Salat vor Schnecken schützen

Gegen die gefräßigen Weichtiere hilft es am besten, dafür zu sorgen, dass sie gar nicht erst an deinen Salat kommen. Hier kann ein Schneckenkragen oder Schneckenzaun die Schädlinge daran hindern, die saftigen Blätter zu fressen. Sind es noch nicht zu viele, kannst du die Schnecken im Garten absammeln.

Schnecken am Salat
Schnecken können teilweise ganze Salatköpfe verschlingen. Bild von Hundva auf pixabay.

Blattläuse am Salat

Bei feucht-warmer Witterung und geringer Luftzirkulation zwischen den Pflanzen, herrschen ideale Bedingungen für Blattläuse. Achte daher darauf, ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen einzuhalten. Die Insekten kannst du meistens mit dem bloßen Auge erkennen, denn sie sind 1 - 4 mm groß. Jedoch verstecken sich Blattläuse gerne in den Blättern, weshalb du oft durch folgende Anzeichen auf sie aufmerksam wirst:

  • eingerollte/deformierte Blätter
  • klebriger Blattbelag (Honigtau)
  • schlechtes Wachstum
  • angelockte Ameisen

Da Blattläuse sich unter guten Bedingungen sehr schnell vermehren können (sie brauchen dafür nicht mal einen Partner), solltest du nach dem Entdecken direkt und schnell handeln. Wir empfehlen dir jedoch, nicht auf synthetischen Pflanzenschutz zurückzugreifen, da dadurch das Ökosystem gefährdet werden kann.

Blattläuse natürlich bekämpfen:

  • AckerschatelhalmSud: 1 kg frisches Kraut (bzw. 200 g getrocknetes) auf 10 L Wasser. 30 Minuten köcheln lassen, danach 24 Stunden ziehen lassen. Anschließend abseihen und verdünnt einsetzten (2 L Sud mit 10 L Wasser). Pflanzen alle 2-3 Tage besprühen.
  • Knoblauch-/Zwiebelsud: 40 g Knoblauch oder Zwiebeln schneiden und mit 1 L kochendem Wasser übergießen. 3 Stunden ziehen lassen, abseihen und in eine Sprühflasche füllen. Mehrmals täglich anwenden.
  • Gesteinsmehl: Das feine Mehl alle 2 Tage auf die Pflanze streuen, sodass diese weislich bedeckt sind.
  • Nützlinge wie Marienkäfer oder Schlupfwespen durch Insektenhotels anlocken oder im Internet bestellen. Diese sind natürliche Fressfeinde von Blattläusen.

Falscher Mehltau

Die Pilzkrankheit tritt auf, wenn die Witterung sehr feucht ist oder die Blätter direkt auf dem nassen Boden aufliegen. Er zeichnet sich durch gelbbraune Flecken auf der Blattoberseite, sowie einen gräulichen Belag auf der Blattunterseite aus. Nur wenn der falsche Mehltau früh genug erkannt wird, kannst du noch gegen ihn vorgehen. Im fortgeschrittenen Stadium sollte die befallene Pflanze komplett entfernt und entsorgt werden.

Mehltau bekämpfen und vorbeugen

  • Bei feuchter Witterung Boden mit Stroh oder Reißig mulchen, um den Boden und die tiefen Blätter zu belüften
  • Alle erkrankten Blätter entfernen
  • Bei einem Befall mit Sud aus Zwiebeln, Knoblauch oder Schachtelhalm spritzen (s.o.)
Schießender Slat
Wenn du Salat stehen lässt, bildet er einen Blütenstand, wo sich später die Samen bilden.

Salat richtig ernten

Der beste Zeitpunkt für die Salaternte ist der Nachmittag oder Abend. Hier ist der Nitratgehalt in den Blättern niedriger als morgens. Das gilt grundsätzlich für alle hier aufgeführten Salate. Was es bei der Ernte der einzelnen Salatarten zu beachten gibt, findest du im Beitrag dazu. Hier gibt's mehr Tipps zur Salat-Ernte.

Salat vermehren

Um Samen aus dem Salat zu gewinnen, solltest du ein paar Salatköpfe stehen lassen. Dasselbe kannst du auch mit bereits geschossenem Salat tun, denn dieser ist sowieso schon dabei Blütenstände zu bilden. Diese Blütenstände werden 12 - 24 Tage nach der Blüte reife Samen gebildet haben. Die trockenen Blütenstände kannst du dann abschneiden und über einem Tuch ausschütteln, um die Samen aufzufangen. Rucola und Postelein sähen sich meist unbemerkt von selbst aus, denn ihre Blütenstände sind nicht so auffällig, wie die von Kopfsalat.


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