Gemüsekohl - Kohlrabi

Gemüsekohl - Kohlrabi

Brassica oleracea var. gongylodes

Pflanzenfamilie

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Auch bekannt als

Oberrübe, Rübkohl, Stängelrübe, Kohlrabikohl, Kålrabbi , German turnip, Turnip cabbage, Colrave, Colrabi, Cavolo rapa, Colinabo

Anbaupause Fruchtwechsel

3 Jahre

Saisonübersicht

Voranzucht

Pflanzung

Ernte

J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

Details

Lichtbedarf

Sonnig

Wasserbedarf

Feucht

Boden

Mittelschwer (lehmig)

Nährstoffbedarf

Mittel

Dunkelkeimer

Keimtemperatur

15 - 20 °C (Grad Celsius)

Pflanzabstand

30 cm

Reihenabstand

40 cm

Saattiefe

1 cm

Anleitungen

Anfang Februar

Vorziehen

Anfang März

Abhärten

Anfang März

Startdüngung

Beschreibung

Der Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes), auch Oberkohlrabi, Oberrübe, Kohlrübe (Wien), Rübkohl (Schweiz), Stängelrübe und Luftkohlrabi ist eine Gemüsepflanze. Er ist eine der vielen Zuchtformen des Gemüsekohls. Genutzt wird hier die verdickte, oberirdische Sprossachse (Sprossknolle). Der Name leitet sich von den lateinischen Wörtern „caulis“ (Kohl) und „rapum“ (Rübe/Wurzelknollen) ab, bedeutet somit Kohlrübe. Oberrübe daher, da sie im Gegensatz zu anderen Rüben über der Erde wächst (vgl. Unterkohlrabi). Die Herkunft des Kohlrabi ist ungeklärt. Häufig genannte Gebiete der möglichen Domestikation sind der Mittelmeerraum und Mittelasien. Ebenso unklar ist der Zeitpunkt der Entstehung. Kohlrabi ist eine zweijährige Pflanze, wobei im ersten Jahr die Sprossknolle gebildet wird und im zweiten Jahr der Stängel mit einem verzweigten Blütenstand entsteht, aus dem sich Schoten bilden, die die Samen enthalten. Reife Samen zeigen schwarze volle Körner und lassen sich auf festem Untergrund nicht zerdrücken. Die Knolle ist der gestauchte, verdickte Hauptspross der Pflanze. Er entsteht über dem zweiten oder dritten Laubblatt durch primäres Dickenwachstum der Sprossachse. Die Form der Knolle kann kugelig, plattrund oder oval sein, die Farbe der Schale weißlich, weißgrün bis kräftig grün, rötlich oder violett. Der Durchmesser ist je nach Sorte zwischen 5 und 20 cm, oder noch mehr. Das Gewicht liegt je nach Sorte und Verwendung zwischen 100 g und über 8 kg pro Knolle. Einzelwerte können noch wesentlich darüber liegen. Die Blätter sind lang gestielt, dunkelgrün, länglich eirund und mehr oder weniger stark gezähnt. Sie sind mit einer bläulich-weißen Wachsschicht überzogen. Die Pflanzen bilden eine Pfahlwurzel. Die Blütenbildung kann bereits im Zweiblattstadium durch längere Kältereize ausgelöst werden, ebenso führen hohe Temperaturen zum Schossen. Es gibt etliche Sorten, in Deutschland ca. 30 weiße und 14 blaue Kohlrabi-Sorten. Es setzen sich vermehrt CMS-Sorten (F1-Hybride) durch. Wichtige Eigenschaften sind: Hoher Ertrag, geringe Neigung der Knollen zum Verholzen und Platzen, Schnellwüchsigkeit und geringe Neigung zum Schossen. Die Sorten, die die größten Knollen liefern, sind Gigant und Superschmelz. Die Sorten unterscheiden sich nach Farbe (weiß und blau) und der Anbauzeit, weiße Kohlrabisorten benötigen eine geringere Kulturzeit als blaue Sorten. Bei zu geringem Pflanzabstand bildet Kohlrabi, hauptsächlich aufgrund von Lichtmangel, zylindrische Knollenformen aus. Der Geschmack des Kohlrabi beruht auf dem Gehalt an Zucker, Fruchtsäuren und Senfölglykosiden. Bei den Fruchtsäuren dominieren Apfelsäure und Zitronensäure deutlich. Kohlrabiblätter haben gegenüber der Knolle einen rund doppelt so hohen Gehalt an Vitamin C, der Gehalt an Carotin beträgt das 100-fache, der an Calcium und Eisen das 10-fache. Die jungen Knollen werden geschält und in Scheiben oder Stücke geschnitten gekocht oder gedünstet – als Beilage, Püree, in Eintöpfen und Suppen, für Füllungen und Aufläufe. Junge Blätter können wie anderes Blattgemüse verwendet werden. In Teilen Frankreichs werden die Knollen gehobelt und wie Sauerkraut konserviert. Auch als Rohkost ist Kohlrabi geeignet.

Herkunft:

Mittelmeerraum, Mittelasien

Anbautipps

🪴 Voranzucht • Start: Ab Anfang/Mitte März • Für Sommerernte bis Mai möglich • Kleine Töpfe (6–8 cm) oder Multitopfplatten • Feine, nährstoffarme Aussaaterde • Saattiefe: 1 cm, leicht mit Erde bedecken • Keimtemperatur: 15–20 °C • Keimdauer: 5–10 Tage • Nach Auflaufen kühler (10–15 °C) • Gleichmäßig feucht, nicht nass. • Viel Licht (Wenn Pflanzen zu lang werden, stehen sie zu warm oder zu dunkel) • muss nicht zwingend pikiert werden 🌿 Auspflanzen • Nach 3–4 Wochen, wenn Pflanzen 3–4 echte Blätter haben • Vorher abhärten: 3–5 Tage tagsüber rausstellen, nachts rein • Pflanzabstand: 25–30 cm • Reihenabstand: 30-40 cm • Nicht zu tief setzen • Direktsaat: ab April direkt ins Beet 🌱 Standort & Boden • Sonnig bis halbschattig • Lockerer, humusreicher Boden • pH-Wert: 6,0 – 7,0 • Gleichmäßige Feuchtigkeit (sonst werden die Knollen holzig) • Frühe Sorten: ‘Lanro’, ‘Azur Star’ – ideal für Frühjahr und Frühsommer • Späte Sorten: ‘Superschmelz’, ‘Gigant’ – werden groß, bleiben aber zart 💧 Pflege • Regelmäßig gießen: Kohlrabi liebt konstante Feuchtigkeit • Mulchen: Hält den Boden kühl und feucht • Kompost: 2–3 Liter pro m² einarbeiten • Alternativ: organischer Gemüsedünger (z. B. auf Basis von Pflanzen- oder Tiermehl) in moderater Menge • Wichtig: Nicht überdüngen • Nachdüngen meist nicht nötig, wenn der Boden humos ist • Bei sehr sandigen Böden oder schwachem Wachstum: • Eine leichte Gabe flüssiger organischer Dünger nach 2–3 Wochen • oder etwas Brennnesseljauche (1:10 verdünnt) 🥬 Ernte • Je nach Sorte 6–10 Wochen nach Pflanzung • Optimaler Durchmesser: 6–10 cm (außer bei Riesensorten) • Junge Blätter sind essbar und sehr lecker 🌿 Gute Pflanzpartner • Salat, Spinat • Radieschen, Sellerie • Mangold, Möhren, Pastinaken, Rüben, Bete • Bohnen, Erbsen, Okra • Dill, Borretsch, Kresse, Minze (Wurzelsperre), Zitronenmelisse • Johannisbeere, Stachelbeere, Heidelbeere • Ringelblume, Tagetes, Kapuzinerkresse, Frauenmantel, Astern 🚫 Schlechte Pflanzpartner • Andere Kohlarten, Rübsen, Raps, Senfrauke • Rettich & Radieschen in großer Menge, Meerrettich, Steckrüben • Tomaten, Paprika, Chili, Aubergine, Kartoffel, Physalis • Zwiebeln, Knoblauch, Lauch • Kürbisgewächse, Gurke, Melone • Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Holunder, Haselnuss • Thymian, Rosmarin, Salbei, Basilikum, Oregano, Lavendel, Koriander • Phlox, Funkien, Artischocke, Fenchel, Liebstöckel, Topinambur ⏳ Empfohlene Kulturpause • Mindestens 3–4 Jahre keine anderen Kreuzblütler im selben Beet Dazu gehören: Kohlrabi, Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Wirsing, Chinakohl, Radieschen, Rettich, Rübsen, Raps, Senf, Kresse 🦠 Häufige Krankheiten • Kohlhernie • Falscher Mehltau • Schwarzbeinigkeit (Rhizoctonia / Pythium) • Bor-Mangel (Holzigkeit) • Wurzelfäule 🐛 Typische Schädlinge • Erdflöhe • Kohlweißling • Kohlfliege • Blattläuse • Schnecken

Krankheiten

Kohlhernie

Falscher Mehltau

Wurzelfäule

Schädlinge

Schnecken

Kohlfliege

Kohldrehherzmücke

Erdflöhe

Blattläuse

Kohlweißling

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