Kartoffel

Solanum tuberosum
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Erdapfel, Grundbirne, Potaten, Tüffke, Abern, Grumbeere, Tüffel, Tüfte, Potacken, Pottacken, Bamberla, Härdöpfel, Knulle
4 Jahre
Voranzucht
Pflanzung
Ernte
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A
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J
A
S
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N
D
Lichtbedarf
Sonnig
Wasserbedarf
Feucht
Boden
Mittelschwer (lehmig)
Nährstoffbedarf
Hoch
Lichtkeimer
Keimtemperatur
10 - 15 °C (Grad Celsius)
Pflanzabstand
35 cm
Reihenabstand
65 cm
Saattiefe
9 cm
Ende Februar
Vorziehen
Die Kartoffel (Solanum tuberosum) ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die heute kultivierten Kartoffeln stammen von verschiedenen Landsorten ab, die in den Anden vom westlichen Venezuela bis nach Argentinien und der Insel Chiloé bzw. dem Chonos-Archipel im Süden Chiles vorkommen. Auf Chiloé fand man die ältesten bekannten Spuren wilder Kartoffeln, man schätzt ihr Alter auf 13.000 Jahre. Das Wort Kartoffel (im 17. Jahrhundert noch Tartuffel) leitet sich von tartufolo ab, dem italienischen Wort für Trüffel, das wiederum abgeleitet ist von lateinisch terrae tuber („Erdknolle“). Im allgemeinen Sprachgebrauch werden mit Kartoffeln meist die im Boden heranwachsenden Knollen bezeichnet, mit denen die Pflanze sich vegetativ vermehrt und welche als einzige Pflanzenteile essbar sind, da sie wenig Solanin enthalten. Die Kartoffel ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt, daneben aber auch Futtermittel und Industrierohstoff. Wuchs Kartoffeln sind aufrecht oder kletternd wachsende, ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von über 1 Meter erreichen können. Die Sprossachse ist manchmal vierkantig, teilweise sogar geflügelt. Unterirdisch oder knapp über der Oberfläche bildet die Pflanze knollentragende Stolone aus. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die unpaarig gefiederte Blattspreite ist 10-30 Zentimeter lang und 5-15 Zentimeter breit. Die sich gegenüber oder auch wechselständig stehenden Teilblätter sind leicht bis stark flaumig behaart, oft von unterschiedlichster Form und Größe. Die größeren Teilblätter sind zum Teil gestielt und sind eiförmig bis länglich-eiförmig mit etwas herzförmiger Basis sowie spitzem bis zugespitztem oberen Ende. Die kleineren Teilblätter sind breit-eiförmig bis kreisförmig und besitzen eine Basis, die mehr herzförmig ist, ein stumpferes oberes Ende. An den oberirdischen Laubtrieben mit gefiederten Blättern erscheinen von Juni bis August ihre weißen, rosafarbenen oder violetten radiarsymetrischen fünfzähligen Blüten mit gelben Staubbeuteln. Die zwittrigen Blüten stehen in trugdoldenförmigen Blütenständen. Die Frucht ist eine gelblich-grüne, kirschgroße, zweikammerige Beere mit vielen Samen, die aufgrund des enthaltenen Solanins nicht für den menschlichen Verzehr geeignet und giftig ist. Unterirdisch entstehen neue Knöllchen, die durch Tragfäden, sogenannte Stolonen, mit den Wurzelsprossen verbunden sind. Die Knollen dienen als Nährstoffspeicher. Je nach Sorte ist die Knollenform rund, oval oder länglich. Die Farbe des Knollenfleisches variiert von Weiß über Gelb bis hin zu Blau und Violett.Vor allem in der Schale der Kartoffel und in der Schicht darunter befinden sich Alkaloide, wie Solanin und Chaconin, die eine natürliche Abwehrbarriere zum Beispiel gegen Bakterien und Insekten bilden. Der Solanin-Gehalt steigt bei der Lagerung unter Lichteinfluss. Grüne Stellen sowie Keime müssen vor dem Verzehr entfernt werden, da es sonst zu Vergiftungserscheinungen wie Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schlimmerem kommen kann. Reifezeit Folgende Kategorien werden unterschieden: • Frühreifende Kartoffelsorten: Vegetationsperiode 90 bis 110 Tage, Ernte: Juni-Juli Beispiele: Agata, Amandine, Birte Derby, Frühgold, Lady Christl, Lady Felicia • Mittelfrühreifende Kartoffelsorten: Vegetationsperiode 120 bis 140 Tage, Ernte: August-September Beispiele: Gourmandine, Bintje, Blaue St. Galler, Victoria, Ditta, La Ratte, Nicola, Urgenta, Pamela, Naturella, Désirée, Agria, Eden, Allians • Mittelfrüh- bis spätreifende Kartoffelsorten: Vegetationsperiode 140 bis 160 Tage, Ernte: September-Oktober Beispiele: Ackersegen, Atlanta, Lady Jo, Lady Claire, Innovator, Lady Rosetta, Marlen, Fontane, Hermes, Eba, Markies, Panda Verwendungszweck Kartoffeln zu Speisezwecken: ◦ Festkochende Speisekartoffeln Form: Länglich bis oval Konsistenz: fest, feinkörnig, feucht Kocheigenschaften: kein Aufspringen Geschmack: mild bis angenehm kräftig Sorten: Annabelle, Agata, Amandine, Anais, Belana, Charlotte, Cilena, Ditta, Filea, Hansa, Kipfler, La Ratte, Linda, Marabel, Nicola, Primura, Princess, Renate, Selma, Sieglinde, Spunta, Stella, Vitelotte ◦ Vorwiegend festkochende Speisekartoffeln Form: uneinheitlich Konsistenz: feinkörnig, mäßig feucht Kocheigenschaften: geringes Aufspringen Geschmack: mild bis angenehm kräftig Sorten: Agria, Arkula, Astilla, Atica, Bamberger Hörnchen, Bolero, Christa, Colette, Désirée, Finka, Gala, Gloria, Grandifolia, Granola, Hela, Jelly, Laura, Leyla, Maja, Quarta, Rosara, Saskia, Saturna, Secura, Solara, Satina, Tizia, Ukama ◦ Mehlig kochende Speisekartoffeln Form: uneinheitlich Konsistenz: grobkörnig, trocken Kocheigenschaften: häufiges Aufspringen Geschmack: angenehm kräftig Sorten: Ackersegen, Adretta, Afra, Arkula, Aula, Bintje, Blauer Schwede, Freya, Gunda, Karat, Karlena, Koretta, Libana, Likaria, Lipsi, Mariella, Melina, Naturella, Schwarzblaue aus dem Frankenwald Sorten zur Weiterverarbeitung: ◦ Veredlungskartoffel Pommes frites: Agria, Eba, Fontane, Innovator, Markies, Felsina Kartoffelchips: Erntestolz, Fontane, Hermes, Lady Claire, Lady Rosetta Kartoffelflocken: Eba, Saturna ◦ Wirtschaftskartoffel Industrienutzung, hoher Stärkegehalt: Amflora ◦ Futterkartoffel ◦ Pflanzkartoffel
Herkunft:
Anden (Venezuela bis Argentinien), Küstenregion Chiles (Insel Chiloe)
🌱 Vorkeimen • 3–4 Wochen vor dem Pflanzen an einen hellen, kühlen Ort legen • Vorkeimen: 10–15 °C (Optimal) • Nicht zu warm, sonst werden die Keime lang und dünn • Heller, aber nicht sonniger Standort • Fördert kräftige Keime, bringt eine frühere Ernte • Keimlänge: 1-2 cm, kompakt und grünlich 🌍 Standort & Boden • Lockerer, humusreicher, tiefgründiger Boden ist ideal • Sandig-lehmige Böden • pH-Wert: leicht sauer bis neutral (ca. 5,5-7) • Kartoffeln mögen keine Staunässe • Kartoffeln lieben volle Sonne • Mindestens 6 Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag, mehr ist besser. • Halbschatten geht, aber der Ertrag spürbar geringer • Ein Standort mit guter Luftzirkulation hilft, Kraut- und Knollenfäule zu vermeiden. • Nicht zu dicht an Mauern oder Hecken pflanzen. 🌾 Pflanzen • Pflanzzeit: April bis Mai, je nach Witterung • Pflanztiefe: ca. 8–10 cm • Abstand: 30–40 cm in der Reihe, 60–70 cm zwischen den Reihen 🪴 Anhäufeln • Wenn Pflanzen 15–20 cm hoch sind, Erde anhäufeln • Schützt vor Licht (grüne Knollen!) und steigert den Ertrag • 2–3 Mal wiederholen 💧 Gießen • Kartoffeln sind relativ robust, aber: ◦ Während der Knollenbildung (Blütezeit) brauchen sie ausreichend Wasser ◦ Lieber selten, aber durchdringend gießen 🥔 Düngung • viel Kalium, mäßig Stickstoff, etwas Phosphor • Organisch: reifer Kompost oder gut verrotteter Mist. • Keine frischen Exkremente • Kaliumbetont (z. B. Kalimagnesia) fördert Geschmack und Lagerfähigkeit • Grunddüngung beim Pflanzen, Nachdüngung nur bei sehr magerem Boden • Mulchen (Gras, Stroh) unterstützt Nährstoffversorgung und Feuchtigkeit 🧺 Ernte • Frühkartoffeln: sobald die Pflanzen blühen • Späte Sorten: wenn das Kraut abgestorben ist • Vor Einlagern gut abtrocknen lassen und kühl, dunkel, luftig lagern 🌿 Gute Nachbarn • Bohnen (Buschbohnen), Erbsen • Kohlrabi, Spinat • Mais, Ziergräser • Ringelblume, Tagetes, Thymian, Salbei, Borretsch, Kamille, Petersilie, Dill • Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch • Lavendel, Rittersporn, Kapuzinerkresse, Kosmeen, Lupine, Sonnenhut • Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren • Forsythie, Weigelie 🚫 Schlechte Nachbarn • Tomaten, Paprika & Chili, Auberginen, Okra • Kohlgewächse, Rübsen, Raps • Kürbis & Zucchini, Gurken, Melonen • Sonnenblumen, Astern, Farne, Funkien, Dahlien, Efeu, Waldsteinie • Rote Bete, Mangold • Minze, Basilikum, Rosmarin, Beinwell • Heidelbeeren, Cranberry, Preiselbeeren, Allackerbeere • Holunder, Flieder, Brombeeren 🔄 Fruchtfolge • Kartoffeln sollten nur alle 3–4 Jahre auf derselben Fläche stehen • Gute Vorfrüchte: Bohnen, Erbsen, Getreide, Kohlrabi • Schlechte Vorfrüchte: Tomaten, Paprika, Auberginen (gleiche Pflanzenfamilie → höhere Krankheitsgefahr) 🦠 Häufige Krankheiten • Kraut- und Knollenfäule • Schwarzbeinigkeit, Schwarzfäule • Drahtfäule, Rhizoctonia • Echter Mehltau • Viruskrankheiten (Mosaik) • Dürrfleckenkrankheit • Fusariose • Kartoffelkrebs • Pulverschorf / Silberschorf • Blattrollkrankheit 🐛 Häufige Schädlinge • Kartoffelkäfer • Drahtwürmer • Blattläuse • Nematoden • Schnecken • Engerlinge • Erdraupen • Asseln • Mäuse • Wildschwein
Bohne (Ackerbohne)
Bohne (Buschbohne)
Borretsch
Dill
Dost, Oregano, Majoran
Forsythien
Gemüsekohl - Kohlrabi
Himbeere
Johannisbeere
Johanniskräuter
Kamille
Kapuzinerkressen
Knoblauch
Kümmel
Lavendel
Lupinen
Mais
Minze
Petersilie
Phacelia
Ringelblume
Rittersporn
Salbei
Scheinsonnenhüte
Schmuckkörbchen / Kosmeen
Schnittknoblauch
Schnittlauch
Sojabohne
Spinat (Sommer)
Stachelbeere
Studentenblumen / Tagetes
Thymiane
Weigelie
Ziergräser - Schwingel
Ziergräser - Segge
Ziergräser - Sonstige
Zwiebel (Frühlingszwiebel)
Allackerbeere, Mammure
Aster
Aubergine
Basilikum
Beinwell
Brombeere
Chili
Dahlie
Efeu
Farne
Flieder
Funkien
Gartenkürbis - Patisson / Ufo-Kürbis
Gartenkürbis - Zierkürbis
Gartenkürbis - Zucchini
Gemüsefenchel
Gemüsekohl - Flower Sprouts / Kohlröschen
Gemüsekohl - Kai-Lan / Chinesischer Brokkoli
Großfrüchtige Moosbeere
Gurke
Haargurken / Schlangenkürbisse
Heidekrautgewächse
Heidelbeere
Holunder
Inkagurke (Hörnchenkürbis)
Jaltomaten
Kerbelrübe
Kiwano, Afrikanische Horngurke
Kürbis
Liebstöckel
Mangold
Meerkohle
Melone (Wassermelone)
Melone (Zuckermelone)
Mexikanische Minigurke
Nachtschatten (Sonstige)
Okra
Paprika
Physalis
Preiselbeere
Raps - Steckrübe
Rosmarin
Rüben / Bete
Rübsen - Chinakohl
Rübsen - Choy Sum / Chinesischer Blütenkohl
Rübsen - Komatsuna
Rübsen - Mizuna
Rübsen - Ölrübsen
Rübsen - Pak Choi
Rübsen - Speiserübe
Rübsen - Stängelkohl
Rübsen - Stielmus
Rübsen - Tatsoi
Rübsen - Wilde Rübsen
Schwammgurke / Luffa
Sellerie (Knollensellerie)
Sellerie (Schnittsellerie)
Sellerie (Stangensellerie)
Sonnenblume
Tomate (Fleischtomate / Großfruchtige)
Tomate (Kleinfruchtige)
Tomate (Salattomate / Normalfruchtige)
Tomate (Wildtomate)
Topinambur
Fusariose
Echter Mehltau
Dürrfleckenkrankheit
Schwarzfleckenkrankheit
Braunfäule (Kraut- und Knollenfäule)
Weichfäule
Stängelälchen
Schnecken
Erdraupen
Engerlinge
Drahtwürmer
Kartoffelkäfer
Nematoden
Blattläuse
Wühlmäuse
Wurzelgallenälchen