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Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
19.05.2022 . Lesezeit: 22 Minuten

No-Dig-Methode: Beete anlegen ohne Umgraben

,,No-Dig'' oder ,,No-Till'' ist eine bodenschonende Methode aus der Permakultur. Ohne große Eingriffe, Vorwissen oder Aufwand kannst du ein No-Dig-Beet, auch Lasagne-Beet genannt, anlegen. Diese Methode arbeitet mit natürlichen Regelkreisläufen. So kannst du ganz ohne umgraben neue Beete anlegen und dabei den Boden verbessern. In diesem Artikel findest du eine Antwort darauf, wieso du deinen Gartenboden nicht umgraben solltest bzw. in welchen Außnahmen es sinnvoll sein kann. Zudem erklären wir dir, wie du ein No-Dig-Beet anlegen kannst und was es dabei zu beachten gibt.

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Auf einen Blick

Vorteile von No-Dig:

  • Förderung und Aktivierung des Bodenlebens
  • Verbesserung der Bodenstruktur und Schutz des Bodengefüges
  • Unterdrückung von Beikräutern
  • Höhere Erträge
  • weniger körperliche Arbeit und Zeit

Außnahmen:

  • bei schweren Böden
  • bei tiefgründigen Bodenverdichtungen (Holländern)

No-Dig-Beet anlegen

  • Fläche wählen & gießen
  • Isolierungsschicht aus Karton auflegen & eine Woche warten
  • Abwechselnd Schichten aus braunem und grünem Material aufbringen
  • Mulchen

No-Dig-Methode: Gärtnern mit der Natur

Der japanische Mikrobiologie und Bauer Masanobu Fukuoka entwickelte die Philosophie der "Nichts-Tun-Landwirtschaft". Diese basiert auf der Annahme, dass sich die Natur ohne jegliche menschliche Eingriffe selbst erhalten kann. Alles, was der Mensch tun muss, ist die Natur sich selbst zu überlassen. Nach jahrelangen Beobachtungen seines Gartens entwickelte er verschiedene Methoden im Bereich der Permakultur. Die No-Dig-Methode basiert auf Fukuokas Konzept einer natürlichen und ökologischen Landwirtschaft mit natürlichen Selbstregelkreisen. Der Engländer Charles Dowding hat in unseren Breiten die No-Till-Methode entwickelt, angewendet und verbreitet.

Bodenschonende Alternative zum Umgraben

Mit wenig Aufwand an Zeit und Ressourcen kann so jeder Obst und Gemüse im eigenen Garten anbauen und ernten. Ziel ist es, die bestehende Vegetation wieder nutzbar zu machen und bodenschonend neue Beete anzulegen. Selbst Flächen in deinem Garten mit mäßiger bis schlechter Bodenqualität oder Verschmutzungen kannst du so ,,wiederbeleben". Außerdem eignet sich diese Methode auch für Flächen, bei denen kein Umgraben möglich ist, wie beispielsweise eine Wiese mit dichter Grasnarbe oder ein Rasen.

Salatjungpflanzen werden in den Boden gepflanzt.
Bei der No-Dig-Methode gärtnerst du mit natürlichen Regelkreisläufen. Das kommt der Bodengesundheit und -fruchtbarkeit zu Gute.

No-Dig: Beete anlegen ohne Umgraben

Bei der No-Dig-Methode (engl. ''nicht umgraben'') verzichten Gärtner:innen beim Anlegen neuer Beete oder beim Bearbeiten bereits angelegter Beete auf das Umgraben. Statt umzugraben werden neue Beete mit Hilfe des Sheet Mulching angelegt. Dabei legst du verschiedene Schichten an organischem Material direkt auf das Beet anstatt umzugraben. Hobbygärtner:innen nennen solche Beete deshalb auch Lasagne-Beete. Dieser Ansatz folgt den Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft und legt den Fokus darauf, bodenschonend zu arbeiten und so die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben zu erhalten und fördern.

Gärtnern ohne Umgraben für einen fruchtbaren Boden

Ein humusreicher, fruchtbarer Boden kann mehr pflanzenverfügbares Wasser und Nährstoffe speichern. Denn bei der Umsetzung organischer Materialien zu Humus entstehen stabile Humusaggregate, die dem Boden eine gute Krümelstruktur geben. Mit so einer stabilen Struktur ist der Boden vor Wind- und Wassererosion besser geschützt. Außerdem findet eine regelmäßige Nachlieferung von pflanzenverfügbaren Nährstoffen statt, die bei der Umsetzung von organischer Substanz und Humus frei werden.

Person bereitet Saatrille vor.
Die No-Dig-Methode ist eine bodenschonende Alternative zu konventionellen Methoden, die das sensible Gleichgewicht im Boden nicht stört. (Bild von jed owen auf unsplash)

Vorteile der No-Dig-Methode

Förderung des Bodenlebens und der biologischen Aktivität

Beim Sheet-Mulching lieferst du dem Mikrokosmos im Boden ein wahres Festmahl. Die biologische Aktivität steigt, weil das ganze organische Material umgesetzt wird.

Schutz des Bodengefüges und Verbesserung der Bodenstruktur

Das sensible Bodengefüge bleibt erhalten und die biologische Aktivität steigt. Es entsteht ein lockeres Krümelgefüge durch Humusauf- und Abbau. Die verbesserte Bodenstruktur wirkt sich wiederum positiv auf die Wasser- und Nährstoffhaltefähigkeit und damit auf die Kulturpflanzen aus.

Unterdrückung von Beikräutern

Durch das Aufschichten neuer organischer Substanz wird die bestehende Vegetation vom Licht abgetrennt und stirbt ab. Außerdem wächst durch die erste Schicht aus Pappe so gut wie nichts durch. Lediglich von den Seiten könnten sich die Wildkräuter auf der Fläche ansiedeln oder die Samen gelangen durch den Wind auf die neue Fläche.

Höhere Erträge

Durch verbesserte Bodenverhältnisse finden die Pflanzen gute Wachstumsbedingungen. Zudem führt eine hohe biologische Aktivität zu einer erhöhten Wärmebildung im Boden, was dem Pflanzenwachstum im Frühjahr zu Gute kommt.

Weniger körperliche Arbeit & Aufwand

Mit der No-Dig-Methode kommst du um das anstrengende und zeitraubende Umgraben herum. Das gibt dir nicht nur mehr Zeit für andere Dinge, sondern ist auch rückenschonend. Egal wo – auf dem Balkon oder im Garten, auf gutem oder schlechtem Boden. Diese Methode erlaubt es dir überall ein Beet zu platzieren. Und das mit kaum Aufwand an Zeit, Geld oder Anstrengung. 

Nachhaltig

No-Dig-Beete sind in vielerlei Hinsicht nachhaltig und gut für die Umwelt. Neben der Erhaltung der Bodengesundheit kannst du außerdem anfallende Gartenabfälle wiederverwenden und zurück in den Kreislauf bringen.

Person mit Grabegabel vor einem Feld.
No-Dig bringt zahlreiche Vorteile beim Gärtnern. Der Boden, aber auch Gärtner:innen können von dieser Methode profitieren.

Bodengerechtes Gärtnern mit der No-Dig-Methode

Boden entwickelt sich durch diverse physikalische und (bio-)chemische Prozesse. Das standortspezifische Ausgangsgestein verwittert und mit der zunehmenden Zerteilung entstehen immer kleinere Partikel und mineralische Nährstoffe. Zusätzlich zersetzt sich das organische Material, wofür die zahlreichen Bodenlebewesen zusammen arbeiten. Der Boden ist nämlich Heimat für zahlreiche Lebewesen unterschiedlichster Größe - das Edaphon. Neben großen Organismen wie Maulwürfen, Wühlmäusen und Regenwürmern leben auch extrem viele mikroskopisch kleine Lebewesen in unserem Erdboden. In einem Liter Erde können bis zu 10 Milliarden Organismen wohnen! Es wird fleißig zerkleinert und durchmischt, bis durch diese Zusammenarbeit stabile Humusaggregate und ein Bodengefüge entstehen. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist nicht nur für diese Lebewesen lebensnotwendig, sondern bildet auch unsere Lebensgrundlage. Um das Bodenleben und damit die Bodengesundheit nicht zu gefährden und unsere Felder nachhaltig zu bewirtschaften, müssen Gärtnerinnen und Gärtner auf die Bedürfnisse des Bodens acht geben!

Bodenstruktur erhalten und verbessern

Den Gartenboden umzugraben ist eine weit verbreitete Praxis, die aber leider einen ganz großen Nachteil hat: Beim Umgraben wird die natürliche Bodenschichtung zerstört und seine Struktur durcheinander gebracht. Durch die bodenschonende Bearbeitung bleibt die Bodenstruktur und -schichtung erhalten und das sensible Gleichgewicht im Boden intakt.

Maulwurf schaut aus seinem Bau.
Der Boden ist die Heimat zahlreicher Organismen. Als Gärtner:innen musst du daher auf das Bodenleben acht geben und bodenschonend Gärtnern.

Bodenleben erhalten und fördern

Beim Umgraben wird das Bodenleben im wahrsten Sinne des Wortes einmal auf den Kopf gestellt. Untere Schichten gelangen an die Oberfläche wobei die oberen Schichten untergegraben werden. Die kleinen Lebewesen sind aber perfekt an ihren Lebensraum angepasst: An der Oberfläche leben sauerstoffliebende Arten und in tieferen Schichten Arten, die es feucht und sauerstoffarm brauchen. Beim Umgraben verfrachtest du all diese Lebewesen an einen Ort, bei dem keine optimalen Bedingungen für sie herrschen. Die Bodenorganismen müssen sich erst neu orientieren, einige sterben sogar ab. Das zerstört das natürliche, fein aufeinander abgestimmte Bodengefüge und hemmt die biologischen Aktivität sowie umwandelnde Prozesse im Boden (Humusauf und -abbau). Die Umwandlung organischer Substanz zu Humus verläuft langsamer und es kommt zur Mineralisierung mobiler, auswaschungsgefährdeter Nährstoffe. Um die natürliche Funktion des Bodens aufrecht zu erhalten, organische Masse umzusetzen, kannst du auf die No-Dig-Methode zurückgreifen. Hierbei fachst du die biologische Aktivität im Boden an, indem du Nahrung durch das aufgeschichtete organische Material lieferst.

Gepflügtes Feld mit Traktor.
Beim Umgraben zerstört du das natürliche Bodengefüge. Image by congerdesign from Pixabay

Wichtige Helfer im Boden

Der Boden ist eine Lebensgemeinschaft zahlreicher Lebewesen: Bakterien, Pilze, Einzeller, Fadenwürmer, Springschwänze, Asseln, Regenwürmer und Co. Diese Gemeinschaft bildet ein Bodennahrungsnetz, das fein aufeinander abgestimmt ist. Die biologische Aktivität hängt stark mit der Art zu Gärtnern zusammen. Denn Bodenbearbeitung kann das Bodenleben stören, aber auch die Vegetationsdecke und ihre Diversität spielen eine wichtige Rolle.

Bakterien und Pilze stehen am Anfang des Bodennahrungsnetzes

Diese winzig kleinen Organismen ernähren sich z.T. von organischer Substanz und zu einem großen Teil von Wurzelausscheidungen der Pflanzen. Daher leben die meisten Bakterien auch in dem Teil des Bodens, in dem die Wurzeln wachsen (=Rhizosphäre). Ihre Aktivität und Existenz hängt viel mit der vorhandenen Vegetation an einem Standort zusammen. Eine möglichst vielfältige Pflanzendecke ist hierbei gut, denn dann ist auch das Bodenleben diverser. Hierbei gibt es Bewohner mit unterschiedlichsten Zuständigkeiten: Zersetzer (z.B. Actinomyceten), Mutualisten (z.B. Knöllchenbakterien, Mykorrhiza), Pathogene und anderen Bakterien, die sich nicht von organischer Substanz ernähren. Außerdem sind die kleinen Bodenbewohner ihrerseits Nahrung für Einzeller wie Amöben und Wimperntierchen, aber auch Regenwürmer. So beginnt das Bodennahrungsnetz und setzt sich vom Mikro- in den Makrokosmos des Bodens fort. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass du genug Mikroorganismen im Boden hast, damit das Bodennahrungsnetz eine Grundlage hat und biologische Prozesse ablaufen können.

Bodennahrungsnetz (in englisch: The Soil Food web)
Das Bodennahrungsnetz ist ein komplexes Gefüge, das von der Art der Bewirtschaftung deiner Beete maßgeblich beeinflusst wird. Soil Biology Primer/USDA-NRCS website (https://www.nrcs.usda.gov/wps/portal/nrcs/main/soils/health/biology/), CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Je mehr Regenwürmer, desto besser!

Der Regenwurm ist ebenfalls ein Bodenbewohner, der sehr empfindlich auf Bodenbearbeitung reagiert. Er ist ein wertvoller Helfer im Garten, der an vielen Standorten maßgeblich bei der Zersetzung organischer Substanz beteiligt ist. An der Anzahl der Regenwürmern im Boden kann man einschätzen wie gesund ein Boden ist. Sie graben tiefgehende Gänge in den Boden, vermischen und verstoffwechseln organisches Material und tragen so zu einem lockeren Krümelgefüge bei. Mit den Gängen entstehen Luft- und Wasserkanäle, was den Wasser- und Lufthaushalt im Boden verbessert. Mit der No-Till-Methode förderst du Regenwürmer, damit sie das Umgraben für dich übernehmen können.

Boden ist eine Gemeinschaft zahlreicher Organismen

Es gibt noch enorm viele andere Organismen im Boden, die ihrerseits einen Beitrag zur Bodenfunktion und dem Bodennahrungsnetz leisten. Die oben genannten sind nur zwei Beispiele von vielen. Der Boden ist ein super komplexes System, bei dem auch die Forschung erst am Anfang steht. Um aber bodengerecht zu Gärtnern solltest du grundlegende Zusammenhänge verstehen und den Boden in seiner Ganzheit betrachten.

Regenwurm kriecht auf Erdoberfläche.
Regenwürmer sind nützliche Helfer im Boden und tragen zu einer hohen Bodenfruchtbarkeit bei.

No-Dig als Alternative zum Beete umgraben

Die Grundlage eines gesunden und ertragreichen Gartens ist ein fruchtbarer Boden. Dieser wiederum hängt vom Bodenleben ab – von den Bakterien bis hin zu Regenwürmern, die organische Stoffe umsetzen. Wo es organisches Material gibt, gibt es auch Lebewesen, die es umsetzen und für uns nutzbar machen. Das ist das gleiche Prinzip wie bei einem Kompost. Beim Sheet Mulching nutzt du dieses Wissen. Der Vorgang der Kompostierung findet allerdings direkt auf dem Beet statt. Durch das Schichten unterschiedlicher organischer Materialien wird die Kompostierung angestoßen. Beim Schichten wechselt man zwischen stickstoffreichem Material (grüne Schicht) und kohlenstoffreichem Material (braune Schicht). Mit etwas Geduld entsteht ein wunderbar belebter Garten mit fruchtbaren Beeten.

Drei Kompostbehälter im Garten.
Sheet Mulching funktioniert wie ein Kompost. Organisches Material wird direkt auf dem Beet zersetzt und nutzbar gemacht. Image by Manfred Antranias Zimmer from Pixabay

So funktioniert's: No-Dig-Beete anlegen

Material

Du benötigst einige organische Materialien für die Schichten des Lasagne-Beets. Für die braune Schicht eignet sich Stroh, Holzspäne, Schilf, Blätter, Tannennadeln, Laub und sonstiges klein gehäckseltes Gehölz und Äste aus deinem Garten. Wenn du etwas Karton übrig hast, kannst du ihn auch für die braune Schicht verwenden. Er sollte aber unbedruckt und frei von Klebeband sein. Ansonsten läufst du Gefahr, den Boden mit Schwermetallen aus der Druckerfarbe oder mit Mikroplastik aus dem Klebeband zu belasten. Für die grüne Schicht eignet sich Mist, Gras- und Gemüse-Schnitt, Kaffeesatz, Kompost, Gemüse, Obst, Teeblätter, Teebeutel und Wildkräuter. Wildkräuter, wie z.B. Brennnesseln beschleunigen die Verrottung und sind reich an wertvollen Nährstoffen.

Anleitung

  • Bestimme eine Fläche. Vorzugsweise eine, die eine Bodenverbesserung benötigt oder verunkrautet ist. Diese Fläche mähst du und ebnest sie ein. Sollte sie besonders trocken sein, dann gieße gründlich. Das unterstützt die Kompostierung. Optional kannst du als Starter eine dünne Schicht Kompost auf die Grasnarbe geben.
  • Die erste Schicht ist eine Isolierungsschicht aus schwer zersetzbarem Material. Sie dient als eine Art Barriere für Sonnenlicht und hindert die bestehende Vegetation am Wachstum. Hierfür eignet sich unbedruckter Karton. Aber Achtung! – Die erste Isolationsschicht sollte nicht zu dick sein, da es sonst zu sauerstoffarmen Bedingungen im Boden kommen kann. Die Bodenlebewesen benötigen Sauerstoff, um die Materialien zu zersetzen. Nachdem du die erste Schicht aufgelegt hast, solltest du deswegen ca. eine Woche warten bis du weitere Schichten aufbringst.
  • Auf der Pappe wird nun abwechselnd eine Schicht aus braunen und grünen organischen Materialien aufgebracht. Welche Materialien sich dafür eignen, habe ich dir oben aufgelistet. Als Daumenregel kannst du dir merken: Die braunen Schichten sollten etwa doppelt so hoch sein wie die grünen Schichten.
  • Durch den Prozess der Zersetzung verlieren die Schichten an Volumen. Das solltest du bei der Planung bedenken. Die Schichten sollten mindestens doppelt so hoch sein wie das künftige Beet. Wenn du direkt mit der Bepflanzung loslegen willst, solltest du noch eine etwa 15 - 20 cm hohe Schicht Gartenerde aufbringen.
  • Abschließend legst du eine Mulch-Schicht aus Stroh, Grasschnitt, Rindenmulch oder gehäckselte Blätter auf das Beet. Achte darauf, dass immer eine Mulch-Schicht vorhanden ist. So schützt du das Beet vor unerwünschten Beikräutern und vor dem Austrocknen.
Karton und Stroh auf Boden aufgelegt als Isolierungsschicht.
Für die Isolierungsschicht eignet sich unbedruckter Karton. Dieser dient als Barriere und hindert die bestehende Vegetation am Wachstum. (Bild von sam barrett auf shutterstock)

Lasagne-Beet bepflanzen

Verzichte auf nitratanreichernde Kulturen

Hast du dich dafür entschieden, dein Beet direkt zu bepflanzen? Dann gibt es ein paar Dinge bei der Wahl der Kulturpflanzen für den Anfang zu beachten. Durch die Zersetzung werden große Mengen an Nitrat im Boden frei. Während des Verrottungsprozesses (erste 1-2 Jahre) solltest du deshalb auf den Anbau nitratanreichernder Pflanzen verzichten. Dazu gehören Spinat, Radieschen, Rettich und Salat. Gerade bei Blattgemüse können gesundheitsgefährdende Mengen an Nitrat in den Blättern gespeichert werden.

Pflanze Starkzehrer

Deswegen sind hier für den Anfang starkzehrende Pflanzen wie Kürbisgewächse, Tomaten oder Kohl besser geeignet. Diese Kulturen freuen sich über eine extra Portion Stickstoff und gedeihen besser. Nach etwa einer Saison, je nach Höhe des Lasagne-Beets, ist alles zersetzt und der Anbau von Schwachzehrern oder auch nitratanreichernden Pflanzen ist unbedenklich. Um das Lasagne-Beet auch nach den Prinzipien der Permakultur zu bepflanzen, kannst du eine Mischkultur verwenden.

Spinatpflanzen in einer Reihe gepflanzt.
Bis alles organische Material zersetzt ist, solltest du keine nitratanreichernden Pflanzen wie Spinat, Radieschen oder Salat einpflanzen. Es können gesundheitsschädliche Mengen an Stickstoff in den Blättern gespeichert werden. (Bild von MSphotos auf pixabay)

Das gibt es zu beachten:

  • Mikroorganismen benötigen Sauerstoff für die Zersetzung von den Schichten aus organischem Material. Achte bei deinem Lasagne-Beet auf eine ausreichende Sauerstoffzufuhr. Es ist wichtig, nach dem Auflegen der Isolierungsschicht eine Woche zu warten. So stellst du sicher, dass ihre Zersetzung bereits begonnen hat und genug Sauerstoff an der Bodenoberfläche vorhanden ist. Ansonsten werden unerwünschte Mikroorganismen angelockt, die Fäulnisbildung verursachen.
  • Feuchtigkeit ist wichtig für die Kompostierung. Bei Trockenheit solltest du das Lasagne-Beet ausreichend bewässern. Die Mulch-Schicht hilft auch gegen Feuchtigkeitsverluste. 
  • Überprüfe regelmäßig, ob das Beet frei von unerwünschten Wildkräutern ist. Auch hier kann eine Mulch-Schicht helfen. Falls es doch das ein oder andere Wildkraut durch die Isolierungsschicht geschafft hat, jäte es händisch ab.
  • Oft werden auch andere Gartenbewohner wie Schnecken und Ameisen durch das Blattmulchen angelockt. Das ist für den Vorgang der Kompostierung von Vorteil. Später, wenn die Fläche als Beet genutzt wird, können sie zum Problem werden. Ein Schneckenzaun kann hierbei helfen. Auch andere Gartenbewöhner wie Wühlmäuse fühlen sich besonders Wohl in einem Lasagne-Beet. Eine Übersicht zu Pflanzenschädlingen im Garten und ihrer Bekämpfung gibts in unserem Artikel dazu.
  • Zu Beginn werden unterschiedliche Schichten organischer Substanz geschichtet. Bis dieses Material durch Bodenorganismen umgesetzt wurde, dauert es ein wenig. Daher ist das Beet Anfangs wenig tief und nicht geeignet für besonders tiefwurzelnde Pflanzen oder Wurzelgemüse. Es dauert ein paar Monate, bis ein lockeres Krümelgefüge entsteht. Wenn du schnell ein Beet anlegen möchtest, kannst du dein eigenes Hügelbeet anlegen. Alternativ kannst du die auch ein Hochbeet bauen. Ein Beispiel für einen Pflanzplan für eine Mischkultur mit Wurzelgemüse findest du in unserem Artikel zum Thema.
Schnecke, die über Laub kriecht.
Gefräßige Schnecken werden von No-Dig-Beeten angelockt. Behalte sie gut im Auge und bringe ggf. einen Schneckenzaun an. Image by Jessica Crawford from Pixabay

Umgraben kann auch sinnvoll sein

Bei schweren Böden

Schwere Lehm- oder Tonböden kennzeichnet eine sehr feine Bodenstruktur mit vielen kleinen Poren. Das Problem hierbei ist, dass das Wasser in den kleinen Poren fixiert und nicht pflanzenverfügbar ist. Hierfür muss das Krümelgefüge grobporiger werden. In diesem Fall kann einmaliges Umgraben bei der Anlage sinnvoll sein. Der beste Zeitpunkt ist im Spätherbst vor den ersten Bodenfrösten. Der Boden kann von den Frösten profitieren: Bei der Frostgare werden bestehende Bodenaggregate durch das gefrorene Wasser aufgesprengt, wodurch mehr Luftporen entstehen. So entsteht ein vergleichweise lockeres, feinkrümeliges Beet. Bei sehr schweren Böden lohnt es sich vielleicht noch ein wenig Sand in die oberste, umgegrabene Schicht einzuarbeiten. Nach dem Umgraben sollte das Beet nicht offen liegen. Ansonsten wachsen Beikräuter und der Boden ist Erosions- und Verschlämmungsgefährdet. Um die Bodenstruktur weiter zu verbessern und damit der Boden nicht so nackt daliegt, kannst du nun hierauf ein Lasagne-Beet anlegen.

Trockener lehmiger Boden mit Rissen.
Bei schweren Böden kann Umgraben zur Neuanlage eines Beetes sinnvoll sein. Bild von daeron auf pixabay.

Bei tiefgründigen Bodenverdichtungen

Bodenverdichtungen können die unterschiedlichsten Ursachen haben: schwere Maschinen (Pflugsohle), Verschlämmung durch unzureichende Bodenstruktur, usw.

Bei starken Bodenverdichtungen wirkt dieser Horizont wie eine Blockade. Pflanzenwurzeln können hier nicht weiterwachsen und das wird besonders für tiefwurzelnde Kulturen zum Problem. Hier kann man den Verdichtungshorizont nur durch Umgraben aufbrechen.


Wir wünschen dir viel Erfolg beim Anlegen deines eigenen Lasagne-Beets und eine reiche Ernte. Falls du Fragen oder Anregungen zum Thema Sheet Mulching hast, schreibe uns gerne an magazin@fryd.app.

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Titelbild - Copyright CC BY-ND 2.0 by Ryan

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Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
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