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Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
19.05.2022 . Lesezeit: 8 Minuten

No-Dig-Methode: Gärtnern ohne Umgraben

,,No-Dig'' (engl. ,,nicht umgraben") oder ,,No-Till'' ist eine bodenschonende Methode aus der Permakultur. Dabei verzichten Gärtner:innen bewusst auf das Umgraben. Wieso du deinen Gartenboden nicht umgraben solltest und welche Vorteile die No-Dig-Methode hat, erfährst du in diesem Artikel. Zudem gibt es einige Ausnahmen, in denen es doch sinnvoll sein kann, den Gartenboden umzugraben.

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Auf einen Blick

Vorteile von No-Dig:

  • Förderung und Aktivierung des Bodenlebens
  • Verbesserung der Bodenstruktur und Schutz des Bodengefüges
  • Unterdrückung von Beikräutern
  • Höhere Erträge
  • weniger körperliche Arbeit und Zeit

Außnahmen:

  • bei schweren Böden
  • bei tiefgründigen Bodenverdichtungen (Holländern)

No-Dig-Methode: Gärtnern mit der Natur

Der japanische Mikrobiologie und Bauer Masanobu Fukuoka entwickelte die Philosophie der "Nichts-Tun-Landwirtschaft". Diese basiert auf der Annahme, dass sich die Natur ohne jegliche menschliche Eingriffe selbst erhalten kann. Alles, was der Mensch tun muss, ist die Natur sich selbst zu überlassen. Nach jahrelangen Beobachtungen seines Gartens entwickelte er verschiedene Methoden im Bereich der Permakultur. Die No-Dig-Methode basiert auf Fukuokas Konzept einer natürlichen und ökologischen Landwirtschaft mit natürlichen Selbstregelkreisen. Der Engländer Charles Dowding hat in unseren Breiten die No-Till-Methode entwickelt, angewendet und verbreitet.

Salatjungpflanzen werden in den Boden gepflanzt.
Bei der No-Dig-Methode gärtnerst du mit natürlichen Regelkreisläufen. Das kommt der Bodengesundheit und -fruchtbarkeit zu Gute.

Bodenschonende Alternative zum Umgraben

Mit wenig Aufwand an Zeit und Ressourcen kann so jeder Obst und Gemüse im eigenen Garten anbauen und ernten. Ziel ist es, die bestehende Vegetation wieder nutzbar zu machen und bodenschonend neue Beete anzulegen. Selbst Flächen in deinem Garten mit mäßiger bis schlechter Bodenqualität oder Verschmutzungen kannst du so ,,wiederbeleben". Außerdem eignet sich diese Methode auch für Flächen, bei denen kein Umgraben möglich ist, wie beispielsweise eine Wiese mit dichter Grasnarbe oder ein Rasen.

No-Dig: Beete anlegen ohne Umgraben

Gärtnern ohne Umgraben für einen fruchtbaren Boden

Den Gartenboden umzugraben ist eine weit verbreitete Praxis, die aber leider einen ganz großen Nachteil hat: Beim Umgraben wird die natürliche Bodenschichtung zerstört und seine Struktur durcheinander gebracht. Durch die bodenschonende Bearbeitung bleibt die Bodenstruktur und -schichtung erhalten und das sensible Gleichgewicht im Boden intakt. Dieser Ansatz folgt den Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft und legt den Fokus darauf, bodenschonend zu arbeiten und so die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben zu erhalten und fördern.

Person bereitet Saatrille vor.
Die No-Dig-Methode ist eine bodenschonende Alternative zu konventionellen Methoden, die das sensible Gleichgewicht im Boden nicht stört. (Bild von jed owen auf unsplash)

Vorteile der No-Dig-Methode

Förderung des Bodenlebens und der biologischen Aktivität

Beim Sheet-Mulching lieferst du dem Mikrokosmos im Boden ein wahres Festmahl. Die biologische Aktivität steigt, weil das ganze organische Material umgesetzt wird.

Schutz des Bodengefüges und Verbesserung der Bodenstruktur

Das sensible Bodengefüge bleibt erhalten und die biologische Aktivität steigt. Es entsteht ein lockeres Krümelgefüge durch Humusauf- und Abbau. Die verbesserte Bodenstruktur wirkt sich wiederum positiv auf die Wasser- und Nährstoffhaltefähigkeit und damit auf die Kulturpflanzen aus.

Unterdrückung von Beikräutern

Durch das Aufschichten neuer organischer Substanz wird die bestehende Vegetation vom Licht abgetrennt und stirbt ab. Außerdem wächst durch die erste Schicht aus Pappe so gut wie nichts durch. Lediglich von den Seiten könnten sich die Wildkräuter auf der Fläche ansiedeln oder die Samen gelangen durch den Wind auf die neue Fläche.

Person mit Grabegabel vor einem Feld.
No-Dig bringt zahlreiche Vorteile beim Gärtnern. Der Boden, aber auch Gärtner:innen können von dieser Methode profitieren.

Höhere Erträge

Durch verbesserte Bodenverhältnisse finden die Pflanzen gute Wachstumsbedingungen. Zudem führt eine hohe biologische Aktivität zu einer erhöhten Wärmebildung im Boden, was dem Pflanzenwachstum im Frühjahr zu Gute kommt.

Weniger körperliche Arbeit & Aufwand

Mit der No-Dig-Methode kommst du um das anstrengende und zeitraubende Umgraben herum. Das gibt dir nicht nur mehr Zeit für andere Dinge, sondern ist auch rückenschonend. Egal wo – auf dem Balkon oder im Garten, auf gutem oder schlechtem Boden. Diese Methode erlaubt es dir überall ein Beet zu platzieren. Und das mit kaum Aufwand an Zeit, Geld oder Anstrengung. 

Nachhaltig

No-Dig-Beete sind in vielerlei Hinsicht nachhaltig und gut für die Umwelt. Neben der Erhaltung der Bodengesundheit kannst du außerdem anfallende Gartenabfälle wiederverwenden und zurück in den Kreislauf bringen.

No-Dig-/Lasagne-Beete anlegen: Anleitung zum Sheet Mulching

Eine Anleitung, wie du ein Lasagne-Beete anlegst, findest du in unserem Artikel dazu. Hier erfährst du, worauf du beim Sheet Mulching achten musst.

Karton und Stroh auf Boden aufgelegt als Isolierungsschicht.
Sheet Mulching ist eine Bodenschonend Alternative zum Anlegen neuer Beete. (Bild von sam barrett auf shutterstock)

Umgraben kann auch sinnvoll sein

Bei schweren Böden

Schwere Lehm- oder Tonböden kennzeichnet eine sehr feine Bodenstruktur mit vielen kleinen Poren. Das Problem hierbei ist, dass das Wasser in den kleinen Poren fixiert und nicht pflanzenverfügbar ist. Hierfür muss das Krümelgefüge grobporiger werden. In diesem Fall kann einmaliges Umgraben bei der Anlage sinnvoll sein. Der beste Zeitpunkt ist im Spätherbst vor den ersten Bodenfrösten. Der Boden kann von den Frösten profitieren: Bei der Frostgare werden bestehende Bodenaggregate durch das gefrorene Wasser aufgesprengt, wodurch mehr Luftporen entstehen. So entsteht ein vergleichweise lockeres, feinkrümeliges Beet. Bei sehr schweren Böden lohnt es sich vielleicht noch ein wenig Sand in die oberste, umgegrabene Schicht einzuarbeiten. Nach dem Umgraben sollte das Beet nicht offen liegen. Ansonsten wachsen Beikräuter und der Boden ist Erosions- und Verschlämmungsgefährdet. Um die Bodenstruktur weiter zu verbessern und damit der Boden nicht so nackt daliegt, kannst du nun hierauf ein Lasagne-Beet anlegen.

Trockener lehmiger Boden mit Rissen.
Bei schweren Böden kann Umgraben zur Neuanlage eines Beetes sinnvoll sein. Bild von daeron auf pixabay.

Bei tiefgründigen Bodenverdichtungen

Bodenverdichtungen können die unterschiedlichsten Ursachen haben: schwere Maschinen (Pflugsohle), Verschlämmung durch unzureichende Bodenstruktur, usw.

Bei starken Bodenverdichtungen wirkt dieser Horizont wie eine Blockade. Pflanzenwurzeln können hier nicht weiterwachsen und das wird besonders für tiefwurzelnde Kulturen zum Problem. Hier kann man den Verdichtungshorizont nur durch Umgraben aufbrechen.


Wir wünschen dir viel Erfolg beim Anlegen deines eigenen Lasagne-Beets und eine reiche Ernte. Falls du Fragen oder Anregungen zum Thema Sheet Mulching hast, schreibe uns gerne an magazin@fryd.app.

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Titelbild - Copyright CC BY-ND 2.0 by Ryan

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