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Pflanzen abhärten und kräftigen - so geht‘s

20.01.2023  /  Lesezeit: 9 Minuten

Damit deine Jungpflanzen gut im Beet anwachsen, ist das Pflanzen abhärten sehr wichtig. In diesem Artikel erklären wir dir, wieso und wie du deine Jungpflanzen vor dem Auspflanzen abhärten und kräftigen solltest. Zudem gibt's Tipps zum Auspflanzen von Gemüsepflanzen!

In diesem Artikel findest du:

  1. Abhärten von Setzlingen: Wieso Pflanzen abhärten?
  2. Pflanzen an draußen gewöhnen: So einfach geht's
  3. Pflanzen abhärten: Eine Anleitung
  4. Tomatenpflanze abhärten
  5. Auspflanzen: Von der Fensterbank ins Freie
  6. Pflanzen vor Frost schützen
  7. Häufig gestellte Fragen zum Pflanzen abhärten

Auf einen Blick

Pflanzen abhärten

  • Wann? Ein bis zwei Wochen vor dem geplanten Pflanztermin
  • Wieso? Um die Jungpflanzen an Wind, Kälte, Temperaturschwankungen und direktes Sonnenlicht zu gewöhnen
  • Welche Pflanzen? Alle Pflanzen, die vorgezogen werden, wie Tomaten, Paprika, Chili, Kürbis, Zucchini, usw.

Anleitung zum Pflanzen abhärten und kräftigen

  • Beginne langsam damit, die Pflanzen für ein paar Stunden rauszustellen. Wähle zuerst ein schattiges, windgeschütztes Plätzchen. Verlängere jeden Tag die Stundenzahl.
  • Nach etwa einer Woche Pflanzen an Sonne gewöhnen und langsam Sonnenstrahlen aussetzen. Nach drei bis fünf Tagen kann die Pflanze dann in der Vollsonne stehen.
  • Gegen Ende auch mal Nachts draußen stehen lassen, um sie an Temperaturschwankungen zu gewöhnen.

Abhärten von Setzlingen: Wieso Pflanzen abhärten?

Bei der Anzucht von Gemüsepflanzen ist, nach dem Pikieren deiner Keimlinge, der nächste wichtige Schritt, das Abhärten der Jungpflanzen. Bevor sie ins Beet gepflanzt werden, solltest du deine Schützlinge an das Leben im Freien heranführen. Auf der Fensterbank gibt es keinen Wind, Kälte oder starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Außerdem haben die kleinen Pflanzen noch nie direktes Sonnenlicht abbekommen. Damit sie sich beim Auspflanzen nicht auch noch an all diese Umweltreize gewöhnen müssen, ist das Abhärten unerlässlich, um sie vorher zu kräftigen. Beim Abhärten werden nämlich einige Stoffwechselprozesse bei den Pflanzen angeregt und sekundäre Pflanzenstoffe zum Schutz eingelagert. So werden sie gestärkt ausgepflanzt und können all ihre Energie in ihr Wurzelwerk stecken. Die Stecklinge wachsen so besser an und robust und kräftig weiter.

Pflanzen an draußen gewöhnen: So einfach geht's

Nur Jungpflanzen, die vorgezogen werden, müssen abgehärtet werden. In unseren Breiten sind das v.A. Nachtschattengewächse wie Aubergine, Tomate, Tomatillos, Paprika, Chili und Kürbisgewächse wie Kürbis, Melone, Gurke und Zucchini. Diese Kulturen sind besonders wärmebedürftig und können erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai ins Freie. Beginne zwei Wochen zuvor mit dem Abhärten. Aber auch Salate, Kohlrabi, Mangold und Kräuter werden gern vorgezogen. Generell gilt, dass alle Pflanzen, die auf der Fensterbank vorgezogen wurden, ein bis zwei Wochen abgehärtet werden müssen. Bei Kulturen, die früh im Jahr ausgepflanzt werden, solltest du die Jungpflanzen v.A. an kalte Temperaturen gewöhnen. Dabei solltest du sie aber unbedingt vor extremen Wetter schützen und beispielsweise bei Frost abdecken.

Kohlrabi-Jungpflanzen beim Abhärten
Bevor du die Kohlrabisetzlinge auspflanzt, müssen sie sich an die frostigen Temperaturen früh im Jahr gewöhnen.

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Pflanzen abhärten: Eine Anleitung

1) Gemüsepflanzen kräftigen gegen Umwelteinflüsse

Um die zarten Setzlinge robuster und stabiler zu machen, musst du sie Wind und Wetter aussetzen. Beginne aber nur langsam damit, die Jungpflanzen Schritt für Schritt abzuhärten. Zunächst stellst du sie noch an ein schattiges, windgeschütztes Plätzchen und lässt sie für ein paar Stunden draußen stehen. Nun verlängerst du jeden Tag die Stundenzahl, die deine Schützlinge draußen stehen. Nach zwei, drei Tagen kannst du sie auch mal an einen ungeschützten Ort stellen und so Wind und minimalen Temperaturschwankungen aussetzen. Über Nacht stellst du sie aber wieder ins geschützte Haus.


2) Jungpflanzen an Sonne gewöhnen

Ohne sich an Sonnenlicht zu gewöhnen, würden die Jungpflanzen einen Sonnenbrand bekommen. Erst mit dem Abhärten lagern die Pflanzen sogenannte Flavonoide in ihrer Oberfläche ein, die sie vor schädlicher UV-Strahlung schützen.

Wie lange Pflanzen an Sonne gewöhnen?

Nachdem du deine Jungpflanzen ein paar Tage bis eine Woche an die Temperatur und den Wind draußen gewöhnt hast, kannst du langsam beginnen, die Pflanzen halbschattig zu stellen. Verlängere nun jeden Tag die Zeit in der Sonne. Nach etwa drei bis fünf Tagen kann deine Jungpflanze nun in der Vollsonne stehen, ohne sich zu verbrennen.


3) Pflanzen gegen Kälte abhärten

In der ersten Woche gewinnt der Setzling an Stabilität und Widerstandskraft. Nun kannst du ihn auch mal über Nacht draußen stehen lassen. Die Pflanzen müssen sich an die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht gewöhnen. Zunächst deckst du sie dabei noch ab und schützt sie so vor Kälte. Nach etwa zwei Nächten sind die Jungpflanzen abgehärtet und können ohne zusätzliche Abdeckung die Nacht im Freien verbringen (außer es gibt spontane, starke Spätfröste!). Sie sind dann bereit, ausgepflanzt zu werden.


Jungpflanzen abhärten
Führe deine Jungpflanzen langsam an ihren Umzug ins Freie heran. Die ersten Tagen sollten sie aber noch geschützt und schattig stehen!

Während du deine Pflanzen abhärtest, solltest du die Erde gleichmäßig feucht halten. Außerdem ist es ab einer bestimmten Größe und Zeit im Topf ratsam, die Setzlinge zu düngen. Nutze hierfür am besten organischen Flüssigdünger wie Brennnesseljauche oder Ackerschachtelhalmsud.

Achte bei den einzelnen Schritten darauf, dass deine Pflanzen gesund aussehen. Sobald Blätter vertrocknen, absterben oder hängen, ist das ein Anzeichen für Stress oder entstandene Schäden. Finde dann heraus, was du Ursache ist (z.B. Sonne oder Kälte) und verkürze die Zeit mit dem jeweiligen Umwelteinfluss, sodass sich die Pflanzen erholen können. Dann kannst du langsam wieder damit beginnen abzuhärten.


Tomatenpflanze abhärten

Tomaten sind eine sehr beliebte Kultur. Aufgrund der enormen Sortenvielfalt werden sie gerne selbst vorgezogen und gepflanzt. Wegen ihrer tropischen Herkunft mögen es Nachtschattengewächse gerne warm und sind sehr kälteempfindlich. Achte beim Abhärten von Tomaten darauf, dass keine Spätfröste kommen. Falls doch, stelle die Pflanzen unbedingt ins Haus, denn sie sind niemals frosthart! Gleiches gilt für andere Nachtschattengewächse wie Paprika, Chili und Aubergine sowie Kürbisgewächse.

Ab wann Tomaten rausstellen?

Etwa zwei Wochen vor dem geplanten Pflanztermin kannst du mit dem Tomaten abhärten beginnen. Sie sollten dabei schon um die zwei Monate alt sein und erst erst bei konstanten Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad nach draußen gestellt werden. Bei starken und andauernden Kälteeinbrüchen, die Tomatenpflanzen unbedingt reinstellen! Sie können nur für kurze Zeit solche extremen Temperaturen aushalten und sterben dann ab.

Wie lange Tomaten abhärten?

Tomatenpflanzen härtest du ebenfalls ein bis zwei Wochen ab. Bei Pflanzen, die ins Freiland kommen, solltest du lieber zwei Wochen wählen. So werden sie auch sicher stark und kräftig genug. Bei Gewächshaus-Tomaten reicht meist auch nur eine Woche. Hier ist der Einfluss von Wind und Wetter nicht so stark.


Auspflanzen: Von der Fensterbank ins Freie

Nach dem Jungpflanzen abhärten folgt das Auspflanzen. Nun sind sie bereit auf das Leben im Freien. Die meisten Kulturen werden Mitte Mai, nach den letzten Frösten, ausgepflanzt. Das gilt besonders für wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten, Paprika & Co. Frostharte Pflanzen können aber auch schon vorher ausgepflanzt werden, z.B. Kohlrabi, diverse Wintersalate und Kohl. Je nach Kultur solltest du dich vorweg informieren, wann es möglich ist, sie auszupflanzen. Für einen guten Start wählst du einen trockenen, windstillen Tag ohne extreme Temperaturen.

Frisch gepflanzt Kohlrabisetzlinge
Nach dem Auspflanzen hängen die Blätter der Jungpflanzen gerne mal, bis die Wurzeln richtig angewachsen sind.

Pflanzen vor Frost schützen

Generell solltest du beim Auspflanzen darauf achten, deine Jungpflanzen gut anzugießen (außer, an dem Tag sind Fröste angekündigt). Bei angesagtem Frost ist es in den ersten Tagen außerdem ratsam, die Setzlinge mit einem Vlies zu schützen. Alternativ zum klassischen Vlies kannst du auch alte Decken oder Zeitungen wiederverwenden. Zudem eigenen sich auch Kokos- oder Hanfmatten und alte Jutesäcke. Sind die Jungpflanzen erstmal gut angewachsen, werden sie irgendwann dem Frost trotzen können. Bis dahin freuen sie sich über einen Schutz. Generell solltest du alle frisch gepflanzten Jungpflanzen vor Frost schützen. Frost kann nämlich vorallem Jungpflanzen schädigen, was dazu führen kann, dass sie absterben.


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Autor:in

Marie

Marie ist studierte Agrarwissenschaftlerin der Uni Hohenheim. Ihre Schwerpunkte liegen besonders auf ökologischer Landwirtschaft und Permakultur. Um den Menschen Wissen über ökologische Zusammenhänge und Alternativen zur bisherigen Landnutzung aufzuzeigen, schreibt sie Artikel für Fryd. Unsere momentanen Wirtschaftssysteme, besonders in der Landwirtschaft, haben zahlreiche negative Auswirkungen auf die Natur und destabilisiert unsere Ökosysteme. Wir brauchen wieder eine große Vielfalt in unseren Gärten und Beeten, um dem Artensterben entgegen zu wirken. Jede:r Gärtner:in kann dazu beitragen, Lebensräume und Nahrung für verschiedenste Lebewesen zu schaffen und erhalten. Mit ihren Artikeln möchte sie ihre Erfahrungswerte im Umgang mit natürlichen Systemen weitergeben und Menschen Möglichkeiten an die Hand geben, für ein stabiles Ökosystem und damit auch der Sicherung unserer Lebensgrundlage beizutragen.

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Sonnenkind vor 29 Minuten
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Ich wollte nur mal kurz nach dem Rechten sehen.🤷‍♀️Mein Mann kennt das schon....Stunden später.... Ich habe doch tatsächlich fünf Möhren geerntet. Die Einzigen. Sie sind so schön, dass ich jetzt doch nochmal Späte aussäen werde. Himbeeren habe ich schon so viele, dass ich einen Teil einfriere. Die erste Taglilie und die letzte Pfingstrose.🥰

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Der Gurkenfreund:) vor 1 Stunden
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Hallöchen:) Ich wollte heute morgen ganz normal zur Schule gehen und auf einmal steht ein guter Freund von mir mit dieser ganzen Ladung Pflanzen vor meiner Haustür und bin jetzt ehrlich gesagt etwas überfordert😅 Bild 1: Kenn ich nicht Bild 2: Baumspinat Bild 3: Tomaten Bild 4: Basilikum Bild 5: Himbeeren Sind alle Pflanzen soweit gesund? Kann vielleicht jemand erkennen, was für eine Sorte die Tomaten, der Basilikum und die Himbeeren sind? Auf dem 3. Bild ist der Topf der Tomatenpflanze ganz links bereits viel zu klein, sodass sich dessen Wurzeln durch die Wasserablauflöcher verzweigt haben. Was mache ich damit? Kurze Info was ich jetzt erstmal gemacht habe: •Die Tomaten habe ich überdacht hingestellt •Der Spinat wird so bald wie möglich vereinzelt •gegossen wurde ebenfalls ausreichend Habt ihr noch weitere Tipps für mich?

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Gartenhase vor 1 Stunden
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Blüht bei mir 😂😂 Im Gewächshaus bin ich auch recht zufrieden / nur meine Hochbeete sollten wir mal noch anlegen 🥹🥹 Da kam diese nass Periode echt dazwischen

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Häufige Fragen

Pflanzen müssen abgehärtet werden, um sie an Wind, Kälte, Temperaturschwankungen und direktes Sonnenlicht zu gewöhnen, bevor sie ausgepflanzt werden. Dies stärkt ihre Widerstandsfähigkeit.

Das Abhärten sollte ein bis zwei Wochen vor dem geplanten Auspflanzen beginnen, um die Jungpflanzen allmählich an die Außenbedingungen anzupassen.

Nach einigen Tagen der Gewöhnung an Temperatur und Wind, sollten die Pflanzen langsam für längere Zeiträume dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, beginnend mit schattigen Plätzen bis hin zur Vollsonne.

Deine Tomatenpflanzen sollten dabei etwa um die zwei Monate alt sein und erst erst bei konstanten Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad nach draußen gestellt werden. Um sie nachts abzuhärten, sollten die Temperaturen auf jeden Fall über 8 Grad liegen.

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