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Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
22.08.2022 . Lesezeit: 12 Minuten

Pflanzenkrankheiten erkennen und bekämpfen

Deine Pflanze sieht krank aus und du möchtest herausfinden, was ihr fehlt? Hierzu musst du wissen, dass nicht nur Krankheiten Symptome wie Welken, Gelbverfärbungen oder Absterben der Blätter, Triebe oder Wurzeln verursachen können. Neben Pflanzenkrankheiten gibt es auch noch unzählige andere Ursachen, wieso deine Pflanzen solche Symptome zeigen könnten. Bevor du also eine Pflanzenkrankheit in Betracht ziehst, solltest du andere Faktoren, die zur Pflanzengesundheit beitragen, unter die Lupe nehmen. Was es dabei zu beachten gibt und eine Übersicht zu den häufigsten Pflanzenkrankheiten, findest du hier im Artikel.

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Auf einen Blick

Pflanzenkrankheit oder andere Ursache für Symptome?

  • Schädlinge v.A. saugende Insekten können auch Chlorosen oder absterbende Blätter verursachen
  • Falsche Pflege wie eine ungünstige Nährstoff- oder Wasserversorgung führt auch zu ungesunden Pflanzen
  • Schlechte Bodenbedingungen verschlechtern Versorgung mit Wasser und Nährstoffen
  • Unpassender Standort für Kulturpflanzen oder zu wenig Platz und damit Konkurrenz um Ressourcen führen zu Unterversorgung einzelner Individuen oder vom ganzen Bestand

Hast du diese Ursachen ausgeschlossen, hat sich deine Pflanze vermutlich mit einer Pflanzenkrankheit infiziert. Je nachdem, wo die Symptome auftreten gibt es eine Vielzahl an Krankheiten, die in Frage kommen (eine Übersicht über die Häufigsten findest du unten im Artikel). Finde heraus, mit welcher Krankheit du es zu tun hast, bevor du Maßnahmen ergreifst!

Pflanzenkrankheit oder doch ein Befall mit Schädlingen?

Bevor du deine Pflanzen behandelst, solltest du dir sicher sein mit welchem Schaderreger du es zu tun hast. Ansonsten ergreifst du eventuell unpassende Maßnahmen, die dann unter Umständen nicht helfen. Chlorosen können auch durch saugende Schädlinge wie z.B. Blattläuse verursacht werden. Schadsymptome v.A. an den Blättern können also auch von sogenannten Schädlingen ausgelöst werden!

Um dich zu vergewissern, dass keine tierischen Schaderreger die Ursache sind, solltest du sie daher gut untersuchen. Da viele Schaderreger mikroskopisch klein und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen sind, solltest du eine Lupe zur Hilfe nehmen. Schaue an allen Pflanzenteilen gründlich nach, besonders aber auf den Blattunterseiten und in den Blattachseln.

Blattläuse auf der Blattunterseite einer Pflanze
Blattläuse sitzen gerne auf der Blattunterseite und in den Blattachseln. Bild von Hans auf Pixabay

Zudem kann es sein, dass durch saugende Schädlinge andere Pflanzenkrankheiten übertragen werden. Besonders Viren werden auf diese Art verbreitet. Solltest du Schädlinge entdecken, halte deine Augen offen, ob es Anzeichen für eine Virus-Infektion gibt wie das Gelbmosaikvirus.

Falsche Pflege deiner Pfanzen?

Bei einem Befall mit Schädlingen oder Krankheiten beginnen die Symptome meist zuerst an einigen wenigen Pflanzen. Mit der Zeit breiten sie sich im Beet aus und infizieren nach und nach andere Pflanzen.

Sind Umwelteinflüsse oder falsche Pflege die Ursache für ungesund wirkende Pflanzen, betrifft das meist viele Individuen im Beet. Entdeckst du also großflächig Probleme beim Wachstum oder der Entwicklung deiner Schützlinge solltest du die Rahmenbedingungen in deinem Beet, die Bedürfnisse deiner Kulturpflanzen und deine Pflegegewohnheiten unter die Lupe nehmen. Wir geben dir im Folgenden eine Übersicht, welche Pflegefehler Krankheit verursachen können.

Gartenwerkzeug in einem Bastkorb.
Auch falsche Pflege kann deine Pflanzen krank machen! Pflegehinweise und Tipps findest du im Lexikon in unserer Fryd-App. Bild von congerdesign auf Pixabay.

Schlechte Nährstoffversorgung

  • Nährstoffmangel: Pflanzen entwickeln je nach Nährstoff typische Mangelerscheinungen. Mehr zum Thema Nährstoffmangel und eine Übersicht über die wichtigsten Pflanzennährstoffe findest du im Artikel zum Thema (dieser Artikel folgt bald).
  • Nährstoffüberschuss: schlechtes Wurzelwachstum; v.A. oberirdische Pflanzenteile wachsen; Pflanzen werden anfälliger für Krankheiten (v.A. für Pilzkrankheiten!)

Eine ungünstige Versorgung mit Nährstoffen hängt nicht nur mit der Düngung zusammen, sondern auch mit den Bodenbedingungen. Die Nährstoffverfügbarkeit hängt vom Bodentyp und der Bodenstruktur ab. Je nach Bodenbedingungen kannst du Maßnahmen zur Bodenverbesserung ergreifen, die gleichzeitig die Nährstoffverfügbarkeit im Boden verbessern.

Außerdem spielt die Wasserversorgung eine Rolle, denn viele Nährstoffe (v.A. Stickstoff) werden durch Massenfluss des Wassers zu den Pflanzenwurzeln transportiert. Bei Trockenheit kommen die Pflanzen daher ganz schlecht an Nährstoffe und reagieren darauf mit mehr Wurzelwachstum (weniger oberirdisches Wachstum und damit langsamere Entwicklung deiner Kulturpflanzen).

Setzlinge im Beet.
Für eine gute Nährstoffversorgung müssen die Bodenbedingungen stimmen und es braucht eine gute Wasserversorgung. Bild von Christiane auf Pixabay.

Unregelmäßige Wasserversorgung

  • Trockenheit: Blätter rollen sich ein; manche Pflanzen reagieren mit spontanem Blattfall; Chlorosen oder absterbende Blätter; Blätter vertrocknen beginnend vom Blattrand aus; ähnlich zu Nährstoffmangelerscheinungen (v.A. Stickstoff!)
  • Staunässe: Wurzelfäulnis; welke Blätter, später sterben Blätter und Pflanze ganz ab; später Infektion mit Wurzelkrankheiten möglich durch Wurzelfäulnis

Die Bodenstruktur trägt auch zur Wasserverfügbarkeit bei. Bodenverdichtungen beispielsweise führen zu einer ungünstigen Wasserversorgung. Zum einen wirken starke Verdichtungen wie eine Barriere für die Wurzeln und die Pflanzen können tieferliegendes Wasser nicht erreichen. Zum anderen kann das Wasser, das durch Regen oder Gießen in den Boden gelangt, nicht gut abfließen und es kann zu Staunässe kommen. Daher kann eine schlechte Wasserversorgung nicht nur an den Gießgewohnheiten liegen, sondern auch an der Bodenstruktur.

Pflanzen gießen mit dem Gartenschlauch.
Eine ungünstige Wasserversorgung kann auch Symptome hervorrufen und Wurzelkrankheiten begünstigen. Bild von RyanMcGuire auf Pixabay.

Passender Standort?

Zu guter Letzt solltest du nochmal deine Beetplanung genau anschauen. Hierbei kannst du dich an folgenden Fragen orientieren:

  • Haben die Pflanzen im Beet genug Platz um zu wachsen? Jede Pflanze braucht nämlich eine gewisse Fläche, um genug Licht, Wasser und Nährstoffe zur Verfügung zu haben. Es gibt hierbei Pflanzabstände, nach denen du dich richten kannst. Diese Pflanzabstände findest du meist auf der Saatgutverpackung und kannst du ggf. aber auch in unserem Lexikon nachlesen. Hier findest du auch Tipps zur richtigen Pflege zahlreicher Kulturpflanzen. Unterschreitest du diese Mindestabstände, kann es zu Konkurrenz um Ressourcen und damit Krankheit kommen. Dabei setzen sich starke Individuen durch, wodurch zwangsläufig Andere den Kürzeren ziehen und unter Mangel leiden. Außerdem ist die Durchlüftung im Bestand schlecht, wodurch Pilzkrankheiten wie der Mehltau bessere Karten haben.
  • Sind die Bodenbedingungen in meinem Beet gut für die Kulturpflanzen? Jede Kulturpflanze hat ihre Vorlieben, die sich an ihrem natürlichen Standort orientiert. Die meisten Kulturpflanzen gedeihen auf einem humosen, gut durchlüfteten, mittelschweren Gartenboden. Wie bereits erwähnt, sind die Bodenbedingungen sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung und du solltest ggf. deinen Gartenboden verbessern.

Unser Tipp: Mit der Fryd-App kannst du besonders einfach deine Beete planen. Das erleichtert dir deine Beetplanung enorm! Wir zeigen dir bei der Planung neben guten und schlechten Nachbarschaften auch den benötigten Platz einer Kulturpflanze an. So kann es nie mehr vorkommen, dass deine Schützlinge zu wenig Platz haben, um sich zu entfalten!

Unbestelltes Beet.
Deine Pflanzen brauchen für ein gesundes Wachstum genug Platz im Beet. Das musst du bei der Gartenplanung berücksichtigen! Bild von PierreGilbert auf Pixabay.

Pflanzenkrankheiten erkennen und bekämpfen

Du kannst die anderen Ursachen für die Symptome deiner Pflanzen ausschließen? Dann hat deine Pflanze sich vermutlich mit einer Krankheit infiziert. Im Folgenden erhältst du eine Übersicht, über die häufigsten Pflanzenkrankheiten im Garten. Je nachdem, wo die Symtome auftreten, gibt es Blatt-, Trieb- oder Wurzelkrankheiten.

Die häufigsten Blattkrankheiten: Mehltau & Co

Wenn du dir unsicher bist, mit welcher Pflanzenkrankheit deine Pflanze infiziert ist, findest du hier eine Übersicht der häufigsten Blattkrankheiten und ihrem Schadbild.

Pflanze mit echtem Mehltau infiziert.
Mehltau ist eine der häufigsten Krankheiten im Garten!

Häufige Pflanzenkrankheiten an Trieben

  • Monilia-Spitzendürre
  • Feuerbrand
  • Obstbaumkrebs
  • Triebsterben

Um herauszufinden, welche Triebkrankheit deine Pflanzen haben, findest du hier eine Übersicht zu den häufigsten Triebkrankheiten bei Pflanzen und wie du diese erkennen und bekämpfen kannst!

Weit verbreitete Wurzelkrankheiten

  • Wurzelfäule (kann verschiedene Ursachen haben, nicht nur Pflanzenkrankheiten)
  • Verticillium-Welkepilz (auch Umfallkrankheit)
  • Wurzelbrand

Eine Übersicht zu Wurzelkrankheiten mit ihren Schadbild findest du im Beitrag dazu.

Rüben.
Ein gesundes Wurzelwachstum ist nicht nur bei Wurzelgemüse die Grundlage für ein gesundes Wachstum und damit einer reichen Ernte. Bild von Marketing Manager auf Pixabay

Pflanzenkrankheiten bekämpfen

Die meisten Pflanzenkrankheiten werden durch biotische Schaderreger ausgelöst. Pilze, Bakterien und Viren infizieren dabei deine Pflanzen und machen sie krank. Am häufigsten sind es aber pilzliche Schaderreger, die Krankheiten im Garten verursachen.

Eine Infektion mit Bakterien oder Viren ist schwer zu bekämpfen. Häufig sind diese Pflanzen zum Tode verurteilt und du kannst nur schnell handeln, betroffene Pflanzen entfernen und so die Ausbreitung stoppen. Zur Behandlung von pilzlichen Pflanzenkrankheiten wie z.B. Mehltau gibt es allerdings schon einige wirksame natürliche Mittel. Hierzu zählen Pflanzenjauchen und -tees wie beispielsweise Brennnesseljauche oder Ackerschachtelhalmtee. Diese Mittel wirken allerdings nur begrenzt und du musst schon in einem frühen Stadium der Krankheit mit der Behandlung anfangen. Ansonsten ist es schwer Pflanzenkrankheiten auf natürliche Weise zu bekämpfen.

Am wirkungsvollsten ist daher vorbeugender Pflanzenschutz, um Krankheiten fernzuhalten und zu verhindern, dass sie sich in deinen Beeten etablieren.

Pflanzenkrankheiten vorbeugen

Um nachhaltig zu Gärtnern, solltest du auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Krankheiten verzichten. Stattdessen ist es wichtig, Krankenheiten vorzubeugen und so deine Pflanzen zu schützen. Diese Maßnahmen helfen dir dabei:

  • Pflanzen stärken: Mit Pflanzenstärkungsmittel wie Pflanzenjauchen, Komposttee und Co. kannst du natürlich deine Pflanzen stärken. Besonders gegen Pilzkrankheiten sind diese Mittel sehr wirksam. Mehr zum Thema kannst du im Artikel dazu nachlesen. Hier gibts noch mehr Tipps zum vorbeugenden Pflanzenschutz für starke Pflanzen ohne Chemie.
  • Neben Pflanzenstärkungsmittel gibt es aber noch mehr Möglichkeiten, ohne Chemie gesunde Pflanzen im Beet zu haben. Weitere Informationen und Tipps zum ökologischen Gärtnern findest du im Artikel zum Thema.
  • Gute Hygiene in deinem Garten: Um die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen solltest du dein Gartenwerkzeug regelmäßig reinigen (v.A. nachdem du eine infizierte Pflanze geschnitten hast). Ebenso Blumentöpfe, Rankhilfen und Co.: nach jeder Saison solltest du alles vor dem Einlagern gründlich reinigen. Um Pilzkrankheiten vorzubeugen, die im Laub überwintern (z.B. Apfelschorf), solltest du das Laub infizierter Pflanzen entfernen; Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig auf Krankheiten oder Schädlinge auf der Blattober- und Unterseite!; Entferne ggf. infizierte Pflanzenteile großzügig und entferne sie im Hausmüll
  • Qualitativ hochwertiges Saatgut: Um Krankheiten wirksam vorzubeugen wählst du am besten biologisch erzeugtes Saatgut. Denn bereits im Saatgut können Schaderreger lauern, die dann auch andere Kulturen in deinem Beet befallen. In unserer App findest du im Fryd-Shop eine breite Auswahl an biologischem Saatgut. Schau doch mal vorbei!

Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@fryd.app.

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Titelbild von Rene Wadas auf Pixabay

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Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
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