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Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
25.02.2021 . Lesezeit: 14 Minuten

Tomaten pflanzen: Anzucht, Aussaat & Pflege

Tomatenpflanzen findet man in fast jedem Hobbygarten oder Gewächshaus - sie gehören zu unseren Lieblingen im Garten und auch in der Küche. Bei der richtigen Sortenwahl kannst du Tomaten auch problemlos auf dem Balkon anbauen und eigene Tomaten genießen.

Wir geben dir hilfreiche Tipps von der Aussaat von Tomaten über Pflegetipps bis hin zur Tomatenernte. Außerdem gibt es eine Anleitung zum Tomaten pflanzen.

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Auf einen Blick

  • Lichtbedarf: sonnig
  • Nährstoffbedarf: hoch
  • Wasserbedarf: hoch, keine Staunässe
  • Boden: durchlässig, humus- und nährstoffreich
  • Keimtemperatur: 24 - 28 °C
  • Aussaat: ab Mitte März bis MItte April, bei einer Anzucht im Gewächshaus ab Februar
  • Auspflanzen: nach dem letzten Frost, im Gewächshaus 3 Wochen nach dem Pikieren
  • Saattiefe: 0,5 - 1 cm
  • Pflanzabstand: mind. 50 cm, je nach Sorte

Tomaten im Garten anbauen

Tomaten gehören zu der Familie der Nachtschattengewächse. Ursprünglich stammen sie aus Mittel- und Südamerika. Heute sind sie auf der ganzen Welt verbreitet und eines unserer Lieblinge unter dem Fruchtgemüse.

In ihrer Heimat wachsen sie mehrjährig. In unseren Breiten werden sie einjährig kultiviert, da die Bedingungen für einen mehrjährigen Anbau meist nicht gegeben sind. Ab Mai bilden sich kleine, gelbe Blüten in den Blattachseln. Aus ihnen entwickeln sich innerhalb von 2 Monaten grüne Beerenfrüchte. Je nach Sorte färben diese sich mit der Zeit rot, gelb oder schwärzlich. Mittlerweile gibt es über 3.000 Sorten.

Tomatenblüten mit Hummel
Besonders Hummeln tragen zur Bestäubung von Tomaten bei.

Tomatenbeet anlegen

Standort und Boden für Tomaten

Der Boden sollte durchlässig, humus- und nährstoffreich sein. Auf schweren Böden mit Staunässe reagieren Tomaten oft mit Krankheiten. Das Wasser muss also immer gut abfließen können. Als Starkzehrer haben sie einen hohen Bedarf an Nährstoffen. Zur Bodenvorbereitung kannst du Kompost einarbeiten.

Damit deine Tomatenpflanzen gut gedeihen, solltest du ihnen ein sonniges, warmes, wind- und regengeschütztes Plätzchen suchen. In unseren Breiten empfiehlt sich ein Gewächshaus oder ein Folientunnel. Egal wo, die Tomatenpflanzen müssen auf alle Fälle überdacht stehen. Stehen sie ungeschützt im Regen, werden sie anfälliger für Krankheiten, v.A. Pilze.

Die richtige Tomatensorte finden

Die Pflanzen entwickeln je nach Sorte eine unterschiedliche Wuchs- und Fruchtform. Man unterscheidet zwischen Stab- , Busch- , Fleisch- und Cocktailtomaten. Je nach Standort solltest du eine geeignete Sorte für dich wählen. Mehr Tipps zur richtigen Sortenwahl von Tomatensamen findest du im Artikel dazu.

Tomaten selber ziehen: Eine kurze Anleitung

Zum Thema Tomaten selber ziehen gibt es auch einen ausführlichen Artikel mit vielen Tipps zur Tomaten-Anzucht und -Aussaat. Hier im Artikel geben wir dir eine kurze Übersicht zu den wichtigsten Punkten, die du bei der Anzucht eigener Tomatensetzlinge beachten solltest.

Gutes Saatgut bringt gesunde Jungpflanzen und eine reiche Ernte. Achte auf eine gute Qualität. (Bild von AndreasGoellner auf Pixabay)

Tomaten säen: So geht die Aussaat

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Tomaten aussäen?

Tomaten zieht man für gewöhnlich auf der Fensterbank ab Mitte März vor (der beste Aussaattermin für deine Sorte findest du auf der Verpackung). Die Tomatenanzucht im Gewächswachs ist schon etwas früher, nämlich ab Februar, möglich. Starte nicht zu früh mit der Aussaat, da Tomaten sehr lichtbedürftig sind und sonst vergeilen!

So funktioniert die Tomaten-Aussaat:

  • Pro Anzuchttöpfchen werden 2 bis 3 Samen etwa 0,5 bis 1 cm tief in die Erde gelegt
  • Optimale Keimtemperatur liegt zwischen 24 bis 28 °C
  • Keimdauer liegt in etwa bei 7 bis 14 Tagen

Tomaten anziehen: Tipps zur Anzucht und Pikieren

Was gibt es bei der Tomaten-Anzucht zu beachten?

  • Nach der Keimung benötigen die Keimlinge ein kühleres Plätzchen mit etwa 15 °C. Für ein gutes Wachstum muss das Verhältnis zwischen Licht und Wärme stimmen, ansonsten vergeilen die kleinen Tomatenpflanzen!
  • Regelmäßiges Gießen ist sehr wichtig. Besprühe zu Beginn die Samen 2 x täglich. Nach dem Pikieren kannst du dann ganz normal gießen. Aber Achtung: Tomaten mögen Staunässe gar nicht!

Wann und Wie werden Tomatensämlinge pikiert?

  • Etwa 2 bis 3 Wochen nach der Aussaat kannst du deine Tomatenkeimlinge pikieren. Das heißt, jede Jungpflanzen bekommt einen eigenen Topf.
  • Es sollten bereits die ersten beiden richtigen Blätter nach den Keimblättern entwickelt oder ansatzweise zu sehen sein.
  • Setze die Sämlinge tiefer in die Erde als zuvor, um ihnen mehr Stabilität zu geben.
2 bis 3 Wochen nach der Keimung werden die Pflänzchen pikiert. Setze sie etwas tiefer in die Erde als zuvor, das erhöht ihre Stabilität. (Bild von AndreasGoellner auf pixabay)

Tomaten auspflanzen: Von der Fensterbank ins Freie

Tomaten vor dem Aussetzen abhärten

Du solltest deine Tomatenpflanzen vor dem Auspflanzen unbedingt abhärten. Das gilt vorallem, wenn du sie ins Freiland setzt. Die Pflanze muss sich erst an Umweltbedingungen wie Wind und direktes Sonnenlicht gewöhnen. Stelle die Pflanzen hierfür für etwa eine Woche täglich ins Freie. Zu Beginn an ein schattiges Plätzchen und mit der Zeit auch gerne mal in die direkte Sonne. Verlängere jeden Tag die Zeit im Freien.

Wann und Wie werden Tomaten gepflanzt?

Nach den letzten Frösten (meist Mitte Mai nach den Eisheiligen) können die Tomatenpflanzen ins Freie. Falls du ein Gewächshaus hast, kannst du deine Tomaten auch schon etwa 3 Wochen nach dem Pikieren pflanzen.

Tipps zum Auspflanzen von Tomaten:

  • Bereite den Boden gut mit Kompost vor und lockere ihn auf.
  • Setze deine Tomatensetzlinge tiefer in die Erde als zuvor.
  • Halte den Pflanzabstand ein. Der ist je nach Sorte unterschiedlich, sollte aber mindestens 50 cm betragen. Die genauen Pflanzabstände einzelner Sorten findest du in unserem Lexikon. Hier kannst du auch sonstige Bedürfnisse der Pflanzen sowie Tipps zum Anbau nachlesen.
Tomaten im Freiland
Die wärmeliebenden Tomaten werden erst nach den letzten Frösten ins Freiland gepflanzt.

Die richtige Pflege von Tomaten

Bei der Pflege von Tomaten gibt es einiges zu beachten: neben regelmäßigem Düngen und Gießen werden Tomatenpflanzen zum Teil auch ausgegeizt und entblättert. In unserem Artikel zu Tomatenpflanzen pflegen findest du Tipps zur richtigen Pflege von Tomaten. So wirst du garantiert mit einer reichlichen Ernte belohnt!

Tomaten in einer Mischkultur anbauen

Alles zum Thema Mischkultur mit Tomaten findest du hier im Artikel. Neben einer Tabelle zu guten und schlechten Nachbarn findest du auch alles, was es bei der Fruchtfolge und dem Fruchtwechsel zu beachten gibt. Außerdem haben wir dir einen Pflanzplan für eine Mischkultur im Tomatenbeet vorbereitet.

Gute und schlechte Nachbarn für Tomaten

  • Gute Nachbarn: Bohnen, Chili, Johannisbeeren, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Knollensellerie, Kohle, Lauch, Mais, Möhren, Paprika, Salat, Sojabohnen, Spargel, Spinat, Wurzelpetersilie, Zwiebeln
  • Schlechte Nachbarn: Aubergine, Erbse, Fenchel, Gurken, Kartoffeln, Liebstöckel, Okra, Physalis, Schwarzwurzel, Sonnenblumen, Topinambur

Fruchtfolge und Fruchtwechsel mit Tomaten

  • gute Vor- und Nachkulturen: Salate, Feldsalat, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Send, Spinat, Süßkartoffeln, Ackerbohnen
  • Tomatenpflanzen sind selbstverträglich und werden meist mehrere Jahre auf demselben Standort gepflanzt
Rote Tomaten
Tomaten sind selbstverträglich und werden daher meist über mehrere Jahre hinweg am gleichen Standort gepflanzt.

Die häufigsten Krankheiten und Schädlinge bei Tomaten

  • Kraut- und Braunfäule: Eine Pilzkrankheit, bei der sich grau-grüne bis braun-schwarze Flecken auf den Blättern, Stängeln und Früchten ausbreiten. Entsteht oft bei zu feuchter Witterung.
  • Frucht- und Stängelfäule: Dieser Pilz zeigt sich zuerst am Stängelansatz älterer Pflanzen und breitet sich dann aus. Dadurch funktioniert der Wassertransport im Stängel nicht mehr richtig und Früchte und Blätter fangen an zu verkümmern.
  • Dürrfleckenkrankheit: Diese Pilzkrankheit verbreitet sich auf den Blättern von unten nach oben. Die befallenen Blätter und Stängel bekommen rundliche, grau-braune Flecken und rollen sich schließlich ein. Die Früchte werden weich und matschig.
  • Echter Mehltau: Typisch mehlig-weißlicher Belag auf den Blättern und Stängeln. Die Blätter welken und fallen ab.
  • Tomatenminierfliege: Diese Fliege legt auf und unter den Blättern ihre Eier. Die Larven fressen sich dann durch das Innere der Blätter und hinterlassen deutlich sichtbare Gänge. Nützlinge, wie die Schlupfwespen helfen bei der natürlichen Bekämpfung.
  • Tomatenmotte: Die Raupe der Tomatenmotte liebt es Tomatenblätter und -früchte zu essen. Du erkennst sie an ihrer grün-braunen Färbung mit dünnen, gelben Streifen. Bei einem Befall kannst du sie einfach absammeln und umsiedeln.
  • Tomatenrostmilbe: Bei einem Befall färben sich die Blätter gelb und die Haupttriebe und Stängel werden braun. Junge Früchte platzen auf und fallen ab. Hier hilft leider nichts mehr und die Pflanze sollte schnell entsorgt werden.
Kraut- und Braunfäule bei Tomaten
So sieht eine Tomatenpflanze aus, die mit Kraut- und Braunfäule infiziert ist.

Bei Wachstumsstörungen sind nicht immer Krankheiten oder Schädlinge der Auslöser. Tomaten reagieren empfindlich auf unterschiedlichste Umwelteinflüsse und auch auf schlechte Pflege. Durch ein unausgewogenes Angebot an Nährstoffen kann beispielsweise Blütenendfäule (Kalziummangel) oder Löffelblätter (Überdüngung) entstehen. Vorsorge und eine gute Pflege von Anfang an ist hier am besten. So wirst du am meisten Freude mit deinen Tomatenpflanzen haben.

Um die richtige Pflanzenkrankheit zu erkennen und bekämpfen, findest du hier im Artikel eine Anleitung. So findest du heraus, ob nicht vielleicht doch Pflegefehler oder Umwelteinflüsse für die Symptome verantwortlich sind.

Tomaten lagern

Reife Tomaten lagerst du am besten in einer offenen Schale an einem dunklen, luftigen Ort (beispielsweise belüfteter Keller oder Abstellkammer. Hierbei sollten die Temperaturen optimalerweise zwischen 12°C und 18°C liegen. Natürlich ist das im Hochsommer kaum möglich. Unter optimalen Bedingungen halten bleiben Tomaten dann ca. eine Woche genießbar. Wichtig: Tomaten solltest du nicht im Kühlschrank aufbewahren, da sie dort ihr Aroma schon nach kurzer Zeit verlieren.

Unreife, grüne Tomaten kannst du am Ende der Saison, also bevor es nass und kühl wird, ernten und nachreifen lassen. Wartest du zu lange, kann es zu starkem Befall von Kraut- und Braunfäule kommen. Hierfür sind Temperaturen von 18 bis 20 Grad optimal. Licht benötigen die Tomaten zum nachreifen nicht. Wenn du sie bis in den Dezember lagern möchtest, solltest du einen möglichst kühlen und dunklen Ort wählen (z.B. Keller).

Tomaten lassen sich auch wunderbar haltbar machen. Welche Möglichkeiten du hast, dein Obst und Gemüse haltbar zu machen, kannst du hier nachlesen.


Wir hoffen, du hast nun alles was du brauchst, um Tomaten selber anzubauen.

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Titelbild von Dani California auf unsplash.

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