Haarblumen / Schlangenkürbisse

Haarblumen / Schlangenkürbisse

Trichosanthes

Pflanzenfamilie

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Auch bekannt als

Schlangenhaargurke, Chinesische Gurke, Snake Gourd, Serpent Gourd, Chichinda, Padwal, Schlangengurke, Gua Lou, Schlangenhaarkürbis

Anbaupause Fruchtwechsel

4 Jahre

Saisonübersicht

Voranzucht

Pflanzung

Ernte

Ernte

J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

1. JAHR

FOLGEJAHRE

Details

Lichtbedarf

Sonnig

Wasserbedarf

Feucht

Boden

Mittelschwer (lehmig)

Nährstoffbedarf

Hoch

Dunkelkeimer

Keimtemperatur

20 - 25 °C (Grad Celsius)

Pflanzabstand

100 cm

Reihenabstand

100 cm

Saattiefe

2 cm

Anleitungen

Beschreibung

Trichosanthes ist eine asiatische Gattung der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Die sogenannten Haarblumen sind von Asien über Malesien und Australien bis auf die westlichen pazifischen Inseln verbreitet. Kommerziell bedeutend ist die Schlangenhaargurke. Trichosanthes ist mit rund 100 Arten die artenreichste Gattung der Familie Cucurbitaceae. Trichosanthes-Arten sind kleine bis große Kletterpflanzen, vorwiegend ausdauernd, selten einjährig krautige Pflanzen. Die Ranken sind mit 2 bis 5 Ästen verzweigt (selten bis 9 Ästen, oder einfach). Die Laubblätter sind einfach, ganz, gelappt oder zusammengesetzt, dann mit drei bis fünf Blattlappen. Der Blattrand ist zerstreut mit kleinen Zähnen von rund 1 Millimeter Länge besetzt. Die Blätter sind meist mit Drüsen besetzt. Trichosanthes-Arten sind zweihäusig, seltener einhäusig getrenntgeschlechtig. Die Blüten sind immer eingeschlechtig. Die Kronblätter sind meist fein behaart, weiß bis selten rosafarben oder mit roten Nerven. Der Rand der Kronblätter ist lang zerfranst und zusätzlich behaart. In den männlichen Blütenständen stehen die Blüten einzeln, meist aber in gestielten rispigen Blütenständen, manchmal zusammen mit einer Einzelblüte in den Achseln der Laubblätter. Es ist ein deutlicher Blütenstiel vorhanden. Die Vorblätter sind meist vorhanden und mit oder ohne Drüsen. Die Blütenröhre ist röhrenförmig, meist an der Öffnung erweitert. An der Innenseite ist sie meist behaart. Die fünf Kelchblätter sind ganzrandig, gezähnt oder gelappt. Die weiblichen Blüten stehen immer einzeln an den Knoten. Die Blütenhülle entspricht der bei den männlichen Blüten. Der Fruchtknoten ist kugelig bis ellipsoidisch oder langgestreckt und enthält viele Samenanlagen. Der Griffel ist schlank, die Narbe tief dreifach (bis fünffach) gelappt. Die hängenden Beerenfrüchte haben eine Länge von 3 bis 15 Zentimetern, nur bei Trichosanthes cucumerina var. anguina erreichen sie Längen von ca. 100 Zentimetern. Sie sind eiförmig, ellipsoid oder kugelig, seltener zylindrisch. Sie sind innen fleischig-pulpös. Das Schale ist lederig bis holzig und rot bis grün mit helleren Streifen. Die Oberfläche ist glatt, kahl oder behaart. Das äußere feste Fruchtfleisch ist weiß bis gelblich, manchmal faserig. Das innere saftige Fruchtfleisch ist grünlich-schwarz, weiß oder rötlich. Die zahlreichen Samen sitzen meist dicht gepackt und sind in ihrer Form sehr variabel: wenig bis stark flachgedrückt, oder mit zwei aufgeblasenen Seiten; meist mit Rand, der Rand ganz, ausgebissen oder gewellt, die Oberfläche nicht oder wenig strukturiert. Wie verwendet man Trichosanthes in Lebensmitteln? Obwohl die Früchte der Trichosanthes in den frühen Entwicklungsstadien Gurkenfrüchten ähneln, unterscheiden sich die reifen Früchte in Form, Farbe und Geschmack von ihnen. Allerdings sind Früchte, die vollständig orange gefärbt sind, nicht mehr zum Verzehr geeignet – sie beginnen bitter zu schmecken und es bleiben Kerne übrig. Für den Verzehr erntet man unreife „Gurken“. Roh schmecken sie wie süßer Rettich. Sie können aber nicht nur roh gegessen werden, sondern auch gebraten, gekocht, gedünstet und mariniert werden. Trichosanthes wird auch in der Volksmedizin verwendet. Neben der Schlangengurke werden etliche Arten besonders in China medizinisch genutzt. Ein Sud aus den Samen und Stängeln wirkt harntreibend. Die Wurzeln wirken wundheilend. Die süße, fleischige Schale der Samen und die Samen selbst werden zur Behandlung von Magengeschwüren empfohlen. Trichosanthes-Früchte sind reich an Vitaminen und Nährstoffen.

Herkunft:

Süd-, Südost- und Ostasien, Malesien, tropisches Australien, Fidschi

Anbautipps

🌡️ Aussaat • Beginn: Mitte April bis Anfang Mai • Keimdauer: 7-14 Tage • Warmkeimer (Optimal: 20–25 °C) • Samen 12–24 h in lauwarmem Wasser einweichen (fördert Keimung). • In Einzeltöpfe (8–10 cm) säen – Kürbisgewächse mögen kein Umpflanzen. • Aussaattiefe: 1–2 cm. • Substrat: lockere, nährstoffarme Anzuchterde. • Gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe. • Heller Standort • Nach dem Auflaufen etwas kühler (18–20 °C), damit die Pflanzen kompakt bleiben. • Pikieren nötig, wenn mehrere Samen in einem Topf stehen. • Ansonsten direkt im Endtopf oder Beet weiterkultivieren. • 7–10 Tage vor dem Auspflanzen täglich einige Stunden ins Freie stellen. • Zugluft und direkte Mittagssonne anfangs vermeiden. • Direktsaat ab Mitte Mai möglich (Bodentemperatur: 16-18°C) 🌱 Auspflanzen • Nach den Eisheiligen (Mitte Mai). • Pflanzabstand: 80–120 cm. ☀️ Standort • Sonnig und warm – ideal sind vollsonnige Plätze im Garten oder auf der Terrasse. • Geschützt vor kaltem Wind, da die Pflanzen tropischen Ursprungs sind. 🌿 Wuchs & Rankhilfe • Trichosanthes ist eine kräftig rankende Kletterpflanze, die bis zu 3 m lang werden kann. • Eine stabile Rankhilfe (Spalier, Zaun, Pergola) ist Pflicht, damit die langen Triebe nicht brechen. 🌱 Boden • Durchlässig, humos, fruchtbar. • Staunässe unbedingt vermeiden → Gefahr von Wurzelfäule. • Im Kübel: hochwertige, lockere Gemüse- oder Blumenerde. 💧 Gießen • Gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe. • In Hitzeperioden täglich kontrollieren. 🍃 Düngung • Regelmäßig mit organischem Dünger oder Kompost versorgen. • Starkzehrer – ähnlich wie Gurken oder Kürbisse. 🌼 Blüte & Frucht • Weiße, dekorative Blüten ab Juni. • Früchte ab Spätsommer. • Junge Früchte sind essbar (ähnlich Gurke/Zucchini). 🪴 Kultur im Kübel • Sehr gut möglich – mindestens 20–30 L Volumen. • Regelmäßiges Düngen und Rankhilfe besonders wichtig. 🛡️ Pflege & Probleme • Robust und pflegeleicht. • Hauptproblem: zu viel Nässe → Wurzelfäule. • Schnecken mögen junge Pflanzen – schützen! 🌿 Gute Nachbarn • Bohnen, Erbsen • Dill, Fenchel, Koriander, Kümmel • Kohl • Kopfsalat, Pflücksalat • Mais • Rote Bete • Sellerie • Sonnenblumen • Ringelblume • Kapuzinerkresse 🚫 Schlechte Nachbarn • Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen • Kartoffeln • Radieschen, Rettich • Zwiebeln, Knoblauch, Lauch • Kürbis 🐛 Häufige Schädlinge • Blattläuse • Spinnmilben • Thripse • Schnecken 🍄 Häufige Krankheiten • Pilzinfektionen (Fruchtwelke) • Echter Mehltau • Falscher Mehltau • Grauschimmel (Botrytis) • Wurzelfäule 🍉 Ernte • Unreif fortlaufend ernten (Juli bis September) • Optimal wenn Schale noch weich ist. • Je jünger die Frucht, desto zarter und milder. • Mit scharfem Messer oder Schere abschneiden. • Pflanze regelmäßig beernten → fördert neue Fruchtbildung. • alte ausgereifte Früchte ungenießbar, bitter 🍽️ Verwendung in der Küche • Zubereitung wie Zucchini oder Gurke: ◦ braten, dünsten, frittieren, füllen ◦ in Currys, Suppen und Wok-Gerichten • Geschmack: mild, leicht süßlich, etwas wie Rettich. • Junge Früchte können roh gegessen werden. • In Salaten oder als Snack • Reif nicht mehr als Gemüse geeignet. • In manchen Regionen Nutzung ausgereifter Früchte für: ◦ Süßspeisen ◦ Marmeladen ◦ fermentierte Produkte 🌿 Medizinische Verwendung • Wirkung einiger Arten: ◦ antibiotisch ◦ antineoplastisch ◦ wird bei Lungen- und Magenproblemen eingesetzt • Auch die Samen und Wurzeln werden medizinisch verwendet. ⚠️ Wichtig: Medizinische Nutzung gehört in die Hände von Fachleuten – nicht selbst anwenden. 🌱 Weitere Nutzungsmöglichkeiten • Zierpflanze: Die weißen, fransigen Nachtblüten sind spektakulär. • Rankpflanze: Ideal für Pergolen, Zäune, Sichtschutz. • Samen: können getrocknet und für die nächste Saison aufbewahrt werden.

Krankheiten

Grauschimmel

Falscher Mehltau

Echter Mehltau

Wurzelfäule

Schädlinge

Thripse

Spinnmilben

Schnecken

Blattläuse

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