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Emilie Emilie studiert Agrarwissenschaften an der Uni Hohenheim. Sie findet es faszinierend wie eng Ernährung und Gesundheit zusammenhängen und spannend welche Wildpflanzen man essen kann.
24.10.2022 . Lesezeit: 12 Minuten

Schnittlauch, Petersilie und Co.- Gute Nachbarn im Gemüsebeet

Mit Küchenkräutern lassen sich ganz leicht Lücken im Gemüsebeet schließen und positive Mischkultur-Effekte nutzen. Hier erfährst du, welche Anforderungen an den Standort Küchenkräuter haben und was gute Nachbarn für Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und Co. im Gemüsebeet sind. Zur Übersicht für gute Nachbarn in der Mischkultur haben wir auch eine Tabelle für dich zusammengestellt.

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Auf einen Blick

  • Küchenkräuter sind eine gute Ergänzung im Gemüsebeet, sie füllen Lücken, locken Nützlinge an, können den Geschmack von Gemüse verbessern und Krankheiten und sogenannte Schädlinge verhindern
  • bei Mischkultur muss man Standort, Pflanzfamilie, Wurzelraum und Wuchsform, Pflanzabstände und Stark- und Schwachzehrern beachten
  • Gute Nachbarn für Schnittlauch sind Kohl, Spinat, Möhren, Pastinake, Sellerie, Kohlrabi, Tomaten, Weißkohl, Knollenfenchel, Radicchio
  • Petersilie kannst du in der Mischkultur anbauen mit Zwiebel, Tomate, Gurke, Frühlungszwiebel, Grünkohl, Palmkohl, Spargel, Paprika, Chilli

Welche Kräuter sollte man anpflanzen und warum?

Gewürzkräuter, Heilkräuter und Küchenkräuter

Gewürzkräuter, Heilkräuter, Duftkräuter, Küchenkräuter - in all diesen Bezeichnungen steckt die Besonderheit dieser Pflanzen. Botanisch gesehen werden als Kräuter Pflanzen bezeichnet, deren oberirdische Sprosse nicht oder kaum verholzen. Viele Kräuter sind einjährig und sterben gegen Ende der Vegetationsperiode ab. Im Gegensatz dazu gibt es zwei- oder mehrjährige Kräuter. Diese Pflanzen überwintern durch einen bodennahen oder unterirdischen Sprossteil liegenden Erneuerungsknospen und können so im nächsten Jahr erneut austreiben. 

Abseits dieser Definition verbinden wir mit Kräutern besonders den Duft und ihr Aroma- sie sind in der Küche unersetzlich. Doch die Grenzen zwischen Gewürzkräutern, Heilkräutern und Küchenkräutern sind fließend. Es gibt zwar bestimmte Kräuter, die besonders wegen ihren Heilkräften und für Arzeimittel angebaut werden. Jedoch sind frische Küchenkräuter aus deinem Garten stets reich an wertvollen Inhaltsstoffen, deren gesundheitsfördernde Wirkung du für dich nutzen kannst. Die Bandbreite reicht von antibakterieller, antirheumatischer, schleimlösender bis zu beruhigender oder verdauungsfördernder Wirkung. Wichtig dabei ist die richtige Zubereitung und Dosis. Zunächst einmal kanns man sich aber auch einfach über die Frische und Würze freuen und die guten Inhaltsstoffe gibt es beim Verzehr ganz nebenbei. 

Kräuter auf einem Schneidebrett
Küchenkräuter wie Basilikum, Dill und Petersilie bereichern Gerichte durch Duft und Geschmack. Photo by Kevin Doran on Unsplash

Vorteile von Kräutern im Gemüsebeet

Doch auch im Gemüsebeet können Kräuter eine große Bereicherung sein. Die Stoffe, die wir über Geruch und Geschmack wahrnehmen, machen auch in der Mischkultur den entscheidenden Unterschied. Kräuter im Gemüsebeet können dafür sorgen, dass Gemüsesorten besonders schmackhaft werden, Nützlinge anlocken sowie sogenannte Schädlinge fernhalten. Außerdem nehmen Kräuter meist wenig Platz weg und eignen sich deshalb gut als Lückenfüller im Gemüsebeet.  

Kräuter-Gemüse-Mischkulturen planen

Bei der Kombination von Kräutern und Gemüse gelten die gleichen Grundsätze wie immer in der Mischkultur:

  • Pflanzabstände einhalten
  • Pflanzen einer Familie möglichst nicht neben oder nacheinander an einer Stelle anpflanzen
  • Unterscheiden zwischen Stark- und Schwachzehrern 
  • Wurzelraum und Wuchsform beachten

Beim Anbau von Küchenkräutern solltest du natürlich auch die Ansprüche und Herkunft der Pflanzen beachten. Mediterrane Kräuter kommen zwar nicht alle ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, sind aber heute dort beheimatet und fester Bestandteil der Küche. Dazu zählen Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei, Basilikum und Lavendel. Diese Pflanzen fühlen sich an sonnigen Standorten wohl und kommen besser mit den heißen Sommern zurecht. Allerdings sind sie auf der anderen Seite empfindlicher gegenüber rauem Wetter und Frost. Heimische Kräuter hingegen, kann man auch wild in unseren Breiten finden. Dazu zählen Bärlauch, Liebstöckel, Schnittlauch, Borretsch und Waldmeister. Diese fühlen sich meist auch im Halbschatten und mit etwas mehr Feuchtigkeit wohl.

Viele heimischen Kräuter kann man auch als Küchenkräuter verwenden. Photo by Angèle Kamp on Unsplash

Beispiele für Mischkulturen mit Kräutern

Hier stellen wir dir ein paar Beispiele für die bekanntesten Küchenkräuter mit ihren guten und schlechten Nachbarn vor. Noch einfacher gelingt dir das Anlegen deiner Beete mit unserem digitalen Beetplaner.

Basilikum - Gute Nachbarn im Mischkultur-Beet

Standort: Auch wenn wir Basilikum (Ocimum basilicum) heute in erster Linie mit Italien verbinden, kommt die Pflanze ursprünglich aus Indien. Sie wächst am besten an der sonnigsten Stelle in deinem Garten auf nahrhaften, durchlässigen Boden. In der Mischkultur wirkt Basilikum gegen den Befall durch Mehltau, Weiße Fliegen und Kohlweißlinge und zieht bestäubende Insekten an.

Gute Nachbarn: Zucchini, Tomate, Kohl, Kürbis, Gurke, Fenchel, Paprika, Chilli

Basilikum kann viel mehr als Pesto und schmeckt aus deinem Garten besonders aromatisch. Photo by Alissa De Leva on Unsplash

Rosmarin - Gute Nachbarn im Beet

Standort: Rosmarin (Rosmarinus officinalis) steht als typische mediterrane Pflanze optimalerweise an einem sonnigen Fleck in deinem Garten. Am besten passen karge, humose, durchlässige Böden. 

Gute Nachbarn: Möhren

Rosmarinpflanze im Garten
Die Blätter des Rosmarin sind perfekt an heiße, sonnige Standorte angepasst. Photo by Babette Landmesser on Unsplash

Was passt zu Thymian?

Standort: Thymian (Thymus vulgaris) solltest du ebenfalls an einem sonnigen, windgeschützten Standort anpflanzen. Das Kraut mag durchlässige, lockere, kalkhaltige Böden.

Gute Nachbarn: Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Wirsing, Paprika, Chinakohl, Rosenkohl, Pak Choi, Palmkohl, Merrettich, Chill

Thymianbusch
Thymian gehört zu den mediterranen Kräutern und wächst an sonnigen Standorten am besten. Photo by Ian Yates on Unsplash

Gute Nachbarn für Borretsch

Standort: Den Borretsch (Borago officinalis) mit seinen rauen Blätter setzt du am besten an einen sonnigen Standort mit nahrhaftem, frischem bis feuchtem Boden.

Gute Nachbarn: Gartensalat, Kartoffel, Kohlrabi, Blumenkohl, Kopfkohl, Gurke, Zucchini, Erbse, Buschbohne, Stangenbohne, Weißkohl, Grünkohl, Wirsing, Rosenkohl, Pak Choi, Chinakohl, Radicchio, Palmkohl, Ackerbohne, Paprika, Chilli

Lilane Blüten des Borretsch
Neben den rauen Blättern sind auch die lilanen Blüten charkteristisch für das Küchenkraut Borretsch. Photo by Kieran Murphy on Unsplash

Schnittlauch - Welches Gemüse passt dazu?

Standort: Schnittlauch (Allium schoenoprasum) wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit nahrhaften, nicht zu feuchten Böden. 

Gute Nachbarn: Kohl, Spinat, Möhren, Pastinake, Sellerie, Kohlrabi, Tomaten, Weißkohl, Knollenfenchel, Radicchio

Blüten des Schnittlauchs
Auch die lilanen Blüten des Schnittlauchs sind essbar. Photo by Jane Duursma on Unsplash

Pfefferminze - was sind gute Nachbarn?

Standort: Minze (Mentha spec.) gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Nahrhafte, feuchte Böden passen am besten für die Pflanze. Wenn du gern mehr über verschiedene Minzsorten erfahren möchtest, kannst du den Artikel dazu lesen. In der Mischkultur sollte Minze am besten mit einer Wurzelsperre gepflanzt werden, weil die Pflanze sich sonst von selbst im Beet verbeitet.

Gute Nachbarn: Gartensalat, Kartoffel, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Tomate, Weiß-, Grün-, Rosen-, Palm- und Chinakohl, Wirsing, Pak Choi

Pfefferminzpflanzen
Pfefferminze kann man für Tee und Süßspeisen verwenden. Photo by Alexander Schimmeck on Unsplash

Dill - Gute Nachbarn in der Mischkultur

Standort: Garten-Dill (Anethum graveolens) wächst auf tiefgründigen, nahrhaften, frischen Böden an sonnigen Standorten. Dill bringt in Mischkultur mit Wuzelgemüse als positive Wirkung ein besseres Aroma.

Gute Nachbarn: Gartensalat, Möhren, Rote Beete, Zwiebeln, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Erbse, Bohne, Burke, Weißkohl, Frühlingszwiebel, Grünkohl, Wirsing, Rosenkohl, Mairübe, Pak Choi, Chinakohl, Radicchio, Palmkohl, Steckrübe, Spargel, Paprika, Chilli

Dill Pflanze
Dill passt sowohl als guter Nachbar im Gemüsebeet als auch als Gewürz zu Gurken. Photo by Önder Örtel on Unsplash

Petersilie - Mit welchem Gemüse zusammen anpflanzen? 

Standort: Petersilie (Petroselinum crispum) ist die Nummer eins bei den Küchenkräutern. Sie wächst gut an halbschattigen Standorten auf humusreichen, feuchten Böden. Du solltest Petersilie jedes Jahr an eine andere Stelle im Beet pflanzen, weil sie mit sich selbst unverträglich ist. In der Mischkultur wirkt Petersilie, indem sie verschiedene Schädlinge vertreibt.

Gute Nachbarn: Zwiebel, Tomate, Gurke, Frühlungszwiebel, Grünkohl, Palmkohl, Spargel, Paprika, Chilli

Petersilie im Gemüsebeet
Glatte und krause Petersilie sind eine super Ergänzung im Gemüsebeet für Mischkultur. Photo by Marina Yalanska on Unsplash

Was passt zu Lavendel?

Standort: Lavendel (Lavandula angustifolia) solltest du an sonnigen Standorten mit gut durchlässigen, kalkhaltigen, trockenen Böden pflanzen. Die Pflanze wirkt in der Mischkultur, indem sie Ameisen verteibt und bestäubende Insekten anlockt. Du kannst sie als Beeteinfassung anpflanzen.

Gute Nachbarn: Paprika, Chilli

Lavendel lässt sich gut trocknen aber auch im Gemüsebeet integrieren. Photo by Annie Spratt on Unsplash

Tabelle für Kräuter-Gemüse-Mischkultur mit guten Nachbarn im Gemüsebeet

Kräuter Gute Nachbarn
Basilikum Zucchini, Tomate, Gurke, Fenchel, Paprika, Chilli
Rosmarin Möhren
Thymian Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Wirsing, Rosenkohl, Pak Choi, Chinakohl, Palmkohl, Merrettich, Paprika, Chilli
Borretsch Gartensalat, Kartoffel, Kohlrabi, Blumenkohl, Zucchini, Erbse, Buschbohne, Stangenbohne, Weißkohl, Grünkohl, Wirsing, Rosenkohl, Pak Choi, Chinakohl, Radicchio, Palmkohl, Ackerbohne, Paprika, Chilli
Schnittlauch Spinat, Möhren, Pastinake, Sellerie, Kohlrabi, Tomate, Weißkohl, Knollenfenchel, Radicchio
Pefferminze Gartensalat, Kartoffel, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Tomate, Weiß-, Grün-, Rosen-, Palm- und Chinakohl, Wirsing, Pak Choi
Dill Gartensalat, Möhren, Rote Beete, Zwiebeln, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Erbse, Bohne, Burke, Weißkohl, Frühlingszwiebel, Grünkohl, Wirsing, Rosenkohl, Mairübe, Pak Choi, Chinakohl, Radicchio, Palmkohl, Steckrübe, Spargel, Paprika, Chilli
Petersilie Zwiebel, Tomate, Gurke, Frühlungszwiebel, Grünkohl, Palmkohl, Spargel, Paprika, Chilli
Lavendel Paprika, Chilli

Wenn du dich dafür interessierst welche Kräuter zusammenpassen, lies dir doch gerne unseren Artikel dazu durch. Dort findest du auch eine Tabelle mit guten und schlechten Nachbarn für Kräuter.

Titelbild: Photo by Markus Spiske on Unsplash

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Emilie Emilie studiert Agrarwissenschaften an der Uni Hohenheim. Sie findet es faszinierend wie eng Ernährung und Gesundheit zusammenhängen und spannend welche Wildpflanzen man essen kann.
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