Blog Artikel Banner Bild
author image
Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
09.03.2021 . Lesezeit: 9 Minuten

Kartoffeln ernten - So geht die Kartoffelernte

Rechtzeitig geerntet und richtig gelagert, sind Kartoffeln bis zur nächsten Saison problemlos haltbar. Die gesunde Knolle enthält viele Nährstoffe und Kohlenhydrate, die in keinem Selbstversorger-Garten fehlen sollten. Erfahre hier, wie du Kartoffeln richtig ernten und lagern kannst.

blog-article-banner-image
Fryd ist ein Purpose-Startup Du möchtest wissen, was das bedeutet?
Mehr erfahren

Auf einen Blick

Wann kann man Kartoffeln ernten?

  • Je nach Kartoffelsorte steht die Kartoffelpflanze zwischen 3 und 5 Monate im Beet
  • Frühkartoffeln sind ab Anfang Juni erntereif
  • Mittelfrühe bis mittelspäte Kartoffelsorten kannst du ab Juli bis August ernten
  • Späte Kartoffeln stehen am längsten im Beet und sind ab September bis Oktober bereit für die Ernte

Wie erntet man Kartoffeln?

  • Kann man Kartoffeln zu früh ernten? - Ja das geht, bei einer zu frühen Ernte ist die Schale noch nicht ausreichend entwickelt. Eine dicke Schale ist besonders bei Lagerkartoffeln wichtig.
  • Anleitung: Boden lockern, Kartoffeln am Grün (Frühkartoffeln) oder an den Stolonen aus dem Boden ziehen
  • Nach der Ernte nicht waschen, nur leicht von der Erde befreien

Wie lagert man Kartoffeln?

  • Nur unbeschädigte, meist unverarbeitete Knollen werden eingelagert
  • Kartoffellager sollte dunkel und kühl (4 - 8 °C) sein
  • Kartoffeln im Kühlschrank zu lagern ist keine gute Idee, da sich so ihre Struktur und Geschmack verändert

Kartoffeln ernten: so geht's

Kartoffelpflanzen setzen ein deutliches Signal, wenn sie erntereif sind: Ihr Kraut beginnt zu welken und vertrocknet. Das sollte je nach Kartoffelsorte etwa zwischen 3 und 5 Monate dauern. Stirbt deine Pflanze viel früher ab, ist sie vielleicht mit der Kraut- und Braunfäule infiziert. Dann solltest du ebenfalls direkt handeln und deine Kartoffeln ernten. Ansonsten könnten die Knollen ungenießbar werden. Entsorge die infizierten Pflanzenteile nicht auf dem Kompost, denn sonst verbreitet sich die Krankheit möglicherweise in deinem Garten.

Wann Kartoffeln ernten?

Je nach Kartoffelsorte werden die Erdäpfel zwischen Juni und Oktober geerntet. Die erste Kartoffelernte bringen frühe Kartoffelsorten wie z.B. Christa oder Annabelle. Die unterschiedlichen Erntefenster verschiedener Kartoffelsorten kannst du als Gärtnerin oder Gärtner für dich nutzen. Besonders in einem Selbstversorger-Garten ist es wichtig, möglichst die ganze Saison über ausgeglichen mit verschiedenen Kulturen versorgt zu werden. Plane also Frühkartoffeln und Spätkartoffeln in deinem Garten ein, wenn du dich das ganze Jahr über mit den Knollen selbst versorgen willst.

Die meisten Kartoffeln werden geerntet, wenn das grüne Kraut abgestorben ist. Solange die Pflanze wächst wachsen auch die Kartoffeln im Erdreich. Frühkartoffeln unterscheiden sich hier von späten Sorten, denn sie werden oft noch mit grünem Kraut geerntet. Deswegen sind frühe Ernten meist auch nicht so ertragreich und bringen kleinere aber dafür aromatischere Erdäpfel.

Rote Kartoffeln auf dem Feld
Frühkartoffeln sind meist deutlich kleiner und haben nur eine zarte Schale im Vergleich zu späten Sorten.

Wann sind Kartoffeln erntereif?

Frühkartoffeln

  • Diese Sorten brauchen etwa 90 bis 120 Tage bis zur Reife und können ab Anfang Juni geerntet werden.
  • Ernte erfolgt meist, wenn das Kraut der Pflanz noch grün ist.
  • Frühkartoffeln haben eine dünne Schale und einen relativ hohen Wasseranteil, daher nicht als Lagerkartoffel geeignet und sollten innerhalb weniger Tage verzehrt werden (du kannst die Pflanzen auch gestaffelt ernten, um alles verwerten zu können).

Mittelfrühe und Mittelspäte Kartoffeln

  • Nach etwa 4 Monaten (120 bis 140 Tagen) kannst du diese Sorten ernten, etwa ab Juli bis August.
  • Mittlere Sorten kombinieren das gute Aroma früher Sorten mit der Lagerfähigkeit später Sorten. Lassen sich für etwa 3 Monate lagern.
  • Kartoffeln ernten, nachdem das Kraut verwelkt und abgestorben ist. Wenn du sie einlagern willst, wartest du am besten noch zwei Wochen bis zur Ernte. Dann wird die Schale dicker, was die Lagerfähigkeit verbessert.

Späte Kartoffeln

  • Späte Kartoffelsorten haben die längste Wachstumszeit und stehen am längsten im Beet: 140 bis 160 Tage, etwa 5 Monate. Erntereif sind diese Sorten etwa ab September bis Ende Oktober.
  • Sie bringen meist die größten Ernten an Kartoffeln, die lange lagerfähig sind (bei richtiger Lagerung sind sie bis ins nächste Frühjahr haltbar).
  • Um die Lagerfähigkeit zu Erhöhen wartest du noch etwa 2 bis 3 Wochen nachdem das Kraut abgestorben ist mit der Ernte.

Kann man Karoffeln zu früh ernten?

Kartoffeln sind sehr kälteempfindlich und sollten vor dem ersten Frost geerntet werden. Sobald sie anfrieren, werden ihre Zellen zerstört, wodurch sie zu faulen beginnen. Bei einer zu frühen Ernte, kann die Schale jedoch nicht ausreichend aushärten und die Kartoffeln sind anfälliger für Fäulnis.

Kartoffeln mit Erde, frisch geerntet
Kartoffeln werden nach der Ernte nicht abgewaschen. Die Erde schützt die Knollen vor Fäulnis.

Wie Kartoffeln richtig ernten?

  • Für die Kartoffelernte ist ein trockener Tag am besten. Zuvor sollte es ein paar Tage nicht geregnet haben. Der Boden sollte möglichst trocken sein, um dir die Ernte zu erleichtern. So bleibst außerdem weniger Erde an den Kartoffeln hängen.
  • Boden mit einer Grabegabel oder noch besser einer Kartoffelhacke (mit abgerundeten Spitzen) lockern und ein bisschen anheben. Sei dabei vorsichtig, um die Knollen nicht zu verletzen.
  • Frühkartoffeln kannst du dann einfach an dem Grün der Pflanze aus dem Boden ziehen. Nach der Ernte entfernst du dann das grüne Kraut.
  • Bei allen anderen Sorten, die geerntet werden, wenn das Grün bereits abgestorben ist, entfernst du zuerst die toten Pflanzenteile. Diese kannst du als Mulch auf dem Beet verteilen (außer, wenn die Pflanze mit Kraut- und Braunfäule infiziert war). Und dann ziehst du die Kartoffeln an den Stolonen aus der Erde.
  • Kartoffeln auf dem Feld ein wenig von der Erde befreien, aber nicht waschen!

Das gibt es beim Kartoffeln ernten zu beachten

  • Versuche alle Knollen in deinem Beet zu finden. Übersiehst du eine, kann diese im nächsten Jahr wieder austreiben. Das ist zum Einen für die Fruchtfolge nicht optimal. Zum Anderen kann das die Gartenplanung ganz schön durcheinander bringen.
  • Kartoffeln werden nicht gewaschen, denn das fördert Fäulnis und Pilzkranheiten.
  • Sortiere Kartoffeln mit grünen Stellen direkt auf dem Feld aus, denn diese enthalten das Gift Solanin und sind nicht zum Verzehr geeignet. Diese grünen Stellen entstehen durch Lichteinfall auf die Knollen. Das kann übrigens auch bei falscher Lagerung entstehen.
  • Findest du besonders kleine Kartoffeln kannst du diese als Pflanzkartoffeln zum Kartoffeln setzen für das nächste Jahr aufheben. So kannst du Sorten, die dir besonders gut geschmeckt haben nochmal anbauen.

Kartoffelernte früher Kartoffeln mit Grün
Schaue gründlich nach, ob sich nicht doch noch irgendwo eine kleine Knolle versteckt. Diese könnte sonst im nächsten Jahr ungewollt austreiben.

Wie lagert man Kartoffeln?

Kartoffeln lassen sich sehr gut unverarbeitet lagern. Am besten ist hierfür ein kühler Keller oder Erdmieten geeignet, um die Knollen lange frisch zu halten. Um möglichst lange etwas von deiner Ernte zu haben, ist es wichtig, keine beschädigten Knollen einzulagern. Zudem werden Kartoffeln nach der Ernte nicht gewaschen. Entferne nur grob Erdreste und lasse die restliche Erde an der Kartoffel. Waschen tust du die Knollen dann direkt vor dem Verzehr. Ansonsten fördert du Fäulnis oder Pilze, die dir deine Ernte ruinieren können.

Kartoffellager - der optimale Lagerplatz

Der ideale Lagerplatz für Kartoffeln ist dunkel, trocken und hat Temperaturen zwischen 4 und 8 °C. Sind die Temperaturen zu hoch, regt das die Keimung der Kartoffeln an und sie werden ungenießbar. Das gleiche passiert übrigens, wenn du Kartoffeln zusammen mit Äpfel lagerst. Äpfel versprühen nämlich das Reifehormon Ethylen, was die Keimung bei Kartoffeln induziert. Lagere daher niemals Kartoffeln mit Äpfeln. Äpfel lagerst du am besten einzeln an einem separaten Ort. Licht fördert ebenfalls das Austreiben der Keimlinge sowie grüne Stellen an den Kartoffeln. Beides macht die Erdäpfel ungenießbar.

Kartoffeln im Kühlschrank lagern

Aufgrund der optimalen Lagertemperaturen für Kartoffeln solltest du Kartoffeln nicht im Kühlschrank lagern! Das verändert ihren Geschmack und die Struktur. Bei zu niedrigen Temperaturen unter 3°C wird die Stärke in den Knollen zu Zucker umgewandelt, wodurch die Kartoffeln süßer schmecken.


Ich hoffe, dass sich deine Fragen zum Thema Kartoffeln ernten und lagern klären konnten. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@fryd.app.

Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die Fryd-App für Android oder iOS herunter.

Fryd - Dein digitaler Beetplaner


Bild: Bild von olarts auf Pixabay 

author image
Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
blog-article-banner-image
Fryd ist ein Purpose-Startup Du möchtest wissen, was das bedeutet?
Mehr erfahren
Verpasse keine Updates!

Mit dem fryd Newsletter bekommst du alle wichtigen Updates und Magazin-Artikel direkt in dein Postfach.