Johannisbeeren sind in unseren Breiten heimisch. Sie zählen zu den pflegeleichten Kulturen und sind daher auch für Anfänger:innen im Garten geeignet, um erste Erfahrungen zu sammeln. Einmal im Garten etabliert, bringen sie dir Jahr um Jahr eine frische Ernte. Es gibt einige Dinge, die du über den Johannisbeerstrauch wissen solltest, damit der Anbau problemlos gelingt. Wir geben dir Tipps zum Standort, guten und schlechten Nachbarn sowie eine Anleitung zum Johannisbeeren pflanzen, pflegen und ernten.
Johannisbeeren (Ribes) gehören, ebenso wie Stachelbeeren, zur Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Die Sträucher sind aufgrund ihrer kleinen gesunden Beeren, die viel Vitamin C enthalten, so beliebt. Es gibt sie in schwarz, rot oder weiß.
Je nach Farbe variieren die Beeren in Aroma und Geschmack. Während rote Johannisbeeren (Ribes rubrum) sich durch ihren besonders sauren Geschmack auszeichnen, schmeckt die weiße Variante milder und süßer. Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum) hingegen schmecken herber.
Obwohl der Strauch winterhart und frostfest ist, werfen die meisten Sorten dieser Gattung über den Winter ihr Laub ab und gehen in eine Winterruhe über. Ein Strauch kann bis zu 15 Jahre alt werden. Ist die Arbeit also einmal getan, kannst du mit der richtigen Pflege lange eigene Beeren aus deinem Garten ernten.
Um zu wachsen und gedeihen reicht einer Johannisbeer-Pflanze auch ein halbschattiges Plätzchen. Allerdings gewinnen an einem sonnigen Standort die Früchte an Süße und Aroma. Außerdem kannst du größere Ernten einfahren. Falls du nur noch Schattenplätze zu vergeben hast, pflanzt du am besten weiße Johannisbeeren (Ribes sativa). Diese Sorte trägt süßere Früchte und steht teilweise sogar lieber im Halbschatten. Bei einem sonnigen Standort solltest du unbedingt daran denken, dass Johannisbeeren flachwurzelnde Pflanzen sind. Dadurch muss bei Trockenheit auf eine gleichmäßige Bewässerung geachtet werden. Hier hilft eine Mulch-Schicht, um die Verdunstung möglichst gering zu halten. Aufgrund des flachen Wurzelwerks ist auch ein Anbau auf dem Balkon ohne Probleme möglich. Hierfür reicht ein großer Topf, der mindestens 40 cm tief ist.
Der heimische Beerenstrauch ist gut an die Bedingungen in unseren Breiten angepasst. Daher ist er bei seinem Standort nicht allzu wählerisch und gedeiht hierzulande nahezu auf jedem Gartenboden. Am liebsten stehen Johannisbeeren jedoch auf mittelschweren, nährstoffreichen Böden. Dabei darf der Boden gerne einen leicht sauren pH-Wert zwischen 5,5 und 6 haben.
| Gute Nachbarn | Schlechte Nachbarn |
|---|---|
| Heidelbeere | Keine schlechten Nachbarn vorhanden |
| Kresse | |
| Melisse | |
| Ringelblume | |
| Stachelbeere | |
| Tomate |
Johannisbeeren sind mehrjährige Kulturen, die du super in deinen Garten integrieren kannst. Aufgrund der ähnlichen Standortbedürfnisse, sind andere heimische Beeren wie Stachelbeeren, Jostabeere oder Heidelbeeren gute Nachbarn für eine Mischkultur im Beerenbeet. Johannisbeersträucher lassen sich auch sehr gut in einen Waldgarten mit Bäumen und Gemüsepflanzen setzen. Ein Waldgarten funktioniert nach den Prinzipien der Permakultur, wodurch ein stabiles System entsteht, das weniger anfällig für Krankheiten oder Schädlinge ist. Welche Obstgehölze du dafür pflanzen kannst und wie diese unterpflanzt werden können, kannst du in dem Artikel Obstgehölze pflanzen nachlesen.
Hier findest du einige Beispiele und Ideen für deine Mischkultur mit Johannisbeeren. In einem Bauerngarten werden Beerenhecken gerne als Begrenzung auf der Nordseite gepflanzt. Hierbei kannst du den Strauch auch super mit Kräutern und Blumen kombinieren. Außerdem haben wir ein Beerenbeet vorbereitet, in dem einjährige Gemüsepflanzen wachsen, denn auch Tomaten und Johannisbeeren harmonieren sehr gut.
Mit unserem Beetplaner kannst du kinderleicht wunderschöne und sinnvolle Mischkultur planen. Dir werden gute und schlechte Nachbarn direkt angezeigt und du bekommst Tipps zur Fruchtfolge und zum Fruchtwechsel!
Jetzt dein Beet planenWie die allermeisten Beerensträucher werden auch Johannisbeeren am liebsten im Herbst ausgepflanzt. Bei einer Pflanzung vor dem Winter profitieren Johannisbeeren von der Winterfeuchte und treiben zuverlässig im nächsten Frühjahr neu aus. Durch die flachen Wurzeln kann die Pflanze schnell austrocknen, wodurch das Anwachsen erschwert wird. Im Winter ist der Boden meist feuchter als im Sommer, dadurch musst du dir darüber keine Sorgen machen. Aber keine Sorge, wenn du den Herbst verpasst hast! Eine Pflanzung ist das ganze Jahr über möglich. Dann solltest du nur darauf achten, dass der Wurzelballen stets feucht ist.
Mit der richtigen Pflege, kannst du jahrelang leckere Beeren aus deinem Garten ernten. Besonders wichtig für eine gesunde Fruchtbildung ist eine regelmäßige Wasserversorgung, eine gute Nährstoffversorgung und ein regelmäßiger Schnitt. Wenn du mehr dazu wissen möchtest, wie du deinen Johannisbeerstrauch pflegen kannst, dann schau bei unserem Artikel zum Thema vorbei. Hier bekommst du Tipps zum Johannisbeeren schneiden, düngen und vermehren.
Die Ernte der Johannisbeeren beginnt mit dem Johannistag am 24. Juni und geht bis etwa Ende Juli. Beim genauen Erntefenster gibt es sortenspezifische Unterschiede. Ansonsten ist die Ernte der kleinen Beeren einfach. Im Vergleich zu Stachelbeeren oder Himbeeren haben sie keine Dornen oder Stacheln, die die Ernte erschweren. Die Rispen, an denen die Früchte heranwachsen und ausreifen, kannst du komplett ernten. Hierzu schneidest du sie lediglich mit einer Gartenschwere ab. Um die Beeren einfacher von der Rispe zu lösen kannst du eine Gabel verwenden. Hierzu hälst du die Rispe am oberen Ende und streichst die Beeren mit der Gabel langsam ab. Nun kannst du leckere Marmeladen, Gelees oder Kuchen zubereiten, um die Beeren haltbar zu machen. Besonders im Winter freut man sich über konserviertes Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. Alle gängigen Methoden des Haltbarmachens kannst du hier nachlesen.
Viel Erfolg beim Anbau deiner eignen Johannisbeeren! Falls Fragen bei dir aufgekommen sind oder du andere Anmerkungen zum Thema hast, schreibe und gerne an [email protected].
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Titelbild von Capri23auto auf Pixabay.
Quelle: Charles Dowding, #No Dig, 2023, München: Dorling Kindersley Verlag GmbH, Arbeitsanweisungen und Beschreibungen
Marie ist Agrarwissenschaftlerin. Sie interessiert sich besonders für den nachhaltigen und ökologischen Anbau von Gemüse und anderen Pflanzen. Im eigenen Garten sammelte sie dabei Erfahrungen und probiert sich gerne aus, um von der Natur zu lernen. Dabei liegen ihr Werte und Prinzipien der Permakultur besonders am Herzen, um neben dem Wohl für die Natur, auch für das Wohlergehen der Menschen und zukünftiger Generationen beizutragen.
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Mmmmhhhh - watt lecker 😋 Erdauflauf aus der Mikrowelle 🤪 Habe jetzt mal ausprobiert, die Aussaaterde in der Mikrowelle zu dämpfen. Dazu habe ich Erde vom letzten Jahr (benutzt und Rest aus Beuteln) erstmal durchgesiebt. Ein normales Küchensieb brachte das Ergebnis, dss ich mir als 'richtig' vorstelle. Dann das gesiebte Ergebnis mit Wasser versorgt, bis es etwa die Feuchtigkeit von gerade verwendetem Kaffeemehl hatte ('Aufgussfeucht' ^^) und dann portionsweise in einer Auflaufform in der Mikrowelle erhitzt - 2x 5Minuten bei 900 Watt, dazwischen einmal umrühren, um die Hitze gleichmäßig zu verteilen (damit das unfallfrei klappt, hab ich die Auflaufform zu ca 2/3 gefüllt). Haptisch überzeugt mich das Ergebnis: feinkrümelige Erde mit etwas Struktur, die dennoch bei Feuchtigkeit 'Bindung' entwickelt. Ich denke mal, dass, sollten da irgendwelche Viecher drin gelebt haben, diese jetzt nicht mehr leben... ob das auch für Pilzsporen gilt? Ich hoffe mal. Den Geruch beim Dämpfen fand ich jetzt nicht so prickelnd... hat n bisschen was von Kompostwerk - lüften bitte 😅 Jedenfalls kann es jetzt bald losgehen 🥰 Für die nächste Ladung will ich mal das Dämpfen mit dem Dampfentsafter versuchen. Den könnte ich dann auch nach draußen stellen (kein Geruch im Haus 👍), ich könnte eine größere Menge in einem Durchgang verarbeiten und ich müsste nicht zwischendurch umrühren - hätte also weniger Arbeit damit... So jedenfalls meine Idee... Hat das schon mal jemand von Euch ausprobiert?
Wie kann ich meinen erstellten Pflanzplan ausdrucken? Vielen Dank für die Mühe! Lg Karin Muss
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So, dann legen ich auch langsam mal los mit der neuen #Gartensaison2026 . Erstmal wurde aufgerüstet und aufgeräumt (neues Regal für die #Anzucht aufgebaut, #Saatgut nachbestellt, nach Lieferung in Zippertüten umgefüllt, beschriftet, einsortiert). Und nun sind auch die ersten Samen unter die Erde gekommen🌱 Bei kuscheligen 25°C starten ich mit Chilis🌶, Paprika🫑, Aubergine🍆 und Physalis für das kalte Gewächshaus. Sommerporree, frühe Kohlsorten, Sellerie und Kohlrabi folgen bald☺
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Am besten ist eine Pflanzung im Herbst zwischen Oktober und November. Dann hat der Strauch über den Winter genug Zeit, gut anzuwachsen.
Dünge deinen Johannisbeerstrauch ungefähr zweimal im Jahr. Einmal vor dem Austrieb im Frühjahr und dann nochmal im Herbst nach der Ernte, bevor die Winterruhe beginnt.
Was sind gute und schlechte Nachbarn für Johannisbeeren?
Gute Nachbarn für Johannisbeere sind andere heimische Beeren: Stachelbeere, Heidelbeere & Jostabeere. Zudem passen auch Kresse, Melisse, Ringelblume & Tomate gut neben den Strauch. Schlechte Nachbarn sind keine bekannt.
Wann Johannisbeeren schneiden?
Den Rückschnitt solltest du nach der letzten Ernte oder im Februar vor dem Austrieb ausführen. Außerdem wird bei der Pflanzung ein Pflanzschnitt durchgeführt. Während der Saison solltest du außerdem die Blätter ausdünnen, damit der Strauch besser belichtet wird.