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Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
23.12.2021 . Lesezeit: 20 Minuten

Stachelbeeren pflanzen & schneiden

Stachelbeeren sind in Europa heimisch und gut an gemäßigte Klimazonen angepasst. Der winterharte, robuste Strauch ist pflegeleicht und die perfekte Ergänzung für deine Beerenhecke im Garten. Stachelbeeren sind nämlich nicht nur lecker sondern auch sehr gesund. Der Anbau lohnt sich auf jeden Fall! Was du zum Anbau alles wissen musst und was es bei der Pflege und Ernte zu beachten gibt, erfährst du in diesem Artikel!

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Auf einen Blick

  • Licht: halbschattig
  • Wasser: feucht
  • Nährstoffbedarf: hoch
  • Boden: mittelschwer
  • Pflanzabstand: je nach Wuchsform 0,8 bis 2 m
  • Pflanztiefe: ebenerdig
  • Gute Nachbarn: Heidelbeere, Johannisbeere, Knoblauch, Melisse, Ringelblume, Schnittlauch, Stachelbeere, Strauchtomate

Allgemeines über Stachelbeeren

Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) sind eine Art aus der Gattung Ribes, so wie die nah verwandten Johannisbeeren. Sie bilden gemeinsam die Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Der buschige, sommergrüne Strauch kann eine Höhe von bis zu 3 m erreichen, wird aber in den meisten Gärten selten über 1,5 m groß. Seine Äste sind mit den charakteristischen Stacheln besetzt, von denen die Beeren ihren Namen bekamen. Aus den Blattachseln entwicklen sich zwischen April und Mai die hängenden Blütenstände. Aus einer Blattachsel wachsen ein bis drei Blüten. Diese Blüten sind zwittrig, wodurch sich eine Blüte selbst befruchten kann. Nach der Befruchtung entwickeln sich kleine, behaarte Beeren, die je nach Sorte eher länglich oder kugelig wachsen und sich grün, gelb oder dunkelrot färben.

Je nach Sorte und Farbe unterscheiden sich die Früchte in ihrem Geschmack. Rote Stachelbeeren schmecken süß und sind kaum behaart, während grüne und gelbe einen eher säuerlichen Geschmack besitzen. Stachelbeeren sind sehr gesund und enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Die Sortenvielfalt ist mittlerweile rießig. Neue Züchtungen haben bereits Sorten ohne Dornen hervorgebracht, wodurch die Ernte stark erleichtert wird. Außerdem gibt es inzwischen einige Sorten, die gegen häufige Pilzkrankheiten, wie den echten Mehltau, resistent sind. Diese Krankheit ist zwar nicht lebensbedrohlich für einen Stachelbeer-Strauch, macht die Beeren aber leider ungenießbar. Blätter und Früchte werden mit einem unappetitlichen Schimmelbelag überzogen. Damit du einen guten Ertrag einfährst, kann eine resistente Sorte von Vorteil sein.

Aus den Blüten entwicklen sich die Früchte. Diese entwicklen je nach Sorte unterschiedliche Farben und Geschmäcker. Foto: HansLinde auf Pixabay.

Hier eine Liste robuster Sorten:

  • 'Captivator': Diese Sorte bildet süß-säuerliche, rote Früchte aus. Neben der Resistenz gegen Mehltau hat diese Sorte einen weiteren Vorteil: Ihre Äste sind kaum mit Dornen besetzt. Außerdem werden die Dornen von Jahr zu Jahr weniger. So ist eine mühelose Ernte garantiert!
  • 'Invicta': Die Sorte ist ertragreich und bildet viele hellgrüne, süße Früchte aus. Sie ist nicht nur gegen Mehltau, sondern auch gegen Blattfallkrankheiten resistent.
  • 'Remarka': Ihre dunkelroten Früchte sind groß, süß und sehr aromatisch. Sie ist besonders resistent und abwehrstark gegen den Mehltau. Wenn ein großer Pilzdruck in deinem Garten herrscht, ist diese Sorte eine gute Wahl!
  • 'Redeva': Auch diese ertragreiche Sorte ist kaum anfällig für Mehltau sowie für Blattfallkrankheiten. Außerdem haben ihre Früchte eine hohe Platzfestigkeit und sind wenig anfällig für Sonnenbrand. Die Sorte kannst du auch problemlos an einen sonnigen Standort pflanzen. Die Früchte sind purpurrot und süß bis leicht säuerlich im Geschmack.

Stachelbeeren pflanzen: Boden, Standort & Mischkultur

Ursprüngliche Wildformen der Stachelbeere wachsen in lichten, feuchten bis mäßig feuchten Wäldern oder Waldrändern. Aus diesem Grund solltest du einen Standort mit nährstoffreichem, lehmigen Boden wählen. Sandige Böden, die gerne mal zur Austrocknung neigen, sollten mit Kompost aufgebessert werden. Das verbessert die Wasserhaltefähigkeit und erhöht zudem den pH-Wert. Stachelbeeren mögen nämlich einen basenreichen Standort lieber, dabei sollte der pH-Wert zwischen 6 und 7 liegen. Ansonsten stellt der Strauch keine besonders hohen Ansprüche an den Boden und das Klima. Wähle einen halbschattigen Platz, denn von zuviel Sonne bekommen die Beeren gerne mal einen Sonnenbrand. Der optimale Platz ist im Schatten größerer Obstgehölze oder anderen Sträuchern. Zudem wird der Strauch bei einem vollsonnigen Standort anfälliger für den echten Mehltau (besonders in Kombination mit einer zu stickstoffhaltigen Düngung). Obwohl tiefe Temperaturen kein Problem für den winterharten Strauch sind, solltest du ihn nicht an Orten mit Spätfrostgefahr pflanzen. Durch die frühe Blütenbildung kann sonst durch den Frost ein Schaden an den Blüten entstehen, der dich unter Umständen die Ernte kostet.

Stachelbeeren sollten an einem halbschattigen Plätzchen stehen, denn ansonsten können die Beeren einen Sonnenbrand bekommen. Foto: Foto: wenzlerdesign auf Pixabay.

Um den Strauch zusätzlich vor Krankheiten zu schützen, solltest du ihn in einer Mischkultur anpflanzen:

Stachelbeeren kannst du auch super in einen Waldgarten integrieren. Dieser arbeitet mit den Prinzipien der Permakultur und Mischkultur, wodurch ein stabiles System entsteht, das weniger anfällig für Krankheiten oder Schädlinge ist. Welche Obstgehölze du dafür pflanzen kannst und wie diese unterpflanzt werden können, kannst du in dem Artikel Obstgehölze pflanzen nachlesen.

Wann kann ich Stachelbeeren auspflanzen?

Am Besten werden Stachelbeeren im späten Herbst (Oktober - November) oder im zeitigen Frühjahr (bis spätestens April) gepflanzt. Allerdings hat eine Pflanzung im Herbst den Vorteil, dass der Strauch über den Winter ordentlich anwachsen kann. Stachelbeeren sind nämlich Flachwurzler und trocknen daher relativ schnell aus, was das Anwachsen erschwert. Durch die Winterfeuchte kann der Strauch sich gut im Boden verwurzeln und treibt so im Frühjahr zuverlässig wieder aus. Bei einer Pflanzung zu trockenen Perioden im Sommer solltest du also immer darauf achten, dass der Wurzelballen stets feucht ist.

Wie pflanze ich Stachelbeeren?

Strauch oder Hochstamm?

Stachelbeerpflanzen werden wurzelecht (d.h. unveredelt) oder als veredelter Halb- oder Hochstamm angebaut. Beide Formen sind für eine Pflanzung im Garten geeignet, es kommt lediglich auf deine Vorlieben, Wünsche und das vorhandene Platzangebot an. Ein Strauch braucht je nach Sorte 1,2 bis 2 m Platz. Wohingegen ein Hochstamm platzsparender ist und je nach gepflanzter Sorte etwa 0,8 bis 1 m Pflanzabstand benötigt. Falls du eine dichte Hecke pflanzen möchtest, kannst du jeweils einen kleineren Abstand wählen.

Ist die Wahl auf eine passende Sorte für dich gefallen, musst du dich nun für eine Anbauform entscheiden. Möchtest du eine Hecke pflanzen oder einzelne Sträucher? Soll die Wuchsform hochstämmig oder strauchig sein?

Ein Strauch braucht weniger Pflege wie ein Hochstämmchen und bringt mehr Ertrag. Foto: photosforyou auf Pixabay.

Hier sind einmal die Vor- und Nachteile beider Wuchsformen aufgelistet:

Hochstämmige Sträucher können leichter beerntet werden. Besonders bei Sorten mit vielen Dornen sind veredelte Pflanzen von Vorteil, denn so werden Pflege und Ernte erleichtert. Außerdem ist diese Wuchsform platzsparender und kann auch auf dem Balkon angebaut werden. Dagegen sind die Jungpflanzen teurer im Einkauf (das liegt an der vorangegangenen Veredlung der Sträucher) und du musst zusätzlich einen Stützpfahl für den Strauch anbringen. Dieser Stützpfahl muss aufgrund der starken Wüchsigkeit der Stachelbeere regelmäßig erneuert und an die Größe angepasst werden. Ein weiterer Nachteil des Hochstämmchens ist, dass der Ertrag sinkt. Durch den langen Stamm gibt es weniger tragende Äste und somit weniger Früchte.

Ein Strauch dagegen ist in seinem Wuchs unübersichtlicher, was die Ernte erschwert. Zusätzlich musst du dich bücken, um an die Beeren zu kommen. Ein Vorteil bei der Pflanzung eines Strauchs ist die preisgünstigere Anschaffung der Jungpflanzen. Zudem muss kein Stützpfahl angebracht und ständig erneuert werden. Außerdem ist der Ertrag eines Strauches gegenüber dem eines Hochstämmchens deutlich höher.


Anleitung zum Auspflanzen im Garten

  • Vor der Pflanzung: Lockere den Boden tiefgründig mit einer Grabgabel. Sandboden sollte mit Kompost aufbereitet werden.
  • Pflanzloch ausheben: Hebe ein Pflanzloch aus, das doppelt so groß wie der Wurzelballen ist. Gebe in das Pflanzloch ein wenig Kompost oder Langzeitdünger hinzu.
  • Wurzelschnitt: Bei wurzelnackten Pflanzen werden alle Wurzeln um ein paar Zentimeter gekürzt. Das verbessert das Anwachsen, da das Wurzelwachstum angeregt wird.
  • Einpflanzen: Setze den Strauch in den Boden. Die Pflanze sollte ebenerdig eingepflanzt werden. Schütte die Erde wieder in das Loch zurück. Um Hohlräume um die Wurzeln in der Erde zu minimieren, kannst du auch leicht am Stamm rütteln. Drücke die Erde gut an und gieße deinen neuen Schützling ordentlich.
  • Bei einem Hochstamm bringst du direkt mit dem Einpflanzen einen Stützpfahl an. Stecke hierfür einen Holzstamm direkt neben den Wurzelballen und binde den Stamm mit breiten Bändern oder einem Kokosstrick fest. Achte dabei darauf, keine Wurzeln zu verletzten!
  • Bringe eine Mulch-Schicht auf. Sie dient als natürlicher Schutz vor Beikräutern und vermindert Wasserverdunstung.
  • Pflanzschnitt: Kappe alle Triebe um etwa ein Drittel. Schneide die Äste dabei knapp über einer nach außen wachsenden Knospe ab.

Die Jostabeere ist eine Kreuzung aus der Johannis- und der Stachelbeere. Daher kann sie neben Stachelbeerpflanzen gesetzt werden, um diese zu befruchten. Foto: wenzlerdesign auf Pixabay.

Unser Tipp: Obwohl Stachelbeeren Selbstbestäuber sind, kannst du den Ertrag steigern, indem du Pflanzen der Gattung Ribes nebeneinander pflanzt. Dazu gehören nicht nur andere Stachelbeersorten, sondern auch Johannisbeeren oder die Josta-Beere. Die Josta-Beere ist nämlich eine Kreuzung aus der Johannis- und der Stachelbeere. Die Blüten von deinem Stachelbeerstrauch können von den Pollen all dieser Pflanzen befruchtet werden. Durch mehrere Pflanzen erhöhst du die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung enorm und somit auch deinen Ertrag. Nebenbei hast du eine größere Vielfalt unterschiedlicher Pflanzen in deinem Garten, über die sich die Insekten und andere Gartenbewohner freuen.

Pflege von Stachelbeeren

  • Einmal im Jahr düngen: Das erledigst du am Besten vor dem Austrieb im Frühjahr (bis April). Hierfür eignet sich ein stickstoffreduzierter, dafür kalibetonter Dünger. Bei einer zu hohen Stickstoffdüngung besteht eine höhere Gefahr für Mehltau-Befall. Bei Bedarf kannst du eine zweite Düngung nach der Blüte im Mai anschließen.
  • Bringe eine Mulch-Schicht auf und erneuere sie regelmäßig. So bleibt der Boden länger feucht, was bei den flachwurzelnden Beeren von Vorteil ist. Zudem werden Beikräuter unterdrückt. Achte darauf, dass die Mulch-Schicht locker um den Stamm verteilt ist, da ansonsten Fäulnis entstehen kann.
  • Entferne regelmäßig Beikräuter, die um die Stachelbeere herum heranwachsen. Dabei solltest du keine Harke verwenden, um die Wurzeln des Strauchs nicht zu verletzten. Besser ist das vorsichtige Entfernen mit der Hand.
  • Stachelbeeren reagieren empfindlich auf Trockenheit. Daher musst du besonders während Trockenperioden regelmäßig gießen, damit der Strauch viele Beeren entwickeln kann.
  • Nach der Blütenbildung von April - Mai kannst du die Blütenanzahl bei starkem Wachstum reduzieren. Das Ausdünnen unterstützt die Bildung der übrig gebliebenen Früchte und steigert deren Qualität. Es gilt: Je lichter die Zweige, desto besser die Lichtversorgung und somit die Ernte.
  • Untersuche deine Sträucher regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten. Welche dabei die Häufigsten sind, zähle ich dir in dem nächsten Punkt auf. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass weißliche Flecken auf den Früchten oder braune, vertrocknete Früchte keine biotische Ursache haben müssen. Hier kann es auch um Sonnenbrand handeln, der durch zu starke Sonneneinstrahlung verursacht wurde.
Die flachwurzelnden Beeren müssen feucht gehalten werden, damit sie viele Früchte ausbilden können. Foto: annawaldl auf Pixabay.

Häufige Schädlinge & Krankheiten von Stachelbeeren

  • Kontrolliere deine Sträucher regelmäßig auf einen Befall durch den Echten Mehltau. Die Stachelbeere ist besonders anfällig für diesen Pilz. Die beste vorbeugende Maßnahme ist hier das Pflanzen resistenter Sorten. Einen Befall erkennst du an dem charakteristisch weißen Belag auf der Blattoberseite sowie an braun verfärbten Triebspitzen. Hier hilft nur noch, die betroffenen Triebe herauszunehmen. Entsorge diese nicht auf dem Kompost, sondern über den Restmüll, um eine weitere Ausbreitung des Pilzes in deinem Garten einzudämmen.
  • Wenn die Blätter der Sträucher sich kräuseln deutet das oft auf einen Befall von (roten) Spinnmilben oder Schildläusen hin. Gegen diese ungebetenen Gäste kannst du Neem-Öl, Teebaumöl oder Nützlinge einsetzen. Gegen Spinnmilben sind Raubmilben die Nützlinge der Wahl, bei einem leichten Befall kanst du auch Florfliegen einsetzen. Die natürlichen Feinde der Schildläuse sind Schlupfwespen, Marienkäfer und Ohrwürmer. Setzte Neem-Öl niemals ein, wenn du auch Nützlinge ausgebracht hast! Neem-Öl wirkt unspezifisch und bringt auch die kleinen Helfer zur Strecke.

Stachelbeeren schneiden

Stachelbeeren tragen ihre Früchte an den einjährigen Seitentrieben älterer Äste. Um deren Ausbildung und Wachstum zu fördern, ist ein regelmäßiger Schnitt unerlässlich. Nach der Pflanzung und dem Pflanzschnitt solltest du jährlich im Frühjahr (Februar - März) deine Stachelbeer-Sträucher zurückschneiden. Zu dieser Zeit ist der stärkste Frost vorüber und das Wetter wird sonniger und trockener. Für den Schnitt ist ein Tag in einer regenfreien Periode von etwa drei Tagen zu wählen. Ansonsten können Krankheitserreger durch das Wasser leichter in die Schnittwunden eindringen. Dabei unterscheidet sich der Schnitt eines Strauchs nicht von dem eines Hochstämmchens.

An den einjährigen Seitentriebe bilden sich die Früchte aus. Um das Wachstum dieser Triebe anzuregen sollte der Strauch jährlich zurückgeschnitten werden. Foto: GLady auf Pixabay.

Jährliche Schnittmaßnahmen zur Verjüngung des Strauchs:

  • Kürze die kräftigsten fünf bis sechs Bodentriebe um etwa ein Drittel. Schneide die Triebe dabei über einer nach außen zeigenden Knospe oder einem nach außen wachsenden Seitentrieb ab, damit der Strauch eine buschige Form bekommt. Die übrigen Bodentriebe werden bodennah abgeschnitten.
  • Entferne die drei bis vier Jahre alten, abgetragenen Leit- und Seitentriebe. Das kannst du auch direkt nach der Ernte machen. Hierbei kannst du diese Triebe entweder ganz rausnehmen oder sie über einem tieferen Seitentrieb abschneiden. Dabei müssen einjährige Seitentriebe auf jeden Fall stehen bleiben, da diese die Ernte für das nächste Jahr tragen.
  • Zu dicht stehende oder nach innen wachsende Seitentriebe und Totholz entfernst du ebenfalls aus dem Strauch. So erreichst du eine bessere Belichtung und Durchlüftung. Eine bessere Durchlüftung reduziert die Gefahr, dass dein Strauch vom Mehltau und anderen Pilkrankheiten befallen wird. Außerdem erleichtert das Auslichten die Ernte von stacheligen Sorten.
  • Achte beim Schnitt auf eine gleichmäßige Verteilung der Triebe, damit es keine Konkurrenz der einzelnen Triebe um Licht gibt.
  • In den Folgejahren werden immer zwei alte Bodentriebe mit Neuen ersetzt. Schneide hierfür die alten Triebe bodennah ab. Als Ersatz suchst du dir zwei kräftige einjährige Triebe, die wiederum um ein Drittel eingekürzt werden.

Stachelbeeren vermehren

Die Vermehrung der Sträucher erfolgt meist vegetativ. Dabei hast du zwei Möglichkeiten: Steckholz oder Stecklinge. Eine Aussaat spielt bei Stachelbeeren kaum eine Rolle. Vorallem, wenn mehrere Sorten in deinem Garten wachsen und du eine spezielle Sorte vermehren willst. Du kannst sehr schwer kontrollieren, durch welche Pflanze deine Beeren befruchtet wurde. So entsteht in den meisten Fällen ein Sämling, der nicht identisch zur Mutterpflanze ist.

  • Vermehrung im Winter: Am häufigsten werden Stachelbeeren durch Steckholz vermehrt. Nach dem Blattfall schneidest du einjährige, verholzte Triebe etwa 20 - 30 cm lang ab. Setze den Schnitt unterhalb eines Auges schräg an. Das Steckholz steckst du nun direkt in deinen Gartenboden und gießt gut an. Über den Winter während der Winterruhe kann der Zögling nun erste Wurzeln bilden und sich im Boden verankern. Im Frühjahr sollte das Steckholz dann neu austreiben und neue Blätter ausbilden.
  • Vermehrung im Sommer: Ein Steckling wird im Gegensatz zum Steckholz belaubt in die Erde gesteckt. Ansonsten schneidest du den Trieb wie bei der Steckholzvermehrung von der Pflanze ab. Wähle einen halb-verholzten Trieb hierfür aus, am besten eignen sich die Triebspitzen.
  • Nach dem neuen Austrieb im Frühjahr kannst du die Jungpflanze ein wenig stutzen. Das regt ein verzweigtes Wachstum an.
Eine Vermehrung über Samen ist eher unüblich, da die Gene des Sämlings meist nicht identisch zur Mutterpflanze sind. Foto: rolandmey auf Pixabay.

Stachelbeeren ernten & lagern

Stachelbeeren kennen wir vorallem für die Zubereitung von Kuchen und Desserts. Hierfür kannst du die Beeren frisch verarbeiten und sie direkt genießen. Die süß-säuerlichen Beeren eignen sich aber auch super, um Kompott oder Marmelade einzukochen. So kannst du auch noch Wochen später von deiner Ernte zehren. Um möglichst lange was von der Ernte zu haben, kannst du Stachelbeeren auch gut einfrieren.

Je nachdem, was du mit deinen Stachelbeeren vor hast, solltest du sie in unterschiedlichen Reifestadien ernten. Um Kuchen, Desserts oder Kompotts herzustellen, eignen sich noch nicht vollreife, grüne Früchte am Besten. Je nach Sorte kannst du hierfür Ende Mai bis Anfang Juni mit der Ernte beginnen. Das Ernten von noch grünen Früchten wird auch Grünpflücke genannt. Eine Besonderheit der Stachelbeere unter den Beeren ist, dass ihre Früchte nach der Ernte noch nachreifen. So kannst du die grünen Beeren auch einfach liegen und nachreifen lassen und sie zu einem späteren Zeitpunkt genießen oder verarbeiten. Von einer Grünpflücke profitieren die übrigen Früchte am Strauch, die dadurch süßer und größer werden. Wenn du lieber Marmeladen herstellen möchtest, solltest du ein bisschen länger mit der Ernte warten. Die Früchte sollten schon ihre endgültige Größe erreicht haben und in etwa kirschgroß, leicht fest geerntet werden. Um Stachelbeeren frisch vom Strauch zu naschen, musst du mit der Ernte je nach Sorte bis Juli oder August warten. Erst dann haben sie ihr volles Aroma entfaltet.

Stachelbeeren werden je nach Verwendungszweck zu unterschiedlichen Reifestadien geerntet. Foto: wobbut auf pixabay.

Viel Erfolg beim Anbau deiner eigenen Stachelbeeren! Falls Fragen bei dir aufgekommen sind oder du andere Anmerkungen zum Thema hast, schreibe und gerne an magazin@fryd.app.

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Titelbild: MrGajowy3 auf Pixabay.

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