Mulchen ist das Auftragen einer bodenbedeckenden Schicht auf den Acker oder das Beet. Das kann in Form von totem Pflanzenmaterial (Stroh, Grasschnitt, Holzhäcksel, Rindenmulch,…) oder durch lebendende Pflanzen erfolgen, was dann als Lebendmulch bezeichnet wird. Auch Folien aus Kunststoff können als Mulchmaterial dienen. Alles was du zum Thema Mulchen im Gemüsegarten wissen musst, erfährst du hier.
Als Mulch bezeichnet man eine Schicht mit der ein Beet abgedeckt wird. Diese Schicht kann aus organischem Material wie Heu, Grasschnitt, Stroh, Laub oder Holzchips bestehen, aber auch aus Kunststoff. Dieser Folien- oder Gewebemulch findet jedoch hauptsächlich im kommerziellen Gemüsebau Verwendung. Auch Lebendmulch/Untersaat ist möglich, wobei meist niedrig wachsende Pflanzen unter den höher wachsenden gepflanzt werden und dadurch den Boden wie lebende Pflanzenteppiche bedecken. Mulchen wird von vielen kundigen Gärtner:innen angewandt, denn es kann viele Vorteile bringen. Auch in einem Permakulturgarten oder bei der No-Dig-Methode ist das Mulchen ein wichtiges Instrument, um die Bodenfunktionen aufrecht zu erhalten.
Der wichtigste Faktor wenn es ums Mulchen geht ist die Wahl des richtigen Materials, denn nicht jedes Material eignet sich gleich gut für die verschiedenen Anwendungen des Mulchs.
Geht es um die Verbesserung der Bodenqualität, solltest du darauf achten, dass das Kohlenstoff-zu-Stickstoff-Verhältnis (C/N-Verhältnis) des Mulchs nicht zu hoch ist. Bei einem hohen C/N-Verhältnis, also wenn der Mulch viel mehr Kohlenstoff als Stickstoff enthält, entziehen die Bodenorganismen dem Boden Stickstoff, wenn sie den Mulch zu Humus umwandeln. Dieser Stickstoff steht deinen Pflanzen dann nicht mehr zu Verfügung und sie könnten einen Stickstoffmangel aufweisen.
| Hohes C/N-Verhältnis | Niedriges C/N-Verhältnis | |
|---|---|---|
| Beispiel | Hackschnitzel, Stroh oder Holz (braunes Material) | Kompost, Heu, Laub oder frischen Grasschnitt (grünes Material) |
| C/N-Verhältnis | enthält viel Kohlenstoff und wenig Stickstoff | enthält viel Stickstoff und weniger Kohlenstoff |
| Anwendung | langsame Zersetzung und schafft eine ,,saubere'' Oberfläche | schnelle Zersetzung und liefert viel Energie für Bodenlebewesen |
| auf nährstoffreichen Böden höchstens für eine Saison einsetzen | besonders empfehlenswert für nährstoffarme Böden | |
| Auf nährstoffarmen Böden möglichst ganz darauf verzichten | Bei feuchter Witterung erhöhen diese frischeren Materialien die Gefahr von Pilzkrankheiten (z. B. Schimmel oder Mehltau) | |
| Schützt bei feuchter Witterung besser vor Pilzkrankheiten als frisches Material |
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Jetzt Teil der Community werdenDamit du weißt, wann du welche Materialien am besten verwendest und welche Pflanzen Rindenmulch vertragen, hier eine kleine Übersicht.
In jedem Fall solltest du darauf achten, dass dein Mulch keine Samen von Beikräutern enthält. Grasschnitt ist daher nur geeignet, wenn keine blühenden Pflanzen in der Wiese wachsen. Auch ausgerissene Beikräuter sollten nur gemulcht werden, wenn sie keine Samen tragen. Ansonsten ist der unkrautunterdrückende Effekt hinfällig und du wirst für viele Jahre keinen Spaß mehr mit dem Beet haben, auf dem du gerade die Unkrautsamen verteilt hast.
Kann in fast allen Beeten eingesetzt werden. Achte darauf, dass die Materialien unbedruckt sind, um keine in der Druckerschwärze enthaltenen Schwermetalle in den Boden einzubringen. Feuchte Karton/Pappe am Anfang an und bedecke sie am Rand mit Steinen, damit nichts durch den Wind wegfliegt. Auch bei Sheet-Mulching werden Kartons als Mulchmaterial verwendet.
Rindenmulch und Holzspäne eignen sich gut für Blütengehölze oder Beerensträucher. Auf Beeten ist dieses Mulchmaterial eher ungeeignet, da das Material sich nur sehr langsam zersetzt und dadurch weniger Nährstoffe freisetzt. Allerdings können aus Rindenmulch und Holzspänen kleine Wege in deinem Beet ausgelegt werden. Alternativ kannst du auch Kompost auf deinen Wegen ausbringen, um Unkräuter zu unterdrücken. Das ist Teil der No-Dig-Methode von Charles Dowding. Durch den Kompost bleibt die Bodenstruktur erhalten und Unkräuter werden unterdrückt.
Kompost ist ebenfalls gut als Mulch geeignet und dient dem Boden gleichzeitig auch als super Dünger. Besonders bei der No-Dig-Methode wird Kompost zur Bodenverbesserung und Erhaltung der Bodenstruktur verwendet. Charles Dowding empfiehlt bei No-Dig-Beeten eine etwa 2,5 cm dicke Kompostschicht zur Düngung für die Saison. Falls du keine No-Dig-Beete hast, brauchst du je nach Boden u.U. mehr Kompost für eine Düngung und um den Boden zu verbessern. Hier empfiehlt Charles Dowding auf mageren Böden bis zu 15 cm Kompost.
Darüber hinaus kann Kompost aber auch die meisten Unkräuter unterdrücken. Einige ausdauernde Unkräuter jedoch sind etwas hartnäckiger, wobei du zur Unkrautunterdrückung auf Pappe, Karton oder schwarze Kunststofffolien zurückgreifen kannst.
Mulch aus Kunststofffolien oder -gewebe sind zur Unkrautunterdrückung und zum Schutz des Bodens vor Erosion und Austrocknung geeignet. Auch bodennahe Früchte schützen sie vor dem Verderben. Jedoch tragen sie nicht direkt zur Humusbildung bei und sehen im Garten auch nicht so schön aus. Weiterhin kommt es durch die Abnutzung von nicht biologisch abbaubaren Folien mit der Zeit auch zum Eintrag von Mikroplastik, achte daher darauf die Folien nach dem Gebrauch vollständig zu entfernen. Hast du jedoch ein Stück Land mit besonders hartnäckigen Beikräuter wie beispielsweise die Quecke (Elymus repens) oder Ackerwinde (Convolvulus arvensis), kann eine solche Folie dir helfen, die Fläche für den Gemüseanbau nutzbar zu machen. Du kannst auch kleine Löcher in die Folie schneiden und die Fläche bereits bepflanzen. Ein Vorteil der schwarzen Folie ist die schnelle Erwärmung, was z.B. für wärmeliebende Pflanzen wie Wassermelonen oder Kürbisse von Vorteil ist.
Als lebenden Pflanzenteppich kannst du beispielsweise Gründüngungs-Mischungen verwenden. Senfsaat oder Leguminosen bedecken hier zuerst als lebende Pflanzen den Boden und können auch nach dem Abmähen als tote organische Bodenabdeckung dienen. Gründüngung schützt den Boden vor Verdunstung und Beikräuterbewuchs. Die Gründüngerpflanzen lockern durch ihre Wurzeln den Boden auf und können als Leguminosen den Boden sogar mit Stickstoff anreichern, der Pflanzen als Nährstoff dient.
Zu guter Letzt bleibt noch zu klären wie du am besten mulchst. Vor allem solltest du darauf achten, dass die Mulchschicht die richtige Dicke hat. Grundsätzlich gilt: Je mächtiger, desto besser die Unkrautunterdrückung und Wasserersparnis. Allerdings sollte saftiges, frisches Pflanzenmaterial wie Grasschnitt oder Beikräuterschnitt nicht zu dick aufgetragen werden, weil sonst kein Sauerstoff mehr an den Boden gelangt. Sowohl Bodenorganismen, als auch Pflanzenwurzeln brauchen Sauerstoff. Wenn dieser fehlt, können sie nicht weiter wachsen und sterben ab. Zudem kann die Mulchschicht nur verrotten, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist. Sonst kann es zu Fäulnis kommen. Daher: Am besten vorgetrocknetes Material nur locker und höchstens 10 cm dick ausbringen. Wässere deinen Mulch einmal nachdem du ihn ausgebracht hast, damit er den Boden sofort optimal schützt und nicht erst Wasser aus dem Boden aufsaugt.
Alles in allem ist Mulch eine der einfachsten aber effektivsten Methoden, um dir im Garten Arbeit zu ersparen: Du musst weniger gießen, weniger jäten, dein Boden wird quasi von selbst fruchtbarer und mal ganz ehrlich, ein ordentlich gemulchtes Beet sieht auch einfach schön aus.
"Wir müssen den Boden ernähren, damit er uns ernährt", das sagt Trudi Borsos, die 'Tomatenkönigin vom Balkan'. Die gebürtige Schweizerin lebt mittlerweile in Kroatien und hat sich dort mit der Erfahrung aus vielen Jahren Gemüseanbau einen Sorglos-Garten angelegt. Wenn man sich nämlich richtig um seinen Boden kümmert, hat man nicht viel Arbeit. In dieser Folge des Fryd-Gartenpodcasts begleiten wir Trudi durch ihr Gartenjahr und sprechen über rote Pilze im Garten, Flächenkompostierung und Pflanzenkohle.
Wir hoffen, du weißt nun alles Wichtige zum Thema Mulchen. Für Fragen und Anmerkungen schreib uns gerne unter [email protected] oder teile deine Erfahrungen auf Social Media mit uns. Um keinen Artikel mehr zu verpassen, folge uns auf Instagram und Facebook oder melde dich direkt zu unserem Newsletter an.
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Quelle: Charles Dowding, #No Dig, 2023, München: Dorling Kindersley Verlag GmbH
Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
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Hallo Community! Ich habe eine Frage: Welche Arten von Hibiskus sind winterhart und essbar? Ich würde gerne damit Hibiskusblütentee machen. Würden sich ein (ebenfalls noch recht kleiner) Loorbeerstrauch und ein Flieder als Nachbarn eignen?
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... Wird heute gesät... ☺️ #gemüsezwiebeln @tropearossatonda @moradadeamposta @blancpremier #romanasalat @sucrette #Kress @GartenKressegroßblättrig
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... Gestern gesät... ☺️
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Was ist Mulchen und warum ist es im Gemüsegarten nützlich?
Mulchen bezeichnet das Auftragen einer Schutzschicht aus Materialien wie Stroh, Grasschnitt, Holzhäcksel, Rindenmulch oder lebenden Pflanzen auf den Boden. Es bietet zahlreiche Vorteile wie Erosionsschutz, Beikrautunterdrückung, Nährstoffzufuhr, Verdunstungsschutz, Verbesserung der Bodenstruktur und Schutz der Kulturen.
Welche Materialien eignen sich zum Mulchen?
Geeignete Mulchmaterialien sind z.B. Stroh, Kompost, Heu, Laub, Grasschnitt, Brennnesseln, Beinwellblätter, Karton, Rindenmulch und Kunststofffolien. Die Wahl hängt von Faktoren wie Bodenqualität, Feuchtigkeit und spezifischen Gartenbedürfnissen ab.
Wie trägt Mulchen zur Verbesserung der Bodenqualität bei?
Mulch trägt zur Verbesserung der Bodenqualität bei, indem er den Boden mit Nährstoffen anreichert, die Bodenstruktur auflockert und ein günstiges Umfeld für Bodenorganismen schafft. Organischer Mulch wird allmählich zu Humus abgebaut, der den Boden nährt.
Was ist Lebendmulch und wie wird er verwendet?
Lebendmulch sind Pflanzen, um den Boden zu bedecken. Er wird verwendet, um den Boden zu schützen, die Feuchtigkeit zu bewahren und Unkrautwachstum zu unterdrücken. Beispiele sind Gründüngermischungen wie Lupinen oder Senfsaat.