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Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
15.04.2021 . Lesezeit: 14 Minuten

Kürbis pflanzen: Tipps für Anbau, Pflege & Ernte

Kürbispflanzen sind unkomplizierte und pflegeleichte Kulturen, die sich großer Beliebtheit in den Küchen und Hobbygärten erfreuen. Ihr Anbau sowie ihre Pflege ist einfach. Ihr hoher Gehalt an Mineralen und Vitaminen in Kombination mit der langen Lagerfähigkeit macht sie besonders für Selbstversorger zu einer wahren Goldgrube für den Winter. Wir geben dir hilfreiche Tipps von der Aussaat von Kürbissen über Pflegehinweise bis hin zur Ernte und Lagerung. Außerdem gibt es eine Anleitung zum Kürbis pflanzen.

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Auf einen Blick

  • Lichtbedarf: sonnig
  • Nährstoffbedarf: hoch
  • Wasserbedarf: hoch, keine Staunässe
  • Boden: nährstoffreicher, humoser Boden
  • Keimtemperatur: 20 - 24 °C
  • Aussaat: 2 - 3 cm
  • Auspflanzen: nach den Eisheiligen, im Mai
  • Pflanztiefe: 2 - 3 cm
  • Pflanzabstand: 1,5 - 2,5 m x 0,5 - 1,5 m, je nach Wuchsform der Sorte

Kürbis im Garten pflanzen

Kürbisse gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Das Fruchtgemüse wächst in unseren Breiten meist einjährig und bildet an mehr oder weniger rankenden Trieben seine Früchte aus. Die krautige Pflanze wächst entweder als Kletterpflanze oder kriecht über den Boden.

Die Kürbispflanze bildet von Juni bis August wunderschöne goldgelbe Blüten aus. Alle Kürbisse sind einhäusig. Das bedeutet, dass jede Blüte entweder rein männlich oder weiblich ist. Die Blüten sind meist groß und besitzen einen auffälligen Blütenbecher. Äußerlich lassen sie sich sehr gut voneinander unterscheiden. Die weiblichen Blüten tragen direkt unterhalb der Blüte bereits einen Fruchtansatz. Die männlichen Blüten sitzen an einem dünnen, haarigen Stiel. Aber auch die männlichen Blüten können in der Küche verwendet werden und sind eine Delikatesse aus dem eigenen Garten.

Weiblich Kürbisblüte
So sieht eine weibliche Kürbisblüte mit Fruchtansatz aus. Bild von Roselie auf Pixabay.

Die Kürbispflanze stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Bereits alte Kulturen wussten um den Mehrwert des Kürbisses, sei es in der Ernährung als Mineralstoff- und Vitaminlieferant oder als Partner für Pflanzen in einer Mischkultur.

Kürbis anpflanzen: Standort & Boden

Optimale Bodenbedingungen für Kürbisse

Kürbisse benötigen je nach Sorte sehr viel Platz und gedeihen am besten auf tiefgründigen, humus- und nährstoffreichen Böden. Sie sind starkzehrende Pflanzen und brauchen daher besonders viele Nährstoffe zum Wachsen. Bereite den Boden daher gut mit Kompost vor. Bei der Bodenart hingegen, ist die Kürbispflanze nicht besonders wählerisch und gedeiht sowohl auf lehmigen, als auch auf sandigen Böden. Auf eher sandigen Böden musst du allerdings ein besonderes Auge darauf haben, dass sie nicht austrocknet.

Der richtige Standort für Kürbispflanzen

Generell ist ein sonniger, aber windgeschützter Standort optimal zum Anbau von Kürbissen. Kürbiswurzeln sind nämlich ziemlich leicht zu brechen. Bei starkem Wind werden die großen Blätter bewegt, was besonders bei jungen Pflanzen zu Beschädigungen am Wurzelwerk und somit zu vermindertem Wachstum führen kann.

Gut geeignet ist beispielsweise ein Platz zu Fuße eines Kompostes. Durch die große Blätter spendet der Kürbis Schatten und verhindert, dass der Kompost austrocknet. Die Kürbispflanze selbst profitiert von dem nährstoffreichen Sickerwasser und der Wärme des Kompostes.

Kürbispflanze am Fuße eines Kompost
Ein guter Standort für Kürbispflanzen ist am Fuße eines Kompost.

Die richtige Kürbissorte finden

Aus botanischer Sicht sind Kürbisse eigentlich Beeren. Tatsächlich ist der Kürbis die Pflanze mit den größten Beeren und Samen, die wir kennen. Diese Beeren werden Panzerbeeren genannt. Sie haben eine zähe und robuste Hülle, die das Fruchtfleisch mit den nährstoff- und ölreichen Kürbiskernen zuverlässig schützt. Ihre Form, Größe, Farbe und Geschmack kann je nach Sorte stark variieren.

In einer Auswahl von über 850 Sorten unterschiedlichster Speise- und Zierkürbisse ist für jeden was dabei. Wenn du dir noch unsicher bist, welchen Kürbis du pflanzen möchtest, findest du hier einen Überblick der beliebtesten essbaren Kürbissorten für den Hobbygarten oder Balkon.

Kürbisse selber ziehen

Kürbisse sind aufgrund ihrer tropischen Herkunft wärmeliebende Pflanzen. Aus diesem Grund ist es in unseren Breiten von Vorteil sie Zuhause au der Fensterbank vorzuziehen. Nach den Eisheiligen können die Pflänzchen dann ins Freie. Bei Temperaturen unter 5 °C leidet die Entwicklung der jungen Pflanzen und schließlich deine Ernte unter dem Mangel an Wärme. Wohnst du in einer wärmeren Gegend kannst du deine Kürbissamen auch direkt im Freiland aussäen. In unserem Artikel zum Thema findest du alle weiteren Informationen zum Kürbis säen und was es bei der Vorzucht und der Direktsaat zu beachten gibt.

Kürbis pflanzen: Von der Fensterbank ins Freie

Kürbispflanzen abhärten

Bevor du deine Kürbisse ins Beet pflanzen kannst, musst du sie unbedingt abhärten! Hierfür stellst du die Jungpflanzen jeden Tag für ein paar Stunden ins Freie, um sie an Umwelteinflüsse und das Wetter zu gewöhnen. Für etwa eine Woche solltest du sie täglich rausstellen, wobei du sie jeden Tag ein bisschen länger draußen lässt. Damit die Blätter in der Sonne nicht verbrennen, suchst du zu Beginn ein schattiges Plätzchen. Nach ein paar Tagen kannst du sie aber auch direkt in die Sonne stellen.

Kürbisse sind stattliche Pflanzen, die genügend Platz in der Reihe und zwischen den Reihen brauchen, um sich zu entfalten. Bild von derRenner auf Pixabay.

Kürbis-Beet vorbereiten

Zur Bodenvorbereitung wird der Boden gut aufgelockert und mit Kompost oder Mist aufbereitet. Falls du etwas kühler wohnst kannst du zusätzlich den Boden aufhügeln und mit schwarzer Folie bedecken. Diese Folie kann aus Plastik sein, besser wäre eine Folie aus abbaubarem Material. Bei einer Plastikfolie läufst du Gefahr, dass diese sich mit der Zeit zersetzt und Mikroplastik in deinem Gartenboden hinterlässt. Durch die schwarze Folie wird mehr Wärme angezogen und weniger Wasser verdunstet. Das ist besonders gut für den wärme- und feuchtigkeitsliebenden Kürbis. Außerdem unterdrückt die Folie unerwünschte Beikräuter, die eine Konkurrenz für den flachwurzelnden Kürbis darstellen. An den Pflanzstellen werden dann Schlitze geschnitten, an denen du die Jungpflanzen später aussetzen kannst.

Kürbis auspflanzen: So geht's

Jungpflanzen, die zwei bis drei gut entwickelte Laubblätter haben sowie bereits einen gut entwickelten Wurzelballen, sind bereit für den Umzug ins Freie. Pflanze sie in den vorbereiteten Boden und setze sie dabei tiefer in die Erde wie zuvor. Kürbispflanzen bilden dort, wo der Stängel unter der Erde liegt, neue Wurzeln (Adventivwurzeln), die ihnen mehr Stabilität geben. Das ist besonders bei den großen Blättern von Vorteil, die leicht vom Wind oder anderen Umwelteinflüssen bewegt werden. Gieße zu guter Letzt die Pflanze gut an und bringe eine Mulch-Schicht aus Stroh aus. Der Reihenabstand ist bei den Kürbispflanzen relativ groß zu wählen und du solltest ihnen mindestens 1,5 bis 2,5 m zwischen den Reihen sowie 0,5 bis 1,5 m in der Reihe geben. Bei Kürbisspflanzen ist es wichtig je nach Sorte und Wuchsform, den einzelnen Pflanzen genug Platz zu geben, damit sie genug Früchte ansetzt und ausbildet.

Kürbis auf dem Balkon anbauen

Kürbisse können auch auf dem Balkon angebaut werden. Hierfür eignen sich besonders kleinwüchsige Sorten, wie der Mini-Hokkaido Zora oder der Butternut Waltham. Nach einer Vorzucht ab Mitte April können die Jungpflanzen vier Wochen später auf den Balkon umziehen. Die Kürbispflanze benötigt einen großen Topf mit 60 bis 90 Litern Volumen, der mit nährstoffreichem Substrat gefüllt ist und mit reichlich Kompost angereicht wurde. Kürbisse reagieren zudem sehr empfindlich auf Staunässe. Das Wasser sollte immer gut ablaufen können. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du deine Kürbispflanzen an das Außenklima und stellst sie jeden Tag für ein paar Stunden auf den Balkon. Der Standort zum Abhärten sollte windgeschützt und halbschattig sein. Nach etwa einer Woche kannst du die Jungpflanze in den großen Topf pflanzen und an ein sonniges, aber windgeschütztes Plätzchen stellen.

Hokkaido Kürbis im Garten
Hokkaido ist eine schwachwüchsigere Sorte mit eher kleinen Kürbissen, die sich auch super für den Anbau auf dem Balkon eignet. Bild von wal_172619 auf Pixabay.

Das gibt es bei der Kürbis-Pflege zu beachten

Obwohl die Pflege nicht kompliziert ist, gibt es doch eine Reihe an Pflegemaßnahmen, die du wissen und beachten solltest, um deine Kürbispflanzen gesund zu halten. Um einen Überblick zu erhalten, was du deinen Kürbissen Gutes tun kannst, gibt es in unserem Artikel zur richtigen Pflege von Kürbissen alle wichtigen Infos.

Mischkultur mit Kürbis

Kürbispflanzen sind super für eine Mischkultur geeignet. Die wohl bekannteste Mischkultur mit Kürbis ist die Milpa. In einem Milpa-Beet pflanzt du Bohnen, Mais und Kürbis zusammen.

Daneben gibt es aber viele weitere gute Nachbarschaften mit Kürbis. Welche Pflanzen gute Nachbarn und schlechte Nachbarn für Kürbisse sind, kannst du hier nachlesen. Außerdem findest du Tipps zur Fruchtfolge und Fruchtwechsel. Zur Inspiration für deine eigne Mischkultur mit Kürbis findest du zudem digitale Beetpläne für eine Mischkultur mit Kürbis mit passenden Vor- und Nachkulturen.

Die häufigsten Krankheiten bei Kürbispflanzen

Zum Glück für alle Hobbygärtner:innen sind Kürbisse sehr robuste Pflanzen, die wenig anfällig für Pflanzenkrankheiten sind. Im Spätsommer werden sie zwar oft vom Echten oder Falschen Mehltau heimgesucht, ansonsten gibt es aber wenige Krankheiten, die du zu befürchten hast. Selbst der Echte Mehltau, der einen weißen Pilzbelag auf der Pflanze und der Oberseite der Blätter hinterlässt, schadet deiner Ernte nicht.

Kürbis ernten und lagern

Der Zeitpunkt der Ernte hängt vorallem davon ab, ob es ein Sommerkürbis mit dünner Schale oder ein Lagerkürbis, also ein Winterkürbis mit dicker Schale ist. Sommerkürbisse werden meist recht jung geerntet und lassen sich daher nicht solange lagern. Wohingegen Lagerkürbisse lange an der Pflanze ausreifen, um dann im vollreifen Zustand getrocknet und eingelagert zu werden.

Lasse frisch geerntete Kürbisse auf einem trockenen Untergrund nachreifen. Ansonsten neigen sie zu Fäulnisbildung und der Kürbis kann nichtmehr eingelagert werden. Bild von congerdesign auf Pixabay.

Wann Kürbis ernten?

Grundsätzlich sollten alle Kürbisse vor den ersten Frösten geerntet werden. Wie du einen reifen Kürbis erkennen kannst und was es noch bei der Ernte zu beachten gibt, findest du in unserem Artikel Kürbis ernten und lagern. Hier findest du auch alle wichtigen Punkte, die es bei der Lagerung zu beachten gibt, um möglichst lange Freude an deiner Ernte zu haben.

Kürbis vermehren

Wie du bereits weißt, sind Zierkürbisse nicht essbar und sogar giftig für den Menschen. Bei der Vermehrung von Kürbissen aus Samen, die du selbst aus einem Speisekürbis gesammelt hast, ist Vorsicht geboten! Durch Rückmutationen oder Kreuzungen mit Wildsorten können die Pflanzen wieder eine gesundheitsschädliche Menge an Cucurbitacin aufweisen. Wenn dein Kürbis aus einer selbstgezogenen Pflanze also bitter schmeckt, solltest du ihn lieber nicht essen. Früchte mit zu hohem Bitterstoffanteil können zu Übelkeit, Erbrechen und Darmbeschwerden führen. Besser ist es, Saatgut zu kaufen. So bist du auf der sicheren Seite und hast die Gewissheit, dass die Kürbisse später genießbar und gesundheitlich unbedenklich sind.


Ich hoffe, du hast einen Überblick über den Anbau von Kürbissen erhalten. Probier's gerne in deinem eigenen Garten oder auf deinem Balkon aus und berichte uns von deinen Erfahrungen! Bei Fragen, Problemen oder Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@fryd.app.

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Titelbild von ulleo aus Pixabay.

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