Blog Artikel Banner Bild
author image
Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
15.04.2021 . Lesezeit: 16 Minuten

Kürbis anpflanzen: Anbau, Pflege & Ernte

Kürbispflanzen sind unkomplizierte und pflegeleichte Kulturen, die sich großer Beliebtheit in den Küchen und Hobbygärten erfreuen. Ihr Anbau sowie ihre Pflege ist einfach. Mit ihrem hohen Gehalt an Mineralen und Vitaminen in Kombination mit der langen Lagerfähigkeit sind sie besonders für Selbstversorger eine wahre Goldgrube für den Winter.

Produkt
BIO-Saatgut: Kürbis 'Futsu Black' Reinsaat 3,50 €
Jetzt kaufen
Produkt
BIO-Saatgut: Kürbis 'Vegetable Spaghetti' Sativa Rheinau 3,25 €
Jetzt kaufen
blog-article-banner-image
Fryd ist ein Purpose-Startup Du möchtest wissen, was das bedeutet?
Mehr erfahren

Auf einen Blick

Licht: hoher Lichtbedarf, benötigen ein sonniges Plätzchen im Beet

Wasser: viel und gleichmäßig gießen, achte dabei immer darauf, dass keine Staunässe entsteht. Bei nassen Füßen reagiert die Kürbispflanze mit Fäulnis.

Temperatur: sehr wärmebedürftig, sollten in unseren Breiten nicht vor den Eisheiligen ausgepflanzt werden. Bei Temperaturen unter 5 °C verzögert sich die Entwicklung der Kürbispflanze

Nährstoffe: Starkzehrer, hoher Nährstoffbedarf

Boden: nährstoffreicher- und humoser Boden, bei der Bodenart sind Kürbisgewächse nicht besonders wählerisch und gedeihen auf lehmigen und sandigen Böden

Pflanzabstand: 1,5 bis 2,5 m zwischen den Reihen und 0,5 bis 1,5 m in der Reihe, je nach Wuchsform der Sorte

Pflanztiefe: 2 bis 3 cm, mit der Spitze nach unten säen

Allgemeines über die Kürbispflanze

Kürbisse gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Das Fruchtgemüse wächst in unseren Breiten meist einjährig und bildet an mehr oder weniger rankenden Trieben seine Früchte aus. Die krautige Pflanze wächst entweder als Kletterpflanze oder kriecht über den Boden. Aus botanischer Sicht sind ihre Früchte eigentlich Beeren. Tatsächlich ist der Kürbis die Pflanze mit den größten Beeren und größten Samen, die wir kennen. Diese Beeren werden Panzerbeeren genannt. Sie haben eine zähe und robuste Hülle, die das Fruchtfleisch mit den nährstoff- und ölreichen Kürbiskernen zuverlässig schützt. Ihre Form, Größe und Farbe kann je nach Sorte stark variieren.

Die Kürbispflanze bildet von Juni bis August wunderschöne goldgelbe Blüten aus. Alle Kürbisse sind einhäusig. Das bedeutet, dass jede Blüte entweder rein männlich oder rein weiblich ist. Die Blüten sind meist groß und besitzen einen auffälligen Blütenbecher. Äußerlich lassen sich die Blüten sehr gut voneinander unterscheiden. Die weiblichen Blüten tragen direkt unterhalb der Blüte bereits einen Fruchtansatz. Die männlichen Blüten sitzen an einem dünnen, haarigen Stiel. Aber auch die männlichen Blüten können in der Küche verwendet werden und sind eine Delikatesse aus dem eigenen Garten.

Herkunft

Kürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Man vermutet, dass seine ölhaltigen Kerne schon vor mehr als 10.000 Jahren zum Verzehr genutzt wurden. Mit dem steigenden Anbau durch den Menschen entwickelten sich neue Züchtungen der Kürbispflanze und das für uns giftige Alkaloid verschwand aus den Früchten und machte sie für uns genießbar. Die Kürbispflanze stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und wurde schon damals von indigenen Völkern in einer Milpa zusammen mit Mais und Bohnen angebaut. Bereits alte Kulturen wussten um den Mehrwert des Kürbisses, sei es in der Ernährung als Mineralstoff- und Vitaminlieferant oder als Partner für Pflanzen in einer Mischkultur.

Kürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und wurden bereits von den Indianern in einer Mischkultur mit Mais und Bohnen angebaut. Bild von Paul Rogé, CC BY 4.0 auf Wikimedia Commons.

Standort

Bevor du eine geeignete Sorte für dich findest, solltest du einen Platz suchen, an dem du deine Kürbispflanze später einpflanzen möchtest. Kürbisse benötigen je nach Sorte sehr viel Platz und gedeihen am besten auf tiefgründigen, humus- und nährstoffreichen Böden. Sie sind starkzehrende Pflanzen und brauchen daher besonders viele Nährstoffe zum Wachsen. Bereite den Boden daher gut mit Kompost vor. Bei der Bodenart hingegen, ist die Kürbispflanze nicht besonders wählerisch und gedeiht sowohl auf lehmigen, als auch auf sandigen Böden. Auf eher sandigen Böden musst du allerdings ein besonderes Auge darauf haben, dass sie nicht austrocknet. Alternativ kann man sie auch direkt am Fuße eines Kompostes einpflanzen. Durch die großen Blätter spendet sie so Schatten und verhindert, dass der Kompost austrocknet. Die Kürbispflanze selbst profitiert von dem nährstoffreichen Sickerwasser und der Wärme des Kompostes. Generell ist ein sonniger, aber windgeschützter Standort optimal zum Anbau von Kürbissen. Kürbiswurzeln sind nämlich ziemlich leicht zu brechen. Bei starkem Wind werden die großen Blätter bewegt, was besonders bei jungen Pflanzen zu Beschädigungen am Wurzelwerk und somit zu vermindertem Wachstum führen kann.

Kürbissorten

Kürbisse findet man in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Geschmäckern. In einer Auswahl von über 850 Sorten unterschiedlichster Speise- und Zierkürbisse ist für jeden was dabei. Speisekürbisse haben durch Züchtungen den giftigen Bitterstoff Cucurbitacin verloren, der Zierkürbisse für uns gifitig und somit ungenießbar macht. Aber auch Zierkürbisse erfreuen sich aufgrund ihres schönen Aussehens großer Beliebtheit. Um mehr über die unterschiedlichen Kürbissorten zu erfahren, findest du hier einen Überblick der beliebtesten essbaren Kürbissorten für den Hobbygarten oder Balkon.

Kürbis anpflanzen

Vorzucht & Direktsaat

Kürbisse sind aufgrund ihrer tropischen Herkunft wärmeliebende Pflanzen. Aus diesem Grund ist es in unseren Breiten von Vorteil sie Zuhause vorzuziehen, um sie nach den Eisheiligen auspflanzen zu können. Bei Temperaturen unter 5 °C leidet die Entwicklung der jungen Pflanzen und schließlich deine Ernte unter dem Mangel an Wärme. Wohnst du in einer wärmeren Gegend kannst du deine Kürbissamen auch direkt im Freiland aussäen. In unserem Artikel zum Thema findest du alle weiteren Informationen zum Kürbis säen und was es bei der Vorzucht und der Direktsaat zu beachten gibt.

Die wärmeliebende Kürbispflanze braucht Keimtemperaturen zwischen 20 und 24 °C und wird in unseren Breiten ab April zuhause vorgezogen. Bild von AllNikArt auf Pixabay.

Bodenvorbereitung

Zur Bodenvorbereitung wird der Boden gut aufgelockert und mit Kompost oder Mist aufbereitet. Falls du etwas kühler wohnst kannst du zusätzlich den Boden aufhügeln und mit schwarzer Folie bedecken. Diese Folie kann aus Plastik sein, besser wäre eine Folie aus abbaubarem Material. Dadurch werden Nährstoffe aus der abbaubaren Folie in den Boden zurückgeführt und sie funktioniert eher wie eine Mulch-Schicht. Bei einer Plastikfolie läufst du Gefahr, dass diese sich mit der Zeit zersetzt und Mikroplastik in deinem Gartenboden hinterlässt. Durch die schwarze Folie wird mehr Wärme angezogen und weniger Wasser verdunstet. Das ist besonders gut für den wärme- und feuchtigkeitsliebenden Kürbis. Außerdem unterdrückt die Folie unerwünschte Beikräuter, die eine Konkurrenz für den flachwurzelnden Kürbis darstellen. An den Pflanzstellen werden dann Schlitze geschnitten, an denen du die Jungpflanzen später aussetzen kannst.

Pflanzung

Jungpflanzen, die zwei bis drei gut entwickelte Laubblätter haben sowie bereits einen gut entwickelten Wurzelballen, sind bereit für den Umzug ins Freie. Pflanze sie in den vorbereiteten Boden und setze sie dabei tiefer in die Erde wie zuvor. Kürbispflanzen bilden dort, wo der Stängel unter der Erde liegt, neue Wurzeln (Adventivwurzeln), die ihnen mehr Stabilität geben. Das ist besonders bei den großen Blättern von Vorteil, die leicht vom Wind oder anderen Umwelteinflüssen bewegt werden. Gieße zu guter Letzt die Pflanze gut an und bringe eine Mulch-Schicht aus Stroh aus. Der Reihenabstand ist bei den Kürbispflanzen relativ groß zu wählen und du solltest ihnen mindestens 1,5 bis 2,5 m zwischen den Reihen sowie 0,5 bis 1,5 m in der Reihe geben. Bei Kürbisspflanzen ist es wichtig je nach Sorte und Wuchsform, den einzelnen Pflanzen genug Platz zu geben, damit sie genug Früchte ansetzt und ausbildet.

Kürbisse sind stattliche Pflanzen, die genügend Platz in der Reihe und zwischen den Reihen brauchen, um sich zu entfalten. Bild von derRenner auf Pixabay.

Anbau auf dem Balkon

Kürbisse können auch auf dem Balkon angebaut werden. Hierfür eignen sich besonders kleinwüchsige Sorten, wie der Mini-Hokkaido Zora oder der Butternut Waltham. Nach einer Vorzucht ab Mitte April können die Jungpflanzen vier Wochen später auf den Balkon umziehen. Die Kürbispflanze benötigt einen großen Topf mit 60 bis 90 Litern Volumen, der mit nährstoffreichem Substrat gefüllt ist und mit reichlich Kompost angereicht wurde. Kürbisse reagieren zudem sehr empfindlich auf Staunässe. Das Wasser sollte immer gut ablaufen können. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du deine Kürbispflanzen an das Außenklima und stellst sie jeden Tag für ein paar Stunden auf den Balkon. Der Standort zum Abhärten sollte windgeschützt und halbschattig sein. Nach etwa einer Woche kannst du die Jungpflanze in den großen Topf pflanzen und an ein sonniges, aber windgeschütztes Plätzchen stellen.

Kürbispflanzen stehen ganz oben auf dem Speiseplan von Schnecken und freuen sich bei einer Direktsaat ins Freie über ein Frühbeet oder einen Schneckenzaun zum Schutz vor den gefräßigen Weichtieren. Bild von MariaGodfrida auf Pixabay.

Kürbis vermehren

Wie du bereits weißt, sind Zierkürbisse nicht essbar und sogar giftig für den Menschen. Bei der Vermehrung von Kürbissen aus Samen, die du selbst aus einem Speisekürbis gesammelt hast, ist Vorsicht geboten! Durch Rückmutationen oder Kreuzungen mit Wildsorten können die Pflanzen wieder eine gesundheitsschädliche Menge an Cucurbitacin aufweisen. Wenn dein Kürbis aus einer selbstgezogenen Pflanze also bitter schmeckt, solltest du ihn lieber nicht essen. Früchte mit zu hohem Bitterstoffanteil können zu Übelkeit, Erbrechen und Darmbeschwerden führen. Besser ist es, Saatgut zu kaufen. So bist du auf der sicheren Seite und hast die Gewissheit, dass die Kürbisse später genießbar und gesundheitlich unbedenklich sind.

Kürbisse in einer Mischkultur anbauen

Kürbisse eignen sich besonders gut als Bodendecker in einer Mischkultur. Innerhalb einer Saison können sie eine Fläche von bis zu drei Quadratmetern erobern und mit ihren großen Blättern Schatten spenden. Dadurch verdunstet weniger Wasser aus dem Erdreich und der Boden ist geschützt vor Wind- und Wassererosion.

Kürbisse eignen sich besonders gut als Bodendecker in einer Mischkultur und schützen den Boden so vor Verdunstung und Wind- oder Wassererosion. Bild von rauschenberger auf Pixabay.

Gute Nachbarn

  • Erbsen, Stangenbohnen, Mais, Sonnenblumen, Kresse, Oregano, Ackerbohnen, Ringelblume
  • Kürbisse vertragen sich mit sich selbst und anderen Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae), also Gurken, Melonen und Zucchinis

Schlechte Nachbarn

  • Zwiebeln, Kartoffeln, Gurken, Dill, Liebstöckel, Topinambur, Stab- und Strauchtomaten

Fruchtwechsel

  • Eine Pause von 4 Jahren zwischen dem Anbau von einem Vertreter aus der Kürbisfamilie (Kürbis, Gurke, Zucchini oder Melonen) auf einer Fläche ist sinnvoll und ratsam. Generell sollte in der Fruchtfolge zwischen einem Starkzehrer (z.B. Kürbis) im ersten Jahr, einem Mittelzehrer (z.B. Karotten) im zweiten Jahr und einem Schwachzehrer (z.B. Radieschen) oder einer Gründüngung im dritten Jahr gewechselt werden. Ansonsten riskierst du, deinen Gartenboden auszulaugen. Kürbisse sind Starkzehrer und profitieren von einer Gründüngung im vorherigen Jahr. Um den Boden einen Teil der Nährstoffe zurückzugeben, kannst du die großen Blätter der Kürbispflanze nach der Ernte in den Boden einarbeiten.

Kürbis richtig pflegen

Obwohl die Pflege nicht kompliziert ist, gibt es doch eine Reihe an Pflegemaßnahmen, die du wissen und beachten solltest, um deine Kürbispflanzen gesund zu halten. Um einen Überblick zu erhalten, was du deinen Kürbissen Gutes tun kannst, gibt es in unserem Artikel zur richtigen Pflege von Kürbissen alle wichtigen Infos.

Krankheiten

Zum Glück für alle Hobbygärtner:innen sind Kürbisse sehr robuste Pflanzen, die wenig anfällig für Krankheiten sind. Im Spätsommer werden sie zwar oft vom Echten oder Falschen Mehltau heimgesucht, ansonsten gibt es aber wenige Krankheiten, die du zu befürchten hast. Selbst der Echte Mehltau, der einen weißen Pilzbelag auf der Pflanze und der Oberseite der Blätter hinterlässt, schadet deiner Ernte nicht.

Kürbis ernten und lagern

Der Zeitpunkt der Ernte hängt vorallem davon ab, ob es ein Sommerkürbis mit dünner Schale oder ein Lagerkürbis, also ein Winterkürbis mit dicker Schale ist. Sommerkürbisse werden meist recht jung geerntet und lassen sich daher nicht solange lagern. Wohingegen Lagerkürbisse lange an der Pflanze ausreifen, um dann im vollreifen Zustand getrocknet und eingelagert zu werden. Grundsätzlich sollten alle Kürbisse vor den ersten Frösten geerntet werden. Wie du einen reifen Kürbis erkennen kannst und was es noch bei der Ernte zu beachten gibt, findest du in unserem weiterführenden Artikel Kürbis ernten und lagern. Hier findest du auch alle wichtigen Punkte, die es bei der Lagerung zu beachten gibt, um möglichst lange Freude an deiner Ernte zu haben.

Lasse frisch geerntete Kürbisse auf einem trockenen Untergrund nachreifen. Ansonsten neigen sie zu Fäulnisbildung und der Kürbis kann nichtmehr eingelagert werden. Bild von congerdesign auf Pixabay.

Ich hoffe, du hast einen Überblick über den Anbau von Kürbissen erhalten. Probier's gerne in deinem eigenen Garten oder auf deinem Balkon aus und berichte uns von deinen Erfahrungen! Bei Fragen, Problemen oder Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@fryd.app.

Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die Fryd-App für Android oder iOS herunter.

Fryd - Dein digitaler Beetplaner


Titelbild von ulleo aus Pixabay.

author image
Marie Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.
Produkt
BIO-Saatgut: Kürbis 'Futsu Black' Reinsaat 3,50 €
Jetzt kaufen
Produkt
BIO-Saatgut: Kürbis 'Vegetable Spaghetti' Sativa Rheinau 3,25 €
Jetzt kaufen
blog-article-banner-image
Fryd ist ein Purpose-Startup Du möchtest wissen, was das bedeutet?
Mehr erfahren
Verpasse keine Updates!

Mit dem fryd Newsletter bekommst du alle wichtigen Updates und Magazin-Artikel direkt in dein Postfach.