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Komposttee herstellen: Eigener Biodünger und natürliche Pflanzenstärkung

05.04.2022  /  Lesezeit: 9 Minuten

Komposttee ist ein natürlicher Biodünger und kann zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten eingesetzt werden. Wie du Komposttee herstellen und im Garten anwenden kannst, erfährst du in diesem Artikel.

In diesem Artikel findest du:

  1. Was ist Komposttee?
  2. Boden verbessern mit Komposttee
  3. Komposttee für gesunde Pflanzen
  4. Komposttee: eigener Biodünger
  5. Komposttee: Rezept für Biodünger
    (nach Dr. Ingrid Hörner)
  6. Haltbarkeit von Komposttee
  7. Anwendung im Garten: so geht's richtig
  8. Häufig gestellte Fragen zu Komposttee

Auf einen Blick

Komposttee im Garten anwenden

  • Natürlich Bodengesundheit verbessern
  • Pflanzen stärken mit Komposttee (schützt v.A. Vor Pilzkrankheiten)
  • Biologischer Flüssigdünger mit langfristiger Düngewirkung

Komposttee herstellen: Rezept

  • 1 L Kompost auf 10 L Wasser
  • Verrühren und optional Melasse oder Gesteinsmehl hinzufügen
  • 2-3 h ziehen lassen; mehrmals umrühren
  • Alternativ in einem Teebeutel ziehen lassen

Was ist Komposttee?

Komposttee ist ein Kaltwasserauszug aus Kompost oder Regenwurmhumus. Humus und Kompost enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe, die sich im Wasser anreichern: neben Nährstoffen wie Stickstoff, Kalium und Phosphor sind auch Spurenelemente, Mikronährstoffe, Huminsäuren, effektive Mikroorganismen (EM), Enzyme und Aminosäuren etc. enthalten. So liefert Komposttee ein breites Angebot an pflanzenstärkenden Wirk- und Nährstoffen, die die Boden- und Pflanzengesundheit fördern.


Boden verbessern mit Komposttee

Das Gießen von Komposttee fördert zahlreiche Prozesse im Boden und damit einen gesunden Boden. Effektive Mikroorganismen und andere Inhaltsstoffe fördern die biologische Aktivität im Boden. Damit steigt auch die Umsetzung organischer Substanz und Humus wird aufgebaut. Das verbessert wiederum die Bodenstruktur, Wasserhaltefähigkeit und Nährstoffverfügbarkeit. In lockerem, krümmeligem Boden können die Pflanzenwurzeln am besten wachsen. Ein gutes Wurzelwachstum geht mit einer verbesserten Wasser- und Nährstoffaufnahme einher. Deine Pflanzen werden so weniger anfällig für Trockenstress.

Die gesteigerte biologische Aktivität der Mikroben hat positive Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Denn Mikroben stehen am Anfang des Bodennahrungsnetzes: Vielfalt im Kleinen fördert die Vielfalt im Großen. Indirekt trägt biologische Vielfalt auch zum vorbeugenden Pflanzenschutz bei, denn ein gesundes Ökosystem ist in sich schon weniger anfällig gegenüber Krankheiten und anderen Schaderregern.

Nahaufnahme von Boden mit Krümelstruktur
Komposttee verbessert deinen Boden und legt so den Grundstein für ein gutes Pflanzenwachstum. Bild von Rajiv Kumar auf Pixabay

Komposttee für gesunde Pflanzen

Eine verbesserte Bodengesundheit wirkt sich auch positiv auf Pflanzen aus. Ihre Widerstandsfähigkeit steigt zum einen durch bessere Wachstumsbedingungen (Wurzelwachstum, Nährstoffverfügbarkeit). Zum anderen durch die sogenannte induzierte Resistenz, die durch verschiedene Stoffe im Boden wie z.B. Huminstoffe ausgelöst wird. Die Pflanzen werden resistenter, v.A. gegen bodenbürtige Krankheiten und Pilzkrankheiten.

Das Besprühen der Blätter und des Bodens mit Komposttee wirkt aber auch direkt pflanzenstärkend. ,,Gute" Mikroorganismen besiedeln den Boden, die Wurzeln- und Pflanzenoberfläche. So haben es Schaderreger wie z.B. Pilze schwer, sich auf der Pflanze anzusiedeln und auszubreiten.

Pilzkrankheiten vorbeugen

Wichtig ist, dass die meisten positiven Wirkungen von Komposttee auf Boden und Pflanzen leider noch nicht empirisch bewiesen sein. Es gibt bereits Studien, die Wirkungen gefunden haben, leider sind diese aber oftmals nicht reproduzierbar. Nur bei einer Sache ist man sich relativ einig: Komposttee ist ein wirkungsvolles Mittel in der Prävention von Pilzkrankheiten wie Mehltau, Grauschimmel oder Krautfäule. Er hat durchaus Potential den Einsatz von Fungiziden zu reduzieren. Daher wird Komposttee bereits in der biologischen aber auch konventionellen Landwirtschaft zur Prävention von Pilzkrankheiten eingesetzt. Dabei wirkt Komposttee aber hauptsächlich vorbeugend und bei einem Befall nur begrenzt.

Zucchini befallen mit echtem Mehltau.
Komposttee ist ein gutes Mittel zur Prävention von Pilzkrankheiten wie dem Echten Mehltau. Bild von Maja Dumat - CC BY 2.0 -auf Flickr.

Komposttee: eigener Biodünger

Komposttee selbst enthält sämtliche gelöste Nährstoffe. Diese sind pflanzenverfügbar und können direkt über Wurzeln und Blätter aufgenommen werden. Daher kann eine Blattspritzung schnell bei einem Nährstoffmangel helfen. Indirekt verbessert Komposttee den Boden und steigert den Ab- und Umbau organischer Substanz, wodurch ebenfalls pflanzenverfügbare Nährstoffe frei werden. So hat Komposttee auch eine langfristige Düngewirkung.


Komposttee: Rezept für Biodünger
(nach Dr. Ingrid Hörner)

Das brauchst du:

  • 1 l Kompost oder Regenwurmhumus
  • 10 l Regen- der Brunnenwasser
  • großer Topf
  • optional: 50 g Melasse (Zuckerrübensirup), Belüfterpumpe (Luftleistung von eta 100 l/h bei 10 l Komposttee), Gesteinsmehl, Baumwollwindel

Unser Tipp: In Komposttee werden zahlreiche Mikroorganismen aus dem Humus angereichert. Um möglichst passende Mikroben für deinen Gartenboden anzureichern, solltest du eigenen Kompost oder Regenwurmhumus aus deinem Garten verwenden.

Hände mit Kompost gefüllt
Verwende am besten selbst hergestellten Humus oder Kompost aus deinem Garten! Bild von jokevanderleij8 auf Pixabay.

Anleitung: Komposttee selbst machen

  • Vermische den Kompost mit dem Wasser und rühre das Ganze gut um.
  • Optional kannst du hier Melasse und Gesteinsmehl zugeben, was du vorher in lauwarmen Wasser auflöst. Das liefert den Mikroorganismen zusätzlich Nahrung und fördert deren Anreicherung im Komposttee.
  • Lasse das Gemisch nun etwa 2 - 3 Stunden ziehen und rühre dabei mehrmals um
  • Wenn die Zeit um ist, rührst du nochmal ordentlich um und lässt das Gemisch nochmal ruhen, sodass sich die nicht wasserlöslichen Teile am Boden absetzen können. Den flüssigen Teil kannst du dann entnehmen und verwenden.
  • Alternativ kannst du den Kompost auch in einen Teebeutel oder Tuch ins Wasser geben, das hat den Vorteil, dass du nur die klare Flüssigkeit hast. Aber du musst auf diese Weise länger warten und den Tee mindestens 12 - 18 Stunden ziehen lassen. Auch hier musst du immer mal wieder umrühren, um Sauerstoff unterzubringen.
  • Statt mit der Hand umzurühren kannst du auch eine Belüfterpumpe anbringen und das Gemisch damit belüften. So wird mehr Sauerstoff zugeführt, was der Entwicklung guter, fördernder Mikroben zu Gute kommt.
  • Um die Entwicklung der Mikroben zusätzlich zu fördern, solltest du das Gemisch an einem warmen Ort ziehen lassen (ohne direkte Sonneneinstrahlung!). Dabei sind Temperaturen um die 25 C am besten.
  • Wenn du den Komposttee als Spritzmittel anwenden möchtest, solltest du ihn vorher noch durch eine Baumwollwindel filtern. Ansonsten könnten die Drüsen verstopfen.

Unser Tipp: Du kannst dem Komposttee auch Wildkräuter hinzugeben, die in jedem Garten zu finden sind. Einige wild wachsende Kräuter wie Beinwell, Ackerschachtelhalm, Baldrian oder Ringelblume haben ebenfalls pflanzenstärkende Wirkungen.


Ringelblume mit Schmetterling
Ringelblume ist ein guter Zusaz für den Komposttee. Sie hält hungrige Nematoden im Boden fern. Bild von Vikramjit Kakati auf Pixabay

Haltbarkeit von Komposttee

Komposttee ist leider nicht lange lagerfähig und muss daher immer frisch aufgebrüht werden. Für ein paar Tage kannst du den Tee lagern, allerdings solltest du immer wieder ein wenig umrühren, um dem Wasser Sauerstoff zuzuführen. Die Bakterien benötigen um zu überleben Sauerstoff und sobald dieser aufgebraucht ist, beginnt der Tee zu faulen und kippt. Das bemerkst du an einem unangenehm, stechenden Geruch. Dann solltest du den Komposttee entsorgen.

Anwendung im Garten: so geht's richtig

Anwendung Anwendungsempfehlungen
als Dünger unverdünnt oder verdünnt mit Regenwasser mit einem Verhältnis von 1:5; alle 1 - 2 Wochen auf den Boden ausbringen; Winterdüngung alle 4 Wochen
als Pflanzenstärkung verdünnt mit Regenwasser mit einem Verhältnis von 1:10; alle 1 - 2 Wochen als Blattdüngung ausbringen
als Bodenverbesserer unverdünnt oder verdünnt mit Regenwasser mit einem Verhältnis von 1:5; alle 2 bis 3 Wochen
als Starter bei Kompostansatz unverdünnt oder verdünnt mit Regenwasser mit einem Verhältnis von 1:1
  • Das Problem bei der Anwendung von Komposttee als Flüssigdünger ist, dass zum Einen die Nährstoffgehalte stark schwanken können. Zum Anderen ist es schwierig die Närstoffzusammensetzung zu bestimmen. Aus diesem Grund ist Komposttee als zusätzlicher Dünger zu betrachten und sollte mit anderen organischen Düngern wie Hornmehl ergänzt werden. Mehr zum Thema ökologisch und organisch Düngen erfährst du im Artikel zum Thema.
  • Aus hygienischen Gründen solltest du Komposttee nichtmehr auf bald erntereifes Gemüse oder Obst spritzen. Spätestens drei Wochen vor der Ernte solltest du damit aufhören und nur noch mit Komposttee gießen.

Neben Komposttee gibt es noch mehr Pflanzenstärkungmittel, die du in deinem Garten anwenden kannst: dazu gehören unter Anderem organische Pflanzenstärkungsmittel wie Pflanzenjauchen, Pflanzentees oder -Sude oder anorganische Mittel wie Gesteinsmehle.

Viel Erfolg beim eigenen Komposttee herstellen! Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an [email protected].

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Titelbild von Ben Kerckx auf Pixabay

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Autor:in

Marie

Marie ist studierte Agrarwissenschaftlerin der Uni Hohenheim. Ihre Schwerpunkte liegen besonders auf ökologischer Landwirtschaft und Permakultur. Um den Menschen Wissen über ökologische Zusammenhänge und Alternativen zur bisherigen Landnutzung aufzuzeigen, schreibt sie Artikel für Fryd. Unsere momentanen Wirtschaftssysteme, besonders in der Landwirtschaft, haben zahlreiche negative Auswirkungen auf die Natur und destabilisiert unsere Ökosysteme. Wir brauchen wieder eine große Vielfalt in unseren Gärten und Beeten, um dem Artensterben entgegen zu wirken. Jede:r Gärtner:in kann dazu beitragen, Lebensräume und Nahrung für verschiedenste Lebewesen zu schaffen und erhalten. Mit ihren Artikeln möchte sie ihre Erfahrungswerte im Umgang mit natürlichen Systemen weitergeben und Menschen Möglichkeiten an die Hand geben, für ein stabiles Ökosystem und damit auch der Sicherung unserer Lebensgrundlage beizutragen.

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Gartenkind vor 1 Stunden
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Unser Projekt Folientunnel ist zumindest soweit, dass die ersten pflanzen einziehen konnten... Ich bin ganz gespannt wie sie sich entwickeln werden....

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Löwenzahn vor 1 Stunden
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Nachdem der Trick von @Sonnenkind den Wurzelballen bei Schnittlauch einfach zu teilen so hervorragend funktioniert hat, wollte ich Mal hören, ob das bei meinem neuen Strauchbasilikum auf funktioniert? Kann ich den Wurzelballen einfach teilen und mehrere Pflänzchen daraus machen? Oder wächst er dann nicht mehr so schön buschig? Danke schon Mal und Grüße aus der Sonne (zwischen Dauerregen)

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Sonnenkind vor 1 Stunden
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#petitgrisderennes#diy#rankhilfe#ollas Meine Premiere mit der Zuckermelone. Selbst herangezogen und jetzt ist es endlich soweit. Ein Rankelement fehlt noch, das montiere ich später. Gemulcht wird auch , aber im Moment ist es zu feucht und ich locke damit nur die Schnecken an. Der dunkle Boden erwärmt sich besser ohne. Wir hatten heute bis vor kurzem Dauerregen. Und die Frühbeethaube steht jetzt bis zum Herbst im Keller und muss auch mal gestrichen werden.

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Häufige Fragen

Komposttee ist ein Kaltwasserauszug aus Kompost oder Regenwurmhumus. Daher ist dieser Tee reich an Nährstoffen, Huminsäuren und effektiven Mikroorganismen, die Pflanzenwachstum und -gesundheit fördern.

Komposttee kannst du vielfältig im Garten anwenden. Zum einen zur Bodenverbesserung. Zum anderen zur Pflanzenstärkung und Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten. Zudem ist Komposttee auch als Dünger geeignet.

Um Komposttee herzustellen, vermischt du etwa 1 L Kompost mit 10 L Wasser. Lasse das Gemisch 2 bis 3 Stunden ziehen und Rühe dabei mehrmals um. Dann ist es fertig zur Anwendung!

Komposttee ist ein wirkungsvolles Mittel zur Vorbeugung von Pilzkrankheiten wie Mehltau, Grauschimmel und Krautfäule. So hat er durchaus Potential, den Einsatz von Fungiziden zu reduzieren.

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