Beim naturnahen Gärtnern darf eines nicht fehlen: bunte Beete mit einer diversen Mischkultur. In diesem Artikel erklären wir dir, welche Pflanzen gute und welche eher schlechte Nachbarn für deine Erbsenpflanzen sind. Zudem haben wir Beispiel-Beetpläne vorbereitet für dich!
Bei einer Mischkultur werden verschiedene Kulturen zusammen angepflanzt. Hier wird darauf geachtet, dass diese Pflanzen gut zusammen passen und nicht um Wasser, Nährstoffe oder Licht konkurrieren. Das hat nicht nur den Vorteil, dass du den Platz in deinem Beet optimal ausnutzt, sondern löst auch viele Probleme, die durch Monokulturen (= Anbau einer einzigen Kultur) verursacht werden. Monokulturen schaffen einen einseitigen Lebensraum, wodurch kulturspezifische Schädlinge und Krankheiten angezogen werden und sich leichter ausbreiten können. Durch eine diverse Mischung an Pflanzen in deinem Beet schaffst du hingegen vielfältige Lebensräume, steigerst damit die Biodiversität der Pflanzen und Tiere, wodurch sich das Ökosystem zu einem gewissen Maß selbst regulieren kann. So hast du weniger mit Krankheiten und Schädlingen zu kämpfen. Mehr zum Thema Mischkultur im Gemüsebeet und wie du einen Pflanzplan erstellst, erfährst du hier im Artikel.
Um eine sinnvolle Mischkultur mit Erbsen zu planen sind folgende Informationen wichtig:
Erbsen erkennst du an den schönen, weiß-roßanen Schmetterlingsblüten. Bild von Rasbak - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 auf Wikimedia Commons
Erbsen erkennst du an den schönen, weiß-roßanen Schmetterlingsblüten. Bild von Rasbak - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 auf Wikimedia Commons
Erbsen gehören zu den Leguminosen (Fabaceae) und gehören damit zu der artenreichsten Pflanzenfamilie überhaupt (mit über 15.000 verschiedenen Arten). Die Wuchsformen innerhalb der Familie sind sehr divers und beinhalten sowohl ein- bis zweijährige krautige Pflanzen, als auch ausdauernde, verholzte Sträucher, Bäume und Lianen. Die Blüte wird wegen ihrer typischen Form oft als Schmetterlingsblüte bezeichnet.
Erbsen wachsen schlank in die Höhe und brauchen eine Rankhilfe.
Erbsen wachsen schlank in die Höhe und brauchen eine Rankhilfe.
Der oberirdische und unterirdische Wuchs sind wichtige Merkmale, um eine Mischkultur zu planen. Hier kannst du die Pflanzen wie Puzzleteile miteinander kombinieren. Erbsen haben beispielsweise mitteltief-reichende Wurzeln, können also gut mit flach- und tief-wurzelnden Pflanzen zusammen wachsen. Oberirdisch wachsen Erbsen recht schlank in die Höhe und benötigen auch meist eine zusätzliche Rankhilfe.
Erbsen brauchen nicht viel und gedeihen auch auf unfruchtbaren Böden. Bild von Rasbak - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Erbsen brauchen nicht viel und gedeihen auch auf unfruchtbaren Böden. Bild von Rasbak - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Erbsen gedeihen bei halbschattigen bis sonnigen Standorten. Sie brauchen kein besonders gedüngtes Beet, im Gegenteil: Eine starke Stickstoffdüngung macht sie anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Bei Gelegenheit kann das Beet im Herbst mit Kompost und Mulchabdeckung vorbereitet werden.
Erbsen können Stickstoff im Boden fixieren!
Erbsen können Stickstoff im Boden fixieren!
Leguminosen wie Erbsenpflanzen können eine Symbiose mit stickstoff-fixierenden Bakterien im Boden (Rhizobien) eingehen. Diese bilden knöllchenartige Verdickungen an den Wurzeln, deshalb werden sie auch oft als Knöllchenbakterien bezeichnet. Diese Knöllchenbakterien können den gasförmigen Stickstoff aus der Luft (N2) in Nitrat (NO3-) umwandeln und ihn so für die Pflanzen verfügbar machen.
Wir fassen zusammen: Erbsen wachsen schlank in die Höhe und haben mitteltiefe Wurzeln. Zudem haben sie einen moderaten Nährstoffbedarf und reichern den Boden sogar mit Stickstoff an. Aus diesen Informationen kannst du dir ableiten, welche Pflanzen gut neben Erbsen passen könnten.
Im Folgenden werde ich dir einige gute Nachbarn für Erbsen nennen. Diese guten Nachbarn basieren auf Erfahrungswerten zahlreicher Gärtner:innen und haben sich etabliert. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch andere Pflanzen gut neben Erbsen funktionieren können. Solange du auf die oben genannten Punkte achtest, kannst du dich ausprobieren. Mischkulturen sind sehr individuell und das Wichtigste ist, dass du Spaß dabei hast, dich auszuprobieren. Dabei hilft es, die Dinge nicht so starr zu sehen, denn jeder Garten und jede:r Gärtner:in sind individuell.
Erbsen passen gut neben Möhren, Radieschen, Rettich, Roten Beten, Steckrüben, Wurzelpetersilie, Mairübe und Co. Die mitteltiefen Wurzeln ergänzen sich gut mit den Pfahlwurzeln und Rüben dieser Pflanzen. Auch oberirdisch ist es eine gute Kombination und die Pflanzen können gut nebeneinander wachsen, ohne sich in die Queere zu kommen.
Als Schwachzehrer können Erbsen mit einigen Pflanzen zusammen stehen: von Schwach- über Mittel- bis Starkzehrern. Besonders Starkzehrer mit einem hohen Stickstoffbedarf profitieren von Erbsen als Nachbarn, die zusätzlichen Stickstoff bereitstellen. Bei der Wahl der passenden Nachbarn, kommt es auf deine Art und Weise an, wie du gärtnerst. Entweder du versuchst ein Gleichgewicht zwischen Stark- und Schwachzehrern im Beet herzustellen. Oder, du rotierst mit Stark-, Mittel- und Schwachzehrern zwischen den Beeten (siehe: 4-gliedriger Fruchtwechsel). Beides ist völlig in Ordnung, solange Variation und Biodiversität in deinem Garten vorherrscht und du auf die Boden- und Pflanzengesundheit Acht gibst! Wenn du mehr über deinen Boden lernen möchtest, findest du hier im Artikel alle wichtigen Grundlagen über den Gartenboden. Wir empfehlen, deinen Gartenboden nicht umzugraben und die No-Dig-Methode nach Charles Dowding anzuwenden. Hierbei wird einmal im Jahr mit Kompost gedüngt und auf das Umgraben verzichtet. Das fördert die Bodengesundheit massiv und der Boden kann einfacher und schneller Humus aufbauen.
Starkzehrer aus der Kohlfamilie (Brassicaceae) haben sich als gute Nachbarn für Erbsen bewährt: Grünkohl, Palmkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Weißkohl, Wirsing, Pak Choi, etc.
Achte bei den Kopfkohlen darauf, genügend Abstand zu den Erbsen einzuhalten, denn diese wachsen gerne sehr ausladend. Diese Kohlpflanzen gehören zudem zu den Tiefwurzlern, weshalb sie die mitteltief-wurzelnde Erbse gut ergänzen. Zudem sind es Kulturen, die auch Frost standhalten und genau wie Erbsen schon im Frühjahr oder noch im Herbst gepflanzt werden können.
Auch flachwurzelnde Starkzehrer ergänzen Erbsen gut: zum Beispiel Kürbis, Mais und Gurken. Kürbis, Mais und Leguminosen wie z.B. Erbsen und Bohnen sind eine traditionelle, südamerikanische Mischkultur. Diese wird auch Milpa genannt und wie du eine Milpa anlegst und bepflanzt, erfährst du hier. Diese Kulturen kommen aber deutlich später als Erbsen in das Beet, du könntest hier zuerst die Erbsen pflanzen und dann ab Mai diese Starkzehrer dazusetzen. An diesem Beispiel kannst du gut sehen, dass auch die Anbauzeiträume eine wichtige Rolle spielen. Erbsen sind eine Frühjahrs- und Winterkultur und sind für wärmeliebende Kulturen oft eher eine gute Vor- oder Nachkultur.
Kräuter und Blumen sind immer eine tolle Ergänzung im Gemüsebeet, denn ihre Blüten locken Insekten und Bestäuber an und einige Düfte halten sogenannte Schädlinge aus dem Beet fern. Zudem verbessern Kräuter das Mikroklima im Beet, besonders Kräuter mit großen Blättern spielen eine Rolle beim Wasserhaushalt im Beet. Sie helfen, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren, wodurch z.B. Basilikum dafür bekannt ist, den Mehltau von Tomaten fernzuhalten. Das Gleiche gilt für Borretsch, der Erbsen ebenfalls super ergänzt. Melisse, Oregano, Kümmel, Estragon und Dill sind ebenfalls gute Nachbarn.
Weitere Pflanzen, die Erbsen gut in der Mischkultur ergänzen und super nützlich sind, sind Kapuzinerkresse, Ringelblumen und Sonnenblumen.
Im Allgemeinen kannst du dir merken, dass Pflanzen der gleichen Familie als schlechte Nachbarn gelten. Diese Pflanzen sind für die gleichen Krankheiten und Schädlinge anfällig, wodurch sie sich im Beet einfacher ausbreiten können. Deshalb empfiehlt es sich generell, Kulturen verschiedener Pflanzenfamilien zu mischen. Jedoch kommt es hierbei auch stark auf die Gesamtfläche des Beets an. Hast du bereits die Hälfte von deinem Beet voll mit Erbsen bepflanzt, eignet sich eine Kultur aus einer anderen Pflanzenfamilie besser, um mehr Biodiversität herzustellen. Aus diesem Grund zählen Bohnen und Sojabohnen zu den schlechten Nachbarn.
Wärmeliebende Pflanzen wie Aubergine, Chili und Paprika sind keine passende Nachbarn, denn sie werden zu verschiedenen Zeiträumen angebaut. Erbsen könnten eine Vorkultur für diese Kulturen sein. Zudem sind Chilis auch anfällig für Blattläuse - so wie Erbsen. Ein weiteres klassisches Beispiel für schlechte Nachbarn sind Erbsen und Kartoffeln. Beide Pflanzen sind anfällig für den falschen Mehltau und sie konkurrieren um Nährstoffe.
Generell harmonieren Lauch- und Zwiebelgewächse nicht besonders gut mit Erbsen und anderen Leguminosen. Zwiebelgewächse enthalten ätherische Öle und Schwefelverbindungen, die eine antibakterielle Wirkung haben und daher sind Zwiebelpflanzen in einer Mischkultur auch gut geeignet, um gewisse Krankheiten (besonders Pilzkrankheiten) abzuhalten. Allerdings wirken diese Stoffe desinfizierend und das stört die Stickstofffixierung der Leguminosen im Boden. Denn diese findet durch Knöllchenbakterien statt. Die Wurzelausscheidungen beider Pflanzen ergänzen sich also nicht gut. Daher sind Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Bärlauch, Schnittlauch und Co. keine guten Nachbarn für Erbsen.
Wir haben einige Mischkulturen mit Erbsen bei unseren Beetplänen. Hier findest du Inspiration und Hilfe bei der Planung, auch über mehrere Jahre hinweg. Entdecke Pflanzpläne von erfahrenen Gärtnern wie Schwester Christa oder Mikrolandwirtschaft!
Gute Nachbarn | Schlechte Nachbarn | |||
---|---|---|---|---|
Blattkohl (Grün- und Palmkohl) | Kopfkohl (Weißkohl und Wirsing) | Radieschen und Rettich | Aubergine | Sojabohne |
Blumenkohl | Kümmel | Rhabarber | Bärlauch | Topinambur |
Borretsch | Kürbis | Rote Bete | Bohnen | Zwiebel |
Brokkoli | Mairübe | Rosenkohl | Chili | |
Chinakohl | Mais | Salat (Gartensalat und Radicchio) | Kartoffel | |
Dill | Melisse | Salbei | Knoblauch | |
Estragon | Möhren | Sonnenblume | Lauch | |
(Gemüse-)Fenchel | Okra | Spinat | Liebstöckel | |
Kapuzinerkresse | Organo | Steckrübe | Paprika | |
Kohlrabi | Pak Choi | Wurzelpetersilie | Schnittlauch |
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Marie ist Agrarwissenschaftlerin. Sie interessiert sich besonders für den nachhaltigen und ökologischen Anbau von Gemüse und anderen Pflanzen. Im eigenen Garten sammelte sie dabei Erfahrungen und probiert sich gerne aus, um von der Natur zu lernen. Dabei liegen ihr Werte und Prinzipien der Permakultur besonders am Herzen, um neben dem Wohl für die Natur, auch für das Wohlergehen der Menschen und zukünftiger Generationen beizutragen.
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Welche Pflanzen sind gute Nachbarn für Erbsen in der Mischkultur?
Gute Nachbarn für Erbsen sind unter anderem Karotten, Salat und Spinat.
Welche Pflanzen sollten nicht neben Erbsen gepflanzt werden?
Schlechte Nachbarn für Erbsen sind beispielsweise Bohnen, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln.
Warum sollten Bohnen und Erbsen nicht nebeneinander gepflanzt werden?
Bohnen und Erbsen ziehen ähnliche Schädlinge und Krankheiten an, was das Risiko von Befall erhöht.