Um im Herbst und in den frühen Wintermonaten Gemüse aus dem eigenen Garten ernten zu können, ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um zu sehen, was noch ausgesät werden kann. Denn was gibt es Schöneres, als an einem kalten Novembertag durch den Garten zu gehen und etwas Frisches für das Abendessen zu ernten?
Wintergemüseanbau hat noch weitere Vorteile außer, dass man auch im November oder Dezember noch frisches Gemüse ernten kann. Um seinem Boden etwas Gutes zu tun und dem Bestreben der Natur zu entsprechen, dass der Boden niemals nackt daliegt, kann man im Spätsommer oder Frühherbst, wenn die Beete abgeerntet werden, Gründüngung aussäen. Das schützt nicht nur vor Erosion, sondern erhält gleichzeitig auch die Bodengesundheit. Man kann aber natürlich auch einfach noch eine „essbare Gründüngung“, z.B. Winterportulak anbauen und dadurch den Boden bedeckt halten. Bei dieser „essbaren Gründüngung“ denken wir nicht an Senf oder Winterroggen, sondern auch an leckeren Salat, Möhren und Kohl. Das sind alles Gemüsesorten, die unbeschadet ein paar Grade Frost überstehen können. Außerdem kann man damit einen wichtigen Beitrag für die Umwelt leisten, da weniger Verpackungsmüll durch zugekauftes Gemüse anfällt. Zusätzlich muss das eigene Gemüse gar nicht erst transportiert werden, wodurch Feinstaub und CO2-Ausstoß eingespart werden. Mit dem Winteranbau ist es möglich sich auch in einem großen Teil der kalten Jahreszeit noch regional, saisonal und nachhaltig zu ernähren und damit den Grad der Selbstversorgung zu erhöhen. Wer bereit ist, auf frische Gurken und Tomaten in dieser Jahreszeit zu verzichten, kann sich noch wunderbar mit frischem und saisonalem Wintergemüse selbst versorgen. Warum also sollte die kostbare Beetfläche im eigenen Garten im Winterhalbjahr ungenutzt liegen, wenn stattdessen dort noch etwas Leckeres angebaut werden kann?
Zwar ist es im Frühjahr nicht so schlimm, wenn manche Gemüsesamen erst eine Woche später in den Boden kommen, doch bei der Aussaat von Wintergemüse kann jeder Tag kostbar sein! Ab der Sommersonnenwende Ende Juni werden die Tage immer kürzer. Damit haben die Kulturen immer weniger Zeit, noch rechtzeitig vor dem Winter auszureifen bzw. groß genug zu werden. Ab Mitte November nimmt das Tageslicht soweit ab, dass kaum noch Pflanzenwachstum stattfindet. Deshalb sollte bis dahin das Wachstum weitestgehend abgeschlossen sein. Die Pflanzen müssen ab diesem Zeitpunkt nur noch im Beet stehen, dem kalten Wetter trotzen und darauf warten, geerntet zu werden. Natürlich sollte das Gemüse auch nicht zu früh ausgesät werden. Zum Einen könnte es dann noch ziemlich eng im Beet werden, denn viele Kulturen sind vermutlich noch nicht abgeerntet. Zum Anderen besteht die Gefahr, dass einige Kulturen zu schießen beginnen. Das hängt damit zusammen, dass viele Wintergemüsesorten bei einer Tageslichtlänge von mehr als 12 Stunden schnell in die Blüte gehen. Daher müssen bestimmte Sorten erst zu einem späteren Zeitpunkt angebaut werden. Auch sollte man auf weitere Pflanzabstände als im Sommer oder Frühjahr achten, da es im Herbst generell feuchter ist und die Pflanzen bei dichtem Stand und viel Feuchtigkeit leichter anfangen zu faulen oder Grauschimmel anzusetzen. Die Pflanzen sollten so gesetzt werden, dass sie problemlos mit ein paar Drahtbögen geschützt werden können, die mit Vlies oder einer Lochfolie überspannt werden. Dieser Minitunnel schützt die Pflanzen vor Kälte, Wind und hungrigen Vögeln. Auf Schnecken sollte natürlich trotzdem geachtet werden, da sie bis weit in den Winter hinein aktiv sind. Das Vlies oder die Folie des Tunnels sollte die Blätter der Pflanzen nach Möglichkeit nicht berühren, da an diesen Stellen die Pflanzen als erstes anfangen zu faulen, wenn sich die Feuchtigkeit unter dem Vlies oder Folie staut.
Wintergemüse kann überall dort angebaut werden, wo Beete frei werden und Lücken entstehen. So können z.B. Erbsen-, Dicke Bohnen-Beete und frühe Salatbeete noch wunderbar mit Kohl, Endiviensalaten oder späten Möhren bepflanzt werden. Auch die Beete von frühen Kartoffeln eignen sich hervorragend, um dort noch ein paar Pflanzen für die Herbst- und Winterernte zu säen oder zu pflanzen. Einen Vorsprung bekommen die Pflanzen, wenn sie in Aussaatpaletten vorgezogen werden und dann als fertige Pflanze in das freigewordene Beet einziehen können. Kohlpflanzen wachsen besonders gut, wenn sie ein weiteres Mal pikiert werden und dann mit 5-6 Blättern ausgepflanzt werden. Möhren werden direkt ins Beet gesät und mit einem Vlies abgedeckt, welches die Feuchtigkeit besser speichert und die Keimung erleichtert. Sind sie 5 cm hoch, kann das Vlies entfernt werden.
Juni: Mitte bis Ende Juni ist der perfekte Zeitpunkt, um Grün -und Palmkohl, schnell wachsenden Weiß- oder Spitzkohl, Brokkoli und langsam wachsende Kohlrabi auszusäen. Ebenfalls kann Rote Bete ausgesät werden, die bei leichten Frösten mit etwas Laub abgedeckt werden sollte. So kann sie bis zu den ersten stärkeren Frösten im Beet bleiben. Ende Juni können auch noch einmal frühe Buschbohnen oder Zuckerschoten nachgesät werden, die dann Anfang bis Mitte Juli in freiwerdende Beete gepflanzt werden.
Juli: Anfang Juli werden verschiedene Radicchio oder Zuckerhutsalate ausgesät. Diese sollten zum Keimen für 1-2 Tage kühl (unter 20°C) stehen, damit sie zuverlässiger keimen. Je nach freiwerden der Beete können bis Ende Juli noch schnellwachsende Sommermöhren direkt in die Beete gesät werden. Sommermöhren sind Möhren mit einer kurzen Entwicklungszeit von 90 - 100 Tagen die nur für den Frischverzehr und nicht zum Einlagern geeignet sind.
August: Anfang August ist es schließlich an der Zeit Endiviensalate und verschiedene Rettiche und Rüben auszusäen. Die Rettiche und Rüben werden direkt in die Beete gesät (Wurzelgemüse!). Feldsalat kommt Mitte August an die Reihe.
Nicht jede Sorte ist dafür geeignet jetzt noch ausgesät zu werden, daher ist es bei dem Winteranbau ganz besonders wichtig auf die richtigen Sorten zu achten. Die Saatguttütchen geben im Zweifelsfall Auskunft darüber.
Die Gartenbeete müssen also nicht den ganzen Winter über leer stehen, wenn jetzt noch einmal für Pflanzennachschub gesorgt wird. Mit ein bisschen geschickter Planung kann die Erntesaison erheblich verlängert und der Grad der Selbstversorgung gesteigert werden.
Tini (39), bewirtschaftet seit 2004 einen naturnahen und nachhaltigen Garten. Auf inzwischen 800 qm baut sie erfolgreich Obst und Gemüse für die ganze Familie an. Ihr besonderes Augenmerk liegt auf dem Anbau und der Ernte in der kalten Jahreszeit. Sie schreibt gelegentlich als Gastautorin für das Fryd Magazin.
Noch 2 Wochen schätze ich mal.🌷🌷 Der Boden braucht einfach noch ne Ladung erde und kompost🤣 Die Bäume sind hungrig.
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Weiß jemand was das für eine Biene ist? Die ließ sich heute sehr lange beobachten als sie die Krokusse besucht hat. 🥰 Als zweites Geschenk hat mir der Garten doch noch die Winterlinge geschenkt. Offenbar wärmt sich der Garten hier nur sehr langsam auf im Vergleich zu anderen und auch im Vergleich zu Parks in der Nähe. Dort sind die Winterlinge nähmlich schon durch. Hier gehen sie gerade erst auf. Anschließend hab ich etwas Erde von draußen gedämpft. Dabei hatte ich den Deckel aus Gewohnheit versehentlich fest drauf gemacht. Tja ... War nicht so die geile Variante. Offenbar sind manche der Dosen aus thermoplastischen Kunststoffen. Das Wasser verdampft, dehnt sich mit der Box zusammen aus, und wenn man's dann für 2 Minuten länger in der Mikrowelle stehen lässt schaut's erstmal so aus. Ein gutes zeigt sich dadurch: die Deckel schließen offenbar sehr dicht. 🥴 Naja... Das schlimmste könnte ich anschließend noch beheben, indem ich kochendes Wasser eingefüllt, kurz durchwarmen lassen und dann mit Löffel wieder in Form gedrückt und unter kaltem Wasser quasi abgeschreckt habe. Jetzt fällts erstmal kaum mehr auf. Beim Dämpfen sind mir u.a. diese Beiden Bewohner aufgefallen. Das erste müsste ein räuberisch lebender Springschwanz sein. In einer Doku wurde er als Skorpion unter den Springschwanzen vorgestellt, wenn ich mich Recht erinnere. Davon hab ich gleich vier Stück gefunden. War aber gar nicht so einfach die einzusammeln, weil die maximal 3mm groß sind. Am besten ging's mit dem Espresso-Löffel. Passt gut, denn etwas 50% der Erde bestehen aus Kompost, und dort dürften neben Milben und sonstigen winzigen Krabblern auch unmengen der friedlichen Springschwänze leben die die Biomasse zersetzten. Da wäre also jede Menge Nahrung. Was natürlich nicht zu sehen ist, wie er mit seinen Greifscheren in der Gegend rum gefuchtelt hat. Sah schon echt knuffig aus. 😁 Momentan wartet es zusammen mit einigen anderen Kollegen mit etwas unbehandelter Erde drauf, wieder auf den Kompost zu kommen. Außerdem hab ich mal wieder eine dieser Maden gefunden. Sie sind fest und bei Gefahr schnellen sie hoch und versuchen sich dadurch zu befreien. Sie ist ca. 2,5cm lang. Hat irgendwer ne Ahnung was das für welche sind?
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Hi Leute, Ich denke ich hab hier einen Frostschaden. Die 2 Wochen knapp -20 Grad waren wohl zuviel… Mein Rosmarin sieht gar nicht gut aus. Wird das wieder, oder brauch ich einen neuen?
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