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Isabell

Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Sogenannte "Schädlinge" im Garten können einem das Leben ganz schön schwer machen. In diesem Artikel zeigen wir dir eine Übersicht über die wichtigsten Schädlinge im Garten und wie du diesen vorbeugen kannst. Falls es dafür zu spät sein sollte zeigen wir dir ökologische Bekämpfungsmethoden die dir helfen, die Schädlinge zu vertreiben.

Auf einen Blick:

Schädlingen vorbeugen durch:

  • Nützlinge fördern (Naturelemente im Garten wie Totholzhaufen, Steinhaufen, Insektenhotels, Vogelhecken, Blütenwiesen für Bestäuber)
  • richtige Standortwahl (angepasst an die jeweilige Pflanze, genügend Licht, gute Durchlüftung)
  • ausgewogene Düngung (nicht zu stickstoffbetont)
  • Neu gekaufte Pflanzen (Setzlinge, Zimmerpflanzen) auf Schädlinge kontrollieren

Schädlinge bekämpfen mit:

  • Neem-Öl
  • Pflanzenjauchen, Pflanzenbrühen (selbstgemacht)
  • Absammeln (Insekten + Schnecken)
  • mit Steinmehl bestäuben (Insekten, Milben)
  • mit Wasser abbrausen (Insekten, Milben)
  • Schneckenzaun oder Maschendraht

Was sind Schädlinge?

Als "Schädlinge" bezeichnet man Organismen (oftmals Insekten, aber auch größere Organismen), welche den wirtschaftlichen Erfolg der Menschen schmälern. Dies kann zum Einen durch die Zerstörung von Kulturpflanzen erfolgen, als auch durch Konkurrenz um Nahrung oder durch die Zerstörung von Bauwerken. Im Garten interessieren uns vorrangig "Pflanzenschädlinge", die unsere Ernte beschädigen, verringern oder sogar komplett vernichten. Wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass der Begriff "Schädling" durch uns Menschen geprägt wurde. Eine Blattlaus ist also niemals "nur" ein Schädling, sondern auch ein Mitbewohner unserer Gärten. Außerdem spielen sie wichtige Rollen im komplexen Ökosystem, welches wir Menschen stetig zerstückeln, verändern und zerteilen. Ameisen und Schnecken schaden also nicht nur unseren Beeten, sie sorgen auch für die Zersetzung von organischem Material und fördern dadurch die Fruchtbarkeit unserer Böden. Außerdem stellen viele Schädlinge ein wichtiges Glied in der Nahrungskette anderer Organismen dar. So wird ein Schädlinge schnell einmal zum "Nützling". Nützlinge helfen uns normalerweise, Schädlinge im Zaum zu halten indem sie Schadorganismen verdrängen oder vorbeugen. In unserem Artikel dazu erfährst du, wie du gezielt Nützlinge gegen Schädlinge einsetzen kannst. Erkennen und respektieren wir das Netzwerk der Natur, schaffen wir wichtige und gesunde Lebensräume. Es ist wichtig, unsere Ökosysteme kennenzulernen und zu verstehen, bevor man voreilig zu handeln beginnt. Aus diesem Grund sprechen wir auch nicht so gerne von "Bekämpfung der Schädlinge" sondern von "Abhilfe bei Schädlingsbefall".

Schädlingsgruppen

Schädlinge lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen. Zum Einen gibt es Schadinsekten. Zu den wichtigsten zählen sowohl stechend-saugende Pflanzenläuse (Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse) als auch Engerlinge, Käfer oder die Raupen einiger Schmetterlinge. Zum Anderen gibt es Schnecken oder größere Tiere wie Maulwürfe oder Wühlmäuse, die deine Beete beschädigen können.

Engerlinge leben bis zu 4 Jahre im Boden, bis sie zu Käfern werden. Foto von Cindy Kuiphuis CC BY-SA 4.0

Engerlinge

Im wesentlichen kommen bei uns vier Arten vor, welche selten einen großen Schaden anrichten: Die Engerlinge des Junikäfers, des Maikäfers, des Nashornkäfers und des Rosenkäfers. Engerlinge des Nashorn- und Rosenkäfers zählen zu den Nützlingen, denn sie zersetzen Totholz oder anderes abgestorbenes Pflanzenmaterial. Dadurch entsteht fruchtbarer Humus, den wir für unsere Pflanzen gebrauchen können! Unterscheiden lassen sich die beiden Käferlarven durch bestimmte Merkmale: Der Nashornkäfer kann bis zu 10 cm groß werden und ihm fehlt, im Gegensatz zu den anderen Engerlingen, die "Dörnchenreihe" am Hinterleib (kleine härchenartige Strukturen). Die Engerlinge des Rosenkäfers ähneln schädlichen Engerlingen sehr, jedoch unterscheiden sie sich in ihrer Fortbewegungsweise. Diese erfolgt in Rückenlage. Die Engerlinge des Maikäfers zählen zu den wichtigsten Schädlingen. Sie ernähren sich vor allem im zweiten ihrer vier Larvenjahre hauptsächlich von Gras-Wurzeln. Hierbei können sie Rasenflächen beschädigen. Aber auch viele Jungpflanzen, so wie Kartoffeln, Rüben, Erdbeeren oder Salat können von Engerlingen befallen werden. Auch der Junikäfer befällt gerne Pflanzenwurzeln. Die Pflanzenschädlinge lassen sich durch ihre Fortbewegungsweise von nützlichen Engerlingen unterscheiden. Engerlinge des Maikäfer bewegen sich in Seitenlage schlängelnd fort, Engerlinge des Junikäfers kriechen in Bauchlage.

Engerlingen vorbeugen

  • Boden hacken
  • Natürliche Feinde wie Spatzen, Stare, Igel etc. fördern. Das geschieht indem du Überwinterungsplätze schaffst. Zum Beispiel durch Totholzhaufen, Laubhaufen, Reißig, Vogelhäuser, Vogel-Hecken und Bäume.
  • Knoblauch als Zwischenfrucht pflanzen

Engerlinge bekämpfen / Abhilfe

  • Aufsammeln. Wie bereits erwähnt solltest du jedoch nützliche von schädlichen Engerlinge unterscheiden!
  • Geranien oder Rittersporn sind für die Larven giftig. Gezielt eingesetzt, können diese Pflanzen also gegen die Engerlinge helfen.
  • Nematoden gegen Engerlinge einsetzen. Diese kannst du im Internet erwerben.
Blattläuse können sich im Sommer explosionsartig vermehren. Foto von Hans auf pixabay.

Blattläuse

Die Schädlinge treten oft massenhaft aus, da sie sich sehr schnell vermehren können. Blattläuse stechen die Pflanzen an und entziehen ihnen dadurch Nährstoffe und viel Zucker. Diesen scheiden sie größtenteils wieder aus, wodurch der sogenannte "Honigtau" entsteht. Der Honigtau lockt Ameisen und den Pilz des schwarzen Rußtaus an. Das dunkle Pilzgeflecht bedeckt die Blätter, sodass die Fotosynthese nicht mehr effizient ablaufen kann. Sobald die Blattläuse und ihr Honigtau verschwinden, verschwindet auch der Pilz. Außerdem können Blattläuse Viruskrankheiten verbreiten, die man kaum bekämpfen kann.

Blattläuse vorbeugen

  • Ausgewogene und angepasste Düngung. Zu viel Düngung lässt die Pflanzen zu schnell wachsen, wodurch die Zellwände nicht so stabil werden. Dadurch gelangen stechend-saugende Insekten leichter zum Zellsaft. Zu wenig Düngung schwächt die pflanzeneigene Abwehr.
  • Gut durchlüfteter und auf die Pflanze angepasster Standort.
  • Mischkultur mit abwehrenden Kräutern, z.B. Kapuzinerkresse unter Bäumen, Rosen gemeinsam mit Lavendel, Bohnen kombiniert mit Bohnenkraut.
  • Natürliche Feinde fördern wie Marienkäfer (Wilde Bereiche im Garten schaffen mit Pollenpflanzen wie Kümmel, Koriander, Kamille, Dill, ...), Vögel (Nistkästen, Vogelhecken, Winterfutter), Spinnen (Büsche, Totholz, Steinhaufen), ...
  • Boden ab und zu lockern sowie ausreichend bewässern.
  • Pflanzen mit Brennnesseljauche oder Algenkalk stärken.

Blattläuse bekämpfen / Abhilfe

  • Tiere ablesen und zerdrücken
  • Stark befallene Triebe entfernen
  • Mit starkem Wasserstrahl abspritzen (nur, wenn die Pflanzen stabil sind!)
  • Gesteinsmehl auf die Pflanzen streuen. An den feinen Kanten des Mehls reiben sich die Insekten auf und verbluten.
  • Spritzbrühen. Aus Brennnessel oder Rhababerblättern : 500g - 1 kg frisches Kraut auf 10 l Wasser, 12-24 Stunden stehen lassen und unverdünnt auf betroffene Stellen spritzen. Aus Rainfarn: 300-500 g frisches Kraut und Blüten auf 10 l, 12-24 Stunden stehen lassen und dann auf betroffene Pflanzenteile spritzen. Aus Farnkraut (Wurmfarn/Adlerfarn): 1 kg frische Pflanzenteile auf 10 l Wasser, 12-24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen.
  • Neem-Öl (im Handel erhältlich)
Schädlich sind vor allem Nackschnecken. Foto von eg6da6 auf pixabay.

Schnecken

Unter den schleimigen Gartenbewohnern gibt es eine große Vielfalt. Hierbei ist es wichtig zwischen den schädlichen und den harmlosen Schnecken zu unterscheiden. Wirkliche Schädlinge sind vor allem die gefräßigen Nacktschnecken. Sie besitzen im Gegensatz zu den Gehäuseschnecken keine Schale/Gehäuse, sondern sind, wie der Name schon sagt, nackt. Sie können rötlich, braun, grau, schwarz oder gelblich gefärbt sein und je nach Art bis zu 15 cm lang werden. Junge Ackerschnecken können hierbei schon ab Januar (zumindest an frostfreien Tagen) als Schädlinge aktiv sein. Vor allem bei feuchter Witterung können Nacktschnecken zur Plage werden. In feuchten Gärten oder in regenreichen Jahren liegen nämliche optimale Bedingungen für die Schädlinge vor, sodass in kürzester Zeit ganze Beete gefressen werden können. Das Problem: Jede Schnecke kann bis zu 400 Eier in Boden oder Kompost ablegen. Das Schadbild erkennt man meist an den Schleimspuren auf angefressenen Blattteilen oder direkt an den sich darauf befindlichen Schnecken. Besonders beliebt bei Schnecken sind Blattgemüse wie Salat, Mangold, Kohl oder Spinat.

Schnecken vorbeugen

  • Gegen Schnecken vorbeugen, kann vor allem die richtige Bodenbearbeitung. Hierbei solltest du im Spätjahr deine Beete nicht mehr umgraben, denn in die offenliegenden Schollen und Bodenkrümel können Nacktschnecken optimal ihre Eier über den Winter ablegen. Bei besonders starkem Befall im Vorjahr, bietet es sich daher an, den Boden erst im Winter umzugraben. Hierdurch gelangen einige Schneckeneier an die Bodenoberfläche und erfrieren durch den Frost. Aber Vorsicht: das Umgraben im Winter kann auch nützliche Bodenorganismen stören oder erfrieren lassen!
  • Richtig Gießen: Auf feuchten Oberflächen können sich Schnecken leichter fortbewegen. Daher sollte der Garten im Sommer nur morgens bewässert werden. Bis abends ist der Boden wieder getrocknet und die nachtaktiven Schnecken können sich nicht mehr so gut fortbewegen.
  • Nützlinge fordern: Hierzu zählen vor allem Igel oder Erdkröten, die als natürliche Feinde der Nackschnecken gelten. Dafür sollten Igel Überwinterungsplätze zur Verfügung stehen, beispielsweise in Form von Laubhaufen, Totholzhaufen oder geschichteter Reißig. An ähnlichen Orten fühlen sich auch Erdkröten wohl. Auch Komposthaufen können als Schlafplatz dienen. Auch der Tigerschlegel ist ein guter Schneckenjäger. Die Raubschnecke mit Tigermuster ist bei uns heimisch und kann sogar im Internet gekauft und im Garten ausgesetzt werden.
  • Laufenten: Besitzt du ein großes, umzäuntes Grundstück kannst du dir indische Laufenten zulegen. Die sehen nicht nur wahnsinnig cool aus, sondern verzehren für ihr Leben gerne Schnecken und Schneckeneier. Allerdings mögen sie auch Gemüse wie Salat. Daher lässt du die freundlichen Tiere am besten erst im Spätjähr zu deinen Beeten. So können die Laufenten über den Winter hinweg die restlichen Schnecken und ihre Eier vertilgen.
  • Abwehrende Pflanzen wie Senf, Kapuzinerkresse, Farn- und Tomatenblätter. Diese können entweder als Zwischenkultur gesät oder als Mulchdecke auf den Beeten ausgebreitet werden.

Schnecken bekämpfen / Abhilfe

Sind die Schädlinge einmal im Garten und haben sich vermehrt, hilft oft nur noch eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen. Am Besten greift man auf milde Hilfsmittel zurück, denn Schneckenkorn kann auch für Haustiere, Kleinkinder oder andere Wildtiere gefährlich werden. Hier einmal die effektivsten:

  • Schneckenkragen / Schneckenzäune: Die Vorrichtungen können entweder aus Kunststoff oder aus Stahlblech sein. Die obere Kante ist hierbei meist waagrecht abgeknickt. Das hindert die Schädlinge am weiterkommen. Schneckenzäune eignen sich für komplette Beete, während Schneckenkragen gezielt um einzelne Pflanzen platziert werden können.
  • Schutzringe legen: Diese Ringe können um die Beete oder Pflanzen gelegt werden und hindern die Schnecken weitestgehend am Durchkommen. Schnecken-Schutzringe aus Nadelholz-Sägespänen oder Gesteinsmehl helfen kurzfristig bis zum nächsten Regen. Länger helfen können Ringe aus grobem Sand, den die Schnecken meiden.
  • Bierfalle: Hierfür wird ein Einmachglas bis zur Hälfte mit Bier gefüllt und in den Boden eingegraben, sodass der Rand übersteht. Dadurch fallen weniger Laufkäfer in den tödlichen Alkohol. Von der Bierfalle raten wir allerdings ab, denn Schnecken können die Hefe im Bier je nach Wetterlage bis zu 100 m weit wahrnehmen. Das bedeutet mehr Schnecken können angezogen werden, als ursprünglich im Garten unterwegs waren. Außerdem können sich Igel oder nützliche Insekten, wie Bienen und Hummeln, an dem Alkohol vergiften!
Wühlmäuse lassen sich vor allem durch abschreckende Substanzen vertreiben (Menschenhaar, Thujazweige, ... ) Foto von Weihnachtsrolf auf pixabay.

Wühlmäuse

Wühlmäuse können zu echten Plagegeistern im Garten werden, denn sie fressen liebend gerne Wurzeln von Gemüse. Ganz oben auf dem Speiseplan steht natürlich Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Topinambur, Rote Bete oder Karotten. Aber auch für den Ziergarten können Wühlmäuse lästig sein. Hier knabbern sie gerne an den Wurzeln von Rosengewächsen oder an Blumenzwiebeln. Wühlmäuse sind nachtaktiv und halten keinen Winterschlaf, wodurch sie ganzjährige Schädlinge sind. Erkennen kannst du Wühlmaus-Befall an folgendem:

  • Wühlmaushügel sind länglicher und flacher als die von Maulwürfen. Zudem sind sie oft mit Wurzeln oder Gras durchmischt.
  • Hoch-ovale Gangform (wie ein stehendes Ei) und Tunneleingänge. Die Tunnel von Maulwürfen sind meist rundlich geformt.
  • Rillenartige Fraßspuren an den Wurzeln.

Wühlmäusen vorbeugen

  • Die Wurzeln junger Gehölze mit engmaschigem Drahtkäfig (15 mm) umspannen. Achte darauf, den Draht zu entfernen oder zu erweitern, sobald der Baum größer wird. Auch Blumenzwiebeln können in Drahtkörbe gepflanzt werden.
  • Natürliche Feinde ansiedeln. Dazu dahören Greifvögel, Waldkauz, Schleiereule, Wiesel oder Katzen. Schleiereulen nisten beispielsweise gerne in Dachgiebeln oder Scheunen. Auch ein am Baum befestigter Weidekorb kann als Nisthilfe für Eulen dienen.
  • Abwehrpflanzen: Um gefährdete Stellen oder Kulturen Pflanzen setzen, welche die Wühlmäuse meiden. Dazu gehören Kaiserkronen, Knoblauch, Wolfsmilch, Hundszunge, Schwarze Johannisbeeren, Narzissen, Weißer Steinklee

Wühlmäuse bekämpfen / vertreiben

Da Wühlmäuse keine Gartengrenzen kennen, ist es wichtig möglichst gemeinsam mit den Nachbarn gegen die Nager vorzugehen. Außerdem empfehlen wir keine harten Abwehrmethoden wie chemische Giftköder, da diese zu einem äußerst grausamen Tod führen können oder auch von anderen Tieren oder Kleinkindern gegessen werden können. Hier einige "sanftere" Methoden:

  • In die Gänge der Wühlmäuse abschreckende Substanzen legen. Dazu gehören Thujazweige, Nussbaumblätter, Knoblauchzehen. Der Geruch ist unangenehm für die Nagetiere. Auch eine Jauche aus Holunderblättern soll helfen. Diese musst du allerdings in die Grabgänge der Wühler gießen.
  • Buttermilch in die Gänge gießen. Die darin enthaltene Buttersäure vertreibt die Wühlmäuse. Die Gänge sollten nach dem Eingießen verschlossen werden, damit sich der Geruch nicht so schnell verflüchtigt.
  • Menschenhaare (z. B. nach dem Friseurbesuch) in die Gänge legen oder um gefährdete Pflanzen eingraben. Der "Feindgeruch" vertreibt Wühlmäuse.
  • Leere Flaschen schräg mit der Öffnung nach oben in die Erde eingraben. Bläßt der Wind hinein, entstehen Pfeiftöne, die die Wühlmäuse abschrecken. Diese Methode funktioniert auch für die Vertreibung von Maulwürfen.
  • Eisenstangen in den Boden schlagen. Schlägst du mehrmals täglich eine kräftige Eisenstange in den Boden von wühlmausgefährdeten Stellen kann das gegen Wühlmäuse helfen. Der helle klang und die Vibration vertreibt die Nager.
  • Randpflanzungen mit Topinambur. Dieser dient als Lockpflanze, an der die Nager fressen können. Andere Kulturen bleiben dadurch verschont.
  • Abwehrende Pflanzen: Knoblauch, Wolfsmilch, Hundszunge, Kaiserkrone, Steinklee, Sonnenblumen
  • Wenn alles nichts mehr hilft kannst du Fallen aufstellen. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen auch im Fachhandel zu kaufen. Achte darauf, beim Aufstellen Handschuhe zu tragen, denn die klugen Tiere werden schon von geringsten Mengen an menschlichen Geruch gewarnt.
Spinnmilben bilden meist ein feines Netz um Blätter und Stängel. Foto von Paramecium, CC BY-SA 3.0

Spinnmilben

Die Schädlinge können sowohl deine Pflanzen im Beet, als auch deine Zimmerpflanzen befallen. Sie besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, womit sie die Blattzellen auf der Blattunterseite anstechend und aussaugen. Spinnmilben (Tetranychidae) zählen zu den Spinnentieren und besitzen daher 8 Beine. In Deutschland gibt es ca. 100 verschiedene Arten die zu den Spinnmilben zählen, darunter sind die "Rote Spinne", auch Obstbaum-Spinnmilbe (Panonychus ulmi) genannt, sowie die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) wohl die bedeutendsten. Erkennen kannst du Befall der Gemeinen Spinnmilbe an einem Gespinst oder Netz meist an den Blattachseln oder Blatträndern. Auf der Blattunterseite befinden sich winzige Milben (0,2 - 0,8 mm). Die Körperfarbe der Schädlinge kann von grün, über gelb bis rotbraun variieren. Sie befällt Pflanzen wie Gurken, Rosen oder Bohnen bevorzugt. Aber auch vor Kürbisgewächsen oder Zierpflanzen macht sie keinen Halt. Die Obstbaumspinnmilbe bildet hingegen kaum Netze. Allerdings kann man den Befall des Schädlings an winzigen hellen Pünktchen auf den Blättern erkennen sowie an den Milben auf der Blattunterseite. Bei stärkeren Schäden können auch vereinzelte Blätter vertrocknen und abfallen. Die Milbenart befällt, wie ihr Name schon sagt, Obstarten wie Apfel, Birne, Pflaume, Zwetschge, Pfirsich aber auch Beerensträucher wie Brombeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren oder Stachelbeeren. Am wohlsten fühlen sich Spinnmilben unter geschützen Bedingungen und kommen deshalb gerne in Gewächshäusern oder Zimmern vor. Wie Blättläuse können die Schädlinge Viruskrankheiten auf Pflanzen übertragen, welche sich schwer behandeln lassen. Daher ist es wichtig Spinnmilben frühzeitig zu erkennen oder vorzubeugen.

Spinnmilben vorbeugen

  • Bei Trockenheit die Pflanzen regelmäßig mit Wasser besprühen. Das senkt die Aktivität der Spinnmilben. Achte jedoch vor allem im Gewächshaus darauf, dass es nicht zu feucht wird, da sich sonst Pilzkrankheiten verbreiten könnten!
  • Ausreichend bewässern damit die Pflanze gestärkt bleibt. Eine Mulchschicht kann gegen Austrocknung vor allem an heißen Sommertagen helfen.
  • Rankhilfen wie Bohnenstangen oder Tomatenspiralen nach Gebrauch gründlich reinigen, damit daran keine Schädlinge übertragen werden oder überwintern.
  • Pflanzen durch ausgewogene Düngung unterstützen. Dabei ist es wichtig nicht zu viel Stickstoff zu düngen, da die Pflanzen sonst zu schnell wachsen und die Zellwände dünn bleiben. Daher empfehlen wir eher eine Kaliumbetonte Düngung, beispielsweise durch Brennnessel- oder Beinwell-Jauche.
  • Stammpflege bei den Obstbäumen: Im Herbst die gefährdeten Baume mit einem weißen Stammanstrich schützen. Hier gibt es auch biologische Anstrichvarianten zu kaufen.
  • Nützlinge wie Marienkäfer, Raubwanzen, Laufkäfer, Schlupfwespen oder Spinnen fördern. Beispielsweise durch Steinhaufen, Totholzhaufen, Hecken oder andere naturnahe Gartenelemente. Spezielle Schlupfwespen oder Florfliegenlarven können auch im Fachhandel gezielt erworben werden.

Spinnmilben bekämpfen / Abhilfe

  • Bei leichtem Befall Beet- oder Zimmerpflanzen regelmäßig mit Wasser abbrausen. Topfpflanzen können anschließend auch in einen transparenten Plastikbeutel gepackt werden. Durch die darin entstehende Luftfeuchtigkeit werden die Schädlinge vertrieben.
  • Schachtelhalm- oder Rainfarn-Brühe spritzen. Ackerschachtelhalm-Brühe: 1 kg frisches Kraut auf 10 l für 24 Stunden. Anschließend eine halbe Stunde köcheln lassen. Nach dem Abkühlen absieben und mehrmals täglich spritzen. Rainfarn-Brühe: 300 - 500 g frisches Kraut auf 10 l Wasser. Nach 24 Stunden abseihen und auf betroffene Stellen mehrmals täglich aufsprühen.
  • Knoblauch-Tee spritzen: 80 g auf 10 l heißes Wasser. Mindestens 5 Stunden ziehen lassen. Wirkt auch gegen Pilzkrankheiten.
  • Bei schnittverträglichen Pflanzen betroffene Pflanzenteile entfernen und im Restmüll entsorgen.
  • Nützlinge wie Raubmilben oder oder Gallmücken einsetzen. Diese wirken als natürliche Feinde der Spinnmilben und könnten im Fachhandeln erworben werden. Nützlinge sind vor allem in Gewächshäusern zur Bekämpfung effektiv.
  • Steinmehl auf betroffene Pflanzen streuen. An den feinen Körnern reiben sich die Milben auf und verbluten.
  • Neem-Öl spritzen (effektive Bekämpfungs-Methode).
Schildläuse können richtige Krusten auf Zweigen oder Stämmen bilden. Foto von Gilles San Martin, CC BY-SA 2.0

Schildläuse

Schildläuse gehören zu den mitunter häufigsten Schädlingen bei Zimmerpflanzen, Balkonpflanzen und Gartenpflanzen. Sie gehören gemeinsam mit den Blattläusen in die Überfamilie der Coccoidea. Wie ihr Name schon verrät besitzen Schildläuse ein festes, wachsartiges "Schild", der als Schutz vor Fraßfeinden dient. Schildlaus-Befall lässt sich erkennen an Krusten auf vielen Schildlauspanzern an Zweigen oder Stämmen. Zudem kann das Holz beschädigt werden, sodass manchmal sogar ganze Äste abfallen. An Birnen und Äpfeln können sich rote Flecken durch Saugschäden der Schildläuse bilden. Besonders gefährdete Pflanzen sind:

  • Obstbäume (v.a. Apfel und Birne)
  • Oleander
  • Lorbeer
  • Zimmerpflanzen (v.a. Orchideen, Ficus, Palmen)
  • Zitruspflanzen

Schildläusen vorbeugen

  • Nützlinge durch naturnahe Gärten fördern (Steinhaufen, Totholzhaufen, Hecken, Wiesen)
  • Neu gekaufte (Zimmer-)Pflanzen gründlich nach Schädlingen absuchen. Schildläuse sind auch bei niedrigen Temperaturen unterwegs und können daher gut in kalten Gewächshäusern von Gärtnereien übertragen werden.
  • Ausgewogene Düngung: Eher kaliumbetont durch Beinwell- oder Brennnesseljauche.
  • Mulchschicht
  • Boden um Pflanzen lockern
  • Heller, gut durchlüfteter Standort
  • Stammanstrich. Im Herbst die gefährdeten Baume mit einem weißen Stammanstrich schützen. Hier gibt es auch biologische Anstrichvarianten zu kaufen.

Schildläuse bekämpfen / Abhilfe

  • Zur Bekämpfung an Zierpflanzen die Läuse zerdrücken und die Blätter mit Seifenlauge und einem Lappen abwaschen.
  • An Gehölzen: Stamm abbürsten um Schildläuse zu entfernen
  • Rainfarn-Brühe: 300 - 500 g frisches Kraut auf 10 l Wasser. Nach 24 Stunden absieben und auf betroffene Stellen mehrmals täglich aufsprühen.
  • Knoblauch-Tee spritzen: 80 g auf 10 l heißes Wasser. Mindestens 5 Stunden ziehen lassen. Wirkt auch gegen Pilzkrankheiten.
  • Neem-Öl
Wollläuse sehen aus, als wären sind von Wolle oder Watte umgeben. Foto von Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0

Wollläuse

Wollläuse werden auch Schmierläuse oder Wurzelläuse genannt. Ihr Name ist Programm: Sie sehen aus, als wären sie von weißer Watte oder Wolle umgeben. Sie bilden eine Unterfamilie der Schildläuse in die ca. 1000 verschiedene Arten gehören. In Europa kommen vor allem zwei Arten vor: Die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri) sowie die Langschwänzige Schmierlaus (Pseudococcus longispinus). Wie Blattläuse saugen auch sie an Blättern und Stängeln aber auch an Würzeln. Außerdem sondern auch Wollläuse Honigtau ab, wodurch der sich der schwarze Rußtaupilz auf den Pflanzenteilen bilden kann. Die Blätter der befallenen Pflanzen verfärben sich nach starkem Befall gelb und fallen ab. Den Befall an Topfpflanzen kann man auch beim Umtopfen erkennen, wenn sich an den Topfinnenwänden weiße Schmierspuren abzeichnen. Bevorzugte Pflanzen von Wollläusen sind:

  • Gräser (Bambus)
  • Korbblütler
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, ...)
  • Zimmerpflanzen (Orchideen, Gummibäume, Alocasia, Yucca-Palmen, ...)
  • Zitrusbäume
  • Olivenbäume
  • Oleander
  • Hortensie

Wollläusen vorbeugen

  • Angepasster Standort: ausreichend Licht und gute Durchlüftung, trockene Heizungsluft bei Zimmerpflanzen vermeiden
  • Ausgewogene Düngung: nicht zu hohe Stickstoffgaben, eher kaliumbetont, im Garten durch Brennnessel- oder Beinwelljauche
  • Natürliche Feinde ansiedeln: Marienkäfer, Schlupfwespe, Florfliege, ... durch naturnahe, wilde Gartenelemente wie Totholz- oder Steinhaufen, Insektenhotels, blühende Wiesen, Hecken

Wollläuse bekämpfen / Abhilfe

  • Betroffene Pflanzen wenn möglich isolieren, bestenfalls hell und kühl stellen
  • Spiritus-Kernseife-Mix: 15 ml Spiritus und 15 ml Kernseife auf 1 l Wasser, die Pflanze alle 2-3 Tage besprühen
  • Bei Wurzelbefall von Topfpflanzen: Umtopfen, dabei die Wurzeln vom Substrat befreien und abspühlen, neues Pflanzengefäß verwenden und altes mit Alkohol desinfizieren.
  • Nützlinge wie Florfliegen oder Schlupfwespen erwerben
  • Neem-Öl

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Überblick zu den wichtigsten Schädlingen geben. Bei Fragen und Anmerkungen schreib uns einfach eine Mail an magazin@fryd.app. Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die Fryd-App für Android oder iOS herunter.

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Titelbild von alexas_fotos auf pixabay.

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