Letztes Jahr war ein besonderes Jahr für Gärtner:innen in Deutschland: Der trockenste Frühling seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1931, Spätfröste im Mai und ein besonders heißer Sommer. Dieses Gartenjahr hat vielen Gärtner:innen und auch Kulturpflanzen einiges abverlangt. Doch wie sah es in den Gärten aus? Welche Kulturen sind gut gewachsen und welche haben kapituliert? Um das herauszufinden, haben wir von Fryd zusammen mit Garden Organic eine Umfrage für Gärtner:innen gestartet. Hier erfährst du, welche Pflanzen als Gewinner aus diesem Jahr hervorgegangen sind und welche Pflanzen zu kämpfen hatten. Zudem erklären wir die Unterschiede zum letzten Jahr, wie sich das Wetter auf deinen Garten auswirkt und was du tun kannst, um deinen Garten resilient für jede Wetterlage zu gestalten. Das letzte Gartenjahr 2025 hat sich nämlich ganz schön von der Saison 2024 abgehoben.
2025 war es heiß und trocken.
2025 war es heiß und trocken.
Hattest du 2025 auch das Gefühl, gar nicht mit dem Gießen hinterherzukommen?
Das lag vermutlich daran, dass das Gartenjahr 2025 Rekordhitzen brachte, kombiniert mit deutlich niedrigeren durchschnittlichen Niederschlägen. In Deutschland verzeichneten wir den trockensten Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen und überdurchschnittlich heiße Temperaturen im Sommer. Dazu kamen Spätfröste im Mai und wer früh ausgesät oder gepflanzt hatte, wurde doppelt bestraft: erst Trockenheit, dann Frost. Erst Mitte Juli sorgten Regenfälle für Erholung, für manche Kulturen kam der Regen aber zu spät. Doch auch in den Zahlen anderer Länder und Regionen spiegeln sich die Rekordhitzen wider und auch in den UK wurde laut Met Office der heißeste und sonnigste Sommer dokumentiert.
Der Kontrast zum Vorjahr könnte kaum größer sein: 2024 war geprägt von grauem, nassem Wetter. Schnecken fühlten sich besonders wohl, und es gab eine regelrechte Schneckenplage in vielen Gärten. 2025 dagegen war trocken und heiß, Wasser wurde zum entscheidenden Faktor und definierte den Erfolg im Gemüsebeet. Während einige Kulturen unter der prallen Sonne kapitulierten, lieferten andere Rekorderträge. Wer sind die Gewinner und Verlierer des Gartenjahres 2025?
Antworten darauf liefert eine neue Auswertung von Gärtner:innen aus ganz Großbritannien und Deutschland. In Zusammenarbeit mit der Fryd Community und mehr als 300 Unterstützer:innen von der Umweltorganisation Garden Organic haben wir die vergangene Saison unter die Lupe genommen. Die Umfrage wurde von Garden Organic durchgeführt und findet jährlich statt. Ziel ist es, über mehrere Jahre Trends und Klimaeffekte sichtbar zu machen. Die Teilnehmenden bewerteten das Wachstum von zehn gängigen Gemüsekulturen wie Tomaten oder Bohnen im Gartenjahr 2025.
Rückblick: Gartenjahr 2025
Rückblick: Gartenjahr 2025
Die Befragten waren rund 500 deutsche Gärtner:innen sowie über 300 in Großbritannien. Sie haben über Fryd Lab die Ernteleistung von zehn gängigen Gemüsekulturen auf einer Skala von 1 (Katastrophe) bis 5 (Hervorragend) bewertet. Das Ergebnis dieser Umfrage spiegelt die Dürren und überdurchschnittlich heißen Temperaturen wider und vor allem die Auswirkungen auf eure Gärten. Wir bei Fryd sind seit diesem Jahr Teil der Umfrage, wodurch wir erstmals länderübergreifende Ergebnisse erhalten. In unserem Fryd Lab möchten wir Citizen Science unterstützen und Organisationen wie Garden Organic eine Plattform bieten, um Gärtner:innen systematisch zu befragen.
Mehr über Fryd Lab erfahrenBei der Umfrage kristallisierten sich einige Kulturen heraus, die trotz der Wetterbedingungen des letzten Jahres gut gediehen sind und sehr gute Erträge brachten. Andere konnten der Hitze und Trockenheit nicht standhalten, sodass es zu Ernteausfällen kam.
Top 1: Mangold
Top 1: Mangold
Mangold lieferte trotz der Trockenheit, Hitze und des Starkregens im Sommer gute Ernten. Mangold ist von Natur aus eine äußerst resistente und robuste Pflanze. Sie wächst auch viel in mediterranen Bereichen, wo der Boden deutlich trockener und nährstoffarmer ist. Er ist in der Lage, tiefe Wurzeln auszubilden und damit Wasser auch aus tieferen Schichten zu holen. Damit kann er längere Trockenperioden besser überstehen. Zudem wächst die Pflanze relativ schnell und mit Staffelaussaaten kannst du hier gewährleisten, dass du stets frischen Mangold ernten kannst. Staffelaussaaten sind gerade bei ungewissen Wetterlagen ein hilfreiches Tool, um Ernteausfälle zu mindern.
Top 2: Salat
Top 2: Salat
Bei der Umfrage war Salat mit die zuverlässigste Kultur: 34 % der Befragten berichteten von guten Ernten und nur 21 % von Ausfällen. Dieses Ergebnis ist aber mit Vorsicht zu genießen, da Salat relativ zu den anderen Kulturen zwar besser abgeschnitten hat, jedoch gibt es in der Praxis auch hier einiges zu beachten, damit er gut unter eher trockenen und warmen Bedingungen wachsen kann. Die Ergebnisse der Daten aus Großbritannien sind ähnlich, jedoch performen andere Kulturen besser und Salatpflanzen fallen hier sogar unter die Verlierer.
Salat hat den Vorteil, dass er schnell wächst und damit kann er gut gestaffelt gesät werden, was Ernteausfälle vermindert. Ein großer Nachteil ist, dass Salatpflanzen gerne früher in die Blüte gehen, wenn die Temperaturen früh im Jahr hoch sind. Hier kann man aber bei der Sortenwahl darauf achten, schossfeste Sorten zu wählen sowie bei der Standortwahl darauf, die Pflänzchen eher an ein schattiges Örtchen zu pflanzen.
Top 3: Kartoffeln & Zwiebeln
Top 3: Kartoffeln & Zwiebeln
Kartoffeln schnitten trotz der Trockenheit gut ab und 34 % berichteten von guten Ernten, dagegen aber auch 31 % von schlechten Erträgen. Das kann viele Gründe haben und vor allem das Wassermanagement hat hier mit Sicherheit einen großen Beitrag geleistet. Allerdings kann man auf jeden Fall sagen, dass die Trockenheit dazu führte, dass die Pflanzen weniger von Kraut- und Braunfäule befallen waren. Zudem haben die Regenfälle im Sommer dazu beigetragen, dass die Pflanzen trotzdem Knollen ausbilden konnten.
Ähnlich ambivalente Ergebnisse hatten Zwiebeln: Zwar berichteten 32 % von guten, aber auch 32 % von schlechten Ernten. Tendenziell bevorzugen Zwiebeln aber eher trockene Bedingungen, vor allem während der Knollenbildung. Ist es zu feucht, tendieren Zwiebeln eher dazu, zu faulen und weniger groß zu wachsen.
Top 1: Karotten
Top 1: Karotten
Karotten lieferten die schlechtesten Ernten in Deutschland. Fast die Hälfte (47 %) meldete schlechte oder katastrophale Karottenernten. Dagegen berichteten nur 27 % von guten Ergebnissen. Ein schwerwiegender Faktor für die Ernteausfälle war mit Sicherheit die Trockenheit, vor allem im Frühling. Karottensamen sind sehr fein und brauchen gerade bei der Keimung und im Jungpflanzenstadium eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Und genau das fehlte eben in diesem Frühling. Laut dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) lagen die Dürreintensitäten im Oberboden auf Rekordhöhen. Interessant ist hier, dass in Großbritannien Karotten deutlich besser abschnitten und für 38 % gute Ernten brachten. Vermutlich liegt das daran, dass das Klima in Großbritannien tendenziell feuchter ist - nicht zuletzt wegen der ozeanischen Lage am Atlantik.
Top 2: Tomaten
Top 2: Tomaten
Fast alle Befragten (96 %) bauten Tomaten an. Das zeigt schon mal, Tomaten sind mit Abstand eine der beliebtesten Kulturen. Doch trotz Rekordhitze und Sonne sind die Ergebnisse aus Deutschland eher ernüchternd: nur 37 % berichteten von guten oder hervorragenden Ernten und 31 % von schlechten oder katastrophalen Ernten. Auch hier kann man wieder auf den trockenen Frühling schauen. Besonders zur Pflanzung und beim Anwachsen ist eine gute Bodenfeuchte so wichtig. Trockenheit stresst die Jungpflanzen. Außerdem gab es nochmal Spätfröste im Mai und die extremen Regenfälle im Sommer begünstigten Kraut- und Braunfäule. Die Gegebenheiten waren also an der ein oder anderen Stelle nicht optimal für Tomatenpflanzen, vor allem, wenn man sie im Freiland anbaute. Auch hier ein großer Unterschied zu den Ergebnissen von Gärten aus UK: 56 % erzielten gute Ernten und die Trockenheit verhinderte große Ernteausfälle wegen Braunfäule.
Top 3: Stangenbohnen
Top 3: Stangenbohnen
Stangenbohnen schnitten dieses Jahr nicht gut ab: 41 % berichteten von schlechten oder katastrophalen Bohnenernten und nur 26 % von guten oder hervorragenden Ernten. Dieses Ergebnis überrascht, denn eigentlich waren Stangenbohnen stets eine zuverlässige und anfängerfreundliche Kultur. Jedoch sehen die Ergebnisse in Großbritannien ähnlich aus, mit 45 % schlechten oder katastrophalen Ernteergebnissen, und auch hier zählen Stangenbohnen zu den Verlierern. Das liegt vermutlich an der Trockenheit und Hitze während der Blüte. Das kann dazu führen, dass die Pflanzen gestresst sind und ihre Blüten abwerfen - die Schotenbildung bleibt aus.
Top 4: Kürbis & Kohl
Top 4: Kürbis & Kohl
Gestresste Pflanzen sind anfällig für Krankheiten. Wenn die Bedingungen nicht passen, verlieren die Pflanzen an Stärke. Trockenheit und Hitze sind für einige Gemüsepflanzen eine Herausforderung. Kohlgewächse brauchen eher kühle, feuchte Bedingungen. Zudem konnten sich durch die Trockenheit Erdflöhe ausbreiten, die die Kohlpflanzen befielen. Daher ist es wenig überraschend, dass 37 % schlechte Ernten bei Brokkoli & Co. einfuhren. Dagegen waren nur 26 % mit ihren Ernten zufrieden.
Ähnliche Ergebnisse stellen wir bei der Kürbisernte fest, denn 40 % ernteten schlecht oder katastrophal. Kürbisse brauchen regelmäßig Wasser, denn sie bestehen fast ausschließlich aus Wasser. Bei Trockenheit bleiben die Früchte nur klein und die Pflanzen werden anfälliger für Mehltaubefall. Die Trockenheit begünstigte Mehltau im Garten dieses Jahr sehr stark.
2025 war Blattlaus-Jahr
2025 war Blattlaus-Jahr
Es ist kein Geheimnis: 2024 war ein Schneckenjahr, und durch den vielen Regen gab es in vielen Gärten eine regelrechte Schneckenplage. Ein Lichtblick des Gartenjahres 2025: Schnecken waren aufgrund der Trockenheit kaum vorhanden. Stattdessen profitierten andere Gartenbewohner von den warmen Temperaturen. Durch die warme, trockene Witterung vermehrten sich Blattläuse in den meisten Gärten stark. Besonders Bohnen- und Kohlpflanzen standen auf ihrem Speiseplan. Zudem begünstigte die trockene Witterung auch den Echten Mehltau im Garten. Gegen Ende der Saison waren in vielen Gärten zahlreiche Pflanzen befallen. Das spiegelt sich auch in der Umfrage wider: Viele berichten von befallenen Kürbis- und Mangoldpflanzen.
Die gesammelten Daten der letzten Jahre zeigen deutlich die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gärten und ihre Bewohner. Besonders die beiden vergangenen Jahre stehen für extreme Gegensätze: 2024 war sehr feucht, 2025 dagegen sehr trocken. Beide Witterungsverläufe führten zu Ernteausfällen und erschwerten Anbaubedingungen. Diese Unterschiede machen deutlich, wie stark die Herausforderungen eines Gartenjahres von äußeren Faktoren geprägt sind, auf die wir nur begrenzt Einfluss haben.
Aufgrund der Unberechenbarkeit des Wetters gibt es nicht die eine Lösung, wie du deinen Garten klimafest machen kannst. Allerdings haben wir dir im Folgenden Tipps zusammengestellt, die besonders in trockenen Jahren helfen und dich dabei unterstützen, einen möglichst resilienten Garten zu gestalten. Resilienz ist hier das Schlagwort, denn es geht darum, das Ökosystem im Garten so stabil wie möglich aufzubauen, um Ernteausfälle abzufedern und für jede Witterung passende Kulturen zu haben.
Daten wie aus dieser Umfrage sind Gold wert, weil sie zeigen, welche Kulturen unter welchen Bedingungen gut funktionieren. Genau diese dynamische Art der Garten- und Beetplanung ist ein Grundpfeiler bei Fryd: Jedes Gartenjahr ist anders, jeder Garten ist anders, und die perfekte Lösung gibt es nicht. Beim Gärtnern geht es um Vielfalt und um flexible Problemlösungen. Selbst wenn mal etwas schiefgeht, gibt es viele weitere Möglichkeiten und Methoden, die du ausprobieren kannst.
Trotz aller Ungewissheiten möchten wir dazu ermutigen, dranzubleiben. Gärten leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und zum Mikroklima in vielen Regionen. Selbst wenn die Ernte einmal kleiner ausfällt, ist dein Beitrag mit deinem Garten riesig.
Tipps für eine Ernte bei Trockenheit & Hitze
Tipps für eine Ernte bei Trockenheit & Hitze
Um in heißen Jahren nicht auf dem Trockenen zu liegen, solltest du das Wassermanagement in deinem Garten im Blick haben. Hier möchten wir dir mehrere Dinge ans Herz legen. Zum einen gibt es kurzfristige Maßnahmen, wie die Kulturwahl, die du bei Trockenheit anpassen kannst. Zum anderen ist es langfristig sehr wichtig, dass du ein gesundes und bioaktives Bodengefüge in deinem Garten aufbaust. Denn der Gartenboden kann erstaunlich viel Wasser speichern. Ein gesunder und bewachsener Boden mit hohem Humusanteil wirkt wie ein Schwamm.
Um eine hohe Wasserspeicherkapazität im Boden zu erreichen, ist ein gesundes Bodengefüge entscheidend. Dazu gehören Maßnahmen wie eine ganzjährige Bepflanzung oder das regelmäßige Aufbringen organischer Substanz, z. B. als Mulch. Wichtig ist, dass dein Boden niemals unbedeckt ist und stets genügend organisches Material für den Humusaufbau erhält. Entscheidend für einen Boden, der langfristig viel Wasser speichern kann, sind vor allem ein hoher Humusgehalt und eine aktive Bodenbiologie.
Aus diesem Grund empfehlen wir die No-Dig-Methode, bei der auf das Umgraben verzichtet wird. Dadurch förderst du ein stabiles Bodengefüge und ein aktives Bodenleben. Der Boden wirkt dabei wie ein Wasserspeicher und kann Wasser wie ein Schwamm aufnehmen. Hier kannst du direkt ansetzen, um die Wasserversorgung in deinem Garten zu verbessern. Hier im Artikel erfährst du mehr zur No-Dig-Methode.
Darüber hinaus kannst du weitere Wasserspeicher in deinen Garten integrieren, um Wasser länger zu halten. Beispielsweise kannst du einen Teich anlegen, Regenwasser sammeln oder Swales graben. Es gibt viele Möglichkeiten und mehr Tipps im Umgang mit Wasserknappheit, findest du hier im Artikel. Wichtig ist, dass du dir darüber im Klaren bist, dass es einen Wasserkreislauf gibt, welche Rolle der Boden dabei spielt und wie du das Wasser in deinem System für spätere Trockenphasen halten kannst.
Genügend Wasser im Garten zu haben bedeutet, dass die Pflanzen regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Dabei spielt auch das richtige Gießen eine wichtige Rolle. Langfristig gibt es die Möglichkeit, die Bewässerung zu automatisieren. Die wassersparendste Art, deine Beete zu bewässern, ist eine leicht eingegrabene Tröpfchenbewässerung. So verdunstet deutlich weniger Wasser, weil es direkt in die Bodenporen gelangt.
Ein solches Bewässerungssystem spart viel Wasser, da der größte Wasserverlust beim herkömmlichen Gießen durch Verdunstung an der Erdoberfläche entsteht. Du kannst aber auch kurzfristig deine Gießroutine anpassen, um möglichst wassersparend zu gießen. Tipps zum wassersparenden Gießen findest du hier.
kurfristige Maßnahmen
kurfristige Maßnahmen
- Mulchen gegen Wasserverlust
- Staffelaussaaten und kontinuierliche Neusaaten, um Ausfälle zu kompensieren
- Trockenresistente Kulturen pflanzen
- Mischkulturen pflanzen als Diversifizierung
Natürlich gibt es auch kurzfristig einige Maßnahmen, mit denen du Wasser im Garten besser nutzen kannst. Auch bei der Wahl der Pflanzen und Mischkulturen gibt es Möglichkeiten, dich an trockene Bedingungen anzupassen und mögliche Ernteausfälle abzufedern. Wichtig ist es in trockenen Jahren vor allem, die Samen während der Keimungsphase gut zu gießen, sodass die Pflanzen gut versorgt keimen können. Bis sich ein stabiles Wurzelsystem entwickelt hat, sollten die Jungpflanzen regelmäßig Wasser bekommen. Gieße dabei lieber seltener, aber durchdringend, damit die Pflanzen tiefe Wurzeln ausbilden und sich eigene Wasserreserven erschließen.
Um einen resilienten Garten zu gestalten, ist Diversität ein zentraler Faktor. Mit der Artenvielfalt steht und fällt ein funktionierendes Ökosystem. Vielfalt macht das System stabil, weil sie Selbstregulation ermöglicht und damit die Widerstandskraft stärkt. Je mehr unterschiedliche Pflanzen wachsen, desto vielfältiger sind auch Bodenleben und Gartenbewohner.
In jedem Garten leben sogenannte Schädlinge, aber eben auch zahlreiche Nützlinge. Wenn du beispielsweise Bohnen anbaust, ziehst du unter Umständen Blattläuse an. In einem vielfältigen Garten finden sich jedoch auch Marienkäfer, deren Larven Blattläuse fressen. Gleichzeitig leben dort weitere Insekten und Organismen, die sich gegenseitig regulieren. So entsteht ein natürliches Gleichgewicht, das umso besser funktioniert, je höher die Diversität ist. Gibt es dagegen eine Monokultur mit z.B. Kohl, können sich Schädlinge ungehindert ausbreiten. Fehlen andere Pflanzen als Lebensraum für Nützlinge, fehlen auch deren natürliche Gegenspieler. Anhand dieses Beispiels wird deutlich, warum eine breite Palette an Arten und Lebensräumen im Garten so essenziell ist.
Diversität bedeutet Resilienz!
Diversität bedeutet Resilienz!
In diesem Kontext ist es wichtig, klimatisch nicht mehr nur auf eine Strategie zu setzen. Es gibt feuchte und trockene Jahre, und im Gemüseanbau lohnt es sich, Kulturen zu kombinieren, die mit unterschiedlichen Bedingungen zurechtkommen. Praktisch bedeutet das, trockenresistente und feuchtigkeitsliebende Pflanzen gemeinsam einzuplanen. Das wirkt zunächst kontraintuitiv, weil Mischkulturen klassischerweise nach ähnlichen Bedürfnissen zusammengestellt werden. Doch mit veränderten Klimabedingungen müssen auch wir unsere Planung anpassen.
Mischkultur für Diversität!
Mischkultur für Diversität!
Wenn du trockenheitstolerante und feuchtigkeitsliebende Pflanzen kombinierst, kannst du Ernteausfälle besser abpuffern. Innerhalb der Mischkultur lassen sich zudem gezielt neue Mikroklimate schaffen. So kannst du z. B. hochwachsende Stangentomaten neben Salate pflanzen und die Tomaten so ausrichten, dass sie den Salat besonders zur Mittagszeit beschatten.
Die Ergebnisse der Umfragen zeigen auch, dass bestimmte Praktiken wie Mulchen, No-Dig, Schattierung sowie eine bewusste Sorten- und Flächenwahl zu guten Ernten beitragen. Das macht deutlich, dass Ernteerfolge beeinflussbar sind und wir kurz- wie langfristig eine gewisse Wirksamkeit haben.
Auch Mischkulturen sind ein wirkungsvoller Ansatz, um einen resilienten Garten im Klimawandel zu gestalten. Du kannst, wie bereits erwähnt, trockentolerante und feuchtigkeitsliebende Pflanzen kombinieren. Zudem ist es eine gute Strategie, frühe und späte Sorten zu wählen, um mögliche Ernteausfälle abzufedern.
| Bewährt in trockenen Jahren | Riskante Kulturen bei Trockenheit |
|---|---|
| Mangold | Karotten |
| Salat | Tomaten |
| Kartoffeln | Stangenbohnen |
| Zwiebeln | Kohle |
| Kürbis |
Probiere neue Kombinationen aus bewährten Klassikern wie Tomaten und Bohnen und ergänze sie vielleicht durch eine neue Kultur wie Amaranth oder eine andere Sorte. So kannst du dazulernen, ohne gleich gravierende Ernteausfälle zu riskieren. Ein resilienter Garten ist kein perfekter Garten ohne Misserfolge. Es ist ein vielfältiger Garten, der dennoch Erträge liefert und gleichzeitig das gesamte Ökosystem positiv beeinflusst.
Hier ein Beispiel mit verschiedenen Mischkulturen, die trotz wechselnder Witterung eine Ernte ermöglichen. In diesen Gartenplan sind die Erkenntnisse aus der Umfrage eingeflossen. Wir haben hitzetolerante und feuchtigkeitsliebende Pflanzen miteinander kombiniert. Zusätzlich kannst du die Sorten gezielt anpassen und frühe sowie späte Sorten durch eine Staffelsaat verbinden. So entsteht eine große Bandbreite an Pflanzen, Sorten und Erntezeitpunkten, mit der du deine Ernte bestmöglich absichern kannst.
Wir haben zahlreiche Beetpläne als Inspiration für große und kleine Gärten, Balkon oder das Gewächshaus.
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Marie ist Agrarwissenschaftlerin. Sie interessiert sich besonders für den nachhaltigen und ökologischen Anbau von Gemüse und anderen Pflanzen. Im eigenen Garten sammelte sie dabei Erfahrungen und probiert sich gerne aus, um von der Natur zu lernen. Dabei liegen ihr Werte und Prinzipien der Permakultur besonders am Herzen, um neben dem Wohl für die Natur, auch für das Wohlergehen der Menschen und zukünftiger Generationen beizutragen.
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Kleines Umgestaltung neu Weg, neu mini Teich und etwas dekoriert 🥰
Hallo Zusammen, ich habe folgendes Problem: meine Setzlinge sind voll mit Fruchtfliegen , es sind keine Trauermücken, sie sind braun und nicht schwarz und haben den typischen körperbau einer fruchtfliege. Wie werde ich die dinger jetzt aus den Töpfen los? Ich habe nirgends offenes essen ähnliches rumliegen woher sie kommen könnten. #setzlinge #schädlinge
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Mhmmm der Moment, wenn man überlegt was dieses Jahr an Obst/ Gemüse in die Kästen soll. Haut mal spontan raus, was euch in den Sinn kommt. 🤪
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