Großfrüchtige Moosbeere

Großfrüchtige Moosbeere

Vaccinium macrocarpon

Pflanzenfamilie

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Auch bekannt als

Cranberry, Kraanbeere, Kranbeere, Kranichbeere, Kulturpreiselbeere

Anbaupause Fruchtwechsel

0 Jahre

Saisonübersicht

Voranzucht

Pflanzung

Ernte

Ernte

J

F

M

A

M

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A

S

O

N

D

1. JAHR

FOLGEJAHRE

Details

Lichtbedarf

Sonnig

Wasserbedarf

Feucht

Boden

Leicht (sandig)

Nährstoffbedarf

Niedrig

Lichtkeimer

Keimtemperatur

10 - 15 °C (Grad Celsius)

Pflanzabstand

100 cm

Reihenabstand

100 cm

Saattiefe

0.2 cm

Anleitungen

Beschreibung

Die Großfrüchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon), niederdeutsch Kraanbeere oder Kranbeere (von kraan, Kranich, deswegen auch Kranichbeere), ist vor allem unter der englischen Bezeichnung Cranberry bekannt. Sie ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) in der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die englische Bezeichnung cranberry leitet sich aus crane berries („Kranichbeeren“) ab. Die Form der Blüten erinnert an einen Kranichschnabel. Moosbeeren sind in Europa, Asien und Nordamerika heimisch, wobei die Amerikanische Kranbeere (Vaccinium macrocarpon) robuster und weniger rund ist, als die eurasisch-nordamerikanische Gewöhnliche Moosbeere  (Vaccinium oxycoccos). Die natürliche Heimat von Vaccinium macrocarpon liegt in Hochmooren im östlichen Nordamerika. Das Verbreitungsgebiet reicht von New Brunswick und Neufundland in Kanada bis zu den US-Bundesstaaten North Carolina, Tennessee und Virginia. In Deutschland findet sich die Kranbeere häufig unter dem irreführenden Namen „Kulturpreiselbeere“ im Handel, schmeckt aber deutlich anders als Preiselbeeren. Sie ist herb und sehr sauer. Wuchs Die Kranbeere ist ein immergrüner Zwergstrauch, der etwa 10-20 cm hoch wächst und sich mit niederliegenden Zweigen etwa 0,5-1,5 m am Boden kriechend ausbreitet. Die Wuchsform ist niederliegend-aufsteigend, das heißt: Die älteren Abschnitte der Zweige liegen dem Boden auf und bewurzeln sich auf ganzer Länge, die Enden der Zweige sind dagegen aufrecht gestellt. Die Zweige wachsen unbegrenzt weiter (bis zu 1 m pro Jahr), wobei die alten rückwärtigen Abschnitte nach einigen Jahren absterben, wenn sie von Nachbarpflanzen und (Torf-)Moosen überwachsen werden. Deshalb erscheint ein Bestand an Moosbeeren als eine rasenartige Struktur (Einzelpflanzen sind nicht erkennbar). Blätter Die einfachen, ganzrandigen und kurz gestielten, fast kahlen, wechselständigen Laubblätter sind ledrig-dicklich, 0,9-1,9 cm lang, eiförmig bis elliptisch, länglich und abgerundet. Die Blätter sind unterseits blassgrün und teils „bereift“, der Blattrand ist knapp umgebogen, der kurze Blattstiel ist teils rötlich. Blüten Die Blüten sind meist vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Sie stehen in „erst endständigen“ und traubigen, wenigblütigen (bis 10) Blütenständen an der Basis der Triebe des laufenden Jahres. Oberhalb wächst der dann wieder beblätterte Trieb weiter. Die nickenden, langstieligen Blüten sind weiß bis leicht rosarötlich mit stark zurückgeschlagenen, eilanzettlichen Kronblättern. Die Blüten stehen jeweils an einem Tragblatt (oder reduziertes Blatt); auch sind zwei Vorblätter vorhanden. Die rötlichen, leicht haarigen Blütenstiele sind 1,5–3 cm lang. Früchte Die glatten vielsamigen und eiförmigen bis rundlichen oder ellipsoiden Früchte (Scheinfrucht), Beeren mit Kelchresten an der Spitze, sind in der Größe vergleichbar mit kleineren Kirschen. Sie sind etwa 10 bis über 25 mm groß (kultivierte Sorten sind größer). Die reifen Früchte sind leuchtend rot gefärbt und haben vier Luftkammern im Inneren. Dadurch sind sie wesentlich leichter als Wasser. Die vielen (etwa 30), orange-bräunlichen, leicht furchigen Samen sind eiförmig bis rundlich, abgeflacht und etwa 1,8–2,5 mm groß. Ernte Da die Früchte wesentlich leichter als Wasser sind, ist im kommerziellen Anbau eine besondere Erntemethode üblich: Zunächst werden die Felder mit Wasser geflutet, danach werden die Kranbeeren mit Hilfe spezieller Maschinen vom Busch durch einen Strudelsog abgetrennt. Anschließend werden die reifen, obenauf schwimmenden Früchte eingesammelt. Die vier Luftkammern in der Beere haben neben dem Auftrieb bei der Ernte noch einen weiteren Nutzen: Die intakten Luftkammern hochwertiger Beeren lassen diese wie einen Ball hüpfen. Minderwertige Früchte tun dies nicht, sodass bereits im Jahr 1881 Maschinen entwickelt wurden, die dafür sorgen, dass hochwertige Früchte über eine Barriere springen. Diese werden als ganze Früchte verkauft. Verwendung In Deutschland werden zunehmend Kranbeeren als Backzutat entdeckt, da sie sich durch ihren herb-säuerlichen Geschmack gut von anderen Zutaten abheben. Als Beispiel ist der Ersatz der sonst üblichen Rosinen in Weihnachtsstollen zu nennen. In frischer oder getrockneter Form sind die Beeren in der nordamerikanischen und skandinavischen Küche weit verbreitet. Weiche Früchte werden dagegen zu Kompott oder Saft (zum Beispiel für eine Verwendung in Erfrischungsgetränken) verarbeitet. Der Saft ist wesentliche Zutat des Cosmopolitan Cocktails. International wird die Cranberry ähnlich wie Sultaninen häufig als Frucht in Müsliriegeln oder Joghurts benutzt. Dazu wird sie häufig in anderen Fruchtaromen getränkt, wodurch ihr Eigengeschmack oft nicht mehr erkennbar ist. Sorten Es sind etwa 130 Sorten der Kranbeere bekannt, teils mit dunkelrot bis schwarz gefärbten Früchten. Allerdings stammen etwa 99 % der kommerziell angebauten Früchte von lediglich etwa einem Dutzend meistangebauter Sorten. Zu den wichtigsten Sorten zählen Ben Lear, Early Black, Howes, McFarlin und Searles.

Herkunft:

Hochmoore im Nordosten Nordamerikas

Anbautipps

🌞 Standort & Boden • sonnig - halbschattig, kühler Standort • Windgeschützt, aber luftig • humoser, lockerer, sandiger, sauerer Boden (pH 4-5) • organischer Boden, Nadelstreu, Rindenhumus, Moorbeeterde • eher nährstoffarmer Boden • gut drainiert, durchlässig, feucht, keine Staunässe 🌱 Aussaat & Pflanzung • Stratifizieren: 4-6 Wochen • Saattiefe: 0,2 cm (Lichtkeimer) • Keimtemperatur: 18-22 °C • Keimdauer: mehrere Wochen bis Monate • Pflanzzeit: März – Mai (altern. September - Oktober) • Pflanzabstand: 50-150 cm • Reihenabstand: 50-150 cm • gleichmäßig leicht feucht - feucht halten 💧 Pflege • Gießen: regelmäßig, nie austrocknen, keine Staunässe, kein Leitungswasser • Düngung: nicht erforderlich • Kein frischer Kompost, kalkhaltiger Dünger und stark mineralischer Universaldünger • Mulchen: Nadelstreu (Kiefer, Fichte), Rindenmulch, Laub (Eiche, Buche) im Herbst 🌾 Schnitt & Ernte • Schnitt nicht erforderlich • Erntezeit: September – Oktober • Häufigkeit: regelmäßige Ernte / reifen nach und nach • vollständig reife Beeren einzeln bei trockenem Wetter abpflücken ❄️ Winterschutz • Dicke Mulchschicht (Rindenmulch, Nadelstreu, Laub) rund um den Wurzelbereich • Boden locker halten, Staunässe vermeiden • Junge Pflanzen zusätzlich mit Reisig abdecken • Schwere Böden ggf. leicht anhäufeln oder Hügelbeet nutzen • dürfen nicht austrocknen, gelegentliche Wassergaben 🌿 Gute Nachbarn • Preiselbeere, Heidelbeere, Allackerbeeren • Johannisbeere, Stachelbeere • Rhododendron, Azalee, Erica, Calluna, Farne • Erlen, Fichten, Kiefern mit Abstand 🚫 Schlechte Nachbarn • Starkzehrer (Kohl, Kürbis, Nachtschattengewächse) • Ahorn, Birke, Weide, Haselnuss, Walnuss • Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren • Mediterrane Kräuter, Sedum • Rasen, kalkliebende Stauden 🍂 Krankheiten • Grauschimmel • Fruchtfäule • Blattfleckenkrankheiten • Triebsterben • Wurzelfäule 🐌 Schädlinge • Blattläuse • Frostspanner • Raupen • Kirschessigfliege • Gallmücken • Schildläuse • Spinnmilben

Schlechte Nachbarn

Abessinischer Kohl / Äthiopischer Senf

Ahorne

Aubergine

Bärlauch

Brennnesseln

Brombeere

Chili

Dost, Oregano, Majoran

Efeu

Erdbeere

Gartenkürbis - Patisson / Ufo-Kürbis

Gartenkürbis - Zierkürbis

Gartenkürbis - Zucchini

Gemüsekohl - Baumkohl / Ewiger Kohl

Gemüsekohl - Blumenkohl / Romanesco

Gemüsekohl - Brokkoli

Gemüsekohl - Flower Sprouts / Kohlröschen

Gemüsekohl - Futterkohl

Gemüsekohl - Grünkohl / Braunkohl

Gemüsekohl - Kai-Lan / Chinesischer Brokkoli

Gemüsekohl - Kohlrabi

Gemüsekohl - Palmkohl / Schwarzkohl

Gemüsekohl - Rippenkohl / Portugiesischer Kohl

Gemüsekohl - Rosenkohl

Gemüsekohl - Rotkohl / Roter Spitzkohl

Gemüsekohl - Weißkohl / Weißer Spitzkohl

Gemüsekohl - Wildkohl / Urkohl

Gemüsekohl - Wirsing / Butterkohl

Gemüsekohl - Zierkohl

Gliedkräuter

Gräser - Federborstengräser, Lampenputzergräser

Gräser - Pampasgräser

Gräser - Schmielen

Gräser - Schwingel

Gurke

Haargurken / Schlangenkürbisse

Haselnuss

Himbeere

Inkagurke (Hörnchenkürbis)

Jaltomaten

Kartoffel

Kiwano, Afrikanische Horngurke

Kürbis

Lavendel

Maiglöckchen

Meerkohle

Mexikanische Minigurke

Nachtschatten (Sonstige)

Nieswurzen

Okra

Olivenkraut

Paprika

Phlox, Flammenblume

Raps

Raps - Scheerkohl / Sibirischer Kohl

Raps - Steckrübe

Rose

Rosmarin

Rüben / Bete

Rübsen - Chinakohl

Rübsen - Choy Sum / Chinesischer Blütenkohl

Rübsen - Komatsuna

Rübsen - Mizuna

Rübsen - Ölrübsen

Rübsen - Pak Choi

Rübsen - Speiserübe

Rübsen - Stängelkohl

Rübsen - Stielmus

Rübsen - Tatsoi

Rübsen - Wilde Rübsen

Salbei

Schachtelhalm

Schwammgurke / Luffa

Sukkulenten - Dickblattgewächse

Thymiane

Tomate (Fleischtomate / Großfruchtige)

Tomate (Kleinfruchtige)

Tomate (Salattomate / Normalfruchtige)

Tomate (Wildtomate)

Waldmeister

Waldrebe, Clematis

Walnussgewächse

Weiden

Windröschen

Krankheiten

Septoria-Blattfleckenkrankheit

Grauschimmel

Wurzelfäule

Schädlinge

Frostspannerraupen

Spinnmilben

Schildläuse

Raupen

Kirschessigfliege

Gallmücken

Blattläuse

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