Gräser - Wollgräser

Gräser - Wollgräser

Eriophorum

Pflanzenfamilie

Sauergrasgewächse (Cyperaceae)

Auch bekannt als

Wattegras, Wollbüschelgras, Moorwolle, Binsenseide, Binsenwatte, Flachsgras, Moorseide, Mattenwoll, Wollblumen, Gaisbart, Wiesenflachs, Bettfedern, Federbinsen, Moosfedern, Moosflaumen

Anbaupause Fruchtwechsel

0 Jahre

Saisonübersicht

Aussaat

Ernte

Ernte

J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

1. JAHR

FOLGEJAHRE

Details

Lichtbedarf

Halbschattig

Wasserbedarf

Sehr feucht

Boden

Leicht (sandig)

Nährstoffbedarf

Niedrig

Lichtkeimer

Keimtemperatur

15 - 20 °C (Grad Celsius)

Pflanzabstand

30 cm

Reihenabstand

40 cm

Saattiefe

0.2 cm

Anleitungen

Beschreibung

Bei den Wollgräsern (bot. Eriophorum) handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae) gehört. Der Name der Gattung hat seine Ursprünge im Griechischen. Hier steht der Begriff érion für Wolle. Das Wort phoréein bedeutet tragen. Zur Pflanzengattung Eriophorum zählen weltweit rund 18 Pflanzenarten. Zu diesen Arten kommen viele Unterarten und Unterstufen. Heimisch sind die Arten der Eriophorum vornehmlich in feuchten Moorgebieten. Den charakteristischen Wollschopf an den Pflanzen bilden die langen Fäden an der Blütenhülle. Das kleine Büschel sitzt auf den Stängeln und präsentiert sich in weißen bis orangefarbenen Tönen. Die Wollwölkchen sind keine Blüten. Vielmehr bilden sich die wolligen Formen im fruchtenden Zustand. Die Pflanzengattung der Wollgräser ist im deutschsprachigen Raum unter zahllosen Trivialnamen bekannt. Im Süden Bayerns, rund um Augsburg, heißen die Pflanzen Baumwollgras, wilde Baumwolle, Bensenseide oder Bettfedern. In der Schweiz sind Pflanzen der Gattung Eriophorum unter den Volksnamen Bäuseli oder Riedgras bekannt. Im norddeutschen Raum firmieren Arten aus der Gattung der Wollgräser unter dem Trivialnamen Püskegras. Die Schlesier bezeichnen die Pflanzen unter anderem als alte Mägde, Wiesenflachs oder Quispelbinsen. Verbreitung Verbreitet sind die Pflanzen der Gattung Eriophorum in gemäßigten bis hin zu subarktischen Gebieten auf der Nordhalbkugel. Wollgras-Arten kommen in ganz Europa vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis nach Grönland. Auch in arktischen sowie gemäßigten Teilen Asiens und Nordamerikas wachsen Eriophorum-Arten. Die Pflanzen gedeihen in Höhenlagen bis zu 1.960 Metern über dem Meeresspiegel. Wuchs Wollgras-Arten sind ausdauernde Pflanzen. Der Wuchs ist krautig und robust. Abhängig von ihrer Art, wachsen die Pflanzen auf Wuchshöhen zwischen 10-60 cm heran. Einige Arten der Gattung erreichen Höhen bis 90 cm. Selten werden Arten oder Unterarten höher. Einige Arten der Pflanzengattung wachsen lockerrasig. Dann bilden sie lange Ausläufer und Rhizome. Andere Arten wachsen in dichten und lockeren Horsten. Sie bilden keine Ausläufer, sondern stehen in einem dichten Rasen beieinander. Die Stängel der Pflanzen entwickeln sich aufrecht und sind im Querschnitt rund und nach oben hin kantig. Blatt Die Blätter der Pflanzen aus der Gattung Eriophorum unterscheiden sich von Art zu Art. In ihrer Form sind sie meist lang und spitz. Die Blattscheiden wirken zum Teil aufgeblasen. Die Breite der Scheiden reicht von 1-6 mm. Im Querschnitt sind die Spreiten dreikantig und rinnig. Die Blätter präsentieren sich in dunklem Grün bis zu einem stumpfen Graugrün. Bei einigen Arten geht die Farbe der Blätter im späten Sommer in einen kupferroten Ton über. Zur Spitze hin werden die Blätter der Eriophorum- Arten schmaler. Je nach Art entwickeln sie bis zu einen Meter Länge und hängen bogig über. Blüte Eriophorum-Arten blühen zwischen März und Mai. Einige der Pflanzenarten zeigen im späten Sommer eine zweite Blüte. Der Blütenstand der Pflanzenarten dieser Gattung verfügt oft über zwei laubblattartige Hüllblätter. Er setzt sich aus drei bis fünf Ährchen zusammen. Zuweilen zeigen sich bis zu acht dieser ährenförmigen Blütengebilde. Die Ährchen sitzen bei einigen Arten am Stängel, bei anderen Arten weisen sie glatte Stiele auf und hängen leicht über. Ährchen der Eriophorum-Arten erreichen eine Länge zwischen 10-22 mm. Die zahlreichen Hüllfäden an der Blütenhülle (Perianth) wachsen nach der Zeit der Blüte auf bis zu 5 cm Länge heran. Später lösen sie sich zusammen mit den Früchten ab. Damit bilden sie den für die Wollgras-Arten typischen Wollschopf. Frucht Pflanzen der Eriophorum-Arten bilden nussähnliche Schließfrüchte. Sie sind charakteristisch und für die Gräser typisch. In der Botanik sind sie als Karyopse, Cariopse, Korn oder Cerealie bezeichnet. Die Karyopse der Wollgras-Arten ist dreikantig und zeigt eine kurze Spitze. Je nach Art der Pflanzengattung werden die Früchte bis zu vier Millimeter lang. Sie sind rotbraun bis schwarz. Nutzung Wollgras-Arten sind bei der Renaturierung von Hochmooren von Nutzen. Hier übernehmen sie die Funktion als erste Besiedler vegetationsloser Flächen, wie dem Abbau von Torf.

Herkunft:

gemäßigte bis subarktische Gebiete der Nordhalbkugel

Anbautipps

🌞 Standort & Boden • halbschattiger bis sonniger, kühler Standort • Teichufer, Flachwasserzone, Sumpfbereiche, Feuchtwiese, Moorbeet • Windtolerant • humos, locker, kiesig, torfig (Moorerde) • nährstoffarmer Boden • sauer bis mäßig sauer, kalkarm • immerfeucht 🌱 Aussaat & Pflanzung • Direktsaat: Herbst (Kaltkeimer) • Substrat: konstant feucht, Moorbeeterde & Sand • Keimtemperatur: 15-20 °C / 0-5°C • Keimdauer: Keimung ab April/Mai • Saattiefe: 0,2 cm (Lichtkeimer) • Pflanzabstand: 30-40 cm • Vermehrung: Teilung im Frühjahr oder Herbst 💧 Pflege • Gießen: gleichmäßig feucht halten, kein Leitungswasser (morgens oder abends) • Düngung: nicht erforderlich • Pflanzenreste im Herbst nicht entfernen, Humusaufbau • für Selbstaussaat einige Samenstände ausreifen lassen 🌿 Gute Nachbarn • Sumpfdotterblume, Sumpf-Vergissmeinnicht, Fieberklee, Sumpf-Blutauge • Wasserschwertlilie, Torfmoose, Sumpf-Haarnixe, Moosbeere, Farne, Schilf • Stendelwurzen, Knabenkraut (Dactylorhiza), Karnivoren 🚫 Schlechte Nachbarn • Oregano, Thymian, Salbei, Bohnenkraut, Zitronenmelisse, Dill, Koriander, Wermut • Lavendel, Rosmarin, Gliedkräuter, Olivenkraut, Sedum • Rhododendron, Rosen, Hortensien, Frauenschuhe • Efeu, Giersch, Minze, Beinwell, Waldmeister • Chinaschilf, Lampenputzergras, Schwingel, Seggen • Phlox, Rittersporn, Sonnenhut • Funkien, Bambus, Begonie, Nieswurz, Purpurglöckchen • Haselnuss, Holunder, Liguster, Forsythie • Walnuss, Ahorn, Birke, Weide, Kastanie, Weigelie, Erle • Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren 🍂 Krankheiten • Grauschimmel • Blattfleckenkrankheiten • Wurzelfäule 🐌 Schädlinge • Blattläuse • Zikaden • Raupen • Schnecken

Krankheiten

Septoria-Blattfleckenkrankheit

Grauschimmel

Eckige Blattfleckenkrankheit

Wurzelfäule

Schädlinge

Schnecken

Raupen

Blattläuse

Zikaden

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