Heidelbeere / Blaubeere

Vaccinium corymbosum / Vaccinium myrtillus
Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Schwarzbeere, Bickbeere, Heubeere, Mollbeere, Besing, Huckleberry, Zeckbeere, Staulbeere
0 Jahre
Voranzucht
Pflanzung
Ernte
Ernte
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
1. JAHR
FOLGEJAHRE
Lichtbedarf
Halbschattig
Wasserbedarf
Feucht
Boden
Leicht (sandig)
Nährstoffbedarf
Niedrig
Lichtkeimer
Keimtemperatur
10 - 18 °C (Grad Celsius)
Pflanzabstand
125 cm
Reihenabstand
125 cm
Saattiefe
0.2 cm
Die Heidelbeere / Blaubeere (Vaccinium myrtillus) ist eine Art aus der Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) in der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die in der Heidelbeere enthaltenen Anthocyane sind Antioxidantien und färben beim Verzehr Mund und Zähne blau bis rot. Die häufig im Supermarkthandel erhältlichen Kulturheidelbeeren stammen dagegen nicht von der in Europa heimischen Heidelbeere ab, sondern von der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) und anderen nordamerikanischen Arten. Sie erzeugen, da ihr Fruchtfleisch hell ist, keine Blaufärbung im Mund, sofern sie unverarbeitet verzehrt werden. Vorkommen Die Heidelbeere kommt in den gemäßigten und nordischen Zonen Eurasiens verbreitet vor und besiedelt dabei Gebiete von der Ebene bis ins Gebirge. Standort Sie wächst als Halbschattenpflanze in artenarmen, bodensauer-humosen, nährstoff- und basenarmen, frischen Laub- und Nadelwäldern (besonders in Kiefernwäldern und Gebirgs-Fichtenwäldern), in Moor- und Bergheiden in humider Klimalage. Sie ist ein Tiefwurzler (bis 1 m) und zehrt mit Hilfe von Wurzelpilzen (Mykorrhiza) von Rohhumus. Gegenüber Spätfrösten ist die Pflanze empfindlich; bei starken Frösten ohne schützende Schneedecke kann sie teilweise oder auch vollständig abfrieren. Der Wurzelstock bleibt davon in aller Regel verschont und treibt im Frühling wieder aus. Im Schneeschutz hingegen steigt die Heidelbeere bis in Höhen von 2350 m auf. Wuchs Der 10-60 cm hohe Zwergstrauch wächst stark verzweigt mit aufrechten, kantigen bis schmal geflügelten, grün gefärbten Ästen, die unbehaart sind. Die Laubblätter sind 2-3 cm lang, eiförmig bis elliptisch, drüsig gesägt bis fein gezähnt und beiderseits grasgrün. Der Strauch wurzelt bis 1 Meter tief. Ab dem Spätsommer beginnt die Herbstfärbung des Strauchs – das Laub verfärbt sich dabei tiefrot. Die Heidelbeere ist ein holzige ausdauernder Zwergstrauch. Im Gegensatz zur verwandten Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) ist sie nicht immer-, sondern sommergrün, wirft also im Winterhalbjahr ihre Blätter ab. Der Strauch erreicht ein Alter von bis zu 30 Jahren. Durch vegetative Vermehrung in Form von Ausläuferbildung (Wurzelkriecher) kann eine Pflanze „indirekt“ jedoch noch älter werden und dabei bis zu mehrere 1000 m² bedecken. Trotz häufiger unmittelbarer Nachbarschaft zur Preiselbeere kommt es nur selten zu Hybriden zwischen den beiden Arten. Diese Bastard-Heidelbeere (Vaccinium × intermedium) steht mit ihren Merkmalen zwischen den beiden Elternarten. Blüte Die kleinen, zwittrigen, dickgestielten Blüten wachsen einzeln aus den Blattachseln und sind nickend. Ihre Krone ist 4-6 mm lang und grünlich bis rötlich. Sie erscheinen ab April/Mai. Der kleine Kelch, am becherförmigen Blütenbecher, ist verwachsen mit minimalen Lappen. Die Kronblätter sind rundlich-urnenförmig verwachsen, mit kurzen, ausgebogenen Lappen. Frucht Von Juli bis in den September tragen die Pflanzen dann schwarzblaue, im Durchmesser maximal 1 Zentimeter große, abgeplattet runde, einzeln stehende Früchte, die als reife, vielsamige Beeren mit Kelchresten an der Spitze, blaugrau „bereift“ sind. Selten kommen auch Formen mit weißen, gelben, roten oder rötlich punktierten Beeren vor. Die kleinen, bräunlichen Samen sind halbmondförmig. Wissenswert Von der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) unterscheidet sich die eurasische Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) dadurch, dass sich die farbgebenden Anthocyane sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch befinden und sie so durch und durch blau gefärbt ist. Bei der seit etwa 1900 aus der Amerikanischen Heidelbeere gezüchteten Kulturheidelbeere befinden sich die Farbstoffe nur in der Schale, weshalb diese ein helles Fruchtfleisch aufweist und keine „blauen Zähne“ verursacht. Außerdem ist die Kulturheidelbeere doppelt bis mehrfach so groß wie die echte Heidelbeere und schmeckt weit weniger aromatisch als die Wildfrüchte, ist dafür aber länger lagerfähig. Ökologie Die grünen Triebe der Heidelbeere stellen im Winter für das Wild eine wichtige Futterquelle dar. Ihre Früchte schätzen besonders Tierarten, die an Baum- und Buschfrüchte weniger leicht gelangen können, so wie das Auerhuhn und der Fuchs. Für Weidetiere hat die Pflanze eine sehr geringe Bedeutung als Futterpflanze. Die Raupen zahlreicher Falterarten nutzen die Heidelbeere als Futterpflanze, so z. B. die vom Aussterben bedrohte Weidenglucke, der gleichermaßen seltene Augsburger Bär, die gefährdete Rollflügel-Holzeule, der seltene Ebereschen-Blattspanner und die Urmottenart Micropterix aureatella. Wirtschaftliche Nutzung Heidelbeeren sind eine beliebte Beerensorte. Sie lassen sich sowohl frisch verzehren als auch in der Küche verwerten. Anthocyane in der Heidelbeere sind für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften verantwortlich. Vor dem Verzehr selbstgepflückter, ungewaschener Heidelbeeren wird wegen möglicher Anhaftung von Eiern des Fuchsbandwurms gewarnt. Wenn man dieses Risiko ausschließen will, sollte man die Beeren kochen. Geerntete Heidelbeeren halten sich nicht allzu lange. Ein Werkzeug zur Ernte von Heidelbeeren ist der Blaubeer- oder Heidelbeerkamm, regional auch „Raffel“ genannt. Dabei handelt es sich um einen Kasten mit aufgesetztem Kamm. Man streicht mit der Raffel über die Heidelbeerbüsche; dabei fallen reife Beeren in den Kasten. Allerdings werden dabei nicht nur reife Früchte gepflückt, sondern auch unreife Früchte und Blätter. Ästchen können abgeknickt oder abgerissen werden. Nutzung als Heilpflanze Die getrockneten Beeren sind aufgrund des Gerbstoffgehalts und der Pektine ein beliebtes Volksheilmittel gegen Durchfall, ebenso der mit Rotwein angesetzte Heidelbeerwein. Frische Früchte in größeren Mengen genossen wirken dagegen abführend. Heidelbeeren stärken das Immunsystem, wirken antibakteriell, antiviral und antimykotisch und fördern die Wundheilung. Die enthaltenen Anthocyane (rotvioletten Pflanzenfarbstoffe) wirken als Antioxidantien/Radikalfänger. Die Amerikanische Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) – engl. auch huckleberry – ist eine Art aus der Gattung der Heidelbeeren. Sie ist die wichtigste der nordamerikanischen Heidelbeerarten, aus denen die heutigen Kulturheidelbeeren gezüchtet wurden. Vorkommen Die Amerikanische Heidelbeere ist heimisch in sumpfigen Wiesen und feuchten Wäldern von Neufundland bis Minnesota, südlich bis Florida und Louisiana. In Niedersachsen wird sie auch kultiviert und kommt dort verwildert in Gesellschaften der Ordnung Sphagnetalia vor. Wuchs Die Amerikanische Heidelbeere ist ein 1-4 Meter hoher, stark verzweigter Halbstrauch mit glatten oder schwach behaarten Zweigen. Die kurz gestielten, einfachen Laubblätter sind länglich-rund bis elliptisch und 2,5-8 cm lang, meist spitz zulaufend und am Rand borstig behaart, mindestens aber entlang der Nervatur der Unterseite fein behaart. Die Trauben erscheinen noch vor den Blättern und sind ebenso lang wie die Blütenstandsstiele, die Tragblätter sind hinfällig. Die Krone ist 6-12 mm lang, mit fünf weißen oder hell rosa, zylindrisch oder nah dem Schlund sich schwach verjüngenden Zipfeln. Die Beeren sind rundliche, dunkelblaue Früchte und erreichen einen Durchmesser von 6-8 mm.
Herkunft:
Heidelbeere: gemäßigte und nordische Zonen Eurasiens Amerikanische / Kulturheidelbeere: Nordamerika
🌞 Standort & Boden • sonnig - halbschattig, kühler Standort • Windgeschützt, aber luftig • humoser, lockerer, sandiger, sauerer Boden (pH 4-5) • organischer Boden, Nadelstreu, Rindenhumus, Moorbeeterde • eher nährstoffarmer Boden • gut drainiert, durchlässig, gleichmäßig feucht, keine Staunässe 🌱 Aussaat & Pflanzung • Stratifizieren: 4-6 Wochen • Saattiefe: 0,2 cm (Lichtkeimer) • Keimtemperatur: 18-22 °C • Keimdauer: mehrere Wochen bis Monate • Pflanzzeit: März – Mai (altern. September - Oktober) • Pflanzabstand: 40-50 cm (Heidelbeere) / 100-150 cm (Kulturheidelbeere) • Reihenabstand: 40-50 cm (Heidelbeere) / 100-150 cm (Kulturheidelbeere) • gleichmäßig feucht halten 💧 Pflege • Gießen: regelmäßig, nie austrocknen, keine Staunässe, kein Leitungswasser • Düngung: wenig / Frühling saurer Spezialdünger • Kein frischer Kompost, kalkhaltiger Dünger und stark mineralischer Universaldünger • Mulchen: Nadelstreu (Kiefer, Fichte), Rindenmulch, Laub (Eiche, Buche) im Herbst 🌾 Schnitt & Ernte • Heidelbeeren: selten, nur leicht zur Verjüngung • Kulturheidelbeeren: regelmäßig • Zeitpunkt: Februar–März / vor Austrieb • In den ersten 3 Jahren möglichst nicht schneiden, außer beschädigte oder abgestorbene Triebe • Alte Triebe (4–5 Jahre) entfernen • Schwache, nach innen wachsende Triebe entfernen • 6–8 kräftige Haupttriebe stehen lassen • Jährlich wiederholen • Heidelbeeren fruchten an 2–3 Jahre alten Trieben • Erntezeit: Juli – Oktober (je nach Sorte) • Häufigkeit: regelmäßige Ernte / reifen nach und nach • vollständig reife Beeren einzeln bei trockenem Wetter abpflücken bei Waldheidelbeeren kann Beerenkamm genutzt werden ❄️ Winterschutz • Dicke Mulchschicht (Rindenmulch, Nadelstreu, Laub) rund um den Wurzelbereic • Boden locker halten, Staunässe vermeiden • Junge Pflanzen zusätzlich mit Reisig abdecken • Schwere Böden ggf. leicht anhäufeln oder Hügelbeet nutzen • dürfen nicht austrocknen, gelegentliche Wassergaben 🌿 Gute Nachbarn • Cranberry, Preiselbeere, Allackerbeeren • Johannisbeere, Stachelbeere • Rhododendron, Azalee, Erica, Calluna, Farne • Erlen, Fichten, Kiefern mit Abstand 🚫 Schlechte Nachbarn • Starkzehrer (Kohl, Kürbis, Nachtschattengewächse) • Ahorn, Birke, Weide, Haselnuss, Walnuss • Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren • Mediterrane Kräuter, Sedum • Rasen, kalkliebende Stauden 🍂 Krankheiten • Grauschimmel • Fruchtfäule • Blattfleckenkrankheiten • Triebsterben • Wurzelfäule 🐌 Schädlinge • Blattläuse • Frostspanner • Raupen • Kirschessigfliege • Gallmücken • Schildläuse • Spinnmilben
Abessinischer Kohl / Äthiopischer Senf
Ahorne
Aubergine
Bärlauch
Brennnesseln
Brombeere
Chili
Dost, Oregano, Majoran
Efeu
Erdbeere
Gartenkürbis - Patisson / Ufo-Kürbis
Gartenkürbis - Zierkürbis
Gartenkürbis - Zucchini
Gemüsekohl - Baumkohl / Ewiger Kohl
Gemüsekohl - Blumenkohl / Romanesco
Gemüsekohl - Brokkoli
Gemüsekohl - Flower Sprouts / Kohlröschen
Gemüsekohl - Futterkohl
Gemüsekohl - Grünkohl / Braunkohl
Gemüsekohl - Kai-Lan / Chinesischer Brokkoli
Gemüsekohl - Palmkohl / Schwarzkohl
Gemüsekohl - Rippenkohl / Portugiesischer Kohl
Gemüsekohl - Rosenkohl
Gemüsekohl - Rotkohl / Roter Spitzkohl
Gemüsekohl - Weißkohl / Weißer Spitzkohl
Gemüsekohl - Wildkohl / Urkohl
Gemüsekohl - Wirsing / Butterkohl
Gemüsekohl - Zierkohl
Gliedkräuter
Gräser - Federborstengräser, Lampenputzergräser
Gräser - Pampasgräser
Gräser - Schmielen
Gräser - Schwingel
Gurke
Haargurken / Schlangenkürbisse
Haselnuss
Himbeere
Inkagurke (Hörnchenkürbis)
Jaltomaten
Kartoffel
Kiwano, Afrikanische Horngurke
Kürbis
Lavendel
Maiglöckchen
Meerkohle
Mexikanische Minigurke
Nachtschatten (Sonstige)
Nieswurzen
Okra
Olivenkraut
Paprika
Phlox, Flammenblume
Raps
Raps - Scheerkohl / Sibirischer Kohl
Raps - Steckrübe
Rose
Rosmarin
Rübsen - Chinakohl
Rübsen - Choy Sum / Chinesischer Blütenkohl
Rübsen - Komatsuna
Rübsen - Mizuna
Rübsen - Ölrübsen
Rübsen - Pak Choi
Rübsen - Speiserübe
Rübsen - Stängelkohl
Rübsen - Stielmus
Rübsen - Tatsoi
Rübsen - Wilde Rübsen
Salbei
Schachtelhalm
Schwammgurke / Luffa
Sukkulenten - Dickblattgewächse
Thymiane
Tomate (Fleischtomate / Großfruchtige)
Tomate (Kleinfruchtige)
Tomate (Salattomate / Normalfruchtige)
Tomate (Wildtomate)
Waldmeister
Waldrebe, Clematis
Walnussgewächse
Weiden
Windröschen
Septoria-Blattfleckenkrankheit
Grauschimmel
Wurzelfäule
Frostspannerraupen
Kirschessigfliege
Gallmücken
Raupen
Schildläuse
Spinnmilben
Blattläuse