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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
08.09.2022 . Lesezeit: 10 Minuten

Rhabarber pflanzen und pflegen

Rhabarber ist eine mehrjährige Staude, die im Frühling geerntet wird und bei vielen sehr beliebt ist. Vor allem in Kuchen oder Kompott findet seine fruchtige Säure reichlich Anklang. Wie du Rhabarber pflanzt, vermehrst, düngst und richtig erntest erfährst du hier.

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Auf einen Blick

  • Rhabarber ist Starkzehrer und braucht humusreichen und gut gedüngten Boden
  • es handelt sich um eine Dauerkultur, die mindestens 7 Jahre an einem Stadort bleiben kann
  • Rhabarber ernten kannst du ab dem 2. Jahr von Anfang Mai bis zum 21. Juli
  • geerntet werden vom Rhabarber nur die Blattstiele, die geschält verarbeitet werden können
  • Rhabarber nicht jeden Tag essen, denn er enthält Oxalsäure
  • Rhabarber vermehren am besten durch Wurzelteilung

Herkunft der Rhabarber-Pflanze

Rhabarber (Rheum barbarum) stammt ursprünglich aus Asien, von wo er über den Kaukasus bis nach Europa gelangte. Den Namen erhielt das Knöterichgewächs von den Römern, welche den Rhabarber vor allen in Russland, welches sie als Land der Barbaren bezeichneten, vorfanden. Für sie hatten die großen, sauren Stängel der Staude keinen Nutzen, weshalb sie die Pflanze verächtlich "Barbarenwurzel" nannten. Später erkannten jedoch auch die Römer, dass sich Rhabarber mit Zucker gekocht hervorragend für Süßspeisen oder Nachtische eignet. Roh sollte er aufgrund des relativ hohen Oxalsäuregehalts nicht verspeist werden, da es sonst zu Nierenschädigungen kommen kann.

Rhabarber Standort

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dem Rhabarber um eine mehrjährige Pflanze. Einmal eingepflanzt kann der Stock ungefähr 7 Jahre an einem Ort bleiben. Dort wächst die Pflanze von Jahr zu Jahr und liefert, wenn es ihr gut gefällt, jährlich steigende Ernten. Die Urpflanze des Rhabarbers kam natürlicherweise in feuchten und nährstoffreichen Auenböden vor. Daher sollte die Staude im Garten einen möglichst humusreichen und gut gedüngten Platz erhalten. Auch gleichbleibende Feuchtigkeit ist für den Rhabarber wichtig. Besonders im Winter darf aber auch keine Staunässe auftreten. Allerdings gedeiht er auch auf leicht austrocknenden Sandböden sehr gut. Sowohl mit der vollen Sonne, als auch mit Halbschatten kommt die Pflanze gut zurecht. Jedoch sollten zu schattige Standorte vermieden werden, da die Stiele hier nur sehr dünn werden.

Rhabarber säen oder pflanzen?

Du kannst Rhabarber aussäen oder direkt eine kleine Rhabarberstaude pflanzen. Normalerweise wird vor allem letzteres gemacht. Diese kleine Staude entsteht durch Teilung einer großen Pflanze, worüber du im zugehörigen Artikel noch mehr erfährst.

Für die Aussaat solltest du einen geschützten Ort wie ein Gewächshaus oder die Fensterbank wählen, denn bei Schnecken sind die jungen Pflänzchen sehr beliebt. Zwischen Ende Februar und Anfang April kann der Rhabarber ausgesät werden. Um die Keimfähigkeit zu erhöhen kannst du die Samen vorsichtig mit Schmirgelpapier anrauen und 6 bis 12 Stunden in lauwarmen Wasser oder Kamillentee einweichen lassen. Wähle keine zu kleinen Anzuchttöpfe, denn die Jungpflanzen wollen relativ früh kräftige Wurzeln ausbilden. Damit die Samen keimen, sind Temperaturen zwischen 12 °C und 15 °C nötig. Nach 6 bis 10 Tagen sollte die Keimung erfolgen. Sobald der Platz im Topf zu knapp wird, solltest du die Jungpflanzen auspflanzen.

Im Frühjahr beginnt der junge Rhabarber wieder auszutreiben. Bild von Myshanah auf Pixabay .

Grüner oder roter Rhabarber: Sortenwahl

Grüner und roter Rhabarber unterscheiden sich in der Farbe des Fruchtfleischs. Die Stiele werden bei allen Sorten bis zu 50 cm lang. Roter Rhabarber schmeckt etwas milder als grüner, bringt dir aber auch weniger Ertrag. Innen und außen rot ist der ,,Himbeer-Rhabarber'', der allerdings nicht zuverlässig winterhart ist. Eine rote Sorte ist beispielsweise ,,Rambozen Rood" und eine grünstielige "Gigant".

Grüner und roter Rhabarber unterschieden sich auch im Geschmack. Bild von Sarah Kallend auf Pixabay

Rhabarber düngen und pflegen

Die Rhabarberpflanze zieht sich im Winter in ihre unterirdischen Wurzeln zurück und treibt im Frühjahr neu aus. Dennoch ist sie ein Starkzehrer und die Düngung bringt höhere Ertäge. Am besten düngst du deine Rhabarber im März mit Düngern mit mittlerem Nährstoffgehalt. Außerdem ist eine gleicmäßige Bodenfeuchtigkeit für ein gesundes Wachstum förderlich. Mehr zum Thema Rhabarber düngen und pflegen erfährst du in unserem Artikel zum Thema.

Mischkultur und Anbaupause bei Rhabarber

Rhabarber solltest du nicht direkt neben anderen Pflanzen kultivieren, da er mit der Zeit viel Platz in Anspruch nehmen kann. Nach ca. 7 Jahren solltest du deinen Rhabarber ausgraben, teilen und an einen anderen Ort setzen, um dem Boden eine Anbaupause zu gönnen. Im Sinne des Fruchtwechsels solltest du am ursprünglichen Ort 5 Jahre lang keinen Rhabarber mehr anbauen.

Rhabarber ernten

Rhabarber solltest du frühestens ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung/Aussaat ernten. Vorher ist es besonders wichtig, dass die junge Pflanze ausreichend wachsen und sich ungestört entwickeln kann. Je nach Region kannst du von Anfang bis Mitte Mai mit der Ernte beginnen. Hierfür verzichtest du am besten auf ein Messer und drehst die Stiele am Ansatz mit etwas Druck von der Staude heraus. Durch Schneiden sterben die restlichen Stiele ab und es kann zu Fäulnis am Wurzelstock kommen. Es ist besser, wenn du regelmäßig ein bisschen erntest, als alles auf einmal, dann kann die deine Rhabarberpflanze besser erholen. Die Erntesaison von Rhabarber geht traditionell bis zum 21. Juni. Danach sollte Rhabarber nicht mehr gegessen werden, da der Oxalsäure-Gehalt der Stängel sonst zu hoch ist. Bis dahin solltest du nur allerhöchstens die Hälfte der Staude geerntet haben, um die Pflanze nicht zu sehr zu schwächen. Die übrigen Blätter benötigt der Rhabarber, um ausreichend Photosynthese betreiben zu können. Dabei werden wichtige Zucker hergestellt, welche über den Winter in der Wurzel gespeichert bleiben. Nur wenn genügend Zucker gebildet wurden, kann der Rhabarber im nächsten Frühjahr wieder kräftig austreiben.

Schneide den Rhabarber nicht vom Stock, sondern drehe die Stiele lieber heraus. Bild von planet_fox auf Pixabay.

Rhabarber verarbeiten

Verabreitet und geerntet werden nur die grünen bis rötlichen Blatttstiele des Rhabarber. Sie enthalten Kalium, Phosphor, Eisen, Vitamin C, aber auch Oxalsäure. Wegen letzterer solltest die Rhabarber nicht jeden Tag essen. Die Blätter haben einen noch höheren Oxalsäuregehalt und sind deshalb weder roh noch gekocht zum Verzehr geeignet. Auch wenn Rhabarber zum Stielgemüse gehört, wird er meist in süßen Speisen wie Kuchen und Kompott verarbeitet. So kannst du die Ernte aus deinem Garten zum leckerem Nachtisch machen und musst nicht so lange warten, bis das Obst reif ist. Vor dem Verarbeiten solltest du den Rhabarber schälen, denn die Schale enthält ebenfalls mehr Oxalsäure und hat manchmal eine holzige Konsistenz.

Rhabarber geschält und kleingeschnitten
Rhabarber lässt sich verarbeiten zu Rhabarberkuchen oder Kompott. Photo by Maximilian Zahn on Unsplash

Rhabarber vermehren und Samen gewinnen

Bei Rhabarber bietet es sich an neue Pflanzen durch Teilung des Wurzelstocks zu gewinnen. Samen, die durch die Blütenstände von der Pflanze oder im Fachhandel gewonnen werden, erfordern nach dem Einpflanzen eine wesentlich längere Wartezeit bis zur ersten Ernte. Wie du Rhabarber am besten vermehrst, erfährst du im Artikel dazu.

Rhabarber: Krankheiten und Schädlinge

Besonders bei mehrjährigen Pflanzen wie dem Rhabarber ist es wichtig, die Pflanze regelmäßig auf Krankheiten und Schädlinge zu überprüfen. Die Staude ist sehr robust und wird lediglich in sehr feuchten Jahren von Blattfleckenpilzen befallen. Hierbei zeichnet sich auf den Blättern im späteren Verlauf ein braunes Zentrum mit gelben oder rotem Rand ab. Die Blätter sollten großzügig entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost!). In seltenen Fällen kann es zu Mosaik-Virus-Erkrankungen an den Blättern kommen, wobei die Blätter bräunlich einfärben und sich leicht wölben. Auch gelbliche, mosaikartige Verfärbungen vor allem im Frühjahr sind typische Symptome. In diesem Fall sollte die komplette Pflanze samt Wurzelstock vernichtet werden, um weitere Übertragungen, durch Blattläuse oder Teilung zu verhindern. Gegen das Virus helfen nur vorbeugende Maßnahmen wie der Kauf von zertifiziertem Saatgut und regelmäßiger Blattlauskontrolle. Auch Wuzelfäule und Schnecken können zum Problem werden. Bevor du Krankheiten und Schädlinge an deiner Pflanze bekämpfst und Maßnahmen ergreifst, solltest du dir allerdings immer sicher sein, worum es sich genau handelt.

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Ich hoffe, dass ich deine Lust am Rhabarber anbauen geweckt habe. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@fryd.app.

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Titelbild von Karolina Grabowska auf Pixabay 

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