Der Sommer neigt sich dem Ende und der Herbst steht vor der Türe. Nach und nach werden die meisten Kulturen erntereif und in den Beeten gibt es Platz für Neues. Der Feldsalat ist eine perfekte Herbst- und Winterkultur, die wieder Leben in deine Beete bringt. Wie du Feldsalat aussäst, pflegst und erntest, erfährst du in diesem Artikel.
Feldsalat (Valerianella) ist hierzulande sehr bekannt und unter vielen Namen geläufig: du kennst ihn vielleicht als Rapunzel-, Nüssli-, Vogerl- oder Ackersalat. Die einjährige Pflanze ist eine Gattung der Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae). Im Herbst aber auch teilweise noch im Frühjahr kannst du Feldsalat säen, denn die Pflanze ist winterhart und bildet bei Temperaturen über 8 °C kleine, zarte Rosetten aus. Ackersalat ist die perfekte Kultur für Selbstversorger, um auch im Winter eine Ernte einzufahren. Wer keinen Feldsalat mag, kann ihn aber auch gut als Gründüngung säen, damit der Boden über den Winter bedeckt ist.
Diese Pflanze ist eine besonders unkomplizierte Kultur und hat keine besonderen Ansprüche an den Boden. Du kannst ihn ohne Probleme im Garten, aber auch auf dem Balkon im Topf kultivieren. Feldsalat gedeiht auf nahezu jeder Bodenart, solange er sonnig steht. Allerdings ist er aufgrund seiner Größe wenig konkurrenzstark, weshalb das Beet von anderen Beikräutern befreit werden sollte. Ansonsten ist der schwachzehrende Feldsalat sehr genügsam und braucht nicht viele Nährstoffe. In Kombination mit einem späten Aussaattermin eignet sich Feldsalat daher besonders gut als Nachkultur für starkzehrendes Gemüse.
Feldsalat kann ohne Probleme direkt ins Beet gesät werden. Bei einer Direktsaat ist es nur wichtig, dass dein Beet weitestgehend frei von anderen Gewächsen ist. Wer also die Anzucht überspringen möchte, kann das ruhigen Gewissens tun. Natürlich ist eine Anzucht im Haus oder einem Gewächshaus trotzdem möglich. Das hat den Vorteil, dass du schon früher mit dem Anbau und somit auch mit der Ernte beginnen kannst. Auch wenn deine Beete noch ,,besetzt" sind mit anderem Gemüse, kannst du so schon Jungpflanzen großziehen, bis die Beete wieder frei sind. Bei einer Vorzucht bekommen die Jungpflanzen außerdem einen Wachstumsvorsprung, der sie konkurrenzfähiger macht. Mehr zum Thema ,,Vorziehen oder direkt ins Beet säen?" findest du in diesem Artikel.
Feldsalat keimt bereits ab 5°C. Zu hohe Temperaturen mag er gar nicht und so bleibt ab 25 °C die Keimung aus. Je nach Sorte werden die Samen ab Ende Juli bis Mitte September ausgesät. Für eine späte Aussaaat solltest du auf frostunempfindliches Saatgut zurückgreifen. Diese Sorten können teilweise überwintern und erst im Folgejahr geerntet werden. Kombiniere unterschiedliche Saattermine mit unterschiedlichen Sorten, dann kannst du das Erntefenster vergrößern und länger frischen Feldsalat ernten. Bei Aussaaten im September keimen die Samen zügiger, allerdings kann es hier bei sinkenden Temperaturen unter 8°C zu einem Wachstumsstopp kommen. Außerdem kann Feldsalat auch im März/April gesät werden, sobald eine dauerhaft Bodentemperatur von über 5°C erreicht sind.
Nun geht es ans Aussäen. Bereite dein Beet vor und entferne alle Beikräuter. Anschließend ziehst du etwa 0,5 bis 1 cm tiefe Rillen in den Boden und legst je nach Sorte alle 5 bis 10 cm einen Samen. Zwischen den Reihen solltest du 10 bis 15 cm Platz lassen. Feldsalat ist ein Dunkelkeimer, bedecke die Samen daher wieder sorgfältig mit Erde und drücke sie gut an. Nun müssen die Samen für drei Wochen gut feucht gehalten werden. Hier hilft eine Abdeckung oder eine Mulch-Schicht, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Verdunstung vorzubeugen. Wenn alles geklappt hat, zeigen sich nach drei Wochen kleine Keimlinge. Da die Feldsalatpflanzen recht klein sind eignen sie sich sehr gut für den Anbau in einem Balkonkasten.
Auf Flächen, auf denen wenige Beikräuter wachsen und nicht viel gejätet werden muss, kannst du das Saatgut auch einfach breit über dem Boden verteilen und mit Erde bedecken. In diesem Fall solltest du nach dem Auflaufen der kleinen Pflänzchen ausdünnen, damit sie genug Platz zum Wachsen haben. Ansonsten bleiben die Rosetten klein und kümmerlich.
Bei einer Vorzucht werden die Samen wie oben beschrieben in Anzuchttöpfchen ausgesät (etwa drei bis fünf Samen pro Topf) und gut feucht gehalten. Nach etwa vier bis fünf Wochen kannst du die Pflanzen dann mit einem Abstand von 5 bis 10 cm zueinander Auspflanzen. Wie du eigene Anzuchterde selber machen kannst, findest du in unserem Artikel zum Thema.
Feldsalat ist eine super Kultur, um deine Beete über die Wintermonate bedeckt und gepflegt zu halten. Außerdem entwickeln Feldsalatpflanzen entgegen ihrer Rosettengröße eine beeindruckende Wurzelmasse, die bis zu 1 m tief in die Erde reicht. Nicht nur durch das Auflockern durch die tiefen Wurzeln, sondern später auch durch deren Überreste, wird die Bodenstruktur verbessert. Deshalb ist Feldsalat auch eine gute Gründüngung für deine Beete und es lohnt sich auch ihn anzupflanzen, wenn du kein Feldsalatliebhaber bist. Ein weiterer Vorteil ist, dass Feldsalat zu den Baldriangewächsen gehört und somit Abwechslung in deine Fruchtfolge bringt und Bodenmüdigkeit vorbeugt. Viele andere Kulturpflanzen gehören anderen Pflanzenfamilien an. Deren Krankheitserreger und Schädlinge haben wenig Interesse am Feldsalat und räumen das Feld.
| Gute Nachbarn | Schlechte Nachbarn | |
|---|---|---|
| Erdbeere | Physalis | Liebstöckel |
| Fenchel | Postelein | Salbei |
| Frühlingszwiebel | Radieschen | Topinambur |
| Gemüsefenchel | Rettich | |
| Himbeere | Rhabarber | |
| Kohle | Ringelblume | |
| Lauch | Stangenbohne | |
| Oregano | Zwiebeln |
Wir haben dir bereits ein paar Beetpläne für eine Mischkultur mit Feldsalat vorbereitet. Hier findest du Ideen fürs Gewächshaus oder ein Beet im Freien.
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Wie bereits erwähnt ist der Feldsalat keine anspruchsvolle Kultur. Aufgrund der Jahreszeit spielen hungrige Gäste kaum eine Rolle. Außerdem gibt es nur wenige Krankheiten, die den Feldsalat heimsuchen könnten. Dazu zählt der falsche Mehltau. Mittlerweile gibt es allerdings einige Sorten, die tolerant gegenüber Mehltau sind, beispielsweise ,Elan' und ,Vit'. Außerdem kannst du vorbeugend für eine gleichmäßige Bewässerung ohne Staunässe sorgen sowie ausreichend Pflanz- und Reihenabstand für eine gute Durchlüftung einräumen.
Feldsalat hat eine recht kurze Kulturdauer und ist bereits nach 8 bis 10 Wochen bereit zum Ernten. Die kleinen Pflanzen sind fragil und der Ernte bedarf es an etwas Fingerspitzengefühl. Außerdem benötigst du ein scharfes Messer, um die Pflanzen kurz über der Bodenoberfläche mit einem glatten Schnitt zu kappen. Der Schnitt sollte nicht zu weit oben sitzen, denn dann fallen die Rosetten auseinander. Er sollte aber auch nicht zu tief sein, denn dann treibt die Pflanze nicht nochmal aus. Ansonsten kannst du ohne weiteres mehrmals von der gleichen Pflanze ernten. Feldsalat welkt sehr schnell und sollte daher frisch verzehrt werden. Bis spätestens April solltest du alle Pflanzen aus dem Vorjahr abgeerntet haben, außer du willst, dass er sich selbst aussät.
Ich wünsche dir viel Erfolg beim Feldsalat anbauen! bei Fragen oder Anregungen schreibe uns gerne an [email protected].
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Titelbild von pflanzenlust auf Pixabay.
Marie ist Agrarwissenschaftlerin. Sie interessiert sich besonders für den nachhaltigen und ökologischen Anbau von Gemüse und anderen Pflanzen. Im eigenen Garten sammelte sie dabei Erfahrungen und probiert sich gerne aus, um von der Natur zu lernen. Dabei liegen ihr Werte und Prinzipien der Permakultur besonders am Herzen, um neben dem Wohl für die Natur, auch für das Wohlergehen der Menschen und zukünftiger Generationen beizutragen.
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Ich freur mich gerade, dass ich den Garten noch nicht 'aufgeräumt' habe - Herr und Frau Buchfink erfreuen sich nämlich an allem, was sich in und an dem Sonnenhut vom Vorjahr so finden lässt 🥰 Und ich erfreue mich dann immer an all den Vögeln, die sich bei uns so einfinden - zurzeit tummeln sich neben den von uns nicht so geliebten Krähen auch Amseln, Zaunkönige, Rotkehlchen (so schöne Konzerte am Abend!), Drosseln, Stare, Spatzen, Dohlen, Buchfinken (dieses Jahr hab ich schon mindestens 10 in dem alten Korkenzieherhasel gesehen - die waren bisher weniger präsent), Kohlmeisen, Blaumeisen, Elstern, Bussarde, Grünfinken, Schleiereule, Waldohreulen, Ringeltauben, Kibitze, Fasane, Stockenten und ich warte wie jedes Jahr auf die Grauschnäpper, die Schwalben und den Gelbspötter (ich liebe den Gelbspötter! Wenn der loslegt, 'schwimmt' der Garten in seinem Gesang!) und auf den Gartenrotschwanz - das und die Grauschnäpper waren die ersten Vögel, die mir hier richtig aufgefallen sind, als ich hergezogen bin. Und die Fledermäuse - keine Vögel, aber Flieger 😉 - leider flattern sie zu schnell und unter Abend-Bedingungen, sodass es mir schwer fällt, herauszubekommen, um welche Flerdermäuse es sich handelt. Ach ja - und einen Buntspecht haben wir auch jedes Jahr, letztes Jahr war mal ein Eichelhäher da - aber nur einmal gesichtet... viellricht nur auf der Durchreise - und bestimmt noch andere, die ich noch gar nicht mitbekommen habe, oder die mir gerade nicht einfallen 😊 Unsere Vogelschar scheint jedes Jahr größer zu werden 🥰 Amsel, Drossel, Fink und Star - wer ist bei Euch schon da?
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Ich habe eine Frage zum Thema #Pikieren: Es ist mir klar, dass ich dann, wenn ich die Samen in eine Aussaatschale oder mehrere in einen Topf gegeben habe, diese Pflänzchen pikieren muss. Nun habe ich aber öfters schon gesehen: 1 oder 2 Saatkörner in ein kleines Töpfchen, das schwächere Pflänzchen herausziehen, dann das kleine Töpfchen in ein größeres mit reichhaltigerer Erde geben. Ohne das Abstreifen von Erde. Genügt das, bringt das auch ein gutes Ergebnis, oder sollte man doch die Erde abstreifen? Der Vorteil sei, so wurde beschrieben, dass das Wurzelwerk nicht gestört wird. Was ist eure Meinung oder Erfahrung.
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Mann hat gestern wieder sein Männerspielzeug aus der Garage nommen Letzten Sonntag haben wir endlich unsere alten Thujahecken auch mit dem Spielzeug herausgenommen
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Wann ist der beste Zeitpunkt zum Feldsalat säen?
Von Ende Juli bis Mitte September oder im März/April, ab Temperaturen von 5 bis 25 °C.
Ist eine Anzucht im Haus oder Gewächshaus notwendig?
Eine Anzucht ist nicht notwendig, kann aber sinnvoll sein, wenn noch kein Platz im Beet ist. Ansonsten ist eine Direktsaat ohne Probleme möglich.
Wann kann ich Feldsalat ernten? Kann ich mehrmals ernten?
Nach 8 bis 10 Wochen ist Feldsalat erntereif. Ernte am besten mit einem scharfen Messer und schneide die Rosette kurz über dem Boden ab. Lässt du das Herz stehen, kannst du sogar mehrmals ernten.
Ist Feldsalat ein Lichtkeimer?
Feldsalat ist ein Dunkelkeimer und wird daher 1 cm dick gut mit Erde bedeckt.
Was sind gute Nachbarn von Feldsalat?
Gut neben Feldsalat kannst du Erdbeeren pflanzen. Aber auch Frühlingszwiebeln, Lauch, Rettich, Kohle oder Fenchel sind gute Nachbarn. Zudem passen Kräuter wie Oregano und Ringelblumen gut neben den Salat.