Blog Artikel Banner Bild
Marlene
08.08.2022

Tomatensamen selbst gewinnen

Tomatensamen selbst gewinnen

Wenn Ihr wie ich ein großer Fan von der unglaublichen Auswahl und Sortenvielfalt von Tomaten seid, dann werdet Ihr Euch sicher schon gefragt haben, wie man seine Favoriten am besten selbst vermehrt. Ich habe dieses Jahr Tomatensamen selbst vermehrt und zeige euch hier, wie es geht.

Samenfeste Sorten verwenden

Für die Gewinnung von eigenem Saatgut ist es wichtig zu wissen, welche Art Tomaten Ihr habt. Viele Samen, die es zu kaufen gibt, sind mit dem Zusatz F1 (Hybriden) versehen. Diese stammen aus der Kreuzung zweier Sorten. Damit wollen Züchter beispielsweise den Ertrag erhöhen, Resistenzen gegen typische Krankheiten verbessern oder eine gleichmäßige Reifezeit fördern. Würdet Ihr davon „Nachkommen“ vermehren, käme natürlich eine Tomate dabei heraus, allerdings mit unklaren Eigenschaften, z. B. kleinere Früchte, festere Schale usw.

Daher sollten Eure Tomaten zur Nachzucht samenfeste Sorten sein. Dazu gehören unter anderem Ochsenherz, Indigo Rose, Black Cherry, Artisan Blush Tiger, Green Zebra, Black Krim, Ananastomate oder Blondköpfchen, um nur einige zu nennen.

Vollreife und gesunde Tomaten nutzen

Habt Ihr Euch nun entschieden, Tomatensamen für die kommende Saison zu sichern, sucht Euch eine vollreife Tomate aus, von einer gesunden Pflanze mit gutem Ertrag und wohlschmeckenden Früchten. Viele Gärtner:innen denken "ach die Tomate ist ein wenig angefault, wenn ich sie nicht esse, kann ich sie ja für die Saatgut-Gewinnung nutzen" - falsch gedacht! Denn: Für gutes Saatgut sollte man die gesunden und schönen Früchte nehmen.
Auf meinem Foto sind es die Sorten Gold Nugget und White Cherry.

Vorgehen

Schneidet die Tomaten auf und kratzt das gallertartige Innenleben mit den Samen mithilfe eines kleinen Löffels in ein Glas und bedeckt es mit Wasser. Nun muss das ganze 2 bis 3 Tage stehen bleiben. Durch das Wasser lösen sich die Samen aus der Masse. Manche sinken dann auch schon zu Boden. Wenn sich die Samen leicht rau anfüllen, ist es Zeit, sie in ein feines Sieb zu gießen. Ich verwende ein Passiersieb dafür. Bei ganz kleinen Samen, wie Johannisbeertomaten, nehme ich ein ganz feinmaschiges Teesieb, da sie wirklich unglaublich winzig sind.
Nun spült ihr die Samen vorsichtig unter dem Wasserhahn aus dem Fruchtfleisch heraus. Es müssen alle Reste komplett entfernt werden, da sonst die Samen schimmeln könnten oder die Keimfähigkeit verzögert wird. Hierfür könnt Ihr mit einem Backpinsel etwas nachhelfen.

Trocknen

Legt die Samen zum Trocknen etwa eine Woche auf ein Küchenkrepp, bevor Ihr Sie in kleine Gläser oder Tütchen umfüllt. Wichtig: Vergesst das Sortenschild inkl. Angabe des Datums der Samengewinnung nicht. Die Keimfähigkeit der Samen beträgt etwa 5 Jahre.

Ein Tipp für kleine Tomatensamen

Kleine Tomatensamen verteile ich mit großzügigem Abstand auf dem Küchenkrepp, lasse sie nach dem Trocknen darauf, bedecke sie mit einer weiteren Schicht Papier und bewahre sie liegend auf. Im kommenden Jahr kann man das Samenpapier mit Wasser besprühen, in eine kleine Tüte stecken und die Tomaten wie in einem Minigewächshaus vorkeimen lassen. Oder ihr legt das Samenpapier in Anzuchterde, entfernt die obere Schicht Papier, bedeckt alles mit einer dünnen Schicht Erde und besprüht alles mit Wasser. Durch den vorgegebenen Abstand ist das Pikieren der kleinen Pflanzen erheblich einfacher.

Viel Spaß beim Sichern Eurer Schätze!

Marlene