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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
17.03.2022

Salat im Garten anbauen

Allgemeines

Salat ist ein wunderbares Gemüse für alle Garten-Einsteiger:innen. Es ist vielfältig, denn als 'Salat' werden mehrere Pflanzenarten bezeichnet. Arbeitest du mit etwas Planung, kannst du das ganze Jahr über frischen Salat ernten. Wir zeigen dir wie das geht und liefern dir alle wichtigen Infos zum Thema Salat anbauen.

Salat säen

Für die Aussaat gibt es unterschiedliche Zeiträume. Das hängt zum einen von der Salatsorte ab, zum anderen auch davon, ob du direkt säst oder vorziehst. Beim Vorziehen sollte die Raumtemperatur zwischen 10-16 °C liegen. Außerdem ist Salat ein Lichtkeimer, weshalb die Samen nicht tiefer als 1 cm mit Erde bedeckt sein sollten. Bereite Saattöpfe mit Anzuchterde vor und setze die Samen auf die Erde. Drücke sie etwas an, sodass sie leicht mit Erde bedeckt sind und befeuchte die Töpfe am besten mit einer Sprühflasche oder indem du das Wasser in die Untertöpfe gibst. So werden die Samen nicht tiefer in die Erde gespült. Nach 2 bis 3 Wochen gehen die Keimlinge auf. Wenn die Pflänzchen ca. 3 cm groß sind, solltest du sie pikieren. Bei der Direktsaat wird meist großwürfig ausgesät und nach dem Aufgehen pikiert. Hier eine Auflistung der wichtigsten Daten:

Aussaat-Zeiträume

Kopfsalat:

  • Vorzucht Mitte Februar, Auspflanzen ab Mitte März
  • Direktsaat von März bis April (später ist es zu warm, und der Salat beginnt zu schießen, also nach oben zu wachsen und in die Blüte zu gehen. Die Blätter werden dann hart und ungenießbar)

Bataviasalat, Eisbergsalat, Pflücksalat:

  • Vorzucht ab Mitte April, Auspflanzen ab Mitte Mai
  • Direktsaat von Mai bis August

Romanasalat:

  • Anzucht ab April, Auspflanzen ab Mai
  • Direktsaat von Mai bis Juni

Endivien:

  • Keine Vorzucht
  • Direktsaat von Juni bis Juli

Feldsalat:

  • Keine Vorzucht
  • Direktsaat von Mitte Juli bis Oktober (Winterernte)
  • Anfang März bis Ende April (Frühjahrsernte)

Fruchtwechsel

Da Salat ein Schwachzehrer ist, spielt der Fruchtwechsel keine ganz so dominante Rolle. Es ist also nicht so schlimm, wenn du zwei Jahre hintereinander Salat an derselben Stelle anbaust. Allerdings solltest du darauf achten, dass sich keine Krankheiten und Schädlinge in deinem Boden über die Jahre hinweg festsetzen. Wir empfehlen dir daher 3 Jahre lang keine anderen Korbblütler an derselben Stelle anzubauen. Ähnliches gilt für "Salate" aus anderen Pflanzenfamilien. Nach Rucola sollte beispielsweise auf den Anbau von anderen Kreuzblütlern verzichtet werden. Bei Postelein und Feldsalat brauchst du dir aber keine Sorgen zu machen, denn sie sind fast die einzigen Vertreter ihrer Familie in unseren Beeten.

Salat im Hochbeet pflanzen

Salat kann auch im Hochbeet angebaut werden. Willst du besonders früh in die Gartensaison starten, kannst du mit einem Frühbeet-Aufsatz bereits ab Mitte Februar vorgezogene Salatsetzlinge in dein Hochbeet pflanzen. Ohne Aufsatz kannst du Mitte März mit dem Salat Pflanzen beginnen. Du kannst dich im Allgemeinen an den Aussaatterminen für das Freiland orientieren. Im ersten Jahr wird im Hochbeet viel Nitrat freigesetzt, hier solltest du daher auf Salat verzichten, da dieser Nitrat speichert und in den Blättern sammelt. Zu hohe Nitratmengen können für uns Menschen schädlich sein. Daher musst du Salat, den du ab dem zweiten Jahr ins Hochbeet pflanzen kannst, normalerweise nicht düngen. Da Hochbeete meist schneller als gewöhnliche Beete austrocknen, solltest du darauf achten, den Salat regelmäßig zu gießen.

Salat düngen und pflegen

Bild von rycky21 auf pixabay.

Fast alle Blattgemüse-Salate gehören zu den Schwachzehrern. Lediglich Endivien-Salat besitzt als Mittelzehrer einen etwas höheren Nährstoffbedarf. Daher reicht es vollkommen aus, beim Pflanzen von Salat etwas Kompost ins Pflanzloch zu geben. Säst du direkt, kannst du in den Boden etwas Kompost einarbeiten. Salat speichert, wie die meisten Blattgemüse, Nitrat in seinen Blättern ein. Bei zu starker Düngung kann es zur Überschreitung des Nitrat-Grenzwertes in deinem Gemüse kommen. Daher solltest du darauf achten, deinen Salat nicht zu überdüngen. Für die Endivie kannst du etwas mehr Kompost verwenden und bei Bedarf zusätzlich mit etwas Pflanzenjauche gießen. Auch eine Mulch-Schicht kann Nährstoffe nachliefern und gleichzeitig vor Wasserverlusten durch Verdunstung schützen.
Vor allem Kopfsalate müssen regelmäßig gegossen werden. Andernfalls werden die Blätter zäh und die Pflanze beginnt zu schießen, also Samenstände auszubilden. Dadurch wachsen die Köpfe nicht mehr sondern stecken ihre letzte Energie in die Samen. Achte darauf um die Köpfe herum zu gießen, denn steht das Wasser zwischen den Blättern, können sich Pilzkrankheiten leichter entwickeln. An heißen Tagen können die Wassertropfen zudem das Licht der Sonne bündeln und die Blätter verbrennen.

Übersicht verschiedener Salat-Arten

David_Will auf pixabay.

Salat gibt es in unglaublich vielen Formen und Variationen. Das liegt zum Einen daran, dass Vertreter unterschiedlicher Gattungen und Pflanzenfamilien bei uns als "Salat" bezeichnet werden. Hier einmal die bedeutendsten Salat-Arten:

Gartensalat
Der wohl bekannteste unter den Salaten ist der Gartensalat (Lactuca sativa) der zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und der Gattung der Lattiche (Lactuca) zählt. Dazu gehören Kopfsalate wie Eisbergsalat oder Bataviasalat, aber auch Schnitt- und Pflücksalate wie Lollo Rosso oder Eichblatt.

Endivien und Chicorée
Weiterhin gibt es den Endiviensalat (Cichorium endivia). Dieser gehört zwar auch in die Familie der Korbblütler, entstammt jedoch aus der Gattung der Wegwarten (Cichorium). In diese Gattung gehört auch der Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum), zu dem die Wintersalate Zuckerhut und Radicchio zählen.

Feldsalat
Feldsalat (Valerianella), auch Ackersalat oder Rapunzel genannt, zählt zur Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae). Er bildet eine eigene Gattung, welche rund 80 Arten umfasst. Die wohl bekannteste und meist verwendete Art ist der Gewöhnliche Feldsalat (Valerianella locusta).

Postelein
Das gewöhnliche Tellerkraut (Claytonia perfoliata), auch als Postelein, Winterportulak oder Kubaspinat bezeichnet, wird im Spät- und Frühjahr gerne als Salat verwendet. In Europa ist Postelein ein Neophyt, da es ursprünglich aus Nordamerika stammt. Es gehört zur Familie der Quellkrautgewächse (Montiaceae).

Rucola
Rucola (Eruca sativa), auch Salatrauke genannt, gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und wird aufgrund ihres würzigen Geschmacks gerne als Salat zubereitet.

Salat ernten - wann und wie?

Der beste Zeitpunkt für die Salaternte ist der Nachmittag oder Abend. Hier ist der Nitratgehalt in den Blättern niedriger als morgens. Das gilt grundsätzlich für alle hier aufgeführten Salate.

Hier einmal eine Übersicht über die unterschiedlichen Erntezeitpunkte und Erntebedingungen:

  • Feldsalat kann über den ganzen Winter, also von Oktober bis März, geerntet werden, wenn du eine frostverträgliche Sorte wählst. Auch das restliche Jahr über kannst du Feldsalat aussäen und ernten. Er benötigt ca. 8 Wochen für seine Entwicklung. Säst du zwischen Juli und August, kann der Salat ab September/Oktober geerntet werden. Säst du anfang September, kann die Ernte ab November erfolgen. Beim Feldsalat kannst du einzelne Blätter nach und nach abschneiden, so wachsen die kleinen Rosetten immer weiter und du kannst den Wintersalat mehrmals beernten. Normalerweise werden jedoch die gesamten Rosetten geerntet, indem man kurz über dem Wurzelansatz schneidet. Aber auch hier kannst du darauf achten, nicht zu tief abzuschneiden. So können die Rosetten nochmal erneut austreiben.
  • Pflück- und Schnittsalat kann bereits ab Ende April geerntet werden. Hierfür werden je nach Bedarf immer die äußeren Blätter gepflückt oder geschnitten, sodass das Salatherz stets erhalten bleibt.
  • Kopfsalat kann je nach Sorte von Mai bis Oktober geerntet werden. Sorten wie 'Maikönig' können schon früh geerntet werden. Eisbergsalat, Bataviasalat und Romanasalat eignen sich hervorragend für eine Sommerernte, denn sie schießen nicht so schnell. 'Winterkönig' oder 'Wintermarie' können im Herbst geerntet werden.
  • Endivie kannst du erstmals ab Anfang August ernten. Er verträgt gut leichte Minusgrade, weshalb du bis November ohne Probleme frischen Frisée-Salat ernten kannst.
  • Rucola sollte vor der Blüte geerntet werden, ansonsten kann er sehr scharf und bitter werden. Schon 4 bis 6 Wochen nach der Aussaat kann Rucola bereits geerntet werden. Der Erntezeitraum reicht von April bis Oktober. Geerntet werden können die Blätter, sobald sie ca. 10 cm lang sind. Es gilt: Je jünger die Blätter, desto zarter sind sie. Wenn du die Rauke drei Zentimeter über dem Boden abschneidest, treibt sie immer wieder frisch nach.
  • Postelein kann von November bis April geerntet werden. Ernte sobald die Pflanzen ca. 10 cm groß sind. Wichtig ist hier, wie beim Pflücksalat, dass das Herz der Rosetten unbeschadet bleibt. Pflücke daher von außen nach innen. So kannst du bis zu sechs mal Winterportulak ernten.
  • Chicorée bildet bereits 3 bis 4 Wochen nach Aussaat erste Blätter. Diese kannst du den Sommer über als Salat ernten. Natürlich solltest du dabei nicht alle Blätter entfernen, denn sonst wird die Rübe zu sehr geschwächt. Mitte September bis Ende Oktober kann diese dann ausgegraben und für die sogenannte Treiberei verwendet werden. Sie sollte nun einen Durchmesser von 3 - 6 cm aufweisen. Exkurs Treiberei: Die Wurzeln bleiben ausgegraben bestenfalls noch zwei Tage auf dem Beet liegen, damit aus den Blättern die letzten Nährstoffe entzogen werden können. Anschließend werden die Blätter auf 5 cm getrimmt und die Rüben für die "Ruhephase" in Kisten mit feuchtem Sand eingeschlagen. Die Treiberei kann ab Dezember beginnen. Hierfür ist es wichtig, dass die Temperaturen zwischen 12 °C und 18 °C liegen und völlige Dunkelheit herrscht. Gelangt nämlich Licht an die Triebe, werden diese grün und bitter. Packe dafür die Wurzeln dicht aneinander senkrecht in einen lichtundurchlässigen Eimer oder Kübel und befülle diesen anschließend mit sandiger Erde. Gieße zu Beginn einmal gründlich mit warmen Wasser an, um das Austreiben der Pflanzen zu "aktivieren". Praktisch ist, wenn das Gefäß Löcher am Boden hat, sodass keine Staunässe entsteht. Über dem Gefäß sollte genügend Hohlraum liegen, sodass sich darin die Schosstriebe entwickeln können. Decke die Gefäße zusätzlich mit einem Tuch ab. Achte darauf, dass die Erde stets leicht feucht bleibt. Nach 3 bis 5 Wochen kann der Chicorée dann geerntet werden.

Schnecken

Bild von Hundva auf pixabay.

Gegen die gefräßigen Weichtiere hilft es am besten, dafür zu sorgen, dass sie gar nicht erst an deinen Salat kommen. Hier kann ein Schneckenkragen oder Schneckenzaun die Schädlinge daran hindern, die saftigen Blätter zu fressen. Sind es noch nicht zu viele, kannst du die Schnecken im Garten absammeln.

Blattläuse

Hans auf Pixabay

Bei feucht-warmer Witterung und geringer Luftzirkulation zwischen den Pflanzen, herrschen ideale Bedingungen für Blattläuse. Achte daher darauf, ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen einzuhalten. Die Insekten kannst du meistens mit dem bloßen Auge erkennen, denn sie sind 1 - 4 mm groß. Jedoch verstecken sich Blattläuse gerne in den Blättern, weshalb du oft durch folgende Anzeichen auf sie aufmerksam wirst:

  • eingerollte/deformierte Blätter
  • klebriger Blattbelag (Honigtau)
  • schlechtes Wachstum
  • angelockte Ameisen

Da Blattläuse sich unter guten Bedingungen sehr schnell vermehren können (sie brauchen dafür nicht mal einen Partner), solltest du nach dem Entdecken direkt und schnell handeln. Wir empfehlen dir jedoch, nicht auf synthetischen Pflanzenschutz zurückzugreifen, da dadurch das Ökosystem gefährdet werden kann.

Hier einige ökologische Abhilfen:

  • Pflanzensud aus Schachtelhalm: 1 kg frisches Kraut (bzw. 200 g getrocknetes) auf 10 L Wasser. 30 Minuten köcheln lassen, danach 24 Stunden ziehen lassen. Anschließend abseihen und verdünnt einsetzten (2 L Sud mit 10 L Wasser). Pflanzen alle 2-3 Tage besprühen.
  • Knoblauch-/Zwiebelsud: 40 g Knoblauch oder Zwiebeln schneiden und mit 1 L kochendem Wasser übergießen. 3 Stunden ziehen lassen, abseihen und in eine Sprühflasche füllen. Mehrmals täglich anwenden.
  • Gesteinsmehl: Das feine Mehl alle 2 Tage auf die Pflanze streuen, sodass diese weislich bedeckt sind.
  • Nützlinge wie Marienkäfer oder Schlupfwespen durch Insektenhotels anlocken oder im Internet bestellen. Diese sind natürliche Fressfeinde von Blattläusen.

Falscher Mehltau

Die Pilzkrankheit tritt auf, wenn die Witterung sehr feucht ist oder die Blätter direkt auf dem nassen Boden aufliegen. Er zeichnet sich durch gelbbraune Flecken auf der Blattoberseite, sowie einen gräulichen Belag auf der Blattunterseite aus. Nur wenn der falsche Mehltau früh genug erkannt wird, kannst du noch gegen ihn vorgehen. Im fortgeschrittenen Stadium sollte die befallene Pflanze komplett entfernt und entsorgt werden.

Vorbeugen und Abhilfe:

  • Bei feuchter Witterung Boden mit Stroh oder Reißig mulchen, um den Boden und die tiefen Blätter zu belüften
  • Alle erkrankten Blätter entfernen
  • Bei einem Befall mit Sud aus Zwiebeln, Knoblauch oder Schachtelhalm spritzen (s.o.)

Salat vermehren

Um Samen aus dem Salat zu gewinnen, solltest du ein paar Salatköpfe stehen lassen. Dasselbe kannst du auch mit bereits geschossenem Salat tun, denn dieser ist sowieso schon dabei Blütenstände zu bilden. Diese Blütenstände werden 12 - 24 Tage nach der Blüte reife Samen gebildet haben. Die trockenen Blütenstände kannst du dann abschneiden und über einem Tuch ausschütteln, um die Samen aufzufangen. Rucola und Postelein sähen sich meist unbemerkt von selbst aus, denn ihre Blütenstände sind nicht so auffällig, wie die von Kopfsalat.

Mehr erfahren

Zu diesem Thema gibt es im Magazin einen ausführlichen Artikel.

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