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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
26.01.2021

Spinnmilben

So gehst du gegen Spinnmilben vor

Die Schädlinge können sowohl deine Pflanzen im Beet, als auch deine Zimmerpflanzen befallen. Sie besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge womit sie die Blattzellen auf der Blattunterseite anstechend und aussaugen. Spinnmilben (Tetranychidae) zählen zu den Spinnentieren und besitzen daher 8 Beine. In Deutschland gibt es ca. 100 verschiedene Arten die zu den Spinnmilben zählen, darunter sind die "Rote Spinne", auch Obstbaum-Spinnmilbe (Panonychus ulmi) genannt, sowie die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) wohl die bedeutendsten. Erkennen kannst du Befall der Gemeinen Spinnmilbe an einem Gespinst oder Netz meist an den Blattachseln oder Blatträndern. Auf der Blattunterseite befinden sich winzige Milben (0,2 - 0,8 mm). Ihre Körperfarbe kann von grün, über gelb bis rotbraun variieren. Sie befällt Pflanzen wie Gurken, Rosen oder Bohnen bevorzugt. Aber auch vor Kürbisgewächsen oder Zierpflanzen macht sie keinen Halt. Die Obstbaumspinnmilbe bildet im hingegen kaum Netze. Allerdings kann man den Befall an winzigen hellen Pünktchen auf den Blättern erkennen sowie an den Milben auf der Blattunterseite. Bei stärkeren Schäden können auch vereinzelte Blätter vertrocknen und abfallen. Die Milbenart befällt, wie ihr Name schon sagt, Obstarten wie Apfel, Birne, Pflaume, Zwetschge, Pfirsich aber auch Beerensträucher wie Brombeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren oder Stachelbeeren. Am wohlsten fühlen sich Spinnmilben unter geschützten Bedingungen und kommen deshalb gerne in Gewächshäusern oder Zimmern vor. Wie Blattläuse können die Schädlinge Viruskrankheiten auf Pflanzen übertragen, welche sich schwer behandeln lassen. Daher ist es wichtig Spinnmilben frühzeitig zu erkennen oder vorzubeugen.

Vorbeugen

  • Bei Trockenheit die Pflanzen regelmäßig mit Wasser besprühen. Das senkt die Aktivität der Spinnmilben. Achte jedoch vor allem im Gewächshaus darauf, dass es nicht zu feucht wird, da sich sonst Pilzkrankheiten verbreiten könnten!
  • Ausreichend bewässern damit die Pflanze gestärkt bleibt. Eine Mulchschicht kann gegen Austrocknung vor allem an heißen Sommertagen helfen.
  • Rankhilfen wie Bohnenstangen oder Tomatenspiralen nach Gebrauch gründlich reinigen, damit daran keine Schädlinge übertragen werden oder überwintern.
  • Pflanzen durch ausgewogene Düngung unterstützen. Dabei ist es wichtig nicht zu viel Stickstoff zu düngen, da die Pflanzen sonst zu schnell wachsen und die Zellwände dünn bleiben. Daher empfehlen wir eher eine Kaliumbetonte Düngung, beispielsweise durch Brennnessel- oder Beinwell-Jauche.
  • Stammpflege bei den Obstbäumen: Im Herbst die gefährdeten Baume mit einem weißen Stammanstrich schützen. Hier gibt es auch biologische Anstrichvarianten zu kaufen.
  • Nützlinge wie Marienkäfer, Raubwanzen, Laufkäfer, Schlupfwespen oder Spinnen fördern. Beispielsweise durch Steinhaufen, Totholzhaufen, Hecken oder andere naturnahe Gartenelemente. Spezielle Schlupfwespen oder Florfliegenlarven können auch im Fachhandel gezielt erworben werden.

Abhilfe

  • Bei leichtem Befall Beet- oder Zimmerpflanzen regelmäßig mit Wasser abbrausen. Topfpflanzen können anschließend auch in einen transparenten Plastikbeutel gepackt werden. Durch die darin entstehende Luftfeuchtigkeit werden die Schädlinge vertrieben.
  • Schachtelhalm- oder Rainfarn-Brühe spritzen. Ackerschachtelhalm-Brühe: 1 kg frisches Kraut auf 10 l für 24 Stunden. Anschließend eine halbe Stunde köcheln lassen. Nach dem Abkühlen absieben und mehrmals täglich spritzen. Rainfarn-Brühe: 300 - 500 g frisches Kraut auf 10 l Wasser. Nach 24 Stunden abseihen und auf betroffene Stellen mehrmals täglich aufsprühen.
  • Knoblauch-Tee spritzen: 80 g auf 10 l heißes Wasser. Mindestens 5 Stunden ziehen lassen. Wirkt auch gegen Pilzkrankheiten.
  • Bei schnittverträglichen Pflanzen betroffene Pflanzenteile entfernen und im Restmüll entsorgen.
  • Nützlinge wie Raubmilben oder oder Gallmücken einsetzen. Diese wirken als natürliche Feinde der Spinnmilben und könnten im Fachhandeln erworben werden. Nützlinge sind vor allem in Gewächshäusern effektiv.
  • Steinmehl auf betroffene Pflanzen streuen. An den feinen Körnern reiben sich die Milben auf und verbluten.
  • Neem-Öl spritzen


Paramecium, CC BY-SA 3.0

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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.