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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
23.12.2020

Blattläuse

So bekämpfst du Blattläuse

Der grüne bis schwarze Schädling kann über das ganze Jahr auftreten, einige Arten besitzen sogar Flügel. Die Schädlinge treten oft massenhaft aus, da sie sich sehr schnell vermehren können. Blattläuse stechen die Pflanzen an und entziehen ihnen dadurch Nährstoffe und viel Zucker. Diesen scheiden sie größtenteils wieder aus, wodurch der sogenannte "Honigtau" entsteht. Der Honigtau lockt Ameisen und den Pilz des schwarzen Rußtaus an. Das dunkle Pilzgeflecht bedeckt die Blätter, sodass die Fotosynthese nicht mehr effizient ablaufen kann. Sobald die Blattläuse und ihr Honigtau verschwinden, verschwindet auch der Pilz. Außerdem können Blattläuse Viruskrankheiten verbreiten, die man kaum bekämpfen kann.

Vorbeugen

Foto von g1a1b1i1 auf pixabay
  • ausgewogene und angepasste Düngung. Zu viel Düngung lässt sich Pflanzen zu schnell wachsen, wodurch die Zellwände nicht so stabil werden. Dadurch gelangen stechend-saugende Insekten leichter zum Zellsaft. Zu wenig Düngung schwächt die pflanzeneigene Abwehr.
  • gut durchlüfteter und auf die Pflanze angepasster Standort.
  • Mischkultur mit abwehrenden Kräutern. Kapuzinerkresse unter Bäumen, Rosen gemeinsam mit Lavendel, Bohnen kombiniert mit Bohnenkraut.
  • Natürliche Feinde fördern wie Marienkäfer (Wilde Bereiche im Garten schaffen mit Pollenpflanzen wie Kümmel, Koriander, Kamille, Dill, ...), Vögel (Nistkästen, Vogelhecken, Winterfutter), Spinnen (Büsche, Totholz, Steinhaufen)
  • Boden ab und zu lockern sowie ausreichend bewässern.
  • Pflanzen mit Brennnesseljauche oder Algenkalk stärken.

Abhilfe

  • Tiere ablesen und zerdrücken
  • stark befallene Triebe entfernen
  • mit starkem Wasserstrahl abspritzen (wenn die Pflanzen stabil sind)
  • Gesteinsmehl auf die Pflanzen streuen. An den feinen Kanten des Mehls reiben sich die Insekten auf und verbluten.
  • Spritzbrühen. Aus Brennnessel oder Rhababerblättern : 500g - 1 kg frisches Kraut auf 10 l Wasser, 12-24 Stunden stehen lassen und unverdünnt auf betronnen Stellen spritzen. Aus Rainfarn: 300-500 g frisches Kraut und Blüten auf 10 l, 12-24 Stunden stehen lassen und dann auf betronnen Pflanzenteile spritzen. Aus Farnkraut (Wurmfarn/Adlerfarn): 1 kg frische Pflanzenteile auf 10 l Wasser, 12-24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen.
  • Neem-Öl (im Handel erhältlich)

Sonstiges

Nachdem die Schädlinge lebend geboren werden, brauchen sie lediglich 8-14 Tage, bis sie sich selbst fortpflanzen können. Das geschieht meist ungeschlechtlich, also ohne Partner, wodurch sie sich rasend schnell ausbreiten können. Der von den Blattläusen ausgeschiedene 'Honigtau' lockt u.a. Ameisen und Bienen an.



https://pixabay.com/photos/aphids-aphid-pest-bush-macro-789242/

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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.