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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
29.04.2022

Nützliche Insekten für deine Pflanzen

Nützliche Insekten und Spinnen

Es gibt viele spannende Insekten und Spinnentiere, die dafür sorgen, dass sich in deinem Garten keine "Schädlinge" breit machen. In diesem Artikel stellen wird dir einige der wichtigsten nützlichen Insekten und Spinnentiere vor.

Marienkäfer

Myriams-Fotos auf pixabay.

Meist rot, können jedoch auch gelb oder andersfarbig sein. Heimisch ist der Siebenpunkt-Marienkäfer, die Punkte können aber in Zahl und Größe variieren. Ein ausgewachsener Käfer frisst 100-150 Blattläuse täglich. Die Larve kann bis zur Verpuppung 400-800 Blattläuse vertilgen. Nach der Winterruhe sind Marienkäfer besonders hungrig und räumen im Garten ordentlich auf. Wenn im Frühjahr also die ersten Blattläuse erscheinen, erstmal geduldig sein und beobachten, ob die Marienkäfer im Garten aktiv werden. Die Larven schlüpfen aus gelben, senkrecht aufgestellten Eiern. Sie sind dunkel-grau-blau gefärbt und haben orange-gelbe Flecken.

Florfliege

Mathias Krumbholz CC BY-SA

Filigrane Insekten mit durchsichtig grün-blau geäderten Flügeln und goldenen Augen. Ausgewachsene Florfliegen ernähren sich hauptsächlich von Honigtau und Wasser, bei großem Hunger jedoch auch von Blattläusen und kleinen Insekten. Die bräunlichen Larven packen mit ihren zangenförmigen Kiefern Blattläuse, Spinnmilben, Schild- und Blutläuse. Im Winter suchen die erwachsenen Florfliegen geschützte Winkel in kühlen Schuppen, um sie nicht zu stören kann das große Aufräumen ins Frühjahr verschoben werden, wenn die elfenartigen Insekten wieder ins Freie schweben.

Schwebfliege

dendoktoor auf pixabay.

Sie sind schwarz-gelb gemustert und leicht an ihrem schnellen, geräuschlosen Flug zu erkennen. Sie können so schnell mit ihren Flügeln schlagen, dass sie regelrecht in der Luft stehen bleiben. Charakteristisch sind auch ihre blitzschnellen Zickzackbewegungen. Die weiß-gelblichen Larven sehen wie Maden aus und ernähren sich von Blattläusen. Schwebfliegen legen im Frühjahr daher gerne ihre Eier in Blattlauskolonien ab. Ausgewachsene Schwebfliegen ernähren sich von Blütenstaub und Honig, sie spielen eine wichtige Rolle als Bestäuber.

Tipp: Doldenblütler (z.B. Dill, Kerbel, Wilde Möhre) locken Schwebfliegen an.

Ohrwurm (Ohrenzwicker)

Vengolis / CC BY-SA

Diese kleinen Krabbeltiere haben zu Unrecht den schlechten Ruf sich in menschlichen Gehörgängen einzunisten. Ihre Kneifwerkzeuge verwenden sie höchstens dazu Räuber abzuschrecken und so ihren Nachwuchs zu verteidigen. Im Garten können sie sogar ziemlich hilfreich sein, denn die nächtlichen Räuber vertilgen Läuse und andere Insekten. Besonders beim Schutz von Obstbäumen werden sie gerne eingesetzt.

Tipp: Mithilfe von Blumentöpfen, die mit Holzwolle oder Stroh vollgestopft werden, kann ihnen ganz einfach ein Unterschlupf geboten werden. Diese werden dann so in die Bäume gehängt, dass sie weiterhin Kontakt zu Ästen oder Astgabeln haben, so können die Ohrwürmer leichter ein- und aussteigen. In den kleinen Höhlen können sie sich dann tagsüber verstecken und nachts direkt an Ort und Stelle auf die Jagd gehen.

Schlupfwespe

Charles J Sharp / CC BY-SA

Diese Insekten sind deutlich kleiner und haben einen schmaleren Laib als ihre stechenden Verwandten. Es gibt viele verschiedene Arten, für den Menschen sind sie jedoch alle völlig harmlos. Schlupfwespen sind an der charakteristischen Wespentaille und an dem langen Legestachel am Hinterleib erkennbar. Diesen verwenden sie beispielsweise dazu Läuse "anzubohren", um dann ihre Eier hineinzulegen. Die Larven fressen ihren Wirt von Innen auf und überwintern dann verpuppt in der hohlen Laus. Manche Arten sind auf die Gespinstmotte, die Raupen der Kohlweißlinge oder die Puppen der Zwiebelfliege spezialisiert.

Tipp: Im Garten auf die Blattlausmumien achten, in denen die Wespen überwintern und diese erhalten. Dazu einfach befallene Pflanzen genau betrachten, hohle Läuse sind bei einem genaueren Blick gut von lebendigen zu unterscheiden. Die betreffenden Pflanzen am besten ungestört stehen lassen. Baumschnitt und Krautwuchs unter Sträuchern bieten außerdem wertvollen Unterschlupf. Doldenblütler sorgen für ausreichend Nahrung.

Raubwanzen

Hans auf pixabay

Wanzen in freier Wildbahn haben nichts mit den gefürchteten Bettwanzen zu tun. Es gibt viele verschiedene Raubwanzen, die sich von Schädlingen ernähren. Sie haben einen flachen Körperbau, ledrige, manchmal bunte Flügeldecken und rüsselförmige Saug- und Stechorgane. Zu den wichtigsten Nützlingen gehören die Blumen- und Weichwanzen. Sie verspeisen Spinnmilben, Blattläuse und kleinere Raupen.

Laufkäfer

Arjan van Leest / CC BY-SA

Es gibt unzählige Arten, u.a. den Goldlaufkäfer und den Puppenräuber. Sie sind an ihren metallischen, grün-goldenen und bronzefarbenen Flügeln und ihren langen, kräftigen Beinen erkennbar. Laufkäfer und ihre Larven gehören zu den großen Räubern und machen sich bei Nacht über Schnecken(eier), Kartoffelkäfer(larven), Drahtwürmer, Puppen, Raupen, Läuse und Milben her. Feuchte Plätze unter Laub, Holz oder Steinen dienen ihnen als Unterschlupf.

Raubmilben

Mick Talbot, CC BY 2.0

Raubmilben sind Spinnentiere, werden nur etwa 0,5 mm groß und sitzen an der Unterseite von Blättern. Sie erinnern an ihre schädlichen Verwandten, die Spinnmilben. Im Gegensatz zu diesen produzieren sie jedoch kein Gespinst, so kann man sie leicht unterscheiden. Die Raubmilbe Phytoseiulus persimilis wird für die biologische Schädlingsabwehr extra gezüchtet, um die rote Spinne (= Obstbaumspinnmilbe) unter Kontrolle zu bekommen.

Spinnen

Brocken Inaglory / CC BY-SA

Im Reich der Spinnen gibt es eine riesige Vielfalt: Kreuzspinnen, Springspinnen, Wolfsspinnen - die Liste ist lang. Manche bauen Netze, andere leben auf dem Boden und auch durch ihre Größe und Gestalt unterscheiden sie sich stark. Die acht Beine haben sie jedoch alle gemeinsam. Bei vielen sind sie wegen ihrer Erscheinung eher unbeliebt, im Garten sind sie jedoch immer gerne gesehen. Spinnen gehören nämlich zu den erfolgreichsten Schädlingsjägern! Sie fangen Fliegen, Falter, Käfer, Raupen, Wanzen und Läuse. Bodendeckende Pflanzen, Wildkräuter und Natursteinmauern bieten ihnen Lebensraum.

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Zu diesem Thema gibt es im Magazin einen ausführlichen Artikel.

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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.