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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
22.08.2022

Garten im September: Wintergemüse aussäen, Zwiebeln und Knoblauch stecken, Ernte haltbarmachen und Pflegearbeiten

Wintergemüse, Wintersalate und Co. aussäen

Auch im September können noch einige Wintergemüse ausgesät werden. In der ersten Septemberhälfte kannst du Feldsalat, Spinat, Postelein und andere Wintersalate aussäen. Diese späten Herbst-Aussaaten bleiben den Winter über im Beet und bringen bis ins nächste Frühjahr frisches Blattgrün auf den Teller. Außerdem können winterharte Mangold-Sorten noch bis Anfang November ausgesät werden. Auch Knoblauch und Winterzwiebeln können noch gesteckt werden. In mildem Klima können außerdem frühe Möhrensorten und Ackerbohnen für die Frühlingsernte gesät werden. Über den Winter sollten die zarten Pflänzchen mit Fichten- oder Tannenreisig abgedeckt werden. Anfang September können zudem noch winterharte zweijährige Kräuter ausgesät werden: glatte und krause Petersilie, Löffelkraut und Winterkresse.

Gründüngung aussäen

Bild von rihaij auf Pixabay

Leer gewordene Beete können nun mit Gründüngung eingesät werden. Geeignet für späte Aussaaten im Jahr sind beispielsweise:

  • Gelbsenf (gut nach Kartoffeln)
  • Winterroggen (ideal als Vorfrucht für Kartoffeln, Bohnen und Kohl - Unverträglichkeit mit Mais)
  • Winterwicke, Steinklee (vertreibt Mäuse, Kohlfliege und Kohlweißling)
  • Winterraps (dient als Bienenweide)

Bei der Auswahl einer passenden Gründüngung sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Pflanzenfamilie variiert wird. So sollten Senf und Raps keinesfalls nach einem anderen Kreuzblütler wie z.B. Kohl wachsen.

Pflanzen im September

Bild von Michele Blackwell auf Unsplash.

Nun da der Herbst naht, wird es auch Zeit Knoblauch im Freiland zu stecken. Dazu können ganz einfach einzelne Zehen einer gekauften Knolle verwendet werden. Der Knoblauch benötigt kein eigenes Beet, er kann hervorragend als Mischkultur eingesetzt werden, z.B. in Kombination mit Erdbeeren. Sein aromatischer Duft wirkt vorbeugend gegen Pilzerkrankungen und hält außerdem Mäuse und Schnecken fern.

Im Frühherbst wird es außerdem Zeit, neuen Rhabarber zu pflanzen. Dafür werden Wurzelstücke verwendet, die dann im nächsten Frühjahr schon kräftig austreiben können. Die Vermehrung durch Samen ist nicht zu empfehlen, da sie oft nicht sortengerecht ausfällt.

Gemüse ernten im September

In der Übergangszeit zwischen Sommer und Herbst kann im Garten noch reichlich geerntet werden. Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini & Kürbis geben in der spätsommerlichen Sonne nochmal alles. Sobald gegen Ende des Monats die ersten kalten Nächte drohen, sollten die südländischen Pflanzen mit Folien abgedeckt werden. In vielen Regionen schließen die wärmebedürftigen Pflanzen bald ihren Entwicklungszyklus ab.

Anfang September reifen noch Zwiebeln und Knoblauch von den Pflanzungen im Frühjahr aus. Für die Ernte sollte unbedingt ein warmer, sonniger Tag gewählt werden werden, damit sie trocken eingelagert werden können. Langsam stehen auch die letzten Ernten von Sommersalat, Radieschen, Rettich, Buschbohnen und Kohlrabi an. Mangold kann weiterhin fleißig geerntet werden. Die Sommerkulturen werden von den ersten Herbstgemüsen abgelöst: Gemüsefenchel, Endiviensalat, Chinakohl und große Kohlsorten beginnen nun zu reifen.

Jetzt ist außerdem Haupterntezeit für Kartoffeln. Mittelfrühe und späte Sorten werden nun nach und nach ausgegraben und eingelagert. Auch hier sollte ein möglichst trockener und warmer Tag für die Ernte gewählt werden. Anschließend können die Knollen im kühlen Keller gelagert werden. Die Kartoffeln solltest du vor der Lagerung nicht waschen, da die Erde sie länger frisch hält und vor Austrocknung schützt.

Wurzelgemüse wie späte Möhren, Sellerie & Rote Bete bleiben so lange wie möglich im Beet. Von dort können sie weiterhin stets frisch geerntet werden. Sobald stärkere Fröste drohen, sollte das Wurzelgemüse aber in ein geschütztes Winterquartier gebracht werden. Lauch kann je nach Sorte vom Herbst bis ins nächste Frühjahr geerntet werden. Bei der Überwinterung unbedingt auf winterharte Sorten achten. Schwarzwurzeln sind sehr ausdauernd und nicht kälteempfindlich, sie bleiben weiterhin an Ort und Stelle. Die schwarz-braunen Stangen werden geerntet solange der Boden noch offen ist.

Zu den winterharten Gemüsen zählen außerdem Rosenkohl und Grünkohl, sie bleiben ebenfalls auf dem Beet. Im September nutzen sie die letzte Wärme, um nochmals kräftig zu wachsen. Im September sollten die Sprossspitzen der frühreifen Rosenkohlsorten herausgebrochen werden, damit sich die letzten Kräfte auf die Rosen konzentrieren können. Sorten zur Überwinterung sollten nicht entspitzt werden, da sie so anfälliger für Kälteschäden werden!

Teekräuter trocknen

An warmen Tagen kann auch im Kräutergarten noch einiges geerntet werden. Minze und Zitronenmelisse werden zu duftenden Trockensträußen zusammengebunden. Es können außerdem Samen von Teefenchel und Dill geerntet werden. Die braunen Körner der Dolden reifen nicht gleichzeitig, deshalb sollte immer wieder nachgeschaut und rechtzeitig geschnitten werden. Alternativ kann man die Samen an der Pflanze hängen lassen, so sät sie sich von selbst aus und wächst in der nächsten Saison noch üppiger. Wer Baldrian im Garten hat, kann nun die Wurzeln ausgraben und an einem warmen Ort trocknen.

Samen gewinnen

Bild von Michael Reichelt auf Pixabay.

Auch die Samenernte vieler wertvoller Blühpflanzen steht nun an: Ringelblume, Sonnenblume, Kapuzinerkresse und Wicken (Gründüngung) produzieren jetzt reichlich Saatgut für die nächste Generation. Besonders Ringelblumen und Kapuzinerkresse säen sich sehr leicht von selbst aus. Wer sie nächstes Jahr gezielt im Gemüsebeet einsetzen will, sollte die verblühenden Pflanzen also im Auge behalten und reife Samen rechtzeitig sammeln. Verblühte Sonnenblumen kannst du als Vogelfutter über den Winter stehen lassen.

Pflegearbeiten im Herbst

Bild von Ladislava Vantuchová auf Pixabay

Endivien werden ab jetzt bei trockenem Wetter zusammengebunden, damit die Herzblätter bleichen und so schön zart bleiben. Brokkoli sollte im September noch nicht ausgerissen werden, er treibt immer wieder aus und bildet weiterhin zarte, grüne Röschen. Selbst die ersten Fröste machen ihm nichts aus. Falls nicht bereits geschehen, werden im September alte Himbeerruten abgeschnitten. Pro Pflanze bleiben 8-12 junge Trieben stehen. Den kräftiger wachsenden Brombeersträuchern lässt man lediglich 4-6 Jungtriebe pro Strauch.

Anfang September ist die optimale Zeit, um ein neues Erdbeerbeet anzulegen. Das neue Beet sollte genauso wie die alten Erdbeerbeete mit Kompost, Dünger und einer Mulchdecke versorgt werden. Am besten eignet sich ein sonniger, geschützter Platz mit humusreicher, feuchter Erde. Die ursprünglichen Waldbewohner freuen sich außerdem über einen leicht sauren Boden, dies kann durch das Mulchen mit Laub- bzw. Nadelstreu erreicht werden. Wo die Gartenverhältnisse eher ungünstig sind, kann ein Hügelbeet die süßen Früchte beheimaten.

Wer im Herbst neue Beerensträucher oder Obstbäume pflanzen will, sollte jetzt schon die entsprechenden Pflanzgruben vorbereiten. Dazu werden die Pflanzlöcher im September ausgehoben und mit einem lockeren Gemisch aus Kompost und organischem Langzeitdünger befüllt. In diesem nahrhaften Boden können die Wurzeln der jungen Bäume und Sträucher später gut Fuß fassen.

Beim "Aufräumen" im Garten lohnt es sich Rücksicht auf die vielfältigen Nützlinge im Garten zu nehmen. Blühende Pflanzen sollten so lange wie möglich als Nahrung für Insekten erhalten bleiben, die Samenstände von Astern und hohen Gräsern dienen besonders Vögeln später als Winterfutter und sollten ebenfalls nicht entfernt werden. Strauchschnitt, Steine und Totholz können außerdem an einem ungestörten Plätzchen im Garten gesammelt werden, sie bieten vielen Tieren wertvollen Unterschlupf für die kalte Jahreszeit.

Ernte verwerten und haltbarmachen

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay.

Viele Obstgehölze werfen im Spätsommer noch reichlich Früchte ab: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Zwetschgen und Quitten werden nun gesammelt und verarbeitet. Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Egal ob als Kuchen, zu Mus oder Marmelade eingekocht oder getrocknet - es kann beliebig kombiniert und experimentiert werden. Viele Früchte lassen sich auch einfrieren. Das Obst sollte zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden, damit es den optimalen Reifegrad erreicht hat. Lassen sich die Früchte mit einer leichten Drehbewegung lösen, sind sie reif und können direkt verspeist, eingelagert (besonders Äpfel und Birnen) oder anderweitig konserviert werden. Für die Einlagerung sollte nur gesundes, einwandfreies Obst verwendet werden. Fallobst kannst du frisch verzehren oder zu Gelee, Mus und Marmelade verarbeiten.

Wer größere Mengen Weißkohl angebaut hat, kann dieses gesunde Gemüse nun als Sauerkraut haltbar machen. Eine genaue Anleitung zur Fermentation und zu anderen gängigen Konservierungsmethoden findest du in unserem Artikel zum Haltbarmachen von Gemüse und Obst.

Für alle Experimentierfreudigen: Holunderbeeren, Ebereschen und Hagebutten können ebenfalls vielfältig verwertet werden und liefern so besonders in der kalten Jahreszeit wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Speziell Holunderbeeren sind sehr reich an Vitamin C und eignen sich deshalb hervorragend zur Stärkung des Immunsystems. Aber Achtung: Die Beeren müssen unbedingt vor dem Verzehr ausreichend gekocht werden, da sie im rohen Zustand giftig sind! Lese mehr dazu in unserem Artikel über essbare Wild-Sträucher.

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Zu diesem Thema gibt es im Magazin einen ausführlichen Artikel.

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Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay.

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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.