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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.
19.02.2022

Vereinfache deine Anzucht mit der Erdtopfpresse

Starte nachhaltig in deine Gartensaison

Gerade gibt es einen großen Hype um die sogenannte Erdtopfpresse, auch Erdballenpresse genannt. Vor allem in Amerika wächst der Trend des "Soilblocking". Wir zeigen dir, welche Vorteile die Anzucht mittels Erdballenpresse bietet und liefern dir eine einfache Anleitung für das Erstellen deiner eigenen Erdballen.

Was ist eine Erdtopfpresse?

Bei der Erdballen- bzw. Erdtopfpresse handelt es sich um eine Presse mit der du für die Anzucht kleine Erdballen/Erdtöpfe erstellen kannst. Hierdurch sparst du dir Anzuchttöpfe oder Anzuchtpaletten. Vielleicht kennst du diese Quader bereits von gekauften Setzlingen vom Markt. Viele Gärtner:innen schwören auf dieses einfache und praktische Verfahren. Und mit ein klein wenig Übung ist das Erstellen der Erdtöpfe gar nicht aufwändiger, als die Verwendung von Anzuchttöpfen! Ganz im Gegenteil - Die Erdtopfpresse bietet einige Vorteile!

Vorteile der Erdtopfpresse

  • Zeitersparnis. Wenn du normale Plastiktöpfe oder Anzuchtpaletten befüllst, kommt dir das zwar weniger aufwändig vor, als mit einer Erdtopfpresse viele Erdballen herzustellen. Allerdings sparst du später Zeit, weil du die Erdballen einfach einpflanzen kannst und deine Pflänzchen nicht erst aus den Töpfen lösen musst. Zudem musst du die Erdtopfpresse nur einmal besorgen, während die meisten Plastiktöpfe und Anzuchtplatten schnell reißen. Alleine der Beschaffungsakt neuer Behälter kostet viel Zeit und Aufwand.

  • Kostenersparnis. Wie bereits erwähnt brechen dünne Plastiktöpfe oder Anzuchtpaletten leicht. Eine gute Erdtopfpresse
    hält dir bei richtiger Pflege super lange. Das einzige, was du dir zusätzlich besorgen musst, sind Unterlegplatten oder Boxen, auf welche du deine Erdballen platzieren kannst.

  • Platzersparnis. Da die gepressten Erdtöpfe direkt nebeneinander platziert werden können, sparst du im Vergleich zu Töpfen enorm viel Platz. Und wer kennst es nicht: Bei der Anzucht mangelt es schließlich IMMER an Platz.

  • Weniger Plastik und Müll. Benutzt du eine Erdtopfpresse werden Plastiktöpfe bald überflüssig sein. Dadurch verbauchst du weniger Plastik und erzeugst damit weniger Müll. Außerdem vermeidest du, dass Mikroplastik aus den Anzuchttöpfen in deinen Boden und deine Gemüsepflanzen gelangt.

  • Keine Übertragung von Krankheiten. Verwendest du Plastiktöpfe oder Anzuchtpaletten, solltest du diese regelmäßig nach der Nutzung auswaschen und bestenfalls desinfizieren, damit keine Krankheiten zwischen den Setzlingen übertragen werden. Durch die Erdtopfpresse sind Anzuchtbehältnisse überflüssig. Hier können Krankheiten nicht so leicht übertragen werden. Das einzige, dass es zu säubern gilt, ist dein Untersetzer-Behältnis!

  • Schonend für deine Setzlinge. Deine Pflanzen werden dir die Erdtopfpresse danken, denn ihre Wurzeln können sich so viel besser ausbreiten und stoßen dabei nicht an die Außenseiten der Plastikwände. So kann es gar nicht passieren, dass Wurzeln sich aus Platzmangel selbst umwachsen und dabei "erwürgen". Außerdem hast du immer im Blick, wie gut sich das Wurzelwerk deiner Zöglinge entwickelt und wann diese ausgepflanzt werden sollten! Auch beim Auspflanzen, werden deine Setzlinge geschont, da du ihre Wurzeln nicht erst aus den Anzuchttöpfen lösen musst, sondern die Ballen ganz einfach in die Erde setzen kannst.

  • Erd-Matsch-Spaß - auch für Kinder! Als letzten Vorteil der Erdtopfpresse ist der Spaß zu nennen, der entsteht, wenn man mit den Händen die Presse mit feuchter Anzuchterde befüllt. Das erfreut nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Gärtner:innen. Erfahre mehr zum Thema in unserem Artikel über das Gärtnern mit Kindern.

Die richtige Anzuchterde

Um die Kammern der Erdtopfpresse, im Englischen "Soil Blocker", zu befüllen, benötigst du erst einmal ausreichend feuchte Anzuchterde. Einige kaufen extra Profi-Anzuchtsubtrat von der Gärtnerei, jedoch ist das nicht unbedingt nötig. Falls du doch lieber Profisubstrat verwenden möchtest, frag doch einfach mal in deiner Gärtnerei nach, welche Anzuchterde sie benutzen und ob du diese erwerben kannst. Wichtig ist, dass die Anzuchterde schön fein und humusreich sein sollte, damit sie auch gut zusammenhält. Ist deine Anzuchterde schon etwas älter oder recht trocken, dann feuchte sie in einem großen Eimer mit einer Sprühflasche an. Um zu sehen ob sie feucht genug ist, nehme eine Hand voll Erde und presse sie mit der Handfläche fest zusammen. Hält sie gut, kannst du sie für deine Erdtopfpresse verwenden. Tipp: Einige erfahrene Gärtner:innen mischen auch Betonit in ihre Anzuchterde, damit die Ballen besser zusammenhalten. Das ist ein Tonmineral, welches dafür sorgt, dass die Bodenartikel besser aneiner kleben können. Dabei kannst du eine Tasse Betonit auch 10-20 Liter Erde geben.

Im nächsten Abschnitt findest du eine Anleitung zur Benutzung deiner Erdtopfpresse:

Schritt 1

Die Erdtopfpresse befüllen, indem du sie kräftig in die Anzuchterde drückst. Anschließend noch einmal auf dem Boden oder Tisch andrücken und den Rest mit einer Schaufel oder einem Messer abstreifen.

Schritt 2

Anschließend die quaderförmigen Erdtöpfe in eine Box drücken, die als Unterlage dienen soll. Hierfür eignen sich ganz gewöhnliche Hartplastik-Boxen, die es auch in (schwedischen) Einrichtungsgeschäften gibt. In eine 60 x 80 x 18cm Box passen ca. 90 bis 100 Erdballen mit einem Durchmesser von 5 cm hinein. Besitzen die Boxen einen Deckel, ist das umso besser, denn so bleibt die Feuchtigkeit in den Erdtöpfe erhalten. Allerdings solltest du bis zu Keimung mehrmals am Tag lüften, damit sich kein Schimmel bildet!

Schritt 3

Samen in die kleine Mulde geben und andrücken/mit Erde bedecken

Schritt 4

Ansonsten mittels einer Sprühflasche je nach Luftfeuchte und Deckelsituation 1-3 mal täglich deine Erdballen befeuchten.

Schritt 5

Sind die Wurzeln der Setzlinge tiefer in den Ballen gewachsen, kannst du die Quader auch von unter wässern. So saugen sie sich mit Wasser voll.

Schritt 6

Ca. 2 Wochen nach der Keimung, kannst du deine Starkzehrer-Pflänzchen schon mit etwas Flüssigdünger (am besten organischer Dünger) aufpäppeln. Gebe hier jedoch nur die Hälfte der angegebenen Menge.

Mehr erfahren

Zu diesem Thema gibt es im Magazin einen ausführlichen Artikel.

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Isabell Isabell studiert Agrarwissenschaften und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.