Moose

Moose

Pflanzenfamilie

Saisonübersicht

Aussaat

Ernte

Ernte

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1. JAHR

FOLGEJAHRE

Details

Lichtbedarf

Halbschattig

Wasserbedarf

Feucht

Boden

Mittelschwer (lehmig)

Nährstoffbedarf

Niedrig

Pflanzabstand

1 cm

Reihenabstand

1 cm

Saattiefe

0.1 cm

Anleitungen

Beschreibung

Vorkommen Moose wachsen überall dort, wo Feuchtigkeit, Lichtarmut oder Nährstoffarmut andere Pflanzen verdrängen. Häufige Standorte: • Wälder (Waldböden, Baumrinden, Totholz) – viele Arten wie Zypressenschlafmoos oder Goldhaarmoose • Moore – besonders Torfmoose, die ganze Ökosysteme aufbauen und CO₂ speichern • Felsen, Mauern, Dächer – Pionierarten wie Kissenmoose oder Silber-Birnmoos • Gewässer – Quellmoos und andere aquatische Arten in Bächen und Seen • Tundra und Polarregionen – Moose dominieren dort, weil sie bei niedrigen Temperaturen noch Photosynthese betreiben können • Wüsten – nur punktuell, aber erstaunlich widerstandsfähig; manche Arten wachsen sogar unter Quarzgeröll Merkmale Wie auch Farne und Flechten sind Moose blütenlose Sporenpflanzen, die sich durch einen Generationswechsel fortpflanzen, d.h. der Lebenszyklus und die Vermehrung von Moospflanzen besteht immer aus zwei aufeinander folgende Generationen, die sich auch äußerlich unterscheiden. Moose werden nur wenige Zentimeter hoch und besitzen keine Wurzeln, sondern Zellfäden (Rhizoide). Die Rhizoide dienen nicht der Leitung von Wasser, sondern haben eine reine Haltungsfunktion. Der Wasserhaushalt der Moose wird durch die Feuchtigkeit ihrer Umgebung bestimmt, d.h. sie können Wasser nur aus der Luft oder durch Niederschläge aufnehmen und mangels eines Wasserleitungssystems durch Wurzeln nicht aus dem Boden. Moose zählen wie die Farnarten und Flechtenarten zu den ältesten, lebenden Pflanzen auf der Erde: Sie können mehrere tausend Jahre alt werden wie ein Fund von ca. 10.000 Jahre altem Rindenmoos in der Antarktis 1981 belegte. Weltweit werden in der Bryologie, der Wissenschaft von den Moosen, ca. 16.000 verschiedene Moosarten unterschieden, wobei in Europa etwas über 1.100 vorkommen. Unterteilt nach Wuchsform und Aufbau kann man nach folgender Liste drei wichtige Gruppen bzw. Abteilungen der Moose bestimmen: • Hornmoose (Anthocerotophyta) • Laubmoose (Bryophyta) • Lebermoose (Marchantiophyta) Hornmoose sind nur selten in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Form der Gattungen Anthoceros oder Notothylas anzutreffen. Die meisten anderen Arten der Hornmoose haben ihre Heimat in tropischen Klimagebieten. Wissenswert Entgegen ihrem Namen sind das Baummoos (Pseudevernia furfuracea), das Eichenmoos (Evernia prunastri) und das Islandmoos (Cetraria islandica) bzw. Isländisches Moos/Lichen Islandicus keine Moosarten, sondern Flechten. Das Irländische Moos (Chondrus crispus) ist ebenfalls keine Moosart, sondern eine Alge (Rotalge), die zu den kleinsten Pflanzen auf der Erde zählt. Auch das Sternmoos (Sagina subulata) ist entgegen seinem Namen keine Moosart, sondern zählt zu den Samenpflanzen. Ökologie Als unterste Bodenschicht spielen Moose neben Pilzen, Sauerklee und Haselwurz eine wichtige Bedeutung im Ökosystem. Sei es als Lebensraum, Versteck oder Nahrungsquelle für viele Insekten, Reptilien und Kleintiere wie Mäuse oder Igel. Viele Moosarten sind zudem von Bedeutung bei der Speicherung und langsamen Abgabe von großen Wassermengen in Heiden, Mooren, Wäldern und Wiesen bei Niederschlägen, denn Moose können das Zigfache von ihrem Gewicht an Nebelnässe und Regenwasser speichern. Ohne die hohe Saugfähigkeit von Moos würde das Oberflächenwasser schneller abfließen, anstatt langsam im Boden zu versickern. Der Boden würde vom Regen allmählich ausgewaschen werden und eine Bodenerosion wäre die Folge. Außerdem sind viele Moosarten in der Lage, Nährstoffe aus dem Niederschlag zu filtern und ihrer Umgebung zur Verfügung zu stellen. Moose wachsen in freier Natur auf Felsen, Steinen sowie auf Holz und auf der Baumrinde von Laubbäumen, Nadelbäumen oder Obstbäumen, ohne diesen als Parasiten zu schaden. Aus diesem Grund sollte Moos auch nicht von Pflanzen bzw. Gartenbäumen entfernt werden. Eine Ausnahme stellt die Pflege von Obstbäumen dar, bei der lockere Teile der Borke zusammen mit Flechten und Moosen entfernt wird, damit sich darunter keine Schädlinge ansiedeln können. Moose sind natürliche vorkommende Zeigerpflanzen und Bioindikatoren, die Schadstoffe in der Umwelt und im Ökosystem anzeigen können: Beispiele sind die Übersäuerung von Böden und Gewässern, der Schwefel-Gehalt in der Luft oder insbesondere Schwermetalle. Im Vergleich zu Samenpflanzen oder Farnen reagieren Moose auf Umweltverschmutzungen schneller, weil sie keine Wurzeln haben und Schadstoffe aus der Luft oder durch Niederschläge sehr gut mit ihrer relativ großen Oberfläche bezogen auf ihre Masse und Größe aufnehmen können. Durch die intensive Forstwirtschaft und Landwirtschaft mit Totholz-Beseitigung, Reduzierung von Feuchtgebieten, Schadstoffimmissionen und das Absinken des Grundwasserspiegels sind viele Moose in ihrer Existenz gefährdet. Sie stehen deshalb unter Naturschutz. Medizinische Nutzung Wegen seiner desinfizierenden (antiseptischen) Heilwirkung wird Torf-Moos in der Medizin und Naturheilkunde für Torfbäder und Torfpackungen genutzt. Viele Moose können außerdem Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze reduzieren oder deaktivieren. Sie wurden deshalb früher als Wundkompressen und für die Herstellung von Wundsalben verwendet. Im Mittelalter sogar als Toilettenpapier und Windeln. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden viele Moosarten wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung als Heilkräuter und Heilpflanzen genutzt. Aus ihnen wird eine Moostinktur hergestellt, die einen Nutzen bei Halsentzündung, Mandelentzündung, Ohrentzündung bringen soll. Ferner verspricht man sich in der TCM durch Moose eine Heilwirkung bei Hautkrankheiten und Hautschädigungen wie Ekzemen oder Verbrennungen. Duftgarten Obwohl sie im Gegensatz zu Blütenpflanzen keine ätherischen Öle zur Anlockung von Insekten produzieren, gibt es Moose, die spezifische Duftstoffe (Terpenoide) aufweisen, die sie für ein Dufterlebnis in einem Duftgarten prädestinieren. • Duftendes Lebermoos (Lophocolea heterophylla) Intensiv, würzig, baldrianartig. Für Besucher am eindrucksvollsten. • Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha) Stark, würzig-erdig, pilzig. Sehr charakteristisch und leicht wahrnehmbar. • Thujamoos (Thuidium tamariscinum) Intensives Waldaroma, harzig-nadelholzartig. Sehr angenehm und gut erkennbar. • Zypressenmoos (Hypnum cupressiforme) Der Duft ist erdig, leicht harzig, pilzig und waldig. Der Geruch des Duftmooses erinnert an einen Nadelwald und wird eher subtil als klassischer Moosgeruch wahrgenommen. • Frauenhaarmoos (Polytrichum commune) Der Duft ist frisch-grasig und teeartig. Der Geruch ist im Vergleich zu Lebermoosen dezent bis neutral und der optische Eindruck des Duftmooses überwiegt die Duftwirkung. • Sphagnum-Moose (Torfmoose) Der Duft ist mild, torfig, eher süßlich und leicht medizinisch. Der Geruch erinnert an feuchtes Moor oder Humus. Das Duftmoos hat eine stark konservierende Wirkung und wurde wegen der Huminsäuren früher wegen dieses Geruchs und der antibakteriellen Eigenschaften als Wundauflage genutzt. Der Duft dieser Moose entsteht meist erst, wenn man sie zerreibt und zerdrückt oder wenn es feucht ist. Pionierpflanze Moose können an extremen Standorten vorkommen und sind seit Urzeiten Pionierpflanzen bei der Besiedlung neuer extremer Lebensräume wie Lehmboden, felsiger Untergrund oder verbrannter Boden. Bestimmte Moose können sogar über mehrere Jahre hinweg extreme Trockenheit – auch bei Kälte – überdauern, indem sie in eine Art Trockenstarre fallen. Sobald wieder Feuchtigkeit in der Umwelt verfügbar ist, erwacht das Moos (wie Dornröschen) wieder zum Leben und setzt sein Wachstum fort. Moose sind ferner Pionierpflanzen, weil sie im Unterschied zu Gefäßpflanzen auch bei sehr niedrigen Temperaturen und wenig Licht Photosynthese betreiben können. Die Eigenschaften als Bodenpionier teilt sich das Moos mit der Flechte, die als Pionierpflanze sogar extreme Standorte wie Felsen in großer Höhe besiedeln und diese mit ihrer Flechtensäure zersetzen kann. Wirtschaftliche Nutzung Viele Moose wirken gegen Bakterien, Pilze oder Schnecken und eignen sich deshalb als alternative Pflanzenschutzmittel. Besondere wirtschaftliche Bedeutung unter allen Moosarten haben die Torfmoose, die im Garten und in Gärtnereien zur Auflockerung und Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verwendet werden. Torf findet auch Verwendung als Blumenerde und Pflanzensubstrat für Kübelpflanzen und Topfpflanzen, weil sich Wurzeln darin besonders gut entwickeln. Denn Torf bzw. Torfmoos kann besonders viel Wasser speichern, weshalb es sich auch als Substrat beim Transport von Pflanzen anbietet. Früher wurden Moosarten wie das Hängemoos, Torfmoos und Widertonmoos wegen ihrer stark aufquellenden Wirkung bei Feuchtigkeit als Material zur Abdichtung von Holzhäusern oder Holzbooten genutzt. Torf war zudem bis zum 20. Jahrhundert ein wichtiger Brennstoff in der Industrie und für die Eisenbahn. Einige Moosarten wie das Weißmoos werden zur Dekoration von Architektur-Modellen und im Eisenbahn-Modellbau verwendet. Auch im Aquarium werden Moose kultiviert, wie das in Südostasien heimische Javamoos (Taxiphyllum barbieri), das Christmas-Moos (Vesicularia montagnei) oder das Willow-Moos (Fontinalis antipyretica). Diese Arten dienen in der naturnahen Aquariengestaltung (Aquascaping) nicht nur der ästhetischen Gestaltung von Steinen und Wurzeln, sondern erfüllen auch ökologische Aufgaben: Sie verbessern durch ihre Nährstoffaufnahme die Wasserqualität oder bieten als dichte Polster einen unverzichtbaren Lebensraum und Laichplatz für Fische und Garnelen im Aquarium.

Anbautipps

🌞 Standort & Boden Moose sind nicht an einen einzigen Standort gebunden, sondern nutzen ein breites Spektrum an Lebensräumen – entscheidend sind Feuchtigkeit, Mikroklima und ein geeignetes Substrat. • Schattig bis halbschattig • kühl bis mäßig warm • Boden, Totholz, Rinde, Steine, Felsen, Mauern, Dächer, Wasser, Moore • nährstoffarm, humusreich, mineralisch, sauer bis basisch • dauerfeucht bis episodisch trocken 🌱 Pflanzung • Sporen: aus Sporenkapseln werden winzige Sporen herausgeschleudert. Diese verbreiten sich großflächig und keimen auf feuchten, geeigneten Substraten. • Teilung: Ein Stück Moos abnehmen und auf ein neues Substrat legen. • „Impfung“: Moos zerkleinern, mit Wasser verrühren und auf das Substrat streichen (gleichmäßiger Bewuchs auf Stein, Holz oder Erde) • Aktiv „gepflanzt“: auf geeignetes Substrat gesetzt und Bedingungen stabil halten. • Sie benötigen keine Erde, sondern haften auf Stein, Holz, Rinde oder Boden. • Wichtig ist konstante Feuchtigkeit, besonders in den ersten Wochen. • Im Garten eignen sie sich als Bodendecker, Rasenersatz oder für schattige Bereiche. • In Innenräumen halten sie nur in geschlossenen Gefäßen (Flaschengarten, Terrarium) dauerhaft. • Pflanzung optimal: April bis September (15-20°C) 💧 Pflege • Gießen: regelmäßig übergießen, Regenwasser, keine Staunässe, verdichtete Böden möglich • Unkraut, Laub, Nadeln entfernen • Düngung: keine • Keine Bodenbearbeitung • Schutz vor direkter Sonne ❄️ Winterschutz Moose gehören zu den kälteresistentesten Landpflanzen. Viele Arten können bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt überleben, weil sie gefrieren dürfen, ohne dass ihre Zellen zerstört werden. 🌿 Gute Nachbarn • Pflanzen müssen nährstoffarm vertragen. • Sie dürfen nicht zu hoch werden. • Sie sollten keine dichten Wurzelsysteme bilden. • Sie müssen Feuchtigkeit mögen. • Sie dürfen Moose nicht beschatten oder überwachsen. • Farne, Waldgräser, Seggen, Leberblümchen, Buschwindröschen, Waldmeister, Zwergfunkien (Waldbeet) • Binsen, Wollgras, Besenheide, Moorlilie, Karnivoren (Moorbeet) • Steinbrech, Thymian, Sedum, Zwerggräser (Steingarten) • Jap. Ahorn, Farne, Zwergbambus, Stechpalme (Japangarten) • Primel, Veilchen, Krokusse, Schneeglöckchen, Maiglöckchen, Sternmoos (Ziergarten) 🚫 Schlechte Nachbarn • Rasen- und Ziergräser, Sonnenblumen • Funkien, Astern, Phlox, große Farne, Minze • Efeu, Immergrün, Golderdbeere, Dickmännchen, Günsel • Brennnessel, Lupine, Dahlien, Rosen, Geranien, Klee • Lavendel, Thymian, Oregano, Rosmarin, Sedum • Steppen- und Präriepflanzen 🍂 Krankheiten • Pilzbefall • Algenbewuchs 🐌 Schädlinge • Springschwänze • Trauermücken • Vögel • Schnecken

Krankheiten

Stängelfäule

Schädlinge

Springschwänze

Schnecken

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