Allackerbeere, Mammure

Allackerbeere, Mammure

Rubus arcticus

Pflanzenfamilie

Rosengewächse (Rosaceae)

Auch bekannt als

Schwedische Ackerbeere, Arktische Brombeere, Arktische Himbeere, Nordische Brombeere, Nordische Himbeere, Zwerghimbeere, Polarhimbeere, Mammure, Nagoonberry, Mesimarja

Anbaupause Fruchtwechsel

0 Jahre

Saisonübersicht

Aussaat

Ernte

Ernte

J

F

M

A

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J

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A

S

O

N

D

1. JAHR

FOLGEJAHRE

Details

Lichtbedarf

Halbschattig

Wasserbedarf

Feucht

Boden

Leicht (sandig)

Nährstoffbedarf

Niedrig

Lichtkeimer

Keimtemperatur

5 - 15 °C (Grad Celsius)

Pflanzabstand

30 cm

Reihenabstand

30 cm

Saattiefe

0.2 cm

Anleitungen

Beschreibung

Die Allackerbeere (Rubus arcticus), auch (Schwedische) Ackerbeere, Arktische Brombeere, Arktische Himbeere sowie Nordische Himbeere, Nordische Brombeere und Zwerghimbeere sowie Polarhimbeere oder Mammure genannt, ist eine Art der Gattung Rubus. Die Allackerbeere kommt im Norden Eurasiens (Finnland, Nordschweden, Nordnorwegen und Nordrussland) sowie in Nordamerika, China, Korea und der Mongolei vor. In Nordamerika ist sie auch unter dem indianischen Namen „Nagoonberry“ bekannt. Dabei bevorzugen die Allackerbeeren feuchte Standorte wie Moore, Sümpfe oder Bachläufe an Feld- und Wiesenrändern. Die Allackerbeere wird gelegentlich mit der Moltebeere (Rubus chamaemorus) verwechselt, die im gleichen Lebensraum vorkommt. Die Moltebeere ist durch ihre fast immer weißen Blüten, ihre in reifem Zustand gelborangen Beeren und ihre anders geformten Blätter jedoch gut von der Allackerbeere zu unterscheiden. Wuchs Die dornenlose sommergrüne mehrjährige Pflanze wird etwa 10-30 cm hoch. Die Stängel sind locker, fein behaart. Mit dem buschigen, flachen Wachstum und 25 cm bis 30 cm Ausmaß geht die Allackerbeere eher in die Breite und eignet sich damit auch hervorragend als Bodendecker. Der optimale Platz für die Allackerbeere sollte sonnig bis halbschattig sein. Blätter Die wechselständigen, gestielten Blätter sind dreizählig bis -lappig bis fast ganz. Die sitzenden bis kurz gestielten, spitzen bis stumpfen Blättchen oder die Blätter sind gröber bis feiner, teils doppelt, gesägt bis gezähnt. Die Blättchen sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig, manchmal leicht gelappt, unterseits etwas behaart und oberseits fast kahl. Die gelappten oder fast ganzen Blätter sind ei- bis herzförmig. Der lange Blattstiel ist fein behaart. Es sind krautige, oft abfallende Nebenblätter ausgebildet. Blüten Die Blüten erscheinen im Mai endständig und einzeln, selten zu zweit bis dritt. Die gestielten Blüten mit doppelter Blütenhülle sind etwa 15-25 mm groß, die meist 5 bis 8 oder mehr Kronblätter sind manchmal gezähnt und genagelt. Der teils drüsige, grün-rötliche Kelch ist becherförmig verwachsen und außen behaart bis kahl mit meist 5-8 oder mehr, schmalen, spitzen Zipfeln. Die intensiv-rosafarbenen bis leuchtend pinken Blüten sind grundsätzlich zwittrig aufgebaut – sie besitzen sowohl männliche als auch weibliche Blütenorgane. Dennoch ist die Allackerbeere selbststeril, die Blüten können sich also nicht selber befruchten. Für die Befruchtung sind die Allackerbeeren stets auf einen anderen Genpool – auf eine andere Sorte angewiesen, damit aus den auffälligen Blüten auch schmackhafte Beeren entstehen. Früchte Im Juni und Juli bildet die Ackerbeere sehr wohlschmeckende fleischige, rote, bis etwa 1 cm große eiförmige bis rundliche, noppelige Früchte, Sammelfrüchte mit beständigem Kelch. Die kleinen, einzelnen Steinfrüchte stehen locker zusammen. Vegetativ vermehrt sie sich über Ausläuferbildung. Unterarten und Varianten • Rubus arcticus subsp. arcticus: Vom nordwestlichen Kanada, Alaska über Nordasien nach Westrussland bis ins nördliche Europa, Mongolei, nordöstliches China, Japan. Hier sind die Petalen nicht genagelt. • Rubus arcticus subsp. stellatus: eine vor allem in Alaska und Nordwest-Kanada bis nach Ostrussland beheimatete Unterart; wurde früher als eigene Art angesehen und als Rubus stellatus bezeichnet. Hier sind die Blätter gelappt bis fast ganz. • Rubus arcticus subsp. acaulis: eine in weiten Teilen von Kanada und Alaska bis in die nordwestlichen USA und Michigan zu findende Unterart; wurde früher auch als Rubus acaulis bezeichnet • Rubus × stellarcticus, auch Rubus arcticus var. stellarcticus: eine in Schweden entstandene kultivierte Variante der Schwedischen Ackerbeere und wurde aus einer Kreuzung mit einer Nordamerikanischen Unterart (subsp. stellatus) gezüchtet Verwendung Im Garten finden die Allackerbeeren vor allem als blühender und fruchtragender Bodendecker Verwendung. In der Küche sind die Früchte der Allackerbeere sehr vielfältig verwendbar, ebenso wie die der Himbeeren und Brombeeren. Von Marmelade über Gelee, Saft oder Sirup bis hin zu Likör und Fruchtwein ist alles möglich.  Die Früchte der Allackerbeeren genießen einen ganz besonderen Ruf als die europäische Beere mit dem besten Geschmack. Allerdings lässt sich der Geschmack dann doch überraschend schwer beschreiben und in Worte fassen. Die Früchte sind süß und haben auch eine gewisse Säure und Spritzigkeit. Mal wir das Aroma mit dem von Preiselbeeren verglichen, mal mit dem von Ananas und anderen exotischen Früchten. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit – wie so oft – irgendwo dazwischen.

Herkunft:

Norden Eurasiens (Finnland, Nordschweden, Nordnorwegen und Nordrussland), Nordamerika, China, Korea, Mongolei

Anbautipps

🌞 Standort & Boden • sonnig - halbschattig, kühler Standort • Windgeschützt, aber luftig • humoser, lockerer, sandiger, leicht sauerer Boden (pH 4,5-6), kalkfrei • organischer Boden, Nadelstreu, Rindenhumus, Moorbeeterde • eher nährstoffarmer Boden • gut drainiert, durchlässig, gleichmäßig feucht, keine Staunässe 🌱 Aussaat & Pflanzung • Stratifizieren: 4-6 Wochen • Saattiefe: 0,2 cm (Lichtkeimer) • Keimtemperatur: 5-15 °C • Keimdauer: mehrere Wochen bis Monate • Pflanzzeit: März – Mai (altern. September - Oktober) • Pflanzabstand: 30x30 cm • Mindestens zwei verschiedene Sorten für Fruchtbildung erforderlich • gleichmäßig feucht halten 💧 Pflege • Gießen: regelmäßig, nie austrocknen, keine Staunässe, kein Leitungswasser • Düngung: sehr wenig / Frühling saurer Spezialdünger • Kein frischer Kompost, kalkhaltiger Dünger und stark mineralischer Universaldünger • Mulchen: Nadelstreu (Kiefer, Fichte), Rindenmulch, Laub (Eiche, Buche) im Herbst 🌾 Ernte • Erntezeit: Juni – Juli • vollständig reife Beeren einzeln bei trockenem Wetter abpflücken ❄️ Winterschutz • leichte Mulchschicht (Rindenmulch, Nadelstreu, Laub) rund um den Wurzelbereich • Boden locker halten, Staunässe vermeiden • Junge Pflanzen zusätzlich mit Reisig abdecken • dürfen nicht austrocknen, gelegentliche Wassergaben 🌿 Gute Nachbarn • Cranberry, Preiselbeere, Heidelbeere • Johannisbeere, Stachelbeere • Rhododendron, Azalee, Erica, Calluna, Farne • Erlen, Fichten, Kiefern mit Abstand • Wald-Sauerklee, Sumpfveilchen, Moose, Pilze, Zwergseggen, Wollgras 🚫 Schlechte Nachbarn • Starkzehrer (Kohl, Kürbis, Nachtschattengewächse) • Starkwüchsige Bodendecker (Efeu, Waldsteinie, Immergrün) • Ahorn, Birke, Weide, Haselnuss, Walnuss • Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren • Mediterrane Kräuter, Sedum • Rasen, kalkliebende Stauden 🍂 Krankheiten • Grauschimmel • Fruchtfäule • Blattfleckenkrankheiten • Rostpilze • Wurzelfäule 🐌 Schädlinge • Blattläuse • Schnecken • Gallmilben • Spinnmilben

Schlechte Nachbarn

Abessinischer Kohl / Äthiopischer Senf

Ahorne

Aubergine

Bärlauch

Brennnesseln

Brombeere

Chili

Dost, Oregano, Majoran

Efeu

Erdbeere

Gartenkürbis - Patisson / Ufo-Kürbis

Gartenkürbis - Zierkürbis

Gartenkürbis - Zucchini

Gemüsekohl - Baumkohl / Ewiger Kohl

Gemüsekohl - Blumenkohl / Romanesco

Gemüsekohl - Brokkoli

Gemüsekohl - Flower Sprouts / Kohlröschen

Gemüsekohl - Futterkohl

Gemüsekohl - Grünkohl / Braunkohl

Gemüsekohl - Kai-Lan / Chinesischer Brokkoli

Gemüsekohl - Kohlrabi

Gemüsekohl - Palmkohl / Schwarzkohl

Gemüsekohl - Rippenkohl / Portugiesischer Kohl

Gemüsekohl - Rosenkohl

Gemüsekohl - Rotkohl / Roter Spitzkohl

Gemüsekohl - Weißkohl / Weißer Spitzkohl

Gemüsekohl - Wildkohl / Urkohl

Gemüsekohl - Wirsing / Butterkohl

Gemüsekohl - Zierkohl

Gliedkräuter

Gräser - Federborstengräser, Lampenputzergräser

Gräser - Pampasgräser

Gräser - Schmielen

Gräser - Schwingel

Gurke

Haargurken / Schlangenkürbisse

Haselnuss

Himbeere

Inkagurke (Hörnchenkürbis)

Jaltomaten

Kartoffel

Kiwano, Afrikanische Horngurke

Kürbis

Lavendel

Maiglöckchen

Meerkohle

Mexikanische Minigurke

Nachtschatten (Sonstige)

Nieswurzen

Okra

Olivenkraut

Paprika

Phlox, Flammenblume

Raps

Raps - Scheerkohl / Sibirischer Kohl

Raps - Steckrübe

Rose

Rosmarin

Rüben / Bete

Rübsen - Chinakohl

Rübsen - Choy Sum / Chinesischer Blütenkohl

Rübsen - Komatsuna

Rübsen - Mizuna

Rübsen - Ölrübsen

Rübsen - Pak Choi

Rübsen - Speiserübe

Rübsen - Stängelkohl

Rübsen - Stielmus

Rübsen - Tatsoi

Rübsen - Wilde Rübsen

Salbei

Schachtelhalm

Schwammgurke / Luffa

Sukkulenten - Dickblattgewächse

Thymiane

Tomate (Fleischtomate / Großfruchtige)

Tomate (Kleinfruchtige)

Tomate (Salattomate / Normalfruchtige)

Tomate (Wildtomate)

Waldmeister

Waldrebe, Clematis

Walnussgewächse

Weiden

Windröschen

Krankheiten

Septoria-Blattfleckenkrankheit

Grauschimmel

Wurzelfäule

Schädlinge

Schnecken

Gallmilbe

Spinnmilben

Blattläuse

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