Orchideen - Händelwurzen

Gymnadenia
Orchideengewächse (Orchidaceae)
Höswurz
0 Jahre
Aussaat
Ernte
Ernte
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
1. JAHR
FOLGEJAHRE
Lichtbedarf
Sonnig
Wasserbedarf
Trocken
Boden
Leicht (sandig)
Nährstoffbedarf
Niedrig
Lichtkeimer
Pflanzabstand
25 cm
Reihenabstand
35 cm
Saattiefe
4 cm
Die Händelwurzen (Gymnadenia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die Gattung umfasst, unter Einschluss der Arten der früheren Gattung Nigritella (Kohlröschen), etwa 26 Arten. Der Gattungsname Gymnadenia leitet sich von griechisch gymnos: nackt und aden: Drüse, ab (also „Nackt-Drüse“), er bezieht sich auf die oft freiliegende Klebscheibe (Viscidium) in den Blüten. Die Gattung Gymnadenia ist paläarktisch, im Westen von der Iberischen Halbinsel über Europa, West- und Zentralasien bis China (fünf Arten, davon drei nur dort), Korea und Japan im Osten, weitverbreitet. Einige Arten sind Endemiten und wenige Arten sind weitverbreitet. Sie umfasst, einschließlich der Arten der früheren Gattung Nigritella etwa 26 Arten. Dazu gibt es eine große Zahl von Hybriden. Wuchs Gymnadenia-Arten wachsen terrestrisch als ausdauernde krautige Pflanzen mit mittlerer Wuchshöhe. Die relativ dicken, fleischigen Knollen sind handförmig geteilt mit jeweils einigen schlanken, etwas fleischigen Wurzeln. Der selbstständig aufrechte Stängel ist schlank bis kräftig, stielrund, fleischig und kahl. Die Laubblätter sind wechselständig am Stängel angeordnet. Die einfachen Blattspreiten sind linealisch-bandförmig bis elliptisch und die längsgefaltete Spreitenbasis umhüllt den Stängel. Oft sind an der Stängelbasis Blattscheiden vorhanden. Viele Blüten stehen dicht in endständigen, kopfförmigen bis verlängerten, traubigen Blütenständen zusammen. Es sind wenige lanzettliche, sterile Tragblätter vorhanden. Die fertilen Tragblätter sind kürzer bis etwas länger als der Fruchtknoten. Der sitzende, unterständige Fruchtknoten ist meist etwas gedreht und dadurch sind die Blüten resupinat (bei den Arten der früheren Gattung Nigritella nicht gedreht). Der kahle Fruchtknoten ist schmal-zylindrisch oder spindelförmig. Die relativ kleinen bis mittelgroßen, zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Der zylindrische Sporn ist oft etwas gebogen und kürzer bis länger als der Fruchtknoten, mit stumpfem oder zweilappigem Ende. Die Blütenhüllblätter sind rosa- bis dunkel-purpurfarben oder selten weiß. Das mittlere, konkave Kelchblatt und die seitlichen, geraden Kronblätter neigen sich oft helmförmig zusammen; wobei die beiden Kronblätter etwas kürzer sind als das Kelchblatt. Die beiden freien, seitlichen Kelchblätter sind meist ausgebreitet und zurückgebogen. Die Lippe (Labellum) ist breit-rhombisch bis verkehrt-eiförmig und einfach bis deutlich dreilappig. Die Säule ist kurz. Die aufrechten Staubbeutel sind länglich oder eiförmig und besitzen zwei Theken. Es sind zwei keulenförmige Pollinien vorhanden. Das relativ kleine bis verlängerte Rostellum (Klebdrüse) ist undeutlich dreilappig. Die zwei relativ kleinen Staminodien sind fast kugelig und befinden sich seitlich an der Basis des fertilen Staubbeutels. Die zwei sehr großen Narben befinden sich seitlich an der Basis auf jeder Seite der Säule. Die Kapselfrüchte sind aufrecht. Ökologie Bei Gymnadenia-Arten handelt es sich um Knollen-Geophyten. Es liegt eine endotrophe Mykorrhiza vom Orchideen-Typ vor. Lockstoffe und Bestäuber Bei zwei Arten (Mücken-Händelwurz und Wohlriechende Händelwurz) wurden gaschromatographisch 45 bzw. 44 flüchtige Aromastoffe identifiziert, die Schmetterlinge anlockten, von denen 37 bzw. 25 Arten bestimmt werden konnten. Bei der Mücken-Händelwurz wurden Essigsäurebenzylester, Eugenol und Benzoesäurebenzylester als Lockstoffe erkannt, bei Wohlriechender Händelwurz fungierten Essigsäurebenzylester, Benzaldehyd, Phenylethanal, 1-Phenyl-2,3-Butandion, Phenylethyl Acetat, Eugenol und eine nicht identifizierte Komponente als Lockstoffe.
Herkunft:
Iberische Halbinsel, Europa, West- und Zentralasien, China, Korea, Japan
Standort Licht: Sonnig bis halbschattig, keine extreme Mittagshitze. Boden: Frisch bis mäßig feucht, humos, kalkreich, durchlässig. Geeignet für: Naturgärten, Feuchtwiesen, Trockenwiesen, extensiv gepflegte Blumenwiesen. Pflanzung Zeitpunkt: Frühjahr oder Herbst. Knollen: Flach setzen, Erde nicht zu nährstoffreich. Abstand: 20–30 cm, da sie Horste bilden können. Pflege Bewässerung: Boden gleichmäßig frisch bis leicht feucht halten. Staunässe vermeiden Düngung: Keine Düngung – sie bevorzugen magere Böden. Winterhärte: Voll winterhart bis –20 °C. Vermehrung: Durch Samen (langsam, benötigt Mykorrhiza-Pilze). Vegetativ durch Knollenbildung. Besonderheiten Blütezeit: Juni bis August, je nach Art. Blütenfarben: Rosa bis purpur, duftend, locken viele Insekten an. Höhe: 30–70 cm. Artenvielfalt: In Europa mehrere Arten, z. B. Gymnadenia conopsea (Mücken-Händelwurz), Gymnadenia odoratissima (Duft-Händelwurz). Ökologische Bedeutung: Wichtige Wildorchideen, Bestäuberfreundlich.
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